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Belästigung am Arbeitsplatz - Beschwerde und das eigene Gewissen

WAalki[ngG9hoxst


@ Alias 719164

Der Typ hat ein Distanzproblem und eine völlig verquere Sichtweise, was die Erwiderung von Interesse angeht. Als ob seine Haltung dir gegenüber seine Erfolgschancen irgendwie verbessern würde - so was ist schon leicht besitzergreifend. Auch dieses Auflauern und Aufdrängeln von Gesprächen ist einfach nur unmöglich. Deine Reaktion war schon richtig, zumal es wohl kaum auf eine Kündigung hinauslaufen wird.

Mdr. DFores-kin


Liebe Alias,

Du befürchest, dass dieser Mann bestraft wird und seinen Arbeitsplatz verliert.

Er hat mit Dir geredet, sonst nichts. Verstehe ich das richtig?

Warum sollte er dafür bestraft werden?

Ich verstehe, dass Dir das Gespräch unangenehm war und es hört sich ja auch sehr aufdringlich an.

Wenn Du nicht in der Lage bist, Dich verbal zu wehren, kannst Du auch einfach weggehen.

Grüße,

LmichtAmtHoriRzonxt


@ TE

Frag Dich mal, wie viele Gedanken sich dieser aufdringliche Herr wohl über Dich gemacht hat - ob es Dir gefällt, was er da tut, ob es Dir dabei gut geht (wenn er nicht blind ist, muss er gesehen haben, dass dies nicht der Fall ist). Und dann frag Dich, weshalb es Dich dann interessieren sollte, wenn es ihm in der Folge dessen nun schlecht geht.

Du hast direkt nach diesen Vorfällen getan, was Du spontan für richtig hieltest. Erst jetzt, im Nachhinein, bekommst Du Zweifel. Das halte ich nicht für außergewöhnlich. Ich halte die Zweifel aber für unbegründet.

cWla[ireAt


Ich könnte mir auch vorstellen, dass dieser Typ es deshalb auf die TE abgesehen hat, weil sie einen "schwachen" Eindruck macht und seine Annäherungen nie konsequent zurückgewiesen hat.

Normales Flirten ist ein Hin und Her zwischen 2 Personen mit Blicken, Worten, Gesichtsausdrücken. Einer lächelt, der andere lächelt zurück und ein Gespräch entwickelt sich.

Dem anderen vor der Toilette auflauern und pausenlos labern, während die Bedrängte auf den Boden schaut und sich sichtlich unwohl fühlt = das ist kein Flirten. Den meisten Belästigern ist das sehr wohl klar. Die sehen nur trotzdem eine Chance sich irgendeine Art Befriedigung zu schaffen.

Alias 719164


Ja, es mag Frauen geben, die sich über Komplimente freuen.

Ich kann nicht abstreiten, dass ich mich beim ersten Mal nicht auch gefreut habe. Allerdings muss ich sagen, dass es einfach nicht in einem anständigen Rahmen blieb.

Es ist einfach keine nette Art, wenn man angeglotzt wird und ich empfinde gebtmühlenartige Wiederholungen, die auch sehr eindringlich gesprochen werden auch nicht normal.

Es war aufdringlich und die Situation machte mir Angst. Ich finde es ekelhaft, wenn mich einer am Klo abpasst und mich in eine Ecke "drängt" um mich auszufagen und mich angafft.

Sein Blick war nicht nett. Sein Blick war einfach sorry, dummgeil.

Es fehlte nur noch das sabbern.

Und wie geht es dir damit? Also so allgemein, mit dem Gefühl? Ist das nicht belastend?

Ich würde an deiner Stelle versuchen daran etwas im Rahmen einer Psychotherapie zu ändern.

Meinst du, dass ich ihn gemeldet hab, oder die Tatsache, dass ich mich nicht wehren kann?

Also zum Thema melden schrieb ich ja, dass ich mir unsicher bin, ob ich das richtige getan habe.

Zum Thema nicht wehren können, gebe ich dir Recht, hierzu muss eine Therapie her, den Platz hab ich auch schon.

Ich hab einiges erlebt in meinem Leben, meine Passivität kommt nicht von ungefähr, allerdings weiß mein Chef um meine Probleme nicht. Ich finde muss er auch nicht.

Es ist nicht so, dass ich kein Fehlverhalten erkenne, sowohl an mir, als auch an anderen. Es ist nur einfach so, dass ich glaube immer ein Gutmensch sein zu müssen, der anderen verzeihen muss und Dinge, die mir angetan werden vergessen werden müssen. Weil ich es ja in der Hand habe, dagegen vorzugehen.

Das passiert in allen Lebenslagen. Leider denke ich immer, dass ich das tun muss.

Einer fährt mir ins Auto - ok, ich rufe keine Polizei, derjenige tut mir leid. Ich will es so klären, dann falle ich auf die Nase.

Mein ehemaliger Chef machte mir Komplimente über meinen Busen und dass ich ja nur eingestellt wurde, weil er auf mich steht. Ich wehre mich nicht, weil ich weiß, es ist ein kurzer Aushilfsjob und aus Angst, seine Frau könnte was mitbekommen, die behindert ist und sich dann Kummer macht. Also halte ich den Mund

Meine andere Chefin macht mich psychisch fertig, einfach weil sie eine Schraube locker hat. Lässt mich so hart schufften, dass ich krank werde, macht mir danach noch das Leben zur Hölle, mich noch schlecht bei den Nacholgern, gibt meine Nummer raus und ich kann mich mit Nachfragen anderer ehemaliger Angestellten rumschlagen. Ich wehre mich nicht, weil ich denke, dass sie mir noch mehr schlechtes will und aus Mitleid, weil sie eine arme, einsame Frau ist.

Ich bin so - jetzt hab ich mich einmal gewehrt und aus der Wut heraus, weil ich einfach kein Opfer mehr sein will und schwups stelle ich mich in Frage. Ja, das ist keine gesunde Einstellung. Klar, hab ich Recht. Es hat keiner das Recht mich so anzugehen und mir so seine "Männlichkeit" aufzudrücken. Allerdings kann ich mich auch nicht so einfach ändern. Jetzt muss ich damit leben.

Es gibt ja auch nur zwei Optionen, entweder er kriegt Ärger oder keinen.

Ich will nur einfach ich bleiben. Ich will ein lieber Mensch bleiben. Ich will anderen nix antun.

Es muss mich keiner mögen, aber ich will einfach kein negativer Mensch sein.

Gelingt nur nicht, wenn ich ständig in solchen Situationen komme. Ich frag mich aber wieso? Ich gebe keine Signale, dass ich angebaggert werden könnte. Ich würde mich auch nicht als dumm bezeichnen und trotzdem passieren mir ständig dumme Sachen.

Also etwas muss ich ja falsch machen ":/

cNlhaFi+ret


Ich bin so - jetzt hab ich mich einmal gewehrt und aus der Wut heraus, weil ich einfach kein Opfer mehr sein will und schwups stelle ich mich in Frage. Ja, das ist keine gesunde Einstellung. Klar, hab ich Recht. Es hat keiner das Recht mich so anzugehen und mir so seine "Männlichkeit" aufzudrücken. Allerdings kann ich mich auch nicht so einfach ändern. Jetzt muss ich damit leben.

Du kannst aber etwas ändern, du hast es auch schon gemacht, nämlich anderen von diesem Vorfall erzählt! Dass du dich jetzt in Frage stellst, solltest du nicht gleich als Niederlage bewerten. Ein bißchen Angst vor der eigenen Courage haben ist nicht ungewöhnlich. Sieh es als ersten Schritt auf dem Weg zur Selbstbehauptung. :-)

L9iebex8


Meinst du, dass ich ihn gemeldet hab, oder die Tatsache, dass ich mich nicht wehren kann?

Das Gefühl, dich nicht wehren zu können. Dass du deinen Vorgesetztem die Sache geschildert hast, finde ich vollkommen richtig! Da wollte ich keine Zweifel bei dir säen.

Zum Thema nicht wehren können, gebe ich dir Recht, hierzu muss eine Therapie her, den Platz hab ich auch schon.

Das ist gut :)^

Ich hab einiges erlebt in meinem Leben, meine Passivität kommt nicht von ungefähr, allerdings weiß mein Chef um meine Probleme nicht. Ich finde muss er auch nicht.

Nee, das sehe ich auch so. Wobei ich eine Sache vielleicht schon ansprechen würde, und zwar die Unsicherheit im beruflichen Kontext. Also weil du schriebst, Kollegen hätten auch schon schlechte Erfahrungen gemacht und dass du in dem Zusammenhang z.B. auch Angst vor Beschwerden hast.

Vielleicht kannst du die jetzt aber schon ein bisschen ablegen, nachdem du gerade erlebst, dass dein Chef sowas offenbar sehr ernst nimmt und hinter dir steht.

Ich gebe keine Signale, dass ich angebaggert werden könnte. Ich würde mich auch nicht als dumm bezeichnen und trotzdem passieren mir ständig dumme Sachen.

Mit Dummheit hat das nichts zu tun, wohl aber mit deinem Gefühl, nicht nein sagen und dich nicht abgrenzen zu dürfen. Darfst du aber. Und es ist gut, du das im Rahmen einer Therapie angehen möchtest. Für dich.

Ich war früher übrigens genau so :)_ Wollte dir gerade eine PN schreiben, aber das geht ja durch die Aliasfunktion nicht. Mal gucken, vielleicht schreibe ich hier noch ein bisschen was dazu. Ich verstehe dich jedenfalls ziemlich gut. Ich habe solche Situationen früher auch magisch angezogen.

LwichtVAmHorxizont


Abgrenzen ist nicht gleich schlecht sein oder anderen etwas antun.

Alias 719164


Ich glaube, für Dich wäre es eventuell sinnvoll, Deine Vorerfahrungen diesbezüglich aufzuarbeiten, denn Deine Denkmuster (den Täter schützen) sind (um es mal sehr direkt auszudrücken) krank. Das meine ich nicht als Vorwurf, sondern dass da etwas ist, was Du Dir vielleicht mal therapeutisch anschauen solltest.

L.vanPelt

Du, ich gebe dir da Recht.

Ich denke schon, dass ich auf jeden Fall etwas aufarbeiten muss.

Es ist so, dass mir kürzlich in einer Sache geholfen wurde, etwas das sehr wichtig war. Ich möchte jetzt nicht nennen was es war, sonst kennt man mich gleich sicherlich, habe darüber schon im Forum gesprochen. Allerdings ging das Helfen nicht ohne Schaden anzurichten. Richtigen Schaden.

Seit dem stimmt was in mir drin nicht mehr. Ich schätze, ich bin auch traumatisiert? Obwohl sich die Probleme erst später entwickelt haben.

Ich habe den Eindruck, dass ich etwas verloren habe, durch dieses Helfen. Nämlich, dass ich für mich um eine besere Position kämpfen darf. Ich hab das Gefühl, da mir wieder etwas gegeben wurde, was mir vorher genommen war, dass ich mit dem zufrieden sein muss was ich habe, bzw. bekomme.

Und dass ich darüber dankbar zu sein habe. Ich glaube eine Zumutung zu sein für andere, da ich eben kompliziert geworden bin, Dinge nicht kann wie andere.

Deswegen denke ich, dass ich Glück habe, wenn ich irgendwo eine normale Chance habe. Deswegen will ich nichts sagen, keinen Ärger machen, keine negative Stimmung aufkommen lassen. Beruflich sowieso, da ich das nie kannte. Also arbeiten.

Ich will ein guter AN sein und sag zu allem ja und amen. Ja, falsch ich weiß.

Aber das sitzt in meinem Kopf. Und alles was ich neagtives tue, vor allem im privaten Bereich, muss ich irgendwo ausgleichen, damit aus mir kein Monster wird.

Ich glaube nämlich, dass ich langsam schlecht werde. Und solche Aktionen, nämlich einen anderen "anzuzeigen" wegen Belästigung, die man auslegen kann wie man will, gehört dazu aus mir einen schlechten Menschen zu machen, eben weil ich anderen was antue.

Mir tun andere ja auch etwas an, aber dieses Hin und Her, was macht das aus einem?

Ich will kein paranoider, aggressiver, verbohrter Spycho werden, der in allem eine Verschwörung sieht. Leider findet trotzdem eine Änderung in mir statt und glaube, das ist eine Prägung, die man nicht mit Medikemanten oder sonst was behandeln kann.

Ich weiß nicht was das ist. Es ist auf jeden Fall ein Resulatat meiner Erfahrungen und jede negative Erfahrung macht in mir nur mehr kaputt, was ich an mir wirklich gern hatte.

Ich will einfach ich bleiben, aber stabil und gut.

Alias 719164


Spycho

Hubs, da waren meine Finger wieder schneller.

Psycho, natürlich |-o

Ldicoht{AMmHorizxont


Spycho

Ist aber auch ein schönes Wort. ;-D

Es ist so, dass mir kürzlich in einer Sache geholfen wurde, etwas das sehr wichtig war. Ich möchte jetzt nicht nennen was es war, sonst kennt man mich gleich sicherlich, habe darüber schon im Forum gesprochen. Allerdings ging das Helfen nicht ohne Schaden anzurichten. Richtigen Schaden.

Bei Dir oder bei jemandem anders?

Alias 719164


Bei Dir oder bei jemandem anders?

An mir.

LAichtAmpHorizoxnt


Hm. Finde es jetzt schwer, mir etwas darunter vorzustellen und einen Zusammenhang zu Deinem jetzigen schlechten Gewissen herzustellen. ":/

Alias 719164


Es ist auch schwierig zu beschreiben ":/

Im realen Leben kiege ich meinen Kummer nicht einmal ausgesprochen.

Ich befürchte, es ist einfach verschroben |-o

Womöglich sehe ich es auch falsch und das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, sehe aber keine Grenze mehr.

D[erDie_Dasx123


Liebe TE,

Es sollte dir egal sein, was mit dem übergriffigen Mann passiert. Er ist für dein Empfinden zu weit gegangen und du hast dich -auf deine Art- gewehrt. Das ist gut.

Ich, ich persönlich, hätte mich schwer getan, zu meinem Vorgesetzten zu gehen und jemand anderen anzuzeigen. In meiner Firma Unternehmensberatung könnte das schnell als "der Mitarbeiter ist nicht durchsetzungsfähig" gewertet werden und mich in eine schwache Position gegenüber Chef und Kollegen drängen.

Ich, ich persönlich, hätte mich zunächst verbal gewehrt und dann Personalrat, Frauenbeauftragte oder Jurist befragt, was am besten zu tun ist.

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