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Zwei Mitarbeiter verlassen mein Team

Tsapxs


Comran, ich kann deinen Frust verstehen, aber Du solltest das nicht persönlich nehmen.

Manchmal braucht der Mensch einfach Veränderungen, um weiterhin leistungsfähig zu bleiben. Manfred von Ardenne hat mal gesagt, dass man so ca. alle 7 Jahre sein Tätigkeitsfeld wechseln sollte.

Über diese 7 Jahre bin ich schon lange hinaus. Ich habe hier auch einige langjährige Projekte. Ehrlich gesagt, kann ich sie nicht mehr sehen.. Eines habe ich 20 Jahren lang betreut und weiterentwickelt. Mein "Kind" ist mit seinen 10 auch schon in die Jahre gekommen. Mir fehlt da auch das Neue, das wo es sich lohnt, neue Ideen einzubringen, neue Wege zu gehen.

Uns laufen derzeit die jungen Leute weg. Bei uns ist die Situation aber mit einer Leitung, die die Leistung hochqualifizierter Mitarbeiter mit Füßen tritt und das Know How brach liegen lässt, etwas anders gelagert. Nur fühle ich mich inzwischen tatsächlich zu alt und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind zu gering, um noch was Neues zu finden.

C{omr0axn


Warum nur angeboten? Wollte er dann doch nicht oder wurde es nur unkonkret in Aussicht gestellt und dann ist nichts weiter passiert?

Nein, das kam vielleicht etwas falsch rüber. Er hat diverse Schulungen und Förderprogramme auch durchlaufen und auch die nächsten Schritte wären im Laufe der nächsten Monate erfolgt. Er hat das durchaus für sich mitgenommen.

Vorsichtiges Anfragen bei den Wechselwilligen kann da schon helfen, vielleicht sagt man es dir direkt, wenn du freundlich und mit "bitte, bitte" drum bittest, dir schonungslos die Wahrheit zu sagen und versprichst, dass die Antwort, egal wie sie ausfällt, dem Mitarbeiter nicht schaden soll.

Diese Fragen werden natürlich gestellt und ich mache auch alle 1-2 Jahre eine Standortanalyse mit jedem einzelnen Mitarbeiter, wo genau diese weichen Kriterien hinterfragt werden und auch mein Verbesserungspotenzial als Führungskraft angesprochen wird. Da wird auch recht offen und ehrlich gesprochen, weil die Leute wissen, dass ich daraus keinen Strick drehe, sondern mir das sogar ausdrücklich wünsche, dass ich ein Feedback erhalte. Genauso, wie ich Mitarbeiter beurteile. Niemand ist perfekt. Aber aufgrund der eigentlich vertrauten Kommunikation gehe ich schon davon aus, dass ich den beiden Kollegen da vertrauen kann, dass sie da frei gesprochen haben.

Der Faden geht immer mehr in die Richtung, was ich besser machen könnte; was ich durchaus begrüßenswert finde und gerne meine Anreize da für mich rausziehe. Der eigentliche Grund des Themas war aber, dass ich nach bestem Wissen davon ausgehen muss, dass es wirklich nicht an mir liegt, ich mich aber dennoch unwohl fühle, wenn jemand "meiner" Abteilung den Rücken kehrt. Die Ambivalenz beschäftigt mich.

Dass der eine weg will, obwohl er dich in absehbarer Zeit beerben würde, finde ich sehr seltsam. Wieso geht er, wenn das seine Aufstiegschancen sogar schmälert?

Sein neues berufsbegleitendes Studium geht in eine andere Richtung und er möchte das gerne auch in der Praxis leben. Dass seine Aufstiegschancen schmaler sind, ist ihm vermutlich gar nicht bewusst. Er denkt, mit seinen Abschlüssen und seiner Erfahrung wird das irgendwann zum Selbstläufer. Ich kenne aber das hiesige Unternehmen gut genug um zu wissen, dass das nicht so ist. Das habe ich ihm auch erklärt. Er würde dann aber eher eine externe Bewerbung vorziehen und das Unternehmen verlassen, wenn er dort nicht in irgendeiner Weise weiterkommt.

Wobei ich mich übrigens wundere. Ich meine, in Erinnerung zu haben, dass du etwa 50 bist. In dem Fall käme ich als dein Untergebener nicht im Traum auf die Idee, dass es auch nur den Hauch einer Chance gäbe, dich binnen 3-5 Jahren zu beerben.

Ich gehe offen damit um, dass ich mich vor 60 zur Ruhe setzen möchte. Das weiß hier eigentlich jeder. Zu dem Plan gehört auch, dass ich ab 50 auch den Zeitraum festlege, in dem ich schon mal teilweise Kompetenzen abgeben werde. Das Einsetzen eines neuen Leiters dieses Bereichs gehört in den ersten Jahren dazu, den ich dann noch 3-4 Jahre begleiten werde, bevor ich dann gehe.

Nehmen wir mal an, ein Mitarbeiter in deiner Abteilung mache super Arbeit. Hat er irgendeine realistische Chance auf einen (auch gehaltsmäßigen) Aufstieg in deiner Abteilung

Auf jeden Fall. Beide Mitarbeiter hatten da noch deutlich Luft nach oben, was bei konstant guter Leistung auch ein relativer Selbstläufer ist und transparenten Regeln unterliegt. Der jüngere Kollege wechselt sogar in ein Themenfeld, wo die Gehaltsperspektiven etwas schwieriger sind als bei unserem Tätigkeitsbereich.

h@a)g-Vtysxja


mein senf:

ändere den blickwinkel. die leute sind 5 bzw. 8 jahre bei dir geblieben. Du hast sie vermutlich aufgebaut und entwickelt zu leuten, die ohne viele anstöße super leistung bringen und denen du vertrauen kannst. das ist dein job und offenbar beherrscht du ihn gut.

auf grund des alters schließe ich auf berufseinsteiger? wenn ja, sehe ich auch da einen grund. sie sind nun "reif", raus aus den babyschuhen und nun gehen sie ihren weg.

sie verlassen aber nicht das unternehmen, so dass du einen mehrwert geschaffen hast für das große ganze. du hast quasi leute aufgebaut, die nun an anderer stelle zeigen, was sie bei dir mitgenommen haben.

für dich erstmal mit arbeit, aufwand und umdenken verbunden. kenn ich, ist scheiße. zumal man ja mit so langjährigen mitarbeitern normalerweise auch sehr gern arbeitet und einander kennt und weiß, was man erwarten kann. dau ist rekrutierung und einarbeitung ein langer prozess und bis jemand in dem bereich von allein läuft, dauert es locker 1,5 jahre.

aber ich glaub, du bist ein guter team-papa :-D und die zwei neuen, die du bekommen wirst, denen kannst du sicher gerecht werden und ihnen viel mitgeben.

fühlt sich das besser an?

2_76wo)rkxs


Da hilft nur eins: frage die beiden, warum sie gehen.

h4ag-txysja


Da hilft nur eins: frage die beiden, warum sie gehen.

hmm, das tat er aber schon laut eigener aussage im laufe dieser 3,5 seiten.

d{anaQe87


Ich seh das wie hag-tysja. Bin ja selber die Generation der wechselnden Mitarbeiter und finde das total normal. Ein ganzes Leben lang wird mir schon beigebracht das ich nicht bei einem Arbeitgeber bleiben werde, dass es eher schlecht ist zulange das selbe zu machen, dass ich flexibel bleiben soll und man sich ja nicht auf einen AG verlassen soll, ein Chefwechsel und alles kann anders sein. In meinem Bereich wären 8 Jahre eine halbe Ewigkeit, solange ist man eigentlich nur irgendwo wenn man schon ziemlich weit oben in der Kette angekommen ist, bis dahin sind Wechsel im 2-4 Jahresrythmus das was erwartet wird.

D:umaxl


Comran

Der eigentliche Grund des Themas war aber, dass ich nach bestem Wissen davon ausgehen muss, dass es wirklich nicht an mir liegt, ich mich aber dennoch unwohl fühle, wenn jemand "meiner" Abteilung den Rücken kehrt. Die Ambivalenz beschäftigt mich.

Ich finde das total in Ordnung - lass das doch so stehen? Unterschiedliche und sich widersprechende Gefühle kommen vor - ich finde so einen kleinen egozentrischen Blödarsch in einem nicht schlimm. Man muss dem ja nicht das Ruder überlassen.

2$76wForxks


@ Comran

Dir steht deine Selbstverliebtheit halt im Wege.

CKomraxn


Dir steht deine Selbstverliebtheit halt im Wege.

Woran machst du Selbstverliebtheit fest? Nur daran, dass ich mir Gedanken mache, warum ich diese Kollegen nicht langfristig zufriedenstellen konnte?

leang7vegrhe"iratext


Comran,

Du siehst die Situation vielleicht nur aus einer Sichtweise.

Als ich noch berufstätig war, ist mir das auch öfter mit meinen Mitarbeitern passiert.

Aber ich konnte im Lauf der Jahre dann feststellen, dass sie ihren weiteren Weg

erfolgreich gemacht haben.

Ich habe es daher immer so empfunden, dass ich ihnen ein gutes Rüstzeug für ihren

Berufsweg mitgeben konnte. (auch wenn für mich als Vorgesetzter ein Wechsel der

Mitarbeiter kurzfristig Stress bedeutet hat).

H:ovlxadi


Der Vorteil für mich ist, dass ich mich mehr auf das Fachliche konzentrieren kann.

Der Vorteil für das Unternehmen ist, dass ich auf der fachlichen Seite sehr hohe Erfahrung habe und somit Zeit für diese Dinge finde, in denen ich teilweise unternehmensweite Entscheidungen treffe.

Für die Firma mag das gut sein, aber nicht unbedingt für deine Mitarbeiter. Ich könnte mir vorstellen, dass manche deiner Mitarbeiter solche Entscheidungen gerne selber treffen würden oder zumindest gerne stärker eingebunden wären.

Aber möglicherweise wirke ich in meiner Position auch wie ein Puffer, dass sich die Leute nicht vorstellen können, daneben ausreichend Beachtung zu finden.

Ja, das ist sehr gut möglich. Mein Chef war eine Zeit lang auch so. Er hat unser Team so sehr von der restlichen Firma abgeschirmt, dass vielen in der Firma gar nicht so richtig bewusst war, dass nicht er selber die ganze Arbeit macht. Für das Team war das sehr frustrierend.

C"omxran


Holadi, ich werde diesen Aspekt in nächster Zeit definitiv mal mehr beobachten und prüfen. Es könnte wirklich helfen, meine Mitarbeiter öfter in die vorderste Reihe zu schieben. Zumindest, was die öffentliche Wertschätzung angeht und nicht nur die, die ich nach innen lebe. Möglicherweise ist das etwas, was in meinem Bereich aufgrund der speziellen Tätigkeit zu kurz kam.

2*768workxs


Dir steht deine Selbstverliebtheit halt im Wege.

Woran machst du Selbstverliebtheit fest? Nur daran, dass ich mir Gedanken mache, warum ich diese Kollegen nicht langfristig zufriedenstellen konnte?

Comran

Ja genau, das ist es. Dieses -ich- -icher- -am ichesten-.

CDo8mrRan


OK, also weil ich mir eine Mitverantwortung gebe, dass ich zwei Kollegen verliere, obwohl die Gründe offiziell und vermutlich auch real ganz andere sind, bin ich in deinen Augen "selbstverliebt", weil ich es halt gefühlsmäßig auf mich beziehe. Hmmm. ":/

Ich hatte deinen Kommentar zuerst anders verstanden. Ich dachte, die Leute gehen in deinen Augen, weil ich ein selbstverliebter Chef bin. Dann hätte ich dich aber fragen müssen, woher du glaubst, meinen Berufsalltag so gut zu kennen ;-) .

asuIg23x3


Ein Mitarbeiter hat einmal seine berufliche Laufbahn zu einem wesentlichen Teil darauf aufgebaut, dass ein besonders gutes Verhältnis zum Chef bestand. Die Zeiten änderten sich, der Chef geriet unter Druck, das Klima wurde schlecht; der Mitarbeiter kündigte.

Ich dachte einen guten Chef zu haben, der geriet unter Firmendruck und an einem Montag fand ich ihn tot im Büro.

Spielte sich alles im gleichen Konzern ab.

Die Mitarbeiter handeln klug und es hat mit deiner Person vermutlich nichts zu tun bis auf die kleine Tatsache, du bist nicht unsterblich! Die Verhältnisse können sich von einem Tag auf den anderen ändern. Es ist dir nicht zu wünschen. Aber das steht nicht in unserer Macht.

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