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Arbeitskollege und Ramadan

E he2malig`er NuDtzerl (#2*82x877)


Naja, Fragen kostet nichts. Hätte ja sein können das sich sowas arrangieren lässt.

Ich wurde mal für einen Nebenjob an der Tankstelle abgelehnt weil ich "nur" von Donnerstag Nachmittag bis Montag früh hätte eingeteilt werden können ..

Boade*bär


Wenn man körperlich schwer arbeitet, ist man lt. Koran vom Fasten ausgenommen. Des Weiteren kann er ausrechnen, was er am Tag für Essen braucht, das den Armen spenden und dann darf er auch normal essen. Das ist alles Koran (aber leider manchmal nicht Theologie-) konform.

Nee. Zu den Fasten-Bestimmungen gibt es unterschiedliche Auslegungen. Sowas wie "Korankonformität" gibt es da nicht.

W2alkOingdGho!st


Nee. Zu den Fasten-Bestimmungen gibt es unterschiedliche Auslegungen. Sowas wie "Korankonformität" gibt es da nicht.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass in solche Auslegungen gewaltig viel Opportunismus mit reinspielt.

B7er{berritzex1


Mal andersherum gedreht:

Dein Kollege kann wegen einer Sportverletzung nicht richtig arbeiten, lässt sich aber nicht krank schreiben, weil z.B. eine Prämie nicht ausgezahlt wird.

Würdest Du dafür Verständnis haben? Ich nicht!

Klare Worte an den Kollegen und ein werturteilsfreier Bericht an den Chef. Außerdem würde ich die weitere Zusammenarbeit mit dem Kollegen ablehnen. Er schuldet eine normale Arbeitsleistung. Wenn er die aus privaten Gründen nicht erbringen kann bleibt nur Urlaub oder vielleicht ein Arbeitszeitkonto, wenn der Chef mitspielt.

Ich fände das höchst unfair, wenn ich das ausbaden müsste und würde da auch nicht mitmachen.

Gruß, die Berberitze

DSieKreuexmi


Würdest Du dafür Verständnis haben? Ich nicht!

Mir macht das arbeiten in einem Team, in dem man für einander auch mal da ist, mehr Spaß als dieses "jeder achtet darauf, dass er bloß nicht zu viel machen muß".

Wenn du aufgrund einer Verletzung länger krank geschrieben bist, nach 6 Wochen aber zurück an deinen Arbeitsplatz kommst, da das Krankengeld einfach nicht ausreicht, und deine Kollegen helfen dir, dich etwas zu entlasten--ok, oder nicht?

Wenn die KiTa streikt und ich erlaube meiner Sekretärin, ihr Kind mit zur Arbeit zu bringen-- ok, oder nicht? Oder soll ich sagen: das ist Ihre private Sache, organisieren Sie eine Betreuung und seien Sie morgen pünktlich ohne Kind da!! Oder -wenn es unbedingt sein muß- nehmen Sie Urlaub.

Also bei uns in der Klinik nehmen wir auf Ramadan Rücksicht, die Ärzte werden dann eben nicht in zuu lange Operationen eingeteilt bzw wenn es zu lange dauert, auch mal ausgelöst. Aber in 99% leisten sie ihre Arbeit, wie alle anderen auch, es sind eher Ausnahmen, dass sie körperliche Schwächen zeigen.

Hier kommt es auf den Kollegen an, ist er hilfsbereit und unterstützt auch andere Kollegen gerne oder ist er das Gegenteil?

ePle/k7tro9boxi


Ich habe aus dem eher kurzen Sommer bisher schon so viele Geschichten aus meinem Umfeld gehört...manches will ich nicht glauben.

In Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern wandeln die Schwestern aus dem Muslimischen Kulturkreis wie Zombies durch die Gegend, und die Kollegen müssen für diese Mitarbeiter denn doppelt aufpassen, damit nichts vergessen wird oder passiert.

Andere können wie dein Kollege keine körperlichen Arbeiten mehr verrichten. In Schulen werden an heißen Tagen täglich Schüler/innen abgeholt wegen Kreislaufkollaps.

Und bisher scheint allen gemeinsam zu sein, dass die Verantwortlichen Vorgesetzten wegschauen. Bloß keinen "Shitstorm" auslösen, oder es in die Nachrichten schaffen weil "diskriminiert" wird.

Also meine ganz persönliche Toleranz-Grenze ist dann überschritten, wenn andere unter diesem absurden Verhalten leiden müssen. Seien es hilflose und abhängige Menschen wie in der Medizin, oder die Steuerzahler, welche die Abtransporte bezahlen müssen (welche dann für andere Unfälle nicht zur Verfügung stehen), oder auch nur der Kollege, der Doppelschichten schieben muss, weil sein Team nur noch mit 50% arbeiten (kann).

WVatexrli2


Laut [[http://www.merkur.de/welt/ramadan-2016-beginn-ende-fastenmonat-islam-id-al-fitr-mm-4972727.html diesem Artikel]] muß nicht gefastet werden, wenn anstrengende Arbeit zu verrichten ist. (Und bei 30 Grad oder mehr ist so ziemlich jede körperliche Arbeit anstrengend....) Aber vermutlich gibt es dazu im Islam verschiedene Auslegungen.

Meine Schüler hätten heute auch bereitwillig das Fasten "verschoben", wenn es Pizza gegeben hätte. ;-) Also ist echt Auslegungssache. Aber das heißt halt auch, dass jeder es persönlich für sich festlegen muss. Und natürlich kann das dann auch ausgenutzt werden, unsere muslimischen Schüler kriegen z.B. ihre Feiertage zusätzlich, am Zuckerfest oder sowas sind die alle einfach nicht da. Die christlichen Feiertage haben sie aber auch, weil da ja kein Lehrer arbeiten geht... ;-)

Ich würde dem Chef das einfach so erklären, dass der Kollege nicht mehr geholfen hat und ihr es deshalb nicht geschafft habt und es ist dann Sache des Chefs, wie er damit umgeht. Letztendlich hat der Kollege auch seine Arbeitsleistung zu bringen und warum er es nicht kann, sollte egal sein. Ich finde auch, dass die Religion Privatsache ist. Dann muss der Kollege sich halt krankmelden, wenn er nach dem halben Tag nicht mehr kann oder die Stunden nacharbeiten oder das Fasten brechen und dieses in seiner Freizeit nachholen, die Möglichkeit gibts wie gesagt und wie er es machen will, muss er danach entscheiden, ob ihm die Arbeit oder die Religion in dem Moment wichtiger ist.

c?l&aibr}ext


Mir macht das arbeiten in einem Team, in dem man für einander auch mal da ist, mehr Spaß als dieses "jeder achtet darauf, dass er bloß nicht zu viel machen muß".

Wenn du aufgrund einer Verletzung länger krank geschrieben bist, nach 6 Wochen aber zurück an deinen Arbeitsplatz kommst, da das Krankengeld einfach nicht ausreicht, und deine Kollegen helfen dir, dich etwas zu entlasten--ok, oder nicht?

Wenn die KiTa streikt und ich erlaube meiner Sekretärin, ihr Kind mit zur Arbeit zu bringen-- ok, oder nicht? Oder soll ich sagen: das ist Ihre private Sache, organisieren Sie eine Betreuung und seien Sie morgen pünktlich ohne Kind da!! Oder -wenn es unbedingt sein muß- nehmen Sie Urlaub.

Es ist aber ein Riesenunterschied, ob die Arbeit durch eine solche Einschränkung nur etwas umorganisiert werden muss oder ob der Kollege wie vom TE beschrieben ab Mittag wirklich zu nichts mehr fähig ist. Letzteres ist schlicht nicht akzeptabel.

S!itlbe rmo(ndaugxe


Wenn man den Chef vorher fragt: "Es ist bald Ramadan, da werde ich wohl nur bis mittags arbeitsfähig sein aber meinen Urlaub benötige ich noch anderweitig" wird ein fairer Chef sich was einfallen lassen.

Und was die SCHÜLER angeht: man kanns auch übertreiben ! Der Koran verlangt von Kindern nicht dass sie fasten und "Pubertäter" können ja anfangen, dass sie frühstücken und die übrigen Mahlzeiten weglassen. Oder nur aufs essen verzichten, wohl aber trinken.

E[hemaHlige'r dNu9tzzer (w#528x611)


Der Kollege könnte ja mit seinem Imam sprechen, ob das Fastenbrechen ok ist.

Dafür sind die Imame ja da...

D4ifeKrumemxi


oder ob der Kollege wie vom TE beschrieben ab Mittag wirklich zu nichts mehr fähig ist. Letzteres ist schlicht nicht akzeptabel.

Bisher wissen wir von einem einzigen Nachmittag, an dem der Kollege ab Mittag nicht mehr arbeitsfähig war,an dem es ganz besonders heiß und schwül war. Wie der TE geschrieben hat, klappt es sonst mit dem Kollegen immer gut und sie verstehen sich prima.

Wenn es also bisher die absolute Ausnahme war / ist, würde ich persönlich jetzt noch kein Faß aufmachen. Klar, der Chef braucht eine Erklärung, wieso die Arbeit nicht geschafft wurde und da berichtet man eben den Grund. Aber ein " nicht akzeptabel" , "höchst unfair", "würde ich nicht mitmachen" etc finde ich bei einem einzigen Nachmittag wirklich überzogen.

EKhemaXligeQr Nutze/r (#5286x11)


Muss mich der Krümi anschließen.

Man kann ja völlig wertfrei dem Chef sagen, wie es war.

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