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Terrorismus - Und immer wieder Frankreich...?!

b;eccgaria hat die Diskussion gestartet


Hallo Community,

heute komme ich mal mit politischen Überlegungen, fernab von Med...wobei das seelische Wohl ja schon beeinflusst sein kann bei Ereignissen wie in letzter Zeit.

Meine Frage (ehe ich in die Materie gehe und somit zur Aluhutfraktion zugeschrieben werden könnte :-p )

Wieso trifft es eigentlich ständig Frankreich?

Sind da noch alte Rechnungen offen (Besatzung)?

Woher kam der Terrorismus plötzlich? Erschaffen durch die Geld- und Ölgier der Westler, ausgestatt mit Waffen unserer Waffenlobby? Destabilisierung durch die US-Kriege?

Und wieso werden eigentlich auch in muslimischen Ländern Anschläge gemacht?

Könnten die Verschwörungstheoretiker gar nicht so falsch liegen?

In Frankreich werde womöglich ein Bürgeraufstand angestachelt , um den erst Nato-erzu rechtfertigen.

Nun auch noch der Putsch in der Türkei. Wann gebar ein Putsch was Gutes?

War die politische Gesamtlage der Welt in den letzten 30, 40 Jahren je so chaotisch oder destruktiv wie seit den 2000ern? %:| %:|

Antworten
kfleiner_d,rachen/stexrn


Warst du schon mal in den Banlieus Frankreichs (oder auch Belgiens)?

Dann würde dich das wohl weniger wundern. Da wohnen in riesigen Hochhausslums junge Menschen aus den ehemaligen Kolonien und andere Migranten ohne jegliche Perspektive, zusammengepfercht, unter sich im Elend. Prostitution, Gewalt, Drogen und Kriminalität sind dort ganz normal.

Die jungen Leute fahren dann in die Städte und verscherbeln dort an genervte Touris Getränke, Selfie-Sticks und Souvenirs, immer auf der Flucht vor der Polizei, die auch oft übergriffig wird.

Der ideale Nährboden für radikale Ideen also und auch der radikalie Isalmismus ist nur eine radikale Idee, die in diesem Klima hervorragend gedeiht.

Der Putsch in der Türkei ist wieder etwas ganz anderes. Das Militär ist in guter Atatürk-Tradition, denen ist der rückwärtsgewandte Erdogan und sein Islamismus schon sehr lange ein Dorn im Auge.

Die Welt ist einfach kein netter Ort! War sie noch nie und wird sie nie sein - zumindest so lange es Grenzen, Religionen und Ideologien (und wahrscheinlich Menschen) gibt.

kHleinero_drach>ensterxn


War die politische Gesamtlage der Welt in den letzten 30, 40 Jahren je so chaotisch oder destruktiv wie seit den 2000ern?

Ich sage nur:

Pershing-Doppel-Beschluss

Kuba-Krise

Vietnam

Jugoslawien-Krieg

Plästina

IRA

ETA

RAF

.... beliebig fortsetzbar.

Es ist wohl eher so, dass das Leben in Europa im Jahr 2000+ so ruhig und friedlich geworden ist, dass die gefühlte Ordnung wegen ein paar Anschlägen zusammenbricht.

In meiner Jugend war z.B. Belfast täglich als Kriegschauplatz in den Nachrichten so wie viele andere Ziele in relativer Nähe auch, vom Krieg in Jugoslawien gar nicht zu reden!

mUari)posNa


Wieso trifft es eigentlich ständig Frankreich?

Frankreich hat als ehemalige Kolonialmacht einen hohen Bevölkerungsanteil an Menschen aus dem Maghreb. Algerien wurde sogar als Teil des Vaterlands (part de la patrie) betrachtet; alle Algerier hatten somit die französische Staatsbürgerschaft.

Die Immigranten leben in den Banlieues der großen Städte, chancenlos, denn für sie gibt es weder Arbeit noch Perspektiven. Die Kriminalität ist enorm hoch, No-Go-Areas sogar für die Polizei. Der frühere (und wenn es nach ihm geht: auch der nächste) Präsident Sarkozy wollte die Banlieue parisienne mit dem Kärcher säubern ('il faut les kärcher'), und Marseille wird inzwischen als nordafrikanische Enklave angesehen.

Da ist der Nährboden für die Rekrutierung durch den IS.

m1ar9iposxa


banlieue - Bannmeile

MHackkabxi


Der Vizepräsident der Konferenz der Imane Frankreichs ist zurückgetreten.

[[http://www.katholisches.info/2016/07/15/frankreichs-vizepraesident-der-imame-tritt-zurueck-wir-muessen-die-wahrheit-sagen-islam-und-islamismus-nicht-mehr-zu-unterscheiden/]]

(man kann den Artikel auch mit eingeschaltetem Addblocker lesen: einfach runterscrollen)

Mga>kkxabi


Die Immigranten leben in den Banlieues der großen Städte, chancenlos, denn für sie gibt es weder Arbeit noch Perspektiven.

Das ist so nicht richtig und sollte weiter differenziert werden:

Vietnamesen, Laoten, Kampudscher und andere Asiaten fallen nicht auf.

Dazu auch Wiki:

"Traditionell verfolgte Frankreich eine Politik der Assimilation der Einwanderer, so dass frühere Einwanderergruppen nach einiger Zeit vollständig in der französischen Gesellschaft aufgingen und bei ihren Nachkommen ihre Herkunft nur durch ihre italienischen, spanischen oder polnischen Namen erkennbar ist. Dies stieß nun auf seine Grenzen, da vor allem muslimische Zuwanderer auf ihrer kulturellen Eigenständigkeit bestehen. Gerade die Religion stellt in Frankreich, das eine streng laizistische Politik verfolgt, eine häufige Konfliktursache dar."

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Einwanderung#Einwanderung_nach_Frankreich]]

Rian{orxa


Noch kurz dazu:

Und wieso werden eigentlich auch in muslimischen Ländern Anschläge gemacht?

Weil es nicht "die Muslime" gibt. Aktuell gehen die meisten Anschläge direkt oder indirekt vom sogenannten Islamischen Staat aus, einer sunnitischen Miliz. Attackiert werden hauptsächlich andere Muslime wie Schiiten, Alawiten usw. oder auch beispielsweise christliche oder jesidische Minderheiten.

mOariiposxa


Das ist so nicht richtig

Ich habe ausschließlich maghrebinische Immigranten gemeint; pardon, wenn das nicht deutlich genug war.

C5omrAaxn


So wie sich die Informationen zu Nizza gerade entwickeln, war es kein Terror, sondern ein kranker Amoklauf. Der Hintergrund religiösen oder politischen Extremismus wird immer unwahrscheinlicher.

MEakkaxbi


So wie sich die Informationen zu Nizza gerade entwickeln, war es kein Terror, sondern ein kranker Amoklauf.

Sicher?

[[http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-07/is-bekennt-sich-zu-anschlag-in-nizza]]

Aber selbst wenn Du recht behälst, möchte ich aus meinem anderen Link zitieren:

"Inzwischen ist es schwer, den Islam vom Islamismus zu unterscheiden." Mit dieser Begründung gab Hocine Drouiche, der Imam von Nimes, seinen Rücktritt bekannt.

Es ist also selbst für einen Imam nicht mehr ohne weiteres zu sagen, welche Akte "islamistisch" sind, und welche nur "islamisch"; meint: es ist sehr schwer geworden, zu sagen, der Amoklauf war ein terroristischer Akt oder nur der Akt eines Menschen auf dem Weg zu rechten Glauben.

Nach den Angriffen in Paris schrieb er:

Von den Muslimen ist kein wirklicher Einsatz gekommen, eine Lösung für das große Problem der Radikalisierung und des Hasses zu finden. Ich hoffe, daß die Ereignisse von Paris die Muslime in Frankreich und in ganz Europa aufwecken, um unser Zusammenleben und die Zukunft unserer Gesellschaften zu retten.

Schau dir die arabischen Facebookseiten an: Der Anschlag in Nizza wird gefeiert, wie der in Brüssel, Paris.

Man kann auch mal die Quelle lesen: koran-auf-deutsch.de - ich fand es erhellend.

BVurgomxan


Auffallend ist schon, dass die Anschläge immer irgendwas mit dem Islam zu tun haben bzw dazu eine Verbindung besteht. Und in D versucht man uns einzureden, dass der Islam üüüüberhaupt keine Rolle spielt, allen voran der Vorsitzende des Zentralrats.

So wie es aussieht müssen die sich jetzt alle paar Wochen eine neue Ausrede einfallen lassen, denn es ist nicht mehr von der Hand zu weisen, dass die Welt ein Islam-Problem hat.

Y#aHxbb


Schau dir die arabischen Facebookseiten an: Der Anschlag in Nizza wird gefeiert, wie der in Brüssel, Paris.

So ein Blödsinn, sorry. Es mag zwar sicherlich viele Facebookseiten geben bei denen radikal muslimisches Gedankengut eine übergeordnete Rolle spielt, aber hier wieder mal alle Muslime in eine Topf zu schmeißen halte ich für total verkehrt.

In meinem Umfeld, und ich lebe momentan im Nahen Osten(nee, nicht Israel), waren alle auf Grund des Anschlages in Nizza schockiert. Viele militante Organisationen wie z.B. Hisbollah z.B haben sich deutlich zum Vorfall geäußert, und bedauern diesen sehr. Von einer flächendeckenden muslimischen Schadenfreude kann wirklich keine Rede sein.

Eher im Gegenteil. auch hier hat die Mehrheit der Bevölkerung richtig Angst vor dem Islamischen Staat.

Man kann auch mal die Quelle lesen: koran-auf-deutsch.de - ich fand es erhellend.

Wascheinlich hast du nur noch nicht die "ach so friedliche" Bibel gelesen. Die Steht dem Koran in Brutalität und Gewalt in nichts nach.

MJakka]bi


Wascheinlich hast du nur noch nicht die "ach so friedliche" Bibel gelesen.

Doch habe ich (außer Levitikus und Sprüche - die sind langweilig): Aufforderungen wie diese:

"In die Herzen der Ungläubigen werde Ich Schrecken werfen. Treffet (sie) oberhalb des Nackens und schlagt ihnen die Fingerspitzen ab!"

Habe ich nicht gelesen. (Bitte beachte auch, dass die Basis des Christentum das NT ist. Die Zusammenstellung mit dem AT oll die Verwandlung eines strafenden in einen liebendn, verzeihenden Gott zeigen.

M|akkfabi


Wascheinlich hast du nur noch nicht die "ach so friedliche" Bibel gelesen.

Ach ja, mein Lieblingsbuch ist im übrigen Kohelet. *:)

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