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Zwei Mitarbeiter verlassen mein Team

Cromr;an hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen.

Habe heute erfahren, dass sich zwei Mitarbeiter meines Teams (12 Personen) intern auf andere Stellen bewerben wollen.

Nüchtern betrachtet ist dies der Lauf der Dinge. Man möchte sich anders orientieren oder mal was Neues ausprobieren. Gibt es überall.

Ich bin Vorgesetzter dieser Gruppe und habe diesen Bereich dazu auch in den letzten 20 Jahren aufgebaut, dessen Leitung ich dann schrittweise übernahm. Für mich ist das mein Baby und mein berufliches Denkmal, weswegen ich dazu neige, eine Wechselwilligkeit als persönliche Kritik aufzufassen. Ich überlege mir dann, ob ich etwas hätte besser machen können.

Zwei Leute auf einmal ist schon eine Marke, die wir als Team spüren und uns vor logistische Probleme wie Stellenausschreibungen und Umstellung der Prioritäten stellt. Das ist alles beherrschbar - halt etwas stressiger - aber am meisten knabbere ich daran, warum jemand gehen möchte. Zumindest brauche ich eine Weile, bis ich wieder entspannt darüber denke.

Geht's jemandem ähnlich?

Antworten
nSimuCex88


Unbedingt die Mitarbeiter fragen, woran es liegt. Das gibt dir wertvolle Hinweise, wo/wie du es besser machen könntest.... :-) oder es hat vielleicht andere Gründe :-)

N+or,di84


Sehe ich auch so. Natürlich kann ein Grund "Unzufriedenheit" sein, ein anderer kann aber auch sein das der neue Arbeitgeber nen kürzeren Weg zur Arbeit, mehr Geld, bessere Arbeitszeiten oder Aufstiegschancen bietet.

Und außerdem: Ein Job ist nur ein Job. Sicher sieht die Sache anders aus wenn man da Jahre (oder Jahrzehnte) Arbeit rein gesteckt hat und sich stark damit identifiziert, für viele Menschen spielt sowas aber am Ende auch einfach keine Rolle bei der Suche nach einer neuen Stelle.

Wie lange waren die beiden eigentlich da ? Sind das jetzt Kollegen die auch schon über 10 Jahre da sind oder sind das relativ neue Mitarbeiter, ggf. auch im ersten Job nach der Uni / Ausbildung ?

y>ess/esneexe


Vielleicht sind die Mitarbeiter an einem Punkt im Leben angekommen (Kinder, Hauskauf) wo sie sehen wollen ob sie an anderer Stelle mehr Geld verdienen können. Ich persönlich muss sagen das ich mit Loyalität in Firmen immer meine Probleme habe. Loyal meinem Kollegen und Chef gegenüber ja. Der Firma. Definitiv nein. Denn die schmeißt mich auch ohne mit der Wimper zu zucken raus, wenn "gespart" werden soll.

Deswegen solltest Du es dir vielleicht nicht so zu herzen nehmen. Vielleicht sehen sie ja auch andere Kariere Chancen in der anderen Abteilung, und da sie nicht an Deinem Stuhl sägen wollen machen sie das lieber an anderen Stühlen.

gfatxo


Wie kommst du denn mit deinem Team zurecht? Kannst du da nach ehrlichem Feedback fragen? Vielleicht ist es auch einfach Zufall, dass es jetzt 2 gleichzeitig sind und hat gar nichts mit deinem Team und Führungsverhalten zu tun. Kennst du die anderen Teamleiter, wo die Mitarbeiter hinwechseln? Je nach Verhältnis kannst du auch da mal nachhören.

aber am meisten knabbere ich daran, warum jemand gehen möchte. Zumindest brauche ich eine Weile, bis ich wieder entspannt darüber denke.

Das ehrt sich. Als Mitarbeiter hat man oft das Gefühl, dass die Chefs nur sauer sind, weil sie nun ein Problem mehr haben, das sie lösen müssen. Gibt es bei euch Mitarbeiterumfragen oder Reviews? Das ist manchmal eine gute Gelegenheit für Mitarbeiter (anonym) ihren Chefs Feedback zu geben und so ggfs. Missstände aufzudecken.

P7feffeZrminzbxonbon


Mal aus der Sicht einer, die in Kürze selber den Bereich wechselt:

Ich geh hier nicht weg, weil ich hier weg will, sondern weil ich da hin will. Das ist ein Unterschied ;-)

Meine Vorgesetzte ist darüber auch ganz schön traurig, weil die Person, die mich "beerbt" jemand von Extern ist, der meine 15 jährige Erfahrung in diesem Bereich einfach nicht auffangen kann.

Aber: Dieser Job den ich machen möchte, ist bereits seit vielen Jahren mein Traum, und ich bin froh, jetzt die Chance dazu zu bekommen. Ich will wenn ich irgendwann in Rente gehe sagen können, dass ich alles richtig gemacht habe. Und wenn es da dann doch nicht so toll ist, hab ich es wenigstens versucht.

ich mein, ich könnte in meinem aktuellen Bereich bleiben, aber ob ich das noch 30 jahre machen möchte? Ich mach das schon 15 jahre & ich bin es langsam auch echt leid. Obwohl ich nette Kollegen habe und die Arbeit ist auch okay. Aber wie gesagt ich mache es einfach schon zu lange.

Frage Deine Mitarbeiter doch mal warum die sich beworben haben. Ich gehe starl davon aus, dass es ähnliche Gründe sind wie bei mir. Persönlich nehmen solltest du das auf keinen Fall.

SRtbalbfyr


Für mich ist das mein Baby und mein berufliches Denkmal, weswegen ich dazu neige, eine Wechselwilligkeit als persönliche Kritik aufzufassen.

Hm, das würde ich nicht so sehen. Manchmal möchte man sich ja persönlich verändern. Das muss nicht an der jeweiligen Teamleitung liegen. Ich habe mich z.B. auch vor nicht allzu langer Zeit aus einer Stelle wegbeworben, und das gerade zu einem Zeitpunkt, wo ich dort "angekommen" und recht zufrieden war. Mir war aber auch klar, dass ich mich dort langfristig nicht sehe. Dann gab es eine interessante Ausschreibung, und ich hab zugeschlagen. Mit Kollegen und Vorgesetztem stimmte dort aber alles.

LTola`X5


Vielleicht sehen sie ja auch andere Kariere Chancen in der anderen Abteilung, und da sie nicht an Deinem Stuhl sägen wollen machen sie das lieber an anderen Stühlen.

;-D Guter Gedanke, das könnte ich mir auch gut vorstellen. :)z Der Punkt ist eben, dass man sich nur begrenzt weiterentwickeln kann, wenn man ewig in der gleichen Position bleibt. Die Arbeit der Abteilung wird sich nicht großartig ändern. Wenn man also eine neue Herausforderung will, braucht man fast zwangsläufig eine neue Stelle.

Und da sie sich nur intern wegbewerben scheinen sie ja mit dem Unternehmen zufrieden zu sein.

OhrangOeCtanyxon


Nüchtern betrachtet ist dies der Lauf der Dinge. Man möchte sich anders orientieren oder mal was Neues ausprobieren. Gibt es überall.

Genau so würde ich das auch sehen. Mein Junior ist jetzt seit 2 Jahren bei mir und irgendwann wird der Tag kommen, an dem sie sich weiterentwickeln will bzw. den nächsten Schritt auf der Karriereleiter erklimmen will. Dem will ich dann nicht im Weg stehen und nehme das auch nicht persönlich.

Prinzipiell gibt es doch immer 2 Typen von Mitarbeitern....die einen, die froh sind, dass sie Ihrer geregelten Arbeit nachgehen können und die anderen, die einfach Karriere machen wollen oder etwa neues sehen/lernen wollen. Beides nicht verwerflich.

Aber wenn du die Möglichkeit hast, würde ich durchaus nachfragen, warum sie gehen wollen.

CPoemIraxn


Hallo alle, vielen Dank für eure Rückmeldung.

Erst einmal eine Klarstellung: die Bewerbungen erfolgen im Haus auf andere Stellen - sie möchten nicht den Arbeitgeber wechseln. Auch sind diese nicht mit besseren Aufstiegschancen oder mehr Geld behaftet. Solche Motivationen sind auszuschließen, genauso wie die üblichen Beweggründe, den Arbeitgeber zu wechseln. Damit hätte ich vermutlich weniger Probleme, gab's auch schon.

Wie lange waren die beiden eigentlich da ?

5 und 8 Jahre in meinem Bereich.

da sie nicht an Deinem Stuhl sägen wollen machen sie das lieber an anderen Stühlen.

Interessanterweise ist dabei einer, der bei mir gezielt als Führungskraft aufgebaut werden soll und ggf. auch mein Nachfolger werden könnte. Er müsste gar nicht sägen, er hätte mit etwas Geduld und guter Leistung meinen Stuhl eh bekommen.

Wie kommst du denn mit deinem Team zurecht? Kannst du da nach ehrlichem Feedback fragen?

Aber wenn du die Möglichkeit hast, würde ich durchaus nachfragen, warum sie gehen wollen.

Ich bilde mir ein, dass bei uns eine offene und gute Kommunikation herrscht. Die Motivationsgespräche wurden natürlich auch geführt und es sind auch klare Argumente dabei (z.B. berufsbegleitendes Studium, welches in eine etwas andere Tätigkeit geht, als bei uns ausgeübt). Bei mir geht es um Spezialistentätigkeit im Bereich Softwareentwicklung, d.h. die Tätigkeiten haben schon eine gewissen Inzucht, für die man ein Faible braucht. Aber ich stelle auch im Gespräch vermehrt fest, dass irgendwie jeder heute "Projekte" haben will. Das ist etwas schade und ich kann dies auch nicht liefern. Das ist aber in anderen Bereichen im Haus nicht anders - es können nicht 200 Leute in der IT ein Projekt haben und niemand macht die Arbeit dafür. Dass sie in den Wunschabteilungen genauso ein Tagesgeschäft an Tätigkeiten haben werden, wird aktuell eher von der Aussicht auf Abwechslung überblendet.

Persönlich nehmen solltest du das auf keinen Fall.

Das ist eben genau der Grund des Fadens *:) . Ich habe keinen Anhaltspunkt, dass ich etwas in meiner Macht stehende falsch gemacht haben könnte. Aber es wurmt mich, dass es mir nicht gelungen ist, die betroffenen Mitarbeiter langfristig zu binden. Und gleichzeitig denke ich natürlich über die zu leistende Arbeit und Ersatzbeschaffung nach - logisch, das gehört dann dazu, aber mein Knackpunkt ist einfach das Gefühl "Es hat ihnen hier nicht gut genug gefallen". Und das "hier" ist etwas, was mental sehr eng mit mir verbunden ist.

Negativ ausgedrückt könnte man es auch als "Untreue" bezeichnen, aber ich glaube nicht, dass das mein Gefühl richtig beschreibt. Das wäre zu hart. "Bedauern" wäre zu milde. Irgendwo dazwischen.

NOordLi8x4


die Bewerbungen erfolgen im Haus auf andere Stellen

Ok, damit fallen viele der Gründe weg die mir in den Sinn gekommen sind. Da wirds natürlich dann schwierig und man kann verstehen das du die Wechsel etwas persönlicher nimmst.

g7a=to


es sind auch klare Argumente dabei

Wenn es klare Argumente gibt, dann ist der Wechsel doch erklärt?

Bei mir geht es um Spezialistentätigkeit im Bereich Softwareentwicklung, d.h. die Tätigkeiten haben schon eine gewissen Inzucht, für die man ein Faible braucht.

Hier liegen auch gute Gründe, warum man einen Wechsel anstrebt. Kann man denn mit den Fähigkeiten auch das Unternehmen wechseln oder sind sie so speziell, dass man damit nur bei euch etwas anfagen kann?

Fühlst du dich vielleicht deswegen persönlich angegriffen, weil jemand mit einem Wechsel "dein Baby" ablehnt?

Aber es wurmt mich, dass es mir nicht gelungen ist, die betroffenen Mitarbeiter langfristig zu binden.

Hast du denn geignete Mittel um zu prüfen, was deine Mitarbeiter wollen um sie überhaupt langfristig binden zu können?

N1ordxi84


In was für Abteilungen wechseln die überhaupt ? Es wäre nicht das erste mal das jemand sein Fachgebiet komplett wechselt und von nem eher speziellen Gebiet (z.B. IT) in den Standard (z.B. was kaufmännisches) wechselt. Ist halt die Frage ob es mehr ums Karriere machen oder um ein lockeres Berufsleben geht bzw. ob jemand z.B. den ganzen Code-Kram nicht mehr sehen kann.

yOesshesngeee


Vielleicht ist auch etwas zwischen den Mitarbeitern vorgefallen ohne das du davon weißt? Deine Leute werden auch nicht mit allem hausieren gehen. Oft bilden sich ja kleine Grüppchen. Wir sind gerade mal 7 Leute in unserer IT Abteilung. Aber selbst da haben wir 2 Lager. Allerdings nur schwach abgegrenzt.

NNoxxxy


Ich bin auch jemand, der einfach alle paar Jahre etwas Neues braucht. Merke ich auch aktuell ganz extrem. Das Studium nervt mich, mein Bürojob nervt mich und dem Hiwi-Job, den ich bisher eigentlich sehr gerne gemacht habe, werde ich auch nicht nachtrauern.

Dabei sind Studium, Bürojob und Hiwi-Stelle durchaus anspruchsvoll, innerhalb ihres Rahmens abwechslungsreich und mit netten Kollegen besetzt. Dennoch sehne ich mich nach etwas Neuem und bin froh, dass sich mein Studium jetzt dem Ende zuneigt.

Ich halte 5 bzw. 8 Jahre auch durchaus für eine Grenze, zu der man das Gefühl hat, alles gesehen zu haben, was der Job so bieten kann. Irgendwann schleicht sich dann Eintönigkeit ein. Vielleicht sucht man dann - nur mal so - nach anderen Stellen und wenn sich da was auftut, das man ansprechend findet, greift man eben zu.

Mit deinen Führungsqualitäten hat das mMn eher wenig zu tun. Ich glaube, dann würde es wesentlich häufigere und vor allem schnellere Wechsel geben. Sowas tut man sich doch keine 5+ Jahre an.

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