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Mein zerrüttetes Berufsleben - als Unternehmerstochter :-(

c0arol.inaBxY hat die Diskussion gestartet


Wo fange ich an? - Nun ich bin 36 Jahre und arbeite eigentlich schon immer im Unternehmen (Textil-Einzelhandel) mit meiner Mutter zusammen. Da sich unsere Geschäfte sehr verändert haben, hatte ich unterschiedliche Positionen, die mich aber sehr geformt haben und ich viel gelernt habe. Soweit sogut.

Ich hatte immer mal wieder Ausflüchte aus dem Unternehmen, weil ich mich nicht mehr mit meiner Mutter verstanden habe.

Jetzt brachte sie mich wieder im Sept. 2015 dazu, mich erneut mit ihr einzulassen, weil ja "alles besser geworden ist"... ich hätte dem keinen Glauben schenken dürfen...

Ich fühle mich seitdem nur noch unglücklich. Und ich ärgere mich über mich selbst, dass ich wieder in die Falle getappt bin.

Sie ist eine unmögliche, herablassende Person und macht vor nichts und niemandem Halt, ihre Art durchzusetzen.

Aktuell ist es so, dass in den letzten 5-6 Wochen von ursprünglich 12 Mitarbeitern nur noch 4 da sind. (!!!!!!!) Diese haben alle selbstgekündigt, es war nicht eine einzige firmenbedingte Kündigung dabei. Zu allem Übel hat sie auch noch eine weitere Filiale eröffnet und da ist nun eine Mitarbeiterin abgestellt, die uns auch im Hauptgeschäft fehlt.

Neue MAs zu finden ist unheimlich schwierig, da sie seit über 20 Jahren ihre Geschäfte betreibt und wahrscheinlich schon so gut wie jede Verkäuferin im Umkreis eingestellt hatte. Ich möchte sagen, dass ich bestimmt seit den letzten 20 Jahren an die 500 (!!!) Mitarbeiter habe kommen und gehen sehen.

Ich bin an einem Punkt angekommen, wo ich mit ihrer Art nicht mehr kann. Privates besprechen wir eh nicht mehr, da sie auch hier dominant ist und sehr ungehalten wird, wenn man Ratschläge nicht umsetzt.

Ich habe 2 Kinder und daher war klar, dass ich nur bis 15 Uhr arbeite. Letzte Woche habe ich 6 Tage durchgearbeitet und gestern sagte mir mein Stiefvater, ich solle nächste Woche bis abends arbeiten, weil sie sonst keinen mehr hat.

Ich bin nicht bereit dazu.

Sie hat sich die Suppe selbst eingebrockt mit ihrer herablassenden Art.

Beispiel: Unsere Azubine hat das Schaufenster innen gereinigt und *oh Gott* den Glasreiniger drin stehen lassen. Die arme musste sich eine halbe Stunde ein Szenario anhören, dass das in so einem hochwertigen Geschäft überhaupt nicht gehe und wie sie dazu kommt, so etwas zu tun? HALLO ??? Die spinnt doch. Das nimmt man raus, sagt vielleicht "nächstes Mal nicht vergessen" und fertig...

Ich hatte die letzten Jahre so Pech in meinem Berufsleben... Ich will einfach mal irgendwo bleiben können und mit dem Gehalt überleben können... und inneren Frieden haben....

Argggghhhh - das frisst mich gerade....

Freue mich auf Anregungen. Danke! @:)

Antworten
E:l:afR/emich081x5


Würdest du in dem Unternehmen arbeiten wollen/bleiben wollen wenn es dort keine verwandschaftlichen Verflechtungen gäbe? Nein? Dann würde ich mir an deiner Stelle was neues, anderes suchen. Dort ganz offiziell und förmlich kündigen und fertig...

Wenn deine Mutter weder als Mutter noch als Chefin etwas taugt bist du nicht dazu verpflichtet als Retter in der Not das Unternehmen vor dem drohenden Aus (weil die Mitarbeiter wegen iht weglaufen) zu bewahren.

Du musst auch nicht versuchen erzieherisch auf deine Mutter einzuwirken. Das hätte vermutlich sowieso keinen Erfolg.

Du bist 36 und möchtest endlich irgendwo "ankommen"? Probleme im Betrieb hin oder her, du wärst im elterlichen Betrieb immer emotional eingebunden.

Vielleicht sollst du das Unternehmen ja mal übernehmen? Dann kannst du aber davon ausgehen das die dominante Mutter nicht von heute auf morgen aufhören wird sich ständig und überall einzumischen und ihren Senf abzugeben. Das wäre jedenfalls nichts was ich mir dauerhaft an den Hals binden würde...

Mein Rat ist also: Kündigen, in einem Unternehmen anfangen das seine Mitarbeiter respektiert und mich so weit es geht von der Mutter lösen, räumlich und emotional. Denn am Ende bist du dann noch Schuld am Untergang weil auch du feige das sinkende Schiff verlassen hast wie die Ratten...

S~heiklagxh


Jetzt brachte sie mich wieder im Sept. 2015 dazu, mich erneut mit ihr einzulassen, weil ja "alles besser geworden ist"... ich hätte dem keinen Glauben schenken dürfen...

Such' Dir was Neues - ohne Wenn und Aber.

Die Zeit mit Mutti ist definitiv rum - es sei denn Du willst Dich auf Dauer unglücklich machen. *:)

Skhei^lxagh


Huch, zu früh abgeschickt.

Ich hatte die letzten Jahre so Pech in meinem Berufsleben... Ich will einfach mal irgendwo bleiben können und mit dem Gehalt überleben können... und inneren Frieden haben....

Den findest Du dort aber nicht.

Willst Du also bleiben "weil Du nicht schon wieder wechseln willst?"

Wäre kontraproduktiv...

c{aEroliPnaBY


Danke Elaf für Deine Antwort.

Vielleicht sollst du das Unternehmen ja mal übernehmen?

Ich versuche wirklich seit JAHREN meine Mutter für ein Gespräch zu diesem Thema zu bekommen. Ich will das Geschäft nämlich unter den Voraussetzungen nicht haben. Eben weil, wie du schon richtig sagtest, sie nicht loslassen wird.

Man stelle sich vor, dass ich nicht mal wüsste, wo ich wichtige Unterlagen finde würde, wenn meinen Eltern was zustoßen würde und ich von heute auf morgen das Geschäft am Bein hätte. Ich kenne zwar den Steuerberater, aber nicht mal den Mietvertrag vom Laden oder Personalverträge. Ich finde das unmöglich. Ich renne ja ins offene Messer mit diesem Nicht-Wissen.

Das Geschäft, was wir jetzt haben, ist alteingesessen in Nürnberg - eigentlich ein Selbstläufer. Die Geschäfte davor waren nicht sehr ertragreich - hätte mein Stiefvater nicht immer alles gesponsert, wären diese schon bergab gegangen.

Er hat im Übrigen auch ausgedient, hab ich das Gefühl, weil sie nun finanziell nicht mehr auf ihn angewiesen ist. So schade alles.

c_arolAineaBxY


Ich sehe gerade, wie sie das Geschäft an die Wand fährt... nicht weil keine Kunden kommen, sondern weil die wenigen Mitarbeiter, den Service nicht erbringen können, die das Geschäft erfordert.... so so so so schade...

Die Tätigkeit macht mir sehr viel Spaß, aber so?

PWlüscthb|iexst


Wie alt ist denn deine Mutter?

A7nnale@na13


Ich würde mir auch was komplett anderes suchen. Ohne Familienhintergrund.

cEa%roli_naBY


Sorry, länger nicht geantwortet.

Meine Mutter ist 58.

Meine Frage, die sich in den letzten Tagen noch aufgetan hat ist: Soll ich nur auf einen Büro-Minijob wechseln und ihr nicht komplett den Rücken kehren oder wirklich komplett etwas neues suchen?

Wäre nett, wenn Ihr mir Eure Meinung kurz begründen würdet. Danke!

L(olaxX5


Meine Frage, die sich in den letzten Tagen noch aufgetan hat ist: Soll ich nur auf einen Büro-Minijob wechseln und ihr nicht komplett den Rücken kehren oder wirklich komplett etwas neues suchen?

Ein Büro-Minijob ist keine Zukunftsperspektive. Das würde implizieren, dass du das nur für zwischendurch machst und in Wirklichkeit nach wie vor darauf wartest/hoffst, das Unternehmen deiner Mutter übernehmen zu können. ;-)

Wenn es die Gesundheit deiner Mutter zulässt, kann es leicht sein, dass sie noch 15-20 Jahre ihr Unternehmen weiterführt. So wie sie sich verhält, wäre es schon fast masochistisch, trotzdem ihre Nachfolgerin werden zu wollen.

Ich finde du hast 2 gute Optionen: Entweder du suchst dir einen (möglichst für dich interessanten und zukunftsträchtigen) Job (keinen Büro-Minijob!). Oder du nutzt dein Wissen über die Führung eines Unternehmens, das du bereits hast und machst dein eigenes Geschäft/Unternehmen auf. Bei BEIDEN Optionen sehe ich keine Notwendigkeit, deiner Mutter komplett den Rücken zu zu kehren. Ich finde es reicht, wenn du dich beruflich klar abgrenzt und ihr nicht mehr als Aushilfe zur Verfügung stehst. Es geht schließlich um DEINE Zukunft. Ob und wie deine Mutter ihr Unternehmen gegen die Wand fährt, kann und sollte dir eigentlich egal sein. Sie hat es aufgebaut, wenn sie es jetzt zugrunde richtet, ist das eben so.

FLecri


ich kenn das Thema bestimmende, dominante Mutter und hab auch im Einzelhandel gearbeitet.

Das ist mirt den Schichten und Samstagsarbeit und dem mäßigen Lohn und dem Stress im Verkauf nicht einfach und kostet echt Kraft.

Sofern dann noch psycho Sachen auf der Arbeit dazu kommen ist es zuviel.

Raus da.

Such dir nen anderen Job, wo du respektiert und geachtet wirst.

Lebe dein Leben genau so, wie du es denkst.

Ich hatte auch eines Tages die Frage: will ich meiner Mutter als einzigen Menschen das recht einräumen über meine grenzen zu gehen und mein in mein Leben einzugreifen?

Das hat nichts mit Liebe zutun wenn man das zulässt.

Da muss man sich abgrenzen und die Abgrenzung durchziehen.

Du kannst deine Mutter ncht verändern.

Sie wird sich nicht ändern.

Meine Mutter versucht seit 15 Jahren mit allen möglichen Tricks mich in ihr Leben zu ziehen.

m]nef


Wenn es familiär nicht klappt. wird sich eben was Arbeitszeiten etc. angeht strikt an deinen Arbeitsvertrag und ggf. gesetzliche Regelungen gehalten, ohne "Kannst du nicht mal heute Abend" hier und da. Damit einher ginge allerdings auch, dass dich die Mitarbeiterführung und der Glasreiniger-Gate nichts angehen, so unschön es auch sein mag.

Ist ansonsten irgendwas vorgefallen? Immerhin scheint der Laden seit 20 Jahren gut zu laufen, obwohl deine Mutter dafür kein ideales Händchen zu haben scheint.

Auf lange Sicht hilft aber wohl nur ein anderer Job.

csariolixnaBY


@ feri:

Meine Mutter versucht seit 15 Jahren mit allen möglichen Tricks mich in ihr Leben zu ziehen.

Kannst Du mir das näher erläutern, wie sich das darstellt. Gerne auch per privater Nachricht, falls Du das hier nicht offenlegen möchtest.

@ mnef:

Ist ansonsten irgendwas vorgefallen?

Nein, es ist nichts vorgefallen. Ich habe einfach eine andere Art Mitarbeiter zu führen, zu motivieren und so. Sie kann nur schreien, schlecht reden, nichts positives. Sie kann nicht einen einzigen positiven Satz sagen. Leider.

Ich bin echt mit meiner Kraft am Ende.

Inzwischen hatte ich ein Gespräch mit meiner Mutter und Stiefvater. Puh. Seitdem ist die Beziehung zwischen mir und ihr und zwischen ihr und meinem Stiefvater sehr angespannt. Aufs Äußerste. :-(

Ich leide seit 2 Jahren an meiner Depression. Es hat sie nie interessiert. Ich habe sie darauf angesprochen, warum sie mich nie mal nach meinem Befinden fragt usw. Da meinte sie nur: "Ich habe keine Zeit, mich damit zu beschäftigen und ich WILL mich auch nicht damit beschäftigen. Ich weiß gar nicht, was das ist." Ist das hart oder ist es hart? Ich bin immer noch wie vor den Kopf gestoßen, seitdem sie das gesagt hat. Wie denkt Ihr drüber? So kann man doch nicht normal als Mutter und Tochter auch noch im Arbeitsleben zusammensein?

Mein Partner sieht das komplett anders. Er geht mir inzwischen so sehr auf den Zeiger mit diesem Thema, dass ich meine Abende am liebsten ohne ihn verbringe. Er will unbedingt die Stimmung kitten, eine normale Mutter-Tochter-Beziehung aufbauen. Aber das funktioniert eben nicht. Und ich bin nach 20 Jahren auch nicht mehr in der Lage immer wieder einzulenken und es mit "sie ist halt so" abzutun.

lIott'e52x19


Das hört sich ja schrecklich an was du da durchmachen musst. Und tut mir leid das so sagen zu müssen, aber deine Mutter scheint ja richtiger Horror zu sein...

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, hör am besten sofort auf da zu arbeiten.

Ich wünschte ich wäre im Unternehmen meiner Eltern früher auch mal ausgestiegen.

Bis sie tatsächlich gewillt waren, die Zügel aus der Hand zu geben, hat es sehr viele Jahre gedauert.

Selbst heute noch im hohen Alter versuchen sie mir immer wieder reinzureden.

Wieviele Nerven mich das alles schon gekostet hat und man fühlt sich einfach gar nicht mehr glücklich und wünscht sich nur noch, dass man etwas anderes angefangen hätte, solange es noch ging.

cXarolinxaBY


Hallo Lotte,

ja so denke und fühle ich auch.

Ich will mich nicht ins gemachte Nest setzen und schon gar nicht zu diesen Bedingungen. Ich kann ja schon verstehen, dass man als Unternehmensgründer die Zügel schlecht aus der Hand geben kann, schließlich ist es wie ein Kind.

Aber bei uns ist es eben eine extrem unterschiedliche Auffassung verschiedenster Dinge. Das ist ja auch im Privatleben so.

Meine Mutter hat seitdem ich alleine in den Urlaub fahre, sich noch nie für ein Urlaubsfoto von mir interessiert, außer, es waren die Kinder mit drauf. Echt elendig.

Ich hab bald wieder eine Sitzung bei meiner Psychologin. Ich bin echt durch. :-(

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