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Schlechtes PRaktikumszeugnis nach 6 Monaten mit (fast) nur Lob!

S\olixna2 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich habe vor einigen Monaten ein 6monatiges Praktikum in einem namhaften, großen Unternehmen gemacht um Berufserfahrungen zu sammeln. Ich war total glücklich über dieses Praktikum, weil das Unternehmen halt sehr bekannt ist und habe mir mit so einem Praktikum auch gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt ausgerechnet.

Vor 2 Wochen wurde mir - nach mehrmaligem Nachfragen von meiner Seite - endlich das Praktikumszeugnis zugeschickt. Der Text umfasst genau 3 Sätze (5 Zeilen!) und es steht so ziemlich nur drin, dass ich "meine Arbeit erledigt habe" aber "sehr viel selbstbewusster auftreten soll"! Was ist denn das bitte für ein Praktikumszeugnis ??? Sowas kann man doch nirgends mit seinen Bewerbungsunterlagen mitschicken! Ich habe zwar aktuell einen festen Job, aber das ist für mich eher etwas "vorübergehendes" und ich wollte mich schon weiter nach einer besseren Stelle umsehen (vorallem weil ich aktuell eher schlecht als recht bezahlt werde und gerade so über die Runden komme!).

Ich habe das Praktikum 6 Monate durchgezogen, habe alle - wirklich alle - Aufgaben erledigt, habe immer gefragt ob Arbeit für mich da ist wenn ich nichts mehr hatte, habe nachgefragt und Interesse an der Arbeit gezeigt, bin auch ohne zu murren mal länger geblieben wenn was anstand und habe mich wirklich nie vor der Arbeit gedrückt. Ich war keinen einzigen Tag krank und habe auch nie Kritik an meiner Arbeit gehört - weder vom Praktikumsleiter noch von den Kollegen für die ich was erledigt habe! Es gab nur eine Kollegin die mich wie die letzte Idiotin behandelt hat und der ich nichts recht machen konnte.

Beispiele:

a) Sie meinte ich sollte die Briefe in weiße DinA4-Umschläge packen (das HAT sie gesagt!). Als ich fertig war meinte ich sie, sie wollte die Briefe in braunen DinA4-Umschlägen und ich solle doch gefälligst zuhören wenn sie mir was sagt...

b) Sie war zuständig für Kredite und lt. meinem PRaktikumsleiter sollte sie mir für 4 Wochen was zu dem Thema beibringen und ich sollte zu Kundengesprächen mit ihr mitgehen. Ich gehe also zu der Kollegin hin und frage ich ob sie mich bitte mitnehmen könnte und wann das nächste Gespräch ansteht. Sie meinte, dass sie am Nachmittag um 4 ein Gespräch hat und mich um halb 4 abholt. Ich wartete und wartete und sie kam nicht. Als ich sie dann um kurz nach 5 sah fragte ich sie und sie meinte, ich wäre nicht im Büro gewesen und da wäre sie eben ohne mich gegangen - ich wäre doch selber schuld und könne nicht erwarten dass die Leute auf mich warten. Dabei war ich definitiv im Büro! Diese "Sache" ist übrigens 2 mal passiert! Beim 3. Mal bin ich zur angegebenen Uhrzeit (wo sie mich angeblich abholen wollte) zu ihr ins Büro gegangen - da hat sie dann blöd geschaut und gemeint dass ich nich mit zum Gespräch soll weil sie andere Aufgaben für mich hat die "dringender" sind. Ich sollte da unbedingt die 50 Kundenakten auf ihrem Schreibtisch alphabetisch sortieren - natürlich habe ich das dann auch nicht richtig gemacht und sie meinte dann danach vor anderen Kollegen zu mir dass ich mir doch nochmal das ABC zu Gemüte führen sollte und sie die Arbeit lieber gleich selbst hätte machen sollen... Ich muss wohl nicht erwähnen dass sie mich die ganzen 4 Wochen über nicht mit zu einem Kundengespräch genommen hat und imemr Gründe hatte, weswegen sie mich nicht mitnehmen kann bzw. meinte ich wäre nicht wie vereinbart am "Treffpunkt" gewesen...

Komisch halt, dass es nur mit dieser einen Kollegin immer so Schwierigkeiten gab. Die anderen lobten mich sogar oft und sagten dass sie sehr zufrieden sind.

Und nun dieses Zeugnis. Ich habe auch mit meinem damaligen Prakitkumsleiter gesprochen, aber der will mir kein neues Zeugnis ausstellen und betonte am Telefon nur immer wieder dass sie im Unternehmen doch sehr zufrieden mit mir waren und ich doch gar kein soooo schlechtes Zeugnis bekommen habe! Hä ???

Was soll ich eurer Meinung nach machen? So ein Zeugnis kann ich doch unmöglich bei Bewerbungen mit einreichen! Da denkt doch jeder, dass ich eine totale Memme bin und null Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit besitze! Ein Zeugnis bestehend aus 3 Sätzen wo im Wesentlichen drinsteht, dass ich "sehr viel selbstbewusster auftreten soll"... und das soll positiv sein ???

Antworten
Ajlicex__


Also, in Österreich darf ein Dienstzeignis nichts enthalten, was dein berufliches Fortkommen erschweren könnte, ein derartiger Inhalt wäre absolut unzulässig. Ich nehme an, dass es in Deutschland eine ähnliche Regeöung gibt.

Vielleicht kannst du dich an die Gewerkschaft oder an einen Rechtsanwalt wenden?

nUulli&p0riese.mut


Enthält das Zeugnis denn Angaben zu den Tätigkeiten, die du übernommen hast? Ansonsten könntest du argumentieren, dass es sich bei diesem Zeugnis nur um ein laut Gesetz "einfaches" Zeugnis handelt, dieses darf aber m.W. keine Wertungen enthalten. Der Satz mit dem Selbstbewusstsein gehört dann dort so nicht hin. Du möchtest aber ein "qualifiziertes" Zeugnis, damit auch zukünftige Arbeitgeber wissen, in welchen Arbeitsbereichen du bereits Erfahrungen sammeln konntest.

SUoli-na2


Ja, ich meinte ja auch, dass zumindest die Tätigkeiten aufgeführt werden sollten die ich gemacht habe. Also meine Tätigkeiten beim Schalterdienst, Mitwirkung bei Vertragsverhandlungen, Kontoeröffnungen, Kundenservice usw. Aber der Praktikumseiter meinte dass sowas für ein Praktikum "unüblich" sei und man im allgemeinen auch gar nicht mehr genau weiß was der Praktikant alles gemacht hat.

Aha...dass ich aber "viel selbstbewusster auftreten soll" - das haben sie sich anscheinend gemerkt! Langsam frage ich mich echt ob die Leute dort wirklich mit meiner Arbeit zufrieden waren oder nur so getan haben... Ich überlege auch ernsthaft mich an die Zentrale zu wenden und mich da zu beschweren. Aber am Ende geht der Schuss nach hinten los und ich kriege ein richtig mieses Arbeitszeugnis...

hxeUute_xhier


Ich sehe es wie nulli: ein ordentliches Praktikumszeugnis (du hast dort ein halbes Jahr und nicht nur eine Woche gearbeitet) steht dir zu.

Was du hier schreibst (du brauchst es für deine Bewerbungen) solltest du als Argumentation benutzen. So wie du den Dreizeiler beschreibst, hat diese Person keinerlei Ahnung davon, wie ein Zeugnis auszusehen hat :-/

Steht auf dem Brief ein Ansprechpartner? Wenn nicht, wende dich an die Personalabteilung. Ich würde es zunächst auf dem mündlichen Weg klären. Vielleicht bietest du auch deine Zuarbeit an, indem du deine Aufgabenbereiche zusammenstellst und per mail zusendest.

Nicht so schnell aufgeben, denn

"sehr viel selbstbewusster auftreten soll"

;-D

Kannst du bei der Gelegenheit umsetzen!

heeu)te_hiPer


Langsam frage ich mich echt ob die Leute dort wirklich mit meiner Arbeit zufrieden waren oder nur so getan haben

Darum geht es nicht. Ein qualifiziertes Zeugnis steht dir zu!

Natürlich ist es Aufwand für das Unternehmen, deshalb sind sie gesetzlich dazu verpflichtet. Wie gesagt: biete deine Unterstützung an, was Aufgabenbereiche und Tätigkeiten anbelangt.

Viel Erfolg @:)

S|tuhXl~bxein


- [[http://www.praktika.de/cms/praktikumszeugnis_zeugnisformulierungen.211.0.html Qualifiziertes Praktikumszeugnis]] verlangen

- Frist setzen

- ankündigen, dass du nach Ablauf der Frist das Arbeitsgericht einschalten wirst.

LcilaLoinxa


Ich habe auch mit meinem damaligen Prakitkumsleiter gesprochen

Sprich den Vorgesetzten oder die Personalabteilung an.

War das Praktikum bezahlt?

nTullHi&priGesemuxt


Aber der Praktikumseiter meinte dass sowas für ein Praktikum "unüblich" sei und man im allgemeinen auch gar nicht mehr genau weiß was der Praktikant alles gemacht hat.

Das stimmt doch gar nicht. Auch für ein Praktikum sollte - gerade eine große Firma! - einen Plan haben, was der Praktikant in einem bestimmten Zeitraum lernen soll. Immerhin hattest du ja Einblick in verschiedene Aufgabenbereiche, das ging ja sicher nicht so ab. Selbst Schülerpraktikanten müssen Praktikumsberichte schreiben, wenn man da nicht weiß, was derjenige gemacht hat, wäre das ein Armutszeugnis für die Firma, nicht den Praktikanten... Und wie gesagt, du solltest ein qualifiziertes Zeugnis verlangen. Andernfalls stehst du ja da wie so ein ungelernter Arbeiter, der ein paar Wochen Knöpfe gedrückt hat...

hXeuate_hxier


@ Stuhlbein

Diese harte Variante würde ich erst einsetzen, wenn sich die Personalabteilung nach einigen Gesprächs/Kommunikationsversuchen gar nicht bewegt.

LGucix32


Ein negatives Zeugnis darf man gar nicht ausstellen. Schon da kannst ansetzen.

Ich würde bei eine Stelle gemobbt - da ist der Zeignis schlecht (bin Ausländerin, sollte lernen anders zu sprechen!) zum Glück sind alle andere Zeugnisse sehr gut. Lasse den daher verschwinden.

Und ja du hast ein Recht auf ein qualifiziertes Zeugnis. Meistens haben die Firmen ein Vordruck. Oder du schreibst dein eigenes und lasse es von eine freundliche Ex-Kollegen unterschreiben.

SEtuhl/bein


Diese harte Variante würde ich erst einsetzen, wenn sich die Personalabteilung nach einigen Gesprächs/Kommunikationsversuchen gar nicht bewegt.

Vor einigen Monaten endete das Praktikum und nach mehrmaligem Nachfragen hat sie dann ein "Zeugnis" bekommen, das einfach eine Unverschämtheit ist. Man kann natürlich auch erst mal noch eine Stufe höher gehen in der Hierarchie, aber ich hätte an der Stelle keine Lust mehr, zu betteln und zu diskutieren.

Klare Ansage machen, selbstbewussteres Auftreten war ja schließlich ausdrücklich gewünscht. 8-)

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