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Zwei Mitarbeiter verlassen mein Team

F%ex.


Der eigentliche Grund des Themas war aber, dass ich nach bestem Wissen davon ausgehen muss, dass es wirklich nicht an mir liegt, ich mich aber dennoch unwohl fühle, wenn jemand "meiner" Abteilung den Rücken kehrt.

Also wenn es definitiv nicht an dir liegt und es auch nicht an deiner Abteilung, der Bezahlung dort, der Arbeit dort oder den Aufstiegschancen dort liegt, dann gibts echt keinen vernünftigen Grund für ein Unwohlsein deinerseits. Das ist dann eben einfach so, manchmal wollen Mitarbeiter halt einfach woanders hin.

Allerdings ist solches Unwohlsein halt psychischer Natur, und die Psyche braucht nicht immer vernünftige Gründe und funktioniert nicht immer logisch :-)

C?oteShau)vagxe


Suchst du privat zunächst auch erst mal bei dir selber den Fehler? Also zB bei Trennungen, Ehekrisen oder wenn Freundschaften auseinandergehen o.Ä.?

Kann es sein, dass du deine Person, zumindest im beruflichen Kontext, evtl etwas zu wichtig nimmst?

Überträgst du die Bedeutung, die dein Job für dich hat (dein Baby, du hast das aufgebaut, usw), vielleicht einfach auf andere?

OK, du willst eigentlich nicht darüber diskutieren wie du die Chef-Rolle ausfüllst, aber das hier ist mir ins Auge gestochn:

ich möchte gerne mit einer vertrauten und stabilen Kernmannschaft arbeiten, auf die ich mich blind verlassen kann. Weil mich das nämlich vom Chef-Sein zu großen Teilen befreit (lästige Orga) und mich ganz auf fachliche Entscheidungen konzentrieren lässt. (...)

Das sehe ich anders. Normalerweise sollte man Personalführung und fachliche Leitung je nach Eignung trennen. Bei mir ist es aus historischen Gründen in Personalunion, aber zwingend ist das nicht so, denn es ist im Endeffekt eine Doppelbelastung. Meine fachlichen Entscheidungen haben abteilungsübergreifende Bedeutung, mit denen ich meinen Bereich vertrete. Personalführung mache ich aber nur nach innen.

Das macht zunächst einmal einen ziemlich unflexiblen Eindruck auf mich. Bei mir gibt es eine Stelle, die schon mehrmals neu besetzt wurde. Das mache ich sogar absichtlich so. Klar ist das immer wieder anstrengend, wieder jemand Passenden zu bekommen, aber das waren bisher immer - ganz unterschiedliche - gute Leute, die einen echt fordern, weil man doch so Einiges hinterfragt, wenn man es anderen nahebringen soll, außerdem bringen die völlig neue Sichtweisen in den eingefahrenen Laden.

Und dann scheinst du mit der "normalen" (auch bei euch üblichen) Chefrolle nicht wirklich klarzukommen, wenn du Nichtfachliches als "lästig" bezeichnest. Vielleicht spüren deine Mitarbeiter das? Ich wüsste ehrlich gesagt gar nicht, wozu und wie man "Personalführung" und fachliche Entscheidungen trennen sollte. Als Teamleiter bin ich nach außen für die fachlichen Entscheidungen verantwortlich, und weil es eben Menschen sind, die in diese Prozesse involviert sind, kümmere ich mich auch um die menschliche Seite. Mir macht das Spaß, weil mich Menschen interessieren, und wenn das nicht so wäre, hätte ich diese Stelle abgelehnt.

Vielleicht lege ich diese Verbindlichkeit auch einfach zu weit aus, wenn sich ein Bewerber oder Ex-Auszubildender für meinen Bereich entscheidet

Das wirkt irgendwie sehr konservativ auf mich, es klingt als würdest du da deine Auffassung von einer Ehe in die Arbeit hineintragen.

CComMraxn


Und dann scheinst du mit der "normalen" (auch bei euch üblichen) Chefrolle nicht wirklich klarzukommen, wenn du Nichtfachliches als "lästig" bezeichnest.

Ich bin da ganz ehrlich, aber es ist so. Die fachliche Seite (das war meine erste Verantwortung) fordert mich zu 60%, so dass ich nicht die meiste Zeit in die Personalführung investieren kann. Mit der Doppelrolle haben wir im Unternehmen gerade im Spezialistenbereich schlechte Erfahrung gesammelt, weil automatisch die fachlich besten Leute irgendwann mit Personalführung beauftragt wurden. Ob sie dafür geeignet sind oder nicht, sei dahingestellt. Die fachlichen Kompetenzen sind leider nicht beliebig austauschbar. Teilweise wurde diese Doppelrolle auch wieder aufgehoben und mit zwei Führungskräften pro Bereich läuft es deutlich entspannter. Bei mir läuft es noch ganz gut, da ich nicht ins kalte Wasser geworfen wurde, sondern langsam hineinwachsen konnte (wir waren Anfangs nur 4 Leute). Aber die Personalführung ist tatsächlich etwas, was ich früher abgeben werde als die fachliche Leitung.

Soweit zu meiner Interpretation von "lästig" in diesem Zusammenhang. ;-)

Das wirkt irgendwie sehr konservativ auf mich

Vielleicht bin ich das in manchen Dingen ;-) . Nein, Quatsch. Verbindlichkeit hat für mich hohen Stellenwert. Ich glaube, dass ich damit auch besonders hadere, dass die Entschlüsse im Stillen lange gereift sind - es wurde sich nicht darüber ausgetauscht und auch in Personalgesprächen wurde die Gelegenheit nicht genutzt, Bedürfnisse und Wünsche zu äußern (obwohl wir offen dazu ermuntern). Es wäre vermutlich einfacher gewesen, wenn die beiden Kollegen das Gespräch gesucht hätten und sagen: "Comran, wir würden uns gerne beruflich neu aufstellen und mal was anderes machen.". Dann hätte man weniger Zeitdruck gehabt, der Übergang wäre geregelter gewesen und für das Team reibungsloser. Und man hätte Personal aufbauen können. Jetzt machen wir das unter Zeitdruck mit einem relativ kurzen Zeitfenster.

LfolaxX5


Ich glaube, dass ich damit auch besonders hadere, dass die Entschlüsse im Stillen lange gereift sind - es wurde sich nicht darüber ausgetauscht und auch in Personalgesprächen wurde die Gelegenheit nicht genutzt, Bedürfnisse und Wünsche zu äußern (obwohl wir offen dazu ermuntern).

Naja, für einen Wechsel muss es ja ersteinmal ein konkrete, attraktive Möglichkeit geben. Solange es diese nicht gibt, wäre es aus Angestellten Sicht eher seltsam bis dumm, "schlafende Hunde" zu wecken. ;-)

Es wäre vermutlich einfacher gewesen, wenn die beiden Kollegen das Gespräch gesucht hätten und sagen: "Comran, wir würden uns gerne beruflich neu aufstellen und mal was anderes machen.".

Das wäre für DICH einfacher gewesen. Sicher nicht für die Mitarbeiter! Etwas zu wollen ist eine Sache. Aber man muss dann ja auch noch eine passende Gelegenheit finden... Wenn weit und breit noch keine Gelegenheit zu sehen ist, macht es m.E. wenig Sinn, einen Wechselwunsch zu artikulieren. Insbesondere wenn der Chef beleidigt reagieren könnte und sich dann Monate oder Jahre keine reizvolle Wechselmöglichkeit auftut, hätte man sich ja quasi selbst ins Aus geschossen. Denn in einen Mitarbeiter, der mittelfristig vielleicht wechseln will, hättest du wahrscheinlich weniger "investiert" als in einen potentiellen Nachfolger.

Dann hätte man weniger Zeitdruck gehabt, der Übergang wäre geregelter gewesen und für das Team reibungsloser. Und man hätte Personal aufbauen können. Jetzt machen wir das unter Zeitdruck mit einem relativ kurzen Zeitfenster.

Das hätte jederzeit auch durch Krankheit oder Unfall passieren können, dass jemand kurzfristig ersetzt werden muss. Damit muss man immer rechnen.

CwoteSaduvaxge


Ich glaube, dass ich damit auch besonders hadere, dass die Entschlüsse im Stillen lange gereift sind - es wurde sich nicht darüber ausgetauscht und auch in Personalgesprächen wurde die Gelegenheit nicht genutzt, Bedürfnisse und Wünsche zu äußern (obwohl wir offen dazu ermuntern). Es wäre vermutlich einfacher gewesen, wenn die beiden Kollegen das Gespräch gesucht hätten und sagen: "Comran, wir würden uns gerne beruflich neu aufstellen und mal was anderes machen.". Dann hätte man weniger Zeitdruck gehabt, der Übergang wäre geregelter gewesen und für das Team reibungsloser. Und man hätte Personal aufbauen können. Jetzt machen wir das unter Zeitdruck mit einem relativ kurzen Zeitfenster.

Anscheinend hast du da jahrelang paradiesische Zustände gehabt ":/ Bei uns wechselt dauernd jemand, auch weil wir Vieles nur noch befristet machen können, da kann man sich nie zurücklehnen und sagen "Wir haben ein super Team, jetzt konzentrieren wir uns mal ganz gemütlich auf die fachliche Arbeit". Und wenn jemand geht ist es nie sicher, dass man dafür wieder jemanden bekommt. Häufig wird auch irgendwo ein Loch gestopft, dadurch aber woanders eines aufgerissen.

Ansonsten sehe ich es wie Lola. Gerade wenn der Chef so tickt, dass er eingeschnappt ist, wenn sich jemand "von ihm wegbewirbt", wird man den Teufel tun und ihm das frühzeitig auf die Nase binden.

C(omraTn


Anscheinend hast du da jahrelang paradiesische Zustände gehabt ":/

Möglicherweise ;-) .

Gerade wenn der Chef so tickt, dass er eingeschnappt ist

Bin ich nach außen definitiv nicht und die wissen auch, dass ich ihnen keine Knüppel zwischen die Beine werfe. Wir verhandeln gerade mit der ersten Nachfolgeabteilung über den Zeitplan und den geregelten Übergang - eigentlich ist die Situation für die Wechselwilligen enorm komfortabel.

m`istymoMunRtxains


Comran, ich würde das auch überhaupt nicht auf dich beziehen. Ich finde 5 und 8 Jahre sind eine lange Zeit, die gerade dafür spricht, dass es ihnen bei dir in der Abteilung gefallen hat.

Nur nach so langer Zeit, kann ich es total verstehen, wenn sich jemand beruflich weiterentwickeln möchte, mit neuen Aufgaben, neuer Verantwortung, neuen Sichtweisen. Vielleicht möchten Sie sich auch privat verändern und der alte Job mit seinen Rahmenbedingungen passt da nicht mehr dazu. Oder sie haben generell Lust auf einen Tapetenwechsel.

Freu dich, dass du zwei neuen Leuten, die Chance geben kannst, bei dir zu arbeiten. Und dass deine beiden alten Mitarbeiter (wonach es bisher ja erstmal aussieht) der Firma erhalten bleiben und sie an anderer Stelle von ihnen profitieren kann.

Mach dir nicht zu viele Gedanken. Das ist der ganz normale Lauf der Dinge :)

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