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Arbeitskollege und Ramadan

Ccu7stxol hat die Diskussion gestartet


Bin eigentlich ein Mensch wo alles sehr locker sieht.

Nur heute auf Arbeit was einfach nur kacke. Muss dazu sagen ich arbeite im Handwerk was teilwesie auch harte Körperliche arbeit mit sich bringt.

Es war heute so das ich mit einem Türkischen Kollegen unterwegs war. Und wir hatten eine Termin Arbeit. Also geplant waren 8 Arbeitsstunden und 2 Monteure. Normal klappt mit dem Kollegen immer alles super gut und wir verstehen uns perfekt!

Nur heute war halt extrem warm und er ist am fasten. Also trinkt er den ganzen tag nix und war nach der Mittagspause so fertig das er nix mehr arbeiten könnte. Also müsste ich die Arbeit alleine fertig machen und natürlich würden wir net fertig. Derf jetzt morgen früh meinem Chef erklären warum wir net fertig würden. ??? ???

Problem ist ich soll jetzt länger mit dem Kollegen zusammen arbeiten, wie gesagt normal klappt das alles super. Aber jetzt bei der Hitze und mit Fasten wie soll er so Arbeiten? Gerade bei Körperlicher Arbeit ???

Habe zum ihm gesagt er soll dann Urlaub nehmen aber das will er net sonst hat er zu wenig Urlaubstage.

Was würdet ihr eurem Chef erzählen? Der wird morgen früh wissen wollen warum wir net fertig würden und nochmal zum Kunden fahren müssen. Vor allem wenn ich jetzt öfters mit dem Arbeiten soll und er fastet und kann eigentlich net arbeiten ???

Antworten
jjustK_llook<inxg?


Der Großteil des Ramadan ist schon vorbei, aber ja, ist nicht unbedingt lustig aktuell, bei uns wird aktuell eine Schülerin pro Tag mit dem Krankenwagen abgeholt weil sie zusammenklappt.

Chef einfach sagen was das Problem ist. Ist ja nicht dein Fehler gewesen.

P#Aspoxrts


Ich würd den Chef einfach sagen was wirklich Sache war, es ist ja nur ehrlich.

Allerdings würd ich das persönlich mit dem Kollegen nicht so eng sehen, ich bin nämlich sicher der türkische Arbeitskollege würde das auch für dich machen wenn du irgendwie unfähig bist die Arbeit fortzusetzen.

PB`schbi%exst


Ich sehe das so wie die beiden Vorposter.

Der Chef wird das Problem sicher kennen.

Wird ja nicht der erste Türke in deiner Firma gewesen sein.

mVusicous_x65


Also trinkt er den ganzen tag nix und war nach der Mittagspause so fertig das er nix mehr arbeiten könnte.

Ich könnte mir denken, daß ihm das etwas unangenehm/peinlich war. Aber wenn er der Fastenpflicht zuwider gehandelt hätte, wär's ihm sicher auch sehr unangenehm gewesen. Blöde Situation irgendwie...

Ein Link: [[https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/ramadan-wenn-die-fastenpflicht-mit-der-arbeitspflicht-kollidiert_76_126284.html Artikel zum Thema]]

Laut [[http://www.merkur.de/welt/ramadan-2016-beginn-ende-fastenmonat-islam-id-al-fitr-mm-4972727.html diesem Artikel]] muß nicht gefastet werden, wenn anstrengende Arbeit zu verrichten ist. (Und bei 30 Grad oder mehr ist so ziemlich jede körperliche Arbeit anstrengend....) Aber vermutlich gibt es dazu im Islam verschiedene Auslegungen.

w)ha(tatra"gedxy


Eigentlich kennt der Islam für solche Fälle zahlreiche Ausnahmen für das Fasten. In unserer Fakultät wird der Ramadan aber auch gerne als "Ausrede" genutzt.

N&ocrdi8x4


Ich würde es dem Chef auch ganz klar sagen, man will dem Kollegen ja nix böses damit aber es gibt x Stellen an denen das Fasten halt gerade zu Problemen führt. Auf der einen Seite musst du für zwei arbeiten, dann kann der Chef euch für weniger Einsätze einplanen was bei ihm zu einbußen führt, dann kann es sein das der Kunde die zweite Anfahrt und die zusätzliche Zeit bezahlen muss und zu guter letzt gefährt der Kollege seine Gesundheit ganz direkt und je nach Job auch die Gesundheit von dritten (wenn er z.B. unkonzentriert wird das die Sicherung usw. angeht).

Aus Sicht des Chefs wäre für mich klar: Er ist wegen nem Privatvergnügen nicht 100% einsetzbar, d.h. die Zeit die er da rum hängt zählt auch nicht zu 100%. Wenn es sowas wie nen Stundenkonto gäbe würde ich den Mitarbeiter erstmal nur halbtags einplanen, die Zeit kann er ja im Winter bzw. nach dem Fasten wieder raus arbeiten.

J2anuarbulumxe


Ich hatte mal eine türkische Kollegin, die wegen des Fastens sp einen Mundgeruch hatte. Das geht gar nicht. Ab zum Chef. Der Kollege wird sich auch, wenn du ihm Gesetze und Regeln vorlegst nichts sagen lassen. Man muß sich mal vorstellen, Hitze, die inneren Organe brauchen Wasser um zu arbeiten, selbst beim sprechen verdunstet Wasser. Daher dann der schlechte Atem. Ich würde mich da durchsetzen. Willst du vom Chef wegen mangelnder Arbeit einen auf den Deckel kriegen?

D9ani$elC}raixg


Ich klinke mich mal kurz hier ein, weil ich in fast der gleichen Situation bin wie du, lieber TE.

Ich habe auch eine türkische Arbeitskollegin die fastet und kein Geheimnis draus macht und zu verschiedenen Aufgaben gerne auch sagt: Das schaffe ich nicht - ich faste!

Da sie die Frau vom Chef ist, habe ich mich nicht an diesen, sondern an meine direkte Vorgesetzte gewandt, die auch Türkin ist. Ich sagte, dass ich dafür kein Verständnis habe, die ganze Arbeit an mir hängen bliebe und es wahrscheinlich auch niemand dulden würde, wenn ich mich in der christlichen Fastenzeit so benehmen würde.

Meine Vorgesetzte zeigte Verständnis meinte daraufhin, sie wolle mit Kollegin X sprechen und ihr sagen, dass Fasten Privatvergnügen sei, die Arbeit nicht darunter leiden dürfe und wenn sie beides nicht unter einen Hut kriege, sie sich doch das nächste Mal Urlaub nehmen solle für diese Zeit. Gebracht hat es genau .... nix, da sie als Frau vom Chef einen Sonderstatus in der Firma hat. Meine Vorgesetzte selbst fastet nicht, weil sie ihren beruflichen Verpflichtungen nachgehen muss und weiss, dass sie das nicht durchsteht wenn sie fastet.

Aber ich würde das auf jeden Fall ansprechen.

WmalkiVngcGhos7t


@ Custol

Niemals irgendwen im Arbeitsleben auf eigene Kosten protegieren! Der andere sieht das mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht so altruistisch und fegt dich bei der ersten Gelegenheit aus dem Sattel - die Voraussetzungen dafür würdest du in dem Fall selbst liefern.

Ich würde an deiner Stelle einfach die Tatsachen nennen, aber keine eigenen Schlussfolgerungen bzw. Wertungen vornehmen. Das kann dein Chef dann schön selbst machen.

cmripech"arlxie


Wenn man körperlich schwer arbeitet, ist man lt. Koran vom Fasten ausgenommen. Des Weiteren kann er ausrechnen, was er am Tag für Essen braucht, das den Armen spenden und dann darf er auch normal essen. Das ist alles Koran (aber leider manchmal nicht Theologie-) konform.

s*chNilche.r


Wieso musst Du das dem Chef erklären und nicht der Kollege?

Z_wer)genfrxau


Ich hätte zum Handy gegriffen und den Chef auf die Baustelle gebeten. Vor allem bei der Hitze für zwei zu schufften, ist nicht fair.

Ein Angestellter, der ihm mangels Trinken bei körperlicher Arbeit zusammen klappt/nix mehr arbeiten kann, ist sicherlich nicht in seinem Sinne. Ggfs. freut sich am

Ende die BG und die Anwälte, wenn da was passiert.

Alles weitere (Urlaub, halbe Tage o.ä.) können die beiden dann ausdiskutieren.

chlaPiret


Allerdings würd ich das persönlich mit dem Kollegen nicht so eng sehen, ich bin nämlich sicher der türkische Arbeitskollege würde das auch für dich machen wenn du irgendwie unfähig bist die Arbeit fortzusetzen.

Ja, im Krankheitsfall müssen Kollegen natürlich einspringen. Aber da geht man dann heim bzw. zum Arzt und das läuft über die Krankenkasse. Aber durch eigene Handlung nicht mehr arbeitsfähig sein und ab Mittag nur rumsitzen, weil man keinen Urlaubstag opfern will und den Kollegen bei der Arbeit zuschauen ist eine andere Situation.

Ich würde dem Chef auf jeden Fall den Sachverhalt genau schildern und der muss sich eine Lösung mit dem Kollegen überlegen.

sxchi?lchxer


Allerdings würd ich das persönlich mit dem Kollegen nicht so eng sehen, ich bin nämlich sicher der türkische Arbeitskollege würde das auch für dich machen wenn du irgendwie unfähig bist die Arbeit fortzusetzen.

Sehe ich anders. Da geht's ja nicht um mal kurz einspringen, weil man gerade unpässlich ist. Ramadan ist Privatsache.

Ein Freund hat mir gestern erzählt dass er eine Stelle ausgeschrieben hat für Schicht/Wochenenddienst. Er bekommt eine Anfrage von einer jüdischen Frau, ob sie sich auf die Stelle bewerben kann. Am Samstag kann sie aber aus religiösen Gründen leider nicht arbeiten. ???

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