» »

Besuch der einfach nicht geht

T4haliena


Es gibt eine Menge Sensibilitäten auf die ich ganz selbstverständlich Rücksicht nehme und natürlich greife ich nicht zum Holzhammer. Aber in die "Was könnte der wohl meinen wenn er hüstelt?" -Falle begebe ich mich nicht.mehr.

Das ist für mich keine Rücksichtnahme und hat auch nichts damit zu tun sich nicht auf andere einzustellen -es hat was damit zu tun sich selbst zu schützen.

Wenn ich jemandem sehr freundlich sage "Es ist so ein schöner Abend, ich finde es unheimlich schade, dass ich morgen früh raus muss.... Ich muss leider bald schlafen..." ist das kein "so hart rauskicken".

Ich bin selbst hochsensibel - und mein Kind ebenfalls. dennoch kann ich nicht erwarten das sich jetzt die Welt nach meinen Überempfindlichkeiten ausrichtet.

TdhYalinxa


Ach ja: da ich das selbst als Kind sehr stark so gelernt hAbe kann ich sagen das es eine echte Befreiung ist wenn man lernt mit höflicher Direktheit umzugehen und nicht mehr ständig überlegen zu müssen was denn der andere wohl meinen könnte. Ich bin da früher auch erstmal zusammengezuckt. Heute bin ich denjenigen absolut dankbar, dass sie das ihre direkte und freundliche Art nicht mir gegenüber abgeändert haben nur weil ich "sensibel" war. Das nur so nebenbei, andere Leute werde ich garantiert nicht erziehen, logischerweise

Und: Es geht'hier eben ja nicht um Grobheit, sondern um höfliches, freundliches Artikulieren des eigenen Schlafbedürfnisses. Das ist ein Grundbedürfnis und für mich läuft was schief wenn schon das ein "hart rauskicken" ist.

DHasWParWoxhlNix


Ich finds nicht schlimm zu sagen, ich würde jetzt gerne ins Bett. Hab ich vorgestern erst gemacht. Ich hab auch einen Kumpel der sowas nicht versteht oder gekonnt ignoriert. Zu ihm habe ich dann auch irgendwann gesagt er möge jetzt bitte heimgehen. Das ist nicht unhöflich. Nur weil die andere Person noch weitermachen will heißt das nicht das ich als Gastgeber dazu verpflichtet bin auch weitermachen zu wollen...

Ccinnapmon4


Zum Thema "Andeutungen machen vs. Direkt Bescheid geben":

Warum muss das eigentlich ein "entweder oder" sein? Es geht doch auch beides?

Ich finde was Thalina beschreibt schon recht extrem, nicht mal wegen der geschilderten Umstände sondern wegen des Leidensdrucks, der da mitschwingt. Bei meiner Familie ist es schon ähnlich, aber mit dem Unterschied, dass man nachfragt, wenn man meint, etwas irgendwie (nicht) verstanden zu haben. Dann klärt man das und dann ist das in den meisten Fällen auch okay. Es gibt auch Familienmitglieder, mit denen kann man da nicht reden, aber von denen distanziere ich mich auch so weit es geht.

Es geht mir auch gar nicht darum, dass ich direkte Kontakte nicht schätze. Mein Partner und ich kommunizieren auch sehr direkt und ich schätze das auch von Menschen, die ich gut kenne. Bei neuen Kontakten stößt mich sowas aber regelmäßig vor den Kopf und ich finde schon, dass man sich da erstmal vorsichtig aufeinander einstellen kann.

Nur, weil jeder andere Grenzen hat, heißt das ja nicht, dass die einen böse Übersensibelchen sind, die an sich arbeiten müssen, und die anderen machen Alles ganz super. Es sind einfach unterschiedliche Herangehensweisen und zu einer Beziehung jeglicher Art gehört doch dann, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Sprich, dass der sensiblere Part lernt, dass der grobere es nicht so meint, wenn er mal grob ist, und der grobere Part versucht, nicht zu sehr den Holzhammer zu schwingen und Verständnis aufzubringen. Das ist dann aber auch ein Prozess. Ein Prozess, den man nicht durchlaufen muss, aber kann. Ich denke aber, wenn man unterschiedliche Temperamente um sich zu haben per se für sich ablehnt, entgeht einem auch viel.

Ich kann wirklich nicht verstehen, wie man sich selbst klein machen kann (oder auch andere das tun), weil man sensibel ist. Das hat auch wahnsinnig viele Vorteile! Man ist dadurch sehr einfühlsam und lebt seine Emotionen sehr intensiv. Klar hat es auch Nachteile - man muss besser lernen, sich abzugrenzen, und emotional intensiver für sich sorgen. Aber es ist nicht schlechter oder besser als normal oder wenig sensibel zu sein, hoch sensibel zu sein. Überhaupt verstehe ich oft nicht, was an Gefühlstiefe immer so verpönt ist und an Rationalität so beliebt. Das Eine funktioniert gar nicht ohne das andere!

T/hal"iKna


@ Cinnamon4

Ja, Du hast natürlich auch Recht. In meinen Postings schwingt einfach sehr viel Frust mit, schlechte Gefühle, einfach weil es mir damit nicht gut ging.

Sensibel zu sein ist an sich nichts Schlechtes, ich denke es gibt eben immer zu vermeidende Extreme die beide nicht gut sind.

Cxinlnamxon4


Ja, Du hast natürlich auch Recht. In meinen Postings schwingt einfach sehr viel Frust mit, schlechte Gefühle, einfach weil es mir damit nicht gut ging.

Ja, das kann ich gut verstehen! Familie bringt einen schon manchmal auf die Palme ^^.

Sensibel zu sein ist an sich nichts Schlechtes, ich denke es gibt eben immer zu vermeidende Extreme die beide nicht gut sind.

Ich denke sogar, dass man selbst extrem sein darf, dabei aber nicht die Welt der anderen negieren sollte. Solange man weiß, dass Menschen unterschiedlich sind und jeder eben anders reagiert, selbst wenn er dasselbe meint, ist ja Alles gut. Das fehlt wohl in deinem beschriebenen Umfeld. Selbstreflexion. Eben zu wissen, dass man selber eher zu den sensibleren Gemütern zählt und das nicht schlimm ist, aber eben auch nicht das Maß aller Dinge.

m`nexf


Das ist für mich keine Rücksichtnahme und hat auch nichts damit zu tun sich nicht auf andere einzustellen -es hat was damit zu tun sich selbst zu schützen.

Also wenn jemand allmählich beginnt zu nerven und ich langsam ins Bett will, empfinde ich das schonmal nicht als Situation, in der es um Selbstschutz ginge. Das klingt so viel wichtiger und bedrohlicher, als es ist. Genauso wie andere gefallene Begrifflichkeiten wie "Grenzüberschreitung".

Leute Leute, hier geht es um einen Abend der sich zu lange zieht und sonst nichts ":/

Insofern würde ich bei niemandem dessen Selbstschutz gefährdet sehen, nur weil er erst sagt "Puh, ganz schön spät" und erst darauffolgend "Ich will jetzt ins Bett, ich schmeiß dich jetzt raus".

Wenn ich jemandem sehr freundlich sage "Es ist so ein schöner Abend, ich finde es unheimlich schade, dass ich morgen früh raus muss.... Ich muss leider bald schlafen..." ist das kein "so hart rauskicken".

Hab ich ja nicht gesagt. Aber im Grunde sind diese Formulierungen auch wieder Drumherumlabern. Wenn man doch keine überzogene Rücksicht nehmen soll, wieso dann erstmal vor der eigentlichen Intention Honig ums Maul schmieren, wie schön es war und wie schade es ist? Das ist doch genau dasselbe: Schiss, dass es falsch aufgefasst werden könnte. Deshalb versuchen, dem anderen die Möglichkeit zu Fehlinterpretationen nehmen. Das ist genauso "nach jemandem ausrichten", wie Signale zu senden.

Ich bin selbst hochsensibel - und mein Kind ebenfalls. dennoch kann ich nicht erwarten das sich jetzt die Welt nach meinen Überempfindlichkeiten ausrichtet.

(Wobei Hochsensibilität nicht unbedingt was mit der Auffassung von "Geh bitte" zu tun hat):

Dass du es nicht erwarten kannst bedeutet nicht, dass andere es nicht von sich aus tun wollen

(Deine bewusste Übertreibung mal außen vor, nur weil jemand Signale meint setzen zu müssen richtet weder er noch der Rest der Welt sich nach dir aus).

mLneff


Warum muss das eigentlich ein "entweder oder" sein? Es geht doch auch beides?

Sag ich doch die ganze Zeit...

C!innamoxn4


Warum muss das eigentlich ein "entweder oder" sein? Es geht doch auch beides?

Sag ich doch die ganze Zeit...

Ich weiß @:) . Wir sind da ja einer Meinung :)z .

T7hal&ixna


Das Entweder-Oder ist ja gerade das Problem.

Dagegen, das jemand erstmal vorsichtig andeutet, dass er müde ist indem er zum Beispiel gähnt ist hat ja keiner was.

Nur: Dann den Schritt weiter nicht zu machen und nicht sagen das man schlafen muss, weil die anderen doch wirklich erkennen müssen was das Gähnen bedeutet ist zu viel verlangt, vor allem wenn dann übel genommen wird dass man das doch hätte "erkennen" müssen.

Kommunikation findet ja häufig Non-verbal statt (siehe Friedrich von Thun)

Was ich schlecht finde ist wenn dann die verbale Kommunikation quasi aus Höflichkeitsgründen verweigert wird weil die Non-verbale doch ausreichen muss.

Das finde ich einfach zu viel verlangt.

Gegen die "Mischung" habe ich auch nichts ;-)

l"asNerlxady


Woher kommst du auf das "meist"?

In meinem Freundeskreis und meiner Familie gibt es nicht eine einzige Person, die auf die Bitte nach etwas Nachtruhe so reagieren würde.

mnef

Dann bist du halt sehr gesegnet mit rücksichtsvollen Leuten. Ich bin es nicht. In Familie und auch bei allen anderen hörte ich bei solchen Bitten halt nur solche Sätze oder ich soll mich nicht so anstellen oder sei geräuschempfindlich usw....es wurde IMMER auf mich zurückgeworfen.

Ok, bei größerem Lärm rief ich dann immer die Polizei, egal gegen wen.

By the way: ich habe mich von diesem Unkraut an Leuten getrennt, aber die meisten sind halt so: rücksichtslos!

So wie du das schilderst, das da alle parieren und leiser sind, habe ich auch noch nie gehört. Ich kenne das bei anderen auch nur so, dass die Bitten nicht erhört werden.

lEasedrladxy


Nochmal wegen den penetranten Gästen:

Egal, ob man nun was sagt oder nicht, ein Mensch mit Feingespür bleibt einfach nicht zu lange, oder er fragt ab einer gewissen Uhrzeit, ob der andere noch Lust auf Fortsetzen des Beisammenseins hat oder man für heute Ende machen soll.

Ein Gast der ungefragt bis in die Puppen sitzenbleibt, solch ein Mensch ist auch in anderer Hinsicht penetrant.

Ganz "bezaubernd" sind ja dann die Gäste, die auch noch sauer sind, wenn man sie dann konkret raus bittet.

Gott sei Dank kannte ich immer nur eine Freundin mit ihrer penetranten Familie (die kam ewig mit Anhang), die so ätzend waren. Von denen habe ich mich getrennt.

Bei allen anderen stellte sich das Thema nie. Wir fanden immer gemeinsam einen Abschluß des Abends bzw. der Nacht.

TMhalJinxa


@ laserlady

Solange ein Ansprechen des Themas ok ist, stimmt ja auch die Kommunikation noch. Es geht zumindest mir darum das es eben möglich sein muss das zu besprechen und eben nicht dieses "Ich sag lieber nix" von beiden Seiten.

Auf die Frage "Wird's Dir nicht zu spät?" käme hier von Einigen ein höfliches "Aber nein!," - selbst wenn sie sich wünschen das der Gast merkt dass "es zu spät wird".

Da gibt es das ungeschriebene Gesetz, das ein Gast niemals gebeten wird zu gehen und dass "Man" merken muss wann "Man" es tun. sollte. Selbst wenn es im Widerspruch steht zum vermeintlich höflichen "Nein, bleib doch!"

Das macht es komplett unmöglich so etwas zu besprechen.

HQasenKreixch


Nochmal wegen den penetranten Gästen:

Egal, ob man nun was sagt oder nicht, ein Mensch mit Feingespür bleibt einfach nicht zu lange, oder er fragt ab einer gewissen Uhrzeit, ob der andere noch Lust auf Fortsetzen des Beisammenseins hat oder man für heute Ende machen soll.

Ein Gast der ungefragt bis in die Puppen sitzenbleibt, solch ein Mensch ist auch in anderer Hinsicht penetrant.

Genau DAS meine ich auch, und ich finde, genau das kommt in dieser Diskussion ein wenig zu kurz - da wird diskutiert, ob es höflich oder eben unhöflich ist, den Gast ab einer best. Uhrzeit hinaus zu bitten (Gut - ok, das war ja auch die Frage aus dem Eröffnungsbeitrag und dadurch eben ja auch Thema des Fadens) - aber darauf, dass es eben penetrant unhöflich ist, bis 1 Uhr nachts (!!!!!) sitzen zu bleiben, wird gar nicht eingegangen.....

Die TE hat irgendwo geschrieben, dass der Gast erst gegen 1 Uhr gegangen ist, bis 22 Uhr hätte sie es noch toleriert - und DAS - genau das finde ich von der Gast-Seite her nicht nur extrem unhöflich sondern auch unsensibel dass alles zu spät ist - da macht man sich um die (vermeintliche) Sensibilität der Gäste Gedanken, die sich aber ihrerseits nicht darum scheren, ob sie selbst nicht verdammt unsensibel sind, wenn sie das Gastrecht ungefragt so lang ausdehnen - noch dazu - wenn die Gastgeberin morgens früh raus muss - ich nehme an, das war entweder Sonntag Abend (also Folgetag Montag) oder direkt mitten in der Woche - und ich bezweifle in dem konkreten Fall mal sehr stark, dass der Gast "nicht wusste" dass die Gastgeberin - also die Mutter der TE am nächsten Morgen früh raus musste -

Fazit: Der Gast hat sich unmöglich benommen - extrem unhöflich und dazu noch extremst unsensibel - nämlich dass sie das nicht "bemerkt" hat, dass man einfach in der Woche nicht so lang bei anderen sitzen zu bleiben hat!

Das hat weder mit Klartext reden zu tun, noch mit "Signale bemerken" sondern mit einer extremen Dickfälligkeit und UNsensibilität dass man mangels Feingefühl nicht weiß, wann es angemessen ist zu gehen! - Und da - also in dem konkreten Fall - hätte meines Erachtens nur geholfen gegen 22 Uhr oder spätestens 22.30 Klartext reden und rausschmeißen (höflich aber bestimmt)!!!!!!

m:neOf


Dann bist du halt sehr gesegnet mit rücksichtsvollen Leuten. Ich bin es nicht. In Familie und auch bei allen anderen hörte ich bei solchen Bitten halt nur solche Sätze oder ich soll mich nicht so anstellen oder sei geräuschempfindlich usw....es wurde IMMER auf mich zurückgeworfen.

Ok, bei größerem Lärm rief ich dann immer die Polizei, egal gegen wen.

By the way: ich habe mich von diesem Unkraut an Leuten getrennt, aber die meisten sind halt so: rücksichtslos!

So wie du das schilderst, das da alle parieren und leiser sind, habe ich auch noch nie gehört. Ich kenne das bei anderen auch nur so, dass die Bitten nicht erhört werden.

Ich glaube nicht, dass ich da die Ausnahme bin und es eine Rarität ist, dass Freunde und Familie auf ein "Könntet ihr bitte etwas leiser sein?" so reagieren, wie du beschreibst.

Der absolute Ausnahmefall dürfte eher sein, dass man zu Gewalt und Polizei greifen muss. Sorry, dass ich dir damit evtl. zu nahe trete, aber so ein Umfeld ist nicht die Norm.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH