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Gescheitert: Selbstständiger einer Gbr - Krankenversicherung

BjanaxnaBluxe hat die Diskussion gestartet


Guten Morgen zusammen,

ich bin völlig überfordert und brauche bitte eure Hilfe.

Mein Freund ist Künstler(Musiker) und Mitglied einer GBR als Selbstständiger.

Es mußte alles ganz schnell gehen und er hat sich bei der TK Versichert als Selbstständiger und wir haben ihn überall angemeldet. (Künstlerkasse läuft immer noch der Antrag).

Nun hat die Gruppe(GBR) ihm gestern gesagt, dass sie jemand anderen suchen und er noch ca. 2 Monate mitspielen kann aber er dann raus ist. Es hat Menschlich einfach nicht gepasst. Schade! Nun weiß ich nicht was wir dann machen müssen. Ich bin Angestellt und seit Jahren bei der TK Versichert.

Er kann den Beitragssatz der TK nicht weiter zahlen, wenn er den Job verliert. Kündigen kann man aber soweit ich weiß die Krankenversicherung frühestens nach 18 Monaten. Auch eine Heirat (meine Mutter würds freuen) würde, soweit ich das sehe nichts bringen. Wenn beide gesetzlich Versichert sind, ändert sich nichts, richtig?

Ich fühl mich völlig Hilflos und weiß nicht wie ich in Zukunft alles allein bewältigen soll. Er bewirbt sich zwar nun schon fleissig, auch für minijobs usw um erstmal über die Runden zu kommen aber ob er dann auch was findet ist wieder eine andere Sache.

Ich hoffe hier kann mir jemand helfen und mich beraten, ich muß zugeben dass ich von der ganzen Sache keine Ahnung habe und froh war mich mit sowas nie beschäftigen zu müssen.

Danke und schöne Osterwoche

Antworten
CAhoupetteY_Finxnian


Warum rufst du nicht heute bei der TK an? Die können dir am besten weiterhelfen. Die sitzen vor Ort und kennen ihre Bedingungen. Wenn du das Gefühl hast, derjenige mit dem du sprichst, ist jemand, der keine Ahnung hat, dann lass dich weiterverbinden. Hier wirst du Dutzende verschiedene Antworten von Laien bekommen, die dir unterm Strich genau null bringen.

RBHW


Hallo BananaBlue,

es gibt verschiedene Möglichkeiten:

- wenn er in den letzten 2 Jahren vor Ende der Selbständigkeit mindestens 1 Jahr Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt hat, hat er Anspruch auf Arbeitslosengeld von der Agentur für Arbeit.

- wenn er unter 23 ist, kann er ggf. kostenlos über die Eltern familienversichert werden.

- wenn er bedürftig ist, hat er ggf. Anspruch auf Arbeitslosengeld II vom Jobcenter.

- Heirat und kostenlose Familienversicherung

- Senkung des Beitrages auf ca. 170 Euro monatlich, wenn die Krankenkasse einen ausgefüllten Fragebogen zur beruflichen und finanziellen Lage erhält.

Ggf. hilfreich:

- bei der Künstlersozialkasse nachhaken und Lage erklären -> schnellere KSK-Entscheidung

- bei der Stadt nach Wohngeld erkundigen

Gruß

RHW

Spunf#lkowerx_73


1. Krankenkasse anrufen und Situation schildern.

2. Wie wird er denn seinen Lebensunterhalt finanzieren? Wie war er vorher versichert? Denn der Statuswechsel ist eigentlich schnell vollzogen. Wenn er bspw. arbeitslos wird, dann zahlt das Arbeitsamt die Krankenkassenbeiträge. Eine Freundin von mir hat mehrfach gewechselt zwischen Selbstständigkeit (freiberufliche Tätigkeit), kurzen Festverträgen und Arbeitslosigkeit. Die Krankenkasse war da nie ein Problem.

Solange man in der gesetzlichen KV ist, ist das alles relativ unproblematisch. Blöd wird es, wenn man wg. sowas wie Selbstständigkeit in die PKV wechselt.

Svun?flogwker_x73


Bzgl. Arbeitslosigkeit müssen natürlich die Voraussetzungen grundsätzlich erfüllt sein (in den letzten 2 Jahren mind. 12 Monate Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt). Die Alternative dazu (wenn nicht gezahlt): ALG II. Da bitte keine falsche Scheu. Man muss zwar vieles offenlegen und es ist nicht immer nett, aber es bringt halt Sicherheit gerade in solchen Punkten wie Krankenkasse, Rentenbeiträge,...

Und am Rande:

Wenn er jetzt Anrecht auf ALG I hat und danach eine Anstellung findet oder wieder selbstständig unterwegs ist, sollte er über eine freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung nachdenken. Das kostet für Selbstständige nicht die Welt, aber bringt eine Mindestsicherheit, wenn es mal schiefgeht.

BfaSnananBlue


Danke für eure Antworten. Er war vorher Student und daher auch erst seit 3 Monaten in der Krankenkasse überhaupt versichert.

Die Frage ist ja ob die KSK das überhaupt noch übernimmt, wenn die erfahren das er Arbeitslos wird oder dann sogar schon ist.

Angenommen wir heiraten (haben wir eh vor, wollten allerdings noch etwas warten aber wir sind beide bereit ;-)) wäre er dann über mich mit versichert? Habe gestern gelesen, wenn beide gesetzlich Versichert sind ändert sich gar nichts.

Techniker ruft er gleich an.

S3chwaSrz6x66


Normalerweise sofort zum Jobcenter und ALG2 (Hartz4) beantragen, das Jobcenter zahlt dann die Krankenkasse, allerdings nicht rückwirkend, erst ab dem Monat in dem der Antrag gestellt wird. Er kann dazu entweder aus der GbR austreten, das Gewerbe abmelden und sich komplett arbeitslos melden oder er kann ALG2 für Selbstständige in sozialen Nöten beantragen, falls er weiter selbstständig bleiben will. Beides bedeutet jedoch eine Menge Formularkram, vor allem, wenn er weiter selbstständig bleibt, dann darf er eine Einkommensvorschau für die kommenden 6 Monate (Bewilligungszeitraum ab Antragstellung) ausfüllen und sich über Einnahmen und Ausgaben für seine Selbstständigkeit nackig machen.

C9omxran


Solange man in der gesetzlichen KV ist, ist das alles relativ unproblematisch. Blöd wird es, wenn man wg. sowas wie Selbstständigkeit in die PKV wechselt.

In der gesetzlichen KV zahlt er als freiwillig Versicherter den Höchstsatz. Wäre er mit seinen jungen Jahren in die PKV gegangen, wären die Beiträge nun deutlich niedriger und kündigen könnte er mindestens genauso früh, wenn nicht früher. TK war hier als Selbständiger definitiv die falsche Entscheidung.

Auch eine Heirat (meine Mutter würds freuen) würde, soweit ich das sehe nichts bringen. Wenn beide gesetzlich Versichert sind, ändert sich nichts, richtig?

Wenn dein Freund kein Einkommen hat, kann er über die Familienversicherung kostenlos bei dir mitversichert werden.

S+chwUarz6x66


In der gesetzlichen KV zahlt er als freiwillig Versicherter den Höchstsatz.

Nein. Man kann als freiwillig gesetzlich Versicherter den Antrag auf Beitragsentlastung als Selbstständiger in sozialen Nöten einreichen, dann zahlt er ggf. nur den Mindestsatz. Man muss der Kasse jährlich einen Einkommensnachweis vorlegen (Einkommensteuerbescheid) und falls man mehr verdient, aber zu wenig gezahlt hat, zahlt man das mit zukünftig höheren Beiträgen nach. Hat man mehr als den Mindestbeitrag gezahlt, aber zu wenig verdient, werden die zukünftigen Beiträge niedriger, fallen aber niemals unter den Mindestbeitrag.

SDunfl[owder_73


Ich denke, es geht hier nicht um die Grundsatzdiskussion PKV vs. GKV. Fakt ist, er ist gesetzlich versichert und das Jobcenter wird bei Antrag auf ALG II anstandslos die Krankenversicherungsbeiträge übernehmen. Das muss man nur mit der Krankenkasse kommunizieren. Letztlich ist es ein Statuswechsel mit neuer Beitragsberechnung innerhalb derselben Krankenkasse. Da muss nichts mit irgendwelchen Fristen gekündigt werden. Man bleibt ja Mitglied in derselben Kasse.

Es wäre jetzt somit wichtig, sich arbeitssuchend und nachfolgend arbeitslos zu melden und dann den Weg zum Jobcenter zwecks Antrag auf ALG II anzutreten.

Auch eine übereilte Heirat nur wg. Krankenkasse ist nicht erforderlich. Lieber in Ruhe planen, statt übereilte Entscheidungen in Notsituationen.

S!chwarIz666


Es wäre jetzt somit wichtig, sich arbeitssuchend und nachfolgend arbeitslos zu melden und dann den Weg zum Jobcenter zwecks Antrag auf ALG II anzutreten.

Genau, mit Kenntnis kommender Arbeitslosigkeit ist man sogar verpflichtet, dies sofort dem Jobcenter zu melden, sofern man ALG2 beziehen möchte/muss.

Cnomraxn


Nein. Man kann als freiwillig gesetzlich Versicherter den Antrag auf Beitragsentlastung als Selbstständiger in sozialen Nöten einreichen, dann zahlt er ggf. nur den Mindestsatz.

Ah, das wusste ich auch noch nicht. Hab gerade bei der TK das auch mal nachgelesen. Da steht zu dem Thema Beitragsentlastung:

"Die TK legt als Einkommen allerdings mindestens 2.178,75 Euro zugrunde."

Das ist aber immer noch viel Geld. Auch wenn die Diskussion nicht über PKV/GKV geht, frage ich mich dennoch, ob die Entscheidung gut genug überlegt war.

Hilft jetzt nichts, ich würde auch raten, der TK den genauen Umstand zu schildern und möglichst schnell aus der Beitragspflicht wieder rauszukommen.

S{chwaFrz66x6


"Die TK legt als Einkommen allerdings mindestens 2.178,75 Euro zugrunde."

Als normales Einkommen. Bei der BKK-VBU sind es ~1700€ Bemessungsgrundlage in sozialen Nöten, dass steht aber nie auf den offiziellen Seiten, nur auf dem Antrag selbst. Damit ist man monatlich bei etwa 180€ Beitrag.

CtoteSa]uvage


Ich fühl mich völlig Hilflos und weiß nicht wie ich in Zukunft alles allein bewältigen soll. Er bewirbt sich zwar nun schon fleissig, auch für minijobs usw um erstmal über die Runden zu kommen aber ob er dann auch was findet ist wieder eine andere Sache.

Ich hoffe hier kann mir jemand helfen und mich beraten, ich muß zugeben dass ich von der ganzen Sache keine Ahnung habe und froh war mich mit sowas nie beschäftigen zu müssen.

Darf ich dich mal vorsichtig fragen, warum DU dich hilflos fühlst und nicht weißt wie DU "alles" allein bewältigen sollst und DU dich jetzt so intensiv mit diesen Dingen beschäftigen musst? Du wirst dich doch nicht von einem Musiker, der gerade eben noch Student war, finanziell abhängig gemacht haben?

Leuci!32


Es ist ganz einfach:

Ablösevertrag von Arbeitgeber/Partner -> Jobcenter

Oder bei der Familie versichern lassen (verdienst unter 400€/Monat)

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