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Zweitstudium- wie realistisch sind meine Chancen?

M^atze`Berlqin


Englisch-Lehrer werden neben den Noten mittlerweile auch noch Akzent aussortiert. Also ein längerer Aufenthalt im englischsprachigen Ausland ist da schon fast Pflicht.

Hast du dafür eine Quelle? Aus meiner Erfahrung heraus (habe einige Jahre in UK gelebt und mit vielen Deutschen kontakt gehabt) ist Akzent so eine Sache, die zu 90% Talent und vielleicht zu 10% trainierbar ist. Entweder man hat das Glück die Sprache als kleines Kind zu lernen, dann wird man mit dem Akzent keine Probleme haben oder wie alle anderen Ottonormal Menschen, man lernt es in der Schule und anschließend halt Uni oder Auslandserfahrung. Dann ist das aber trotzdem mehr oder weniger noch Veranlagung. Selbst ein Auslandaufenthalt bringt bei vielen Menschen, die ich kennen gelernt habe nur begrenzt Verbesserung.

Ich habe mal gelesen, dass es spezielle Schulen oder Privatcoaches gibt, die einen helfen können Akzente zu minimieren (wohl gesagt nur minimieren; loswerden ist fast unmöglich) das ist aber sehr sehr langwierig und entsprechend teuer.

Es gibt unzählige prominente Beispiele, deren Englisch auch nach zig Jahren des Lebens in USA noch deutlichen Akzent haben.

M|ireHya


ansonsten, Geschichte + Deutsch/ Englisch/ Sprache oder Sport ist die einfachste Kombi und damit völlig überlaufen. Referendariat gibt es meistens nur mit Topnoten im 1.Staatsexamen oder mit viel Glück. Nach dem 2.Staatsexamen ist eine Stelle alles andere als sicher, und eine Verbeamtung uwahrscheinlich.

ganz anders sieht es im Mint-Bereich aus. Da ist das Studium aber so schwer, das die wenigsten es schaffen. Mathe/ Physik/ Informatik auf Gymnasiallehramt ist schon ziemlich heftig.

Das kann ich leider nur so bestätigen.

Ich wollte eigentlich schon immer Lehrer werden

Ohje. ":/

Ein guter Freund von mir hat in Süddeutschland Deutsch + Geschichte (Gymnasialstufe) auf Lehramt, sogar samt Referendariat und ist daran elendig zugrunde gegangen. Dabei ist er vom "Lehren" an sich ein super Typ, die Art von Mensch die ich wirklich gerne als Lehrer gehabt hätte. Die Arbeit mit den Kindern hat ihn sehr erfüllt, sehr Spaß gemacht, die fanden ihn klasse.

Bedenke bitte, dass du als Lehrer nicht nur vor einer Klasse stehst, sondern auch viiiiiel Zeit damit verbringen wirst, Tests und Klausuren zu korrigieren, Schulstundenplanungen zu schreiben, Leistungsüberprüfungen, usw usf ....

Im Referendariat hatte besagter Freund dann - warum auch immer - ziemlich angeeckt bei der Leitung, die konnten ihn einfach nicht leiden, wollten ihn rausekeln, letzten Endes hat er das Referendariat mit 3 und 4 (oder sowas in die Richtung?) beendet.

Chance als Lehrer verbeamtet zu werden gleich Null.

Jetzt hat er sich erstmal in eine Promotion vertieft - wozu? Um sich vom Referendariat zu erholen und besser als arbeitslos zu sein....

(Allein sich durch eine Promotion von etwas zu erholen ist schon ironisch, aber ihm gehts immer besser und die Dissertation läuft sehr gut, er ist von seinem Betreuer sehr geachtet und kriegt nur Lob zu hören)

Auch im weiteren Freundes- und Bekanntenkreis habe ich einige Lehramtsstudenten gehabt, mehrere die regelrecht der Reihe nach zusammengebrochen sind, Panikattacken, Schlafstörungen, Depressionen. Nur ein paar wenige, die "nur" sehr gestresst und lediglich ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs waren. Wiederum nicht wenige die während der Referendariatszeit privat (damit es der Verbeamtung nicht in die Quere kommt) in psychologischer Behandlung waren, nur um es durchstehen zu können.

Diesen Artikel hat mir damals eine davon geschickt:

[[http://www.sueddeutsche.de/karriere/lehrer-im-referendariat-die-schlimmste-zeit-meines-lebens-1.592394]]

Ich fand es sehr treffend und übereinstimmend mit den Berichten die ich persönlich kannte.

Würde es für dich nicht eventuell mehr Sinn machen tatsächlich noch einen Master drauf zu legen und dann in die Erwachsenenbildung o.ä. zu gehen?

cir`iechNarlxie


@ matze

man geht auch tatsächlich davon aus, dass sich ein Akzent jenseits der 20 so gut wie nicht mehr mit ungesteuertem Lernen überwinden läßt. Spracherwerb vollzieht sich u.a. nach Apeltauer in verschiedenen Stufen,

die besten Chancen hinsichtlich aktzentfreiem Sprechen haben bilinguale Primärsprachler, d.h.,beide Sprachen möglichst früh....

aber das ist ja schon durch...

Und bezüglich Einstellung:

ich kenne halt die Bewerbergespräche für Englischlehrer an Schulen und ja, ein Kriterium ist seit neuestem, wie stark der (deutsche) Akzent ist.

EVhem+aligWer Nutz|er (t#458871)


man geht auch tatsächlich davon aus, dass sich ein Akzent jenseits der 20 so gut wie nicht mehr mit ungesteuertem Lernen überwinden läßt. Spracherwerb vollzieht sich u.a. nach Apeltauer in verschiedenen Stufen,

Echt? Ich meine, ich glaube gern, dass es dazu Studien gibt. Aber mit 20 sind die meisten ja gerade mal aus der Schule raus. Ich habe damals gut Englisch gesprochen, 15 Punkte im Abi, aber hatte null Routine, habe sicherlich tausend Fehler gemacht, und mein Akzent war auch nicht der beste.

Erst in den Jahren danach, als ich immer wieder mit englischsprachlichen Geschäftspartnern gearbeitet habe, und noch mit Ende 20, als ich meine Diss auf Englisch geschrieben und dementsprechend auch auf internationalen Konferenzen auf Englisch präsentiert habe, hat sich mein Akzent deutlich verbessert. Heute würde keiner auf die Idee kommen, dass ich Deutsche bin, sondern mich irgendwo in den USA verorten (in ein oder zwei Fällen auch in meinem Wohn-Land - sehr witzig). Kenne viele ähnliche Geschichten.

Meine jetzige Primärsprache habe ich erst mit 28 überhaupt angefangen zu lernen. Vielleicht jeder dritte (!) Gesprächspartner merkt im Gespräch, dass ich nicht von hier bin. Und von denen steckt mich noch mal die Hälfte gedanklich nach Dänemark.. also, ne, kann ich echt nicht bestätigen!

Was ich bestätigen kann, ist, dass man sich mit dem Sprachen lernen jenseits der 20 deutlich schwerer tut..

Apntigxone


@ Sasa20

KfW...wie alt bist du?

Die zahlen unterschiedlich lange, je nach Alter. Max 650 € im Monat.

ccriechoarlixe


Meine jetzige Primärsprache habe ich erst mit 28 überhaupt angefangen zu lernen. Vielleicht jeder dritte (!) Gesprächspartner merkt im Gespräch, dass ich nicht von hier bin. Und von denen steckt mich noch mal die Hälfte gedanklich nach Dänemark.. also, ne, kann ich echt nicht bestätigen!

Man unterscheidet Erst- und Zweitspracherwerb.

Tatsächlich sagt man, dass man die Zweitsprache, je älter man wird, immer mehr wie eine Fremsprache erlernt und nicht wie die Erstsprache, die durch einen hohen Anteil an ungesteuertem Lernen erworben wird.

Später Spracherwerb hat aber auch Vorteile, weil die Motivation meist größer ist, intrinsisch und extrinsich - und man über bessere Lernstrategien verfügt, vor allem, wenn man schon mal eine Zweitsprache erlernt hat.

EPhe)maliger Nuutzer (#4K58871x)


Auch im weiteren Freundes- und Bekanntenkreis habe ich einige Lehramtsstudenten gehabt, mehrere die regelrecht der Reihe nach zusammengebrochen sind, Panikattacken, Schlafstörungen, Depressionen. Nur ein paar wenige, die "nur" sehr gestresst und lediglich ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs waren. Wiederum nicht wenige die während der Referendariatszeit privat (damit es der Verbeamtung nicht in die Quere kommt) in psychologischer Behandlung waren, nur um es durchstehen zu können.

Psychologische Behandlung nutzt vielen in extremen Stresssituation, ob Refendariat, Dissertation, Grossprojekte im Job.

Man könnte sich auch fragen, warum jemand, der schon das Refendariat als "traumatisches Erlebnis" beschreibt, unbedingt Lehrer werden muss... Ist doch nichts Neues, dass man als Lehrer belastbar sein muss? Wenn man schon die - ob berechtigte oder unberechtigte - Kritik von Kollegen und Vorgesetzten nicht wegstecken kann, wie soll man dann später eine Problemklasse unterrichten?

Oder anders ausgedrückt: Ich, die kein Blut sehen kann, studiere doch auch nicht Medizin?

Ich kenne ein paar Lehrer, die's ohne Panikattacken, Schlafstörungen, Depressionen und Nervenzusammenbrüche geschafft haben :-) Die gibt's auch!

EVhemaliOger N8utz5er a(#%45887x1)


Man unterscheidet Erst- und Zweitspracherwerb.

Tatsächlich sagt man, dass man die Zweitsprache, je älter man wird, immer mehr wie eine Fremsprache erlernt und nicht wie die Erstsprache, die durch einen hohen Anteil an ungesteuertem Lernen erworben wird.

Englisch war meine zweite Sprache (mit 10, nach Deutsch als Muttersprache), Norwegisch meine vierte gesprochene (mit 28), definitiv wie eine Fremdsprache erlernt. Trotzdem spreche ich beides so gut wie akzentfrei. Zumindest stecken mich die allerwenigsten nach Deutschland.

Habe mal zufällig einen Franzosen kennengelernt, der im Erwachsenenalter nach Deutschland ausgewandert war. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass er Franzose ist, er sprach absolut akzentfrei. Und ich kann Französisch, ich hör' die sonst oft auf 500 Meter raus, gerade wenn sie Englisch oder Deutsch sprechen ;-)

Sfunf\lowerx_73


Ich kenne ein paar Lehrer, die's ohne Panikattacken, Schlafstörungen, Depressionen und Nervenzusammenbrüche geschafft haben :-) Die gibt's auch!

Ich verstehe diese totale Panikmache und das Schlechtmachen auch nicht. Klar, Ref ist nicht ohne. Aber wennich mir anschaue, wer es so schafft... Und es gibt genug andere Jobs, in denen man als Berufseinsteiger auch ständig voll gefordert und im Dauerprüfungsmodus ist; ständig unter Beobachtung und vom Urteil anderer abhängig auf mehr als die alltägliche Art, die man sonst im Job hat.

S2a3k5urda009


Ich habe auch Lehramt studiert: Deutsch und Französisch. Zudem studiere ich noch ein Drittfach, wofür ich momentan aber leider kaum noch Zeit habe.

Ich bin jetzt nämlich im Referendariat und habe sehr viel Spaß. Es ist ein toller Beruf, der Selbständigkeit und Verantwortung gleichzeitig erfordert. Jeder Tag ist anders und erfüllt einen immer wieder aufs Neue. Klar, es ist stressig, aber die positiven Dinge lassen einen alles vergessen. Wenn es deine Berufung ist, dann mach es doch einfach. Wenn du Fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden.

Ich kann auf jeden Fall sagen: Für mich ist es der schönste Job der Welt und die Mühe lohnt sich.

Mci@r)eya


Ich kenne ein paar Lehrer, die's ohne Panikattacken, Schlafstörungen, Depressionen und Nervenzusammenbrüche geschafft haben :-) Die gibt's auch!

:-D Natürlich, es stehen ja Lehrer in den Schulen, also... ;-D

Ich vermute eher, dass das viel auch mit der Schule zusammenhängt, bei der man Referendariat macht, mit dem eigenen Selbstwert, Kritikfähigkeit und inwieweit man sich organisieren kann.

Ich verstehe diese totale Panikmache und das Schlechtmachen auch nicht. Klar, Ref ist nicht ohne. Aber wennich mir anschaue, wer es so schafft...

Es sollte keine Panikmache sein. Die meisten stellen sich beim Lehrerberuf halt hauptsächlich den Unterricht in der Klasse vor. Manche schielen auch zur angeblich vielen freien Zeit im Jahr und viel Urlaub (solls auch geben). Oder finden die Verbeamtung erstrebenswert, Sicherheit. Ist ja auch ok alles. Nur gehört der Stress und die viele Arbeit hinter dem fröhlich vor der Klasse stehen (und im Referendariat auch teils streng bewertet werden) mit zum Beruf und das vernachlässigen meiner Ansicht nach einige. Von denen die ich kenne, haben es auch einige durchgezogen und arbeiten jetzt auch als Lehrer. Andere nicht. :=o

Es ist schade, dass die Referendariatszeit so spät in der Lehrerausbildung kommt. Ähnliche Arbeit sollte es schon viel früher im Studium geben.

P;romz3th#eus


Quereinsteiger sind recht gerne gesehen, also sehe ich da kein Problem, deine Chancen stehen gut :)

S]asPa2x0


@ jaydee:

Ich möchte einfach nicht irgendwann alt sein und dann sagen: Ach hätte ich mal dieses und jenes gemacht und mich darüber ärgern was aus mir geworden ist.

Im Gegensatz zu dir unterstützt mein Arbeitgeber die Sache aber nicht. Der dürfte das wenn auch nicht erfahren, sonst ist mein Job Geschichte. Scheinheilige Gründe würde er sicher finden. Ich wurde schon anfangs nach dem Thema Familienplanung befragt, damit ich bloß keine Kinder bekomme und noch lange dort arbeite.

Je nachdem wo ich dann meine Zulassung zum Studium bekomme müsste ich dann ja sicher eh umziehen und mir einen neuen Job suchen.

cvriech|arlxie


Mit einer Lehrberechtigung kann man ja auch woanders aktiv werden, nicht nur im klassischen Schuldienst.

Ich würde es auch machen. Kenne viele Leute, die im Nachhinein sagen:

hätte ich nur.

Ich hatte das Ruder auch gerade noch rechtzeitig rumgerissen und es hat dann so gepasst. Ich hätte das nie verwunden, wenn ich es nicht durchgezogen hätte und es gab nahezu keinen, der das gut gefunden hatte.... komischerweise ist jetzt dann doch alles okay ;-)

Siasa2x0


Ich zweifle immer wieder. Einerseits wollte ich das immer schon werden und auf der anderen Seite kenne ich unzählige Lehrer, die arbeitslos sind, weil die Fächerkombination nicht gesucht ist.

Da ich in Mathe und Physik nicht sonderlich viel Ahnung habe, würde ich ja auch eher auf den Mainstream umsteigen. Also das, was alle machen.

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