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Mütter, die direkt nach d. Geburt wieder Vollzeit arbeiten?

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Was allein erziehende Mütter mit Haushalt, Kindern und Job angeht: Seid mal ehrlich. Ich habe da wirklich meine Hochachtung. Ich bin nach 8 Stunden Studium und Arbeit schon total Knülle. Beim Spülmaschine einräumen fallen mir die Augen zu.

Jetzt stelle ich mir vor, ich hätte noch ein kleines Kind von 4 oder 5, das auf den Spielplatz möchte oder eine Gutenachtgeschichte vorgelesen haben :-o

Da würde ich eher schlafen, als das Kind.

Was ich damit sagen will: Als Kind sieht man das nicht, weil man ja total egoistisch und auf sich selbst bezogen ist. Das ist einfach so.

Aber wenn ich mir manchmal vor Augen halte, was man als alleinerziehende Mutter leisten muss. Irgendwas bleibt da einfach auf der Strecke und das sind eben oftmals die Kinder.

Klar das Mütter, die als Hausfrauen zu Hause bleiben können und wo der Mann das Geld heran schafft sich ganz anders um ihre Kinder kümmern können.

T$axps


Mir geht es nicht so sehr um die Krippe an sich sondern um die Vollzeit arbeitende Mutter und die folgen die sich daraus ergeben können.

Können, aber nicht müssen. Meine Kinder haben ganz sicher nicht gelitten. Mit einer missmutigen, ständig unterforderten Mutter wären sie sicher nicht glücklich gewesen. Es kommt doch immer darauf an, was man in seiner freien Zeit mit den Kindern unternimmt. Wir haben zeitlich versetzt gearbeitet, so dass die Betreuungszeit nicht sooo lang war. Und die Zeit ab Abholung war "Kinderzeit" (der Spielplatz auf dem Nachhauseweg …).

Eigentlich wollte ich nur sagen das es eben nicht immer gut ist wenn Kinder früh betreut werden wenn die Eltern arbeiten.

Genauso wie es -wie in meinem Fall- nicht gut sein muss, wenn das Kind der Mutter "überlassen" wird. Meine Mutter war Jahre mit mir zu Hause und hat auch danach nie voll gearbeitet. Eine gute Mutter war sie deswegen noch lange nicht. Um meine Belange haben sich eher mein Vater und meine Großeltern gekümmert.

Mir ist einerseits bekannt, dass es zu DDR Zeiten damals Gang und Gebe war, die Kinder mit 6 Wochen für 8 Stunden pro Tag in die Kinderkrippe zu geben (also ab der 6. Lebenswoche)

Naja nicht ganz. Als meine ersten beiden geboren wurden, sah das schon etwas anders aus.

Der Mutterschutz betrug 6 (bei Geburtskomplikationen 8 Wochen). Man bekam aber beim ersten Kind 20 (22) Wochen bezahlte Freistellung. Das waren 65% (?) von Netto und bei Vorhandensein der FZR etwas mehr. Beim zweiten Kind (zum Ender der DDR bereits beim ersten) wurde man 1 Jahr bezahlt frei gestellt. Fast alle aus meinem Umfeld haben zumindest die bezahlte Freistellung auch genutzt und Krippenkinder unter 20 Wochen waren die Ausnahme. was ich, wie ja schon geschrieben, persönlich für mich auch noch zu früh fand

Wenn ich mich heute so umsehe, steigen viele "hier" nach 1/2 bis 1 Jahr wieder ein.

dDan6ae8x7


Für mich ist das eigentliche Problem bei diesen Geschichten aber die Abwesenheit des Vaters (bzw. davor ggf. die Entscheidung für den falschen Mann). Die Überlastung der Mutter ist dann erst die Folge...

Das Dumme ist das man nicht nur vom Kind sondern auch von sich selbst und auch vom Mann überrascht wird und das bei jedem Kind neu. Mein jetziger Partner kam zu uns als die Große gerade 3 -4 Monate alt war. Wir haben beide noch studiert, unseren Stundenplan problemlos umeinander drapiert, im Wechsel gewickelt, sind im Wechsel aufgestanden und im Wechsel das kranke Kind gespflegt. Das war bei dem Schreikind auch bitter nötig.

Und etwa drei Jahre später kam die Zweite und ich stand alleine da. Nachts wachte ich alleine auf und versorgte alleine, gewickelt hat er einmal kurz nach der Geburt und sonst ich und ich und ich. Bei jedem Weinen war ich alleine zuständig. Und der Haushalt war auch meins allein.

Wie hätte ich damit rechnen können? Was hatte sie verändert?

Er hatte angefangen zu arbeiten und war zack! wieder im 50ger Jahre Modell angekommen. Das gab echt Kämpfe und heute arbeitet er Teilzeit und ist wieder ein super Vater, aber darum musste ich wirklich kämpfen. Die Kraft dazu hatte ich weiß ich wusste das er kann, weil ich unbedingt arbeiten wollte, weil das Baby lieb war. Mit der Großen hätte ich nie darum kämpfen können weil die schon alle Kraft gebraucht hat.

Und selbst wenn der Vater nach Vollzeit dabei ist, wir haben es hier getestet, es ist nicht das Selbe. Die wenigsten Leute haben einen Job aus dem sie Kraft und Energie ziehen, die meisten sind nach acht Stunden durch und am Ende. Da ist einfach keine Kraft mehr für toben und spielen und keine Geduld mehr für die Zickereien und das Schlichten. Jetzt, mit Teilzeit beide, ist es hier wunderschön, die meiste Zeit sehr friedlich, auch und gerade zwischen den Kindern ist das sehr spürbar und die Geduld mit Genöhle, Geheule und Gekreisch ist bei uns beiden um ein vielfaches höher.

d,ancaxe87


Taps

Nichts ist immer und in jeder Situation gut. Wichtig finde ich das man flexibel ist und sieht was brauche ich, mein Mann, wir als Paar, die Kinder und dann einen guten Kompromiss findet. Wenn man ein Kind nur kann und will wenn beide 100% arbeiten müssen oder wollen dann sollte man es sich schon überlegen, falls man nicht Gleitzeit hat oder sehr versetzte Arbeitszeiten oder sonst irgendwie auffangen kann falls Kind mit der Fremdbetreuung nicht gut fährt oder man selbst sich damit doch nicht wohl fühlt.

T9aps


Nichts ist immer und in jeder Situation gut. Wichtig finde ich das man flexibel ist

Das stimmt! Wäre eines meiner Kinder – aus welchen Gründen auch immer- nicht krippenfähig gewesen, es hätte gar keine Diskussion gegeben, was zu tun ist.

Es kommt doch häufig anders, als man denkt. Die Pflege eines erkrankten Kindes z.B. war in der DDR wesentlich einfacher zu handhaben, als jetzt. Aber was hätte es nach 1990 gebracht, mit dem Schicksal zu hadern…

dDa%nae 87


Eben. Schauen was alle brauchen und die Balance finden... Das ist doch die hohe Kunst als Familie zu leben oder? :-) :-)

vbiole|tta9F42


@ taps:

Ich möchte darauf hinweisen, dass meine Ausführungen auf alleinerziehende Eltern bezogen waren, nicht auf Familien mit 2 Eltern. Ich habe es nicht unter dem Gesichtspunkt betrachtet, dass noch ein 2. Ernährer da ist.

Die meisten Mamas, die ich kenne und die in meinem Alter sind, gehen dann von Anfang an Teilzeit.

L-oSlaXx5


@ danae87

Was hattet ihr denn vor dem 2. Kind vereinbart, wie die Aufgabenteilung aussehen soll/wird?

Hat er Absprachen gebrochen oder hast du Absprachen nicht für nötig gehalten, weil es beim ersten Kind gut lief und gedacht hast, dass das automatisch wieder so sein wird?

d\antae<87


Die Absprache war das er die ersten Wochen den Haushalt allein macht damit ich im Wochenbett liegen kann und nichts muss, aber alles geht und das er wenn er da ist die Große übernimmt und wickelt. Als das zweite Kind da war hatte er zwei Wochen frei und in der Zeit Haushalt hat geklappt, aber ab dann wars das. Aber wir hatten schon in der Schwangerschaft da echt Stress. Ich musste nämlich monatelang liegen und durfte nicht mit der Großen toben oder putzen. Und schon da hat er mich, ziemlich unerwartet, so hängen lassen das ich meine Ma holen musste. Aufregen und streiten durfte ich ja auch nicht. %:|

LHol9aXx5


Die Absprache war das er die ersten Wochen den Haushalt allein macht damit ich im Wochenbett liegen kann und nichts muss, aber alles geht und das er wenn er da ist die Große übernimmt und wickelt.

Klingt nicht nach einer detaillierten Absprache. ":/ Meinst du, es hätte vielleicht besser funktioniert, wenn ihr darüber im Vorfeld mehr gesprochen hättet und gleich eine annähernde 50:50 Teilung abgesprochen hättet? Nachher habt ihr dass dann ja irgendwann gemacht. Warum also nicht schon bevor es soweit war?

Als das zweite Kind da war hatte er zwei Wochen frei und in der Zeit Haushalt hat geklappt, aber ab dann wars das. Aber wir hatten schon in der Schwangerschaft da echt Stress. Ich musste nämlich monatelang liegen und durfte nicht mit der Großen toben oder putzen. Und schon da hat er mich, ziemlich unerwartet, so hängen lassen das ich meine Ma holen musste. Aufregen und streiten durfte ich ja auch nicht. %:|

Danke für's erzählen der genaueren Umstände. Zunächst fand ich es auch sehr verwunderlich, dass sich jemand um ein Kind, das nicht seines ist umfangreich kümmert, während es beim zweiten, dieses mal leiblichen Kind ganz anders läuft. :-o Aber wenn man darüber nachdenkt, ist auch irgendwie logisch: Beim ersten Kind konnte er nur durch die Entsprechenden Handlungen zum (sozialen) Vater werden. Beim zweiten dagegen ist er qua Biologie nunmal der Vater (auch wenn er sich wenig bis nichts kümmert bzw. gekümmert hat.) Darauf hat er sich wohl ausgeruht.

d%anaex87


Ne, ich glaube nicht das es an der Absprache lag, die hab ich sehr schnell sehr präzise gefasst und auch das mit dem sozialen Vater passt nicht, denn in der Tat fühlte er sich dem leiblichen Kind erstmal wesentlich weniger verbunden als dem Angenommenen. Bindung wächst eben auch bei Kindern mit der Beschäftigung.

Die Veränderung war einfach die das er eine bezahlte Arbeit hatte und vorher studiert hat. Ganz tief drinne war das 50ger Jahremodell seiner Eltern (die 68ger warne aber gelebt haben sie am Ende dann doch das alte Modell ;-)) verinnerlicht. Er übersah die Wäsche die ich direkt vor der Wohnungstür geparkt habe weil er es nicht als seinen Job ansah. Er schaffte ja Geld rein. Großer Häuptling Ugh macht Feuer und so. Vorher musste er zu Hause was machen, war in seiner Wahrnehmung kein richtiger Mann weil er ja kein Geld verdiente, aber als er dann ein "richtiger Mann" war setzte Weiberkram sofort aus.

Und das alles kam gar nicht bewusst raus. Er hätte vorher einen Eid geleistet das dieser Blödsinn in ihm keinen Platz hat. Erst als es hier echt ans Eingemachte ging brach es irgendwann aus ihm raus:"Ich arbeite ja schon und da bisschen Haushalt hier und die Kinder sind halt dein Job."

Nun bin ich nicht gerade Typ folgsames Weibchen. ]:D Wir haben das ausgekämpft, mit Arbeitsplan, getrennten Schlafzimmern um die Alternative zu verdeultichen und therapie. Therapie hatte er eh, wegen anderer Gründe, aber da rückte das dann auf die Tagesordnung und da kam dann auch das ganze Ausmaß der uralt Gedanken raus. Nun haben wirs, aber das war ein verdammt langer Weg auf dem er von sich ebenso überrascht war wie ich.

LsolGa$X5


Die Veränderung war einfach die das er eine bezahlte Arbeit hatte und vorher studiert hat.

Wie habt ihr denn gedacht, dass es sich auswirkt, dass er nun Vollzeit arbeitet? Irgendwie kommt mir das schon recht antizipierbar vor und es überrascht mich irgendwie, dass ihr davon so überrascht wart, dass das was geändert hat.

d7anae,8x7


Nun, uns war schon klar das es den Zeitramen deutlich verändern würde, dass es aber auch sein Gefühl für Zuständigkeit auf Null fahren würde, bis hin zum Kuscheln mit dem Baby, dass hat uns beide sehr überrascht.

L<olaXx5


Ok, danke wie gesagt für die Schilderung. :-)

d\aMnaex87


Dafür nicht.

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