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Besuch der einfach nicht geht

T8haliFna


Oh weia wenn ich hier lese "Man sollte Signale bemerken".... kriege ich die Krise.

Ich komme aus einem Elternhaus in dem auch wahnsinnig viel "signalisiert", das heißt angedeutet und umschrieben wurde....

Einige der Hauptprobleme daran waren dann:

1. Gespräche hinter dem Rücken a la'"aber das hätte.der doch merken müssen!" oder

2. Spekulationen "hat der das jetzt so und gemeint, oder wollte der damit signalisieren dass das und das ist oder vielleicht hat er es auch so gemeint dass das und das....

Furchtbar. Dieses Herumgeratere, dass dazu führt, das viel mehr in Dinge rein interpretiert wird als Sache ist...

Ich finde es absolut scheußlich seiner Umwelt abzuverlangen "Signale" richtig zu interpretieren statt einfach mal zu sagen "sorry, ich bin müde"

Zumal ein Gähnen bei mir abends normal ist, aber nicht bedeutet das ich jetzt will dass alle gehen oder so. Das bedeutet gar nichts außer das ich normalerweise schon im Bett liege um die Zeit.

Ich fände es furchtbar wenn das Gäste als "Signal" verstehen würden das sie zu gehen haben..

Also: Nein, das muss "Man" nicht erkennen, wann "Man" besser gehen sollte.

Solange keiner die Klappe aufmacht und sagt, dass er jetzt schlafen gehen möchte muss kein Gast irgendwas interpretieren, erkennen, entscheiden.

Wer den Mund nicht aufmacht ist wirklich selbst schuld. Und zwar als Gast und als Gastgeber.

T1hallina


Nachtrag: Ich habe Verwandte bei denen muss ich bei vielen Gesprächen immer wieder hinterhergeschoben "und das meine ich wirklich nur so wie ich es gesagt habe. Nichts weiter, damit will ich nicht sagen xyc sondern wirklich nur das was ich gesagt habe"

Das ist wirklich unangenehm, weil ständig die Frage in der Luft hängt ,"Was könnte der da jetzt reininterpretieren?"

Und: bloß nichtaufgeregt sein, gerade Bauch weh haben, nicht super freundlich lächelnd und sanft'und sehr, sehr leise sprechen: Das verändert sofort die Bedeutung ins Gegenteil, weckt den Verdacht dass da irgendwo eine Spitze versteckt ist, dass man "signalisieren" will dass man mit dem Gegenüber unzufrieden ist. Alles außer überfreundlichen Gesäusel ist verdächtig und wird als potentieller Angriff mit gegenteiliger Bedeutung und verdeckten Spitzen verstanden und daher oft ins völlige Gegenteil verkehrt.

Und damit meine ich kein Anbrüllen, sondern ruhige Gespräche...

Tehaliyna


Ach ja: das diejenigen auch niemals jemandem sagen würden, dass sie müde sind und leider schlafen müssen ... Das ist ja wohl klar, oder? Und nachher wird dann darüber gegenüber Dritten gemeckert, dass da einer einfach nicht gegangen ist :=o

D#ieDosNisma&chtda3sGxift


Wer den Mund nicht aufmacht ist wirklich selbst schuld. Und zwar als Gast und als Gastgeber.

Sehe ich ähnlich. Diesen Gästen, von denen es im Vorfeld die Erfahrung gibt, dass sie den Absprung nicht gut schaffen, weil sie mit weniger Schlaf auskommen oder im Alltag anders belastet sind (was nicht deren "Schuld" ist) wäre der Kompromiss sich entweder bevorzugt am Wochenende, verlängerten Feiertags-WE oder dann im Urlaub zu treffen, wenn sie gern gesehen sind und man sie trotz der Divergenzen in Sachen Schlaf- und Besuchsgewohnheiten sehr mag/schätzt als Menschentyp.

Sich gegenseitig nur aus falsch verstandener Toleranz auszuhalten ist denkbar falsch und fördert das Entstehen von innerer Aggression und zunehmener Abneigungsgedanken (oh nein nicht die schon wieder ..... %-| :-( ) Ließe sich vermeiden, mit einem humorig formulierten Spruch "heute schlägt der Schlafsand früher zu, habe das Sandmännchen um .....Uhr bestellt"

Dafür bedarf es keiner Drohung oder unhöflich respektlosem Verhalten. Kommt aber auf das Gegenüber an, wie sehr man sich zwischenmenschlich mag oder nicht. Bei Leuten, deren Gesellschaft ohnehin weniger geschätzt wird, fällt es (vermutlich) leichter deutlichere Worte zu finden. Ohne klare Abgrenzung das Gastrecht nicht zu überdehnen wird im zweiten Fall jedoch kaum eine zufriedene Lösung gefunden.

T9hal-inxa


Dieses gegenseitige darauf Warten das der andere das Richtige "erkennt" führt dann dazu, das Treffen nur unter sehr festen immer und generell geltenden ungeschriebenen Gesetze möglich sind. Die natürlich so selbstverständlich sind das es ein absoluter Faux Pas ist wenn "Man" sich anders verhält.

Dann sind vielleicht alle genervt, aber "Man" macht das ja so.

(Ich feiere meinen Geburtstag meist so, das ich sage "wer kommt, der kommt und st herzlich eingeladen und dann gibt es eine schöne Party". Eine von der Fraktion "Signalisieren" meinte jetzt zu mir, sie wisse dann immer nicht, ob sie auch wirklich kommen dürfe und sie käme dann lieber nicht, weil es ja sein könnte das ich damit meine das er lieber nicht kommt. Nein: wenn ich sage wer kommt der kommt meine ich das auch so, und wenn ich ihn nicht als Gast haben wollte würde ich das schon direkt sagen und nur wenige gezielt einladen - eben dann kein an die ganze Familie gerichtetes Wer kommen will kann gerne kommen. Es ist so gemeint wie gesagt, nicht anders)

Sq. w"allxisii


Höflichkeit scheint da hauptsächlich der Grund zu sein, der Scheingrund, in Wirklichkeit stehen natürlich andere Sachen dahinter.

Die wären...?

Mangelndes Durchsetzungsvermögung und/oder Durchsetzungswillen, das ganze Grenzsetzungstrallala halt. Ich find die Eingangsgeschichte zeigt das beispielsweise deutlich, Eltern genervt, sagen aber nichts, aus Höflichkeit? :-D Ne, das wird höchstens vorgeschoben, eben vor die regelrechte Unfähigkeit was zu sagen. Das Problem geht natürlich auch noch eine Generation weiter, Tochter genervt aber kann ebenfalls nicht für ihre Grenzverteidigung sorgen.

Es ist höchst einfach seine Selbstverantwortlichkeit auf den penetranten Gast abzuwälzen. Würde ich z.B. andersrum glauben es läge in der Verantwortung eines Gastgebers mich rauszuschmeißen wenn ich genug hätte würde vermutlich jeder die Idiotie dieses Gedanken erkennen, aber andersrum nicht? Find/Fände ich seltsam.

Der Faden zeigt auch dass es irgendeine vorgebliche allgemeingültige Höflichkeitsregel für das Thema gar nicht gibt, offensichtlich sehen das schon die wenigen User hier unterschiedlich.

SP. wal#lisii


Das Signale geben find ich ja ganz toll, hintenrum und feige

Wieso sollte man damit nicht starten? Wenn es der Besuch dann schon schnallt und sich verpieselt, hat man sein Ziel erreicht, ohne mit einer direkten Ansage eventuell jemanden vor den Kopf zu stoßen, der damit nicht umgehen kann und sich böse vor die Tür gesetzt fühlt (...und das Drama beginnt...).

Na weil hintenrum und feige ;-D (ich hab ja schon eingeräumt nicht mal das zu schaffen, ich bin also noch feiger ;-)). Genauer: Es ist wohl etwas besser (von der Hintenrumigkeit mal abgesehn) als nichts zu sagen aber es geht eben in die gleiche Richtung dass man sich selbst hinter den vorgeblichen* Befindlichenkeiten des Gegenübers zurückstellt: "nicht vor den Kopf stoßen wollen" usw.

* = Ich denke die sind manchmal wirklich "vorgeblich" und ihre jeweilige Herbeifantasierung dient dann lediglich dazu einen vorgeschobenen Grund (Höflichkeit o.ä) zu haben hinter dem man sich verstecken kann um nicht direkt ("Geh jetzt!"^^) oder eben nur indirekt (*gähn*) für sich eintreten muss.

Und ja, zugegeben, zumindest wenn man nach dem Forumsauftreten einiger User geht fühlt sich die Theorie nicht so wirklich passend an und das mag hier und da dann auch der Realität entsprechen, aber ich denke in der Mehrzahl der Fälle ist es schon so wie ich mir das ausmal.

m+nexf


Wieso sollte es dann hinterhältig und feige sein, sich langsam vorzutasten, statt direkt rauszupoltern, dass man keine Lust mehr hat? Was vergibt man sich damit, wenn man erstmal Signale setzt? Gar nix. Denn das schließt nicht aus, dass man, sollten die Signale nicht ziehen, ne Minute später Tacheles redet (und damit dann 'beweist", dass man sehrwohl Durchsetzungsvermögung und/oder Durchsetzungswillen hat und das ganze Grenzsetzungstrallala drauf hat).

Wieso unterstellst du, dass das nur vorgeschobene Höflichkeit wäre und nicht aufrichtige Höflichkeit und Rücksicht auf eventuelle Befindlichkeiten des Gegenübers? Irgendwie vermessen.

Ich find die Eingangsgeschichte zeigt das beispielsweise deutlich, Eltern genervt, sagen aber nichts, aus Höflichkeit?

Mutter genervt. Vater vielleicht nicht.

gwau{loimse


Ich verstehe überhaupt nicht, warum sich gute Freunde oder Bekannte vor den Kopf gestoßen fühlen sollten, wenn ich als Gastgeber sage, so, du, war toll mit dir, aber jetzt muss ich ins Bett. Tschüß, komm gut nach Hause. Warum soll ich denn da mit vorsichtigen Andeutungen arbeiten? Verstehe ich echt nicht.

Nein, ich habe immer alle rausgeschmissen, wenn es reichte. Und die reden alle noch mit mir.

T~h9alixna


@ gauloise

Weil es Menschen gibt die derartig an dieses Signalisieren gewöhnt sind - und an das damit verbundene Hineininterpretieren - das auch ein noch so freundliches "Sorry, ich muss schlafen, es tut mir sehr leid!" - dann als unerträglich und unnötig plump und unhöflich interpretiert wird.

Und: Weil ja auch da dran. wieder hineininterpretiert wird, dass da bestimmt mehr dahintersteckt als "müde, muss morgen früh raus" - nein, da ist dann garantiert doch gemeint t das man besser gar nicht dagewesen wäre.

Wie gesagt: Ich bin für Direktheit, aber kenne schon Leute die zusammenzucken bei so einer klaren Aussage. Weil "Man" das doch auch "angemessen andeuten könnte"

Für manchen ist Direktheit gleich mangelnde Diplomatie, mangelndes Benehmen, mangelndes Niveau - und zwar auch dann wenn es eben nur ein freundliches "Bitte, ich muss leider früh raus, tut mir echt leid, würde gerne noch länger mit Euch hier sitzen aber ich muss jetzt langsam schlafen - Kommt bittet bald wieder!" ist.

Da wird dann eher mit Blicken, Seufzen, Räuspern, Stirnrunzeln, Nuancen im Tonfall gearbeitet und das Gegenüber auch daraufhin analysiert.

Ein Eiertanz, schrecklich. Für mich einfach furchtbar und ich boykottiere das.

glauloixse


Mit solchen Menschen umgebe ich ich nicht. Dafür ist das Leben zu kurz.

Tjhal_ina


Och, es kann auch amüsant sein wenn man den anderen beim erschrocken Luftschnappen zugucken kann. Sagen würden sie ja nie was.

Und die "Signale" kann ich wunderbar ignorieren. Fällt mir nicht mal schwer, ich lasse mich nur noch auf direkte Kommunikation ein. Was mir nicht gesagt wird, bekomme ich nicht mit ;-)

Jahrelanges Training ;-)

TChalvina


Schlimm war es nur solange ich noch nicht gelernt hatte darauf wirklich nicht zu reagieren, selbst nicht ständig nachzudenken was jetzt wer verstanden haben könnte, gemeint haben könnte...

Ein Grund warum ich das meinem Kind auch anders mitgebe und selbst wahlweise als "frech" oder (durchaus bewundernd von Einigen) als selbstbewusster als Andere,(weil ich ausspreche was angedeutet werden sollte) gelte.

Kann ich echt gut mit Leben. Aber früher war das echt nicht lustig.

Cvinneamonx4


Ich verstehe überhaupt nicht, warum sich gute Freunde oder Bekannte vor den Kopf gestoßen fühlen sollten, wenn ich als Gastgeber sage, so, du, war toll mit dir, aber jetzt muss ich ins Bett. Tschüß, komm gut nach Hause. Warum soll ich denn da mit vorsichtigen Andeutungen arbeiten? Verstehe ich echt nicht.

Naja... wir wissen hier ja nicht ob es um gute oder eher flüchtige Bekannte geht. Ich finde nichts falsch daran, bei neuen Bekannten - oder in diesem Fall - einer Änderung der Beziehungsdynamik erstmal behutsam vorzugehen. Manche Menschen sind eben sensibler als andere. Das hat aus meiner Sicht erstmal wenig mit "in Alles was reininterpretieren" zu tun. Bzw. kann das natürlich auch dahinter stecken, aber bei mir ist es z.B. so, dass es mir schrecklich peinlich ist, wenn mich jemand dazu auffordern muss, zu gehen. Mir ist es lieber, wenn ich es von selbst merken darf. Das ist einfach so eine Befindlichkeit von mir. Darauf muss man nicht Rücksicht nehmen, aber ich genieße die Gesellschaft von Menschen mehr, wenn sie es tun.

mLnexf


Ich verstehe überhaupt nicht, warum sich gute Freunde oder Bekannte vor den Kopf gestoßen fühlen sollten, wenn ich als Gastgeber sage, so, du, war toll mit dir, aber jetzt muss ich ins Bett. Tschüß, komm gut nach Hause. Warum soll ich denn da mit vorsichtigen Andeutungen arbeiten? Verstehe ich echt nicht.

Manche Leute sind eben wahnsinnig empfindlich und unsicher. Ob du und ich das nun verstehen oder nicht.

Ich bin nicht so und habe auch nicht solche Besucher, aber trotzdem gibts die nunmal. Und denen treibt man ihre Charakterzüge auch nicht raus, indem man sie so hart rauskickt, wie ich meine Freunde vor die Tür setzen würde.

Hier im Beziehungsforum kann man beobachten, wie auch Nichtigkeiten Dramen werden. Kann ich auch nicht verstehen, ist aber so. Solche Sensibelchen haben nunmal auch Sozialkontakte ;-D

Mit solchen Menschen umgebe ich ich nicht. Dafür ist das Leben zu kurz.

Ich auch nicht. Andere schon.


Naja... wir wissen hier ja nicht ob es um gute oder eher flüchtige Bekannte geht. Ich finde nichts falsch daran, bei neuen Bekannten - oder in diesem Fall - einer Änderung der Beziehungsdynamik erstmal behutsam vorzugehen. Manche Menschen sind eben sensibler als andere. Das hat aus meiner Sicht erstmal wenig mit "in Alles was reininterpretieren" zu tu

:)^

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