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Gaszentralheizung, was zahlt ihr?

LB.Rva<nPel%t hat die Diskussion gestartet


Kurz vorweg: es geht hier nicht um mich, sondern um einen Freund. Ich habe eine eigene Therme und einen eigenen Vertrag mit einem Gasanbieter.

Er hat von seinem Vermieter eine Nebenkostennachzahlung bekommen, die mich erstmal stutzig machte. Hauptposten sind die Heizkosten.

Selber habe ich keine Erfahrung mit Zentralheizungen und hab mich dann erstmal ein bisschen eingelesen, wie die Rechnung zu lesen ist (Festanteil, Verbrauchsanteil, Heiznebenkosten usw.). Schaut man online, findet man Allgemeinplätze - aber niemals konkrete Zahlen. Daher wäre ich euch dankbar, wenn ihr mal auf die Werte schauen könntet oder mal eure zum Vergleich nennt.

Die Wohnung ist in einem Mietobjekt von 209qm mit 4 Parteien. Er bewohnt darin 52qm, worin aber nur 2 Räume (ca 30qm) über jeweils einen Heizkörper beheizt werden. Obwohl er nur 25% der Wohnfläche hält, soll er über 30% der Heizkosten tragen, obwohl tatsächlich nicht viel geheizt wurde. Es ist leider nicht ersichtlich, wie der Schlüssel auf die anderen Parteien aufgeteilt ist und ein Ablesefehler kommt wohl auch nicht selten vor, ebenso der "Faktor" mit dem der abgelesene Wert multipliziert wird - es werden ja nur "Heizkosteneinheiten" ermittelt und keine verbrauchten Kilowattstunden angegeben.

Aber nun zum eigentlichen Problem:

Gesamt wurden im den Haus knapp 30.000Kwh verbraucht (was nicht unrealistisch ist), dieser Posten als "Brennstoffkosten/Gas" aber ca 3.100 EUR beziffert :-o . Ein Vergleich im Internet brachte zu Tage, dass der Standardanbieter in der Gegend dafür unter 1.900 EUR nimmt, inklusive aller Kosten. Ein alternativer Anbieter wäre natürlich nochmal deutlich günstiger.

Hinzu kommen nochmal "Heiznebenkosten" von 400 EUR, wovon ein Hauptteil der angeblich verbrauchte Strom für die Heizanlage ausmacht. Der Rechnungsdienst nimmt auch nochmal 75 EUR (wenn ich mich korrekt erinnere, ist dies in den Heiznebenkosten enthalten/aufgeführt).

Ich habe 9 Heizkörper in meinem Haushalt und das ganze Jahr wird auch noch Heisswasser über die Therme aufbereitet (läuft dort über nen Strom-Durchlaufherhitzer) und meine Rechnung fällt dennoch deutlich geringer aus.

Weitere Belege zu den Nebenkosten gibt es übrigens nicht - weder zum verbrauchten Strom, noch vom genutzten Gasanbieter. Diese werden aber selbstverständlich nun angefordert.

Antworten
Gpeburtjstaglskind


Ich hatte zuletzt eine Gaszentralheizung in einem Mehrfamilienhaus. Meine Wohnung hatte 39qm, die anderen Wohnungen waren größer, aber die Heizkosten wurden trotzdem durch die Anzahl der Wohnungen geteilt.

Ich hatte monatlich 26 Euro an Heizkosten bezahlt. Der Herd war mit Strom. Geheizt wurde nur mit Gas. Jetzt wo ich umgezogen bin und eine eigene Gasheizung habe sind es ein paar Euro weniger.

L$.vganP?elt


Danke für Deine Antwort.

Wir haben inzwischen herausgefunden, warum die Heizkosten so exorbitant hoch sind. Die Eigentümergemeinschaft nutzt "Contracting".

Wir versuchen gerade herauszufinden, inwiefern die dadurch immens höheren Kosten überhaupt auf ihn als Mieter stumpf umgelegt werden können. Das ist nämlich alles eine ziemliche Sauerei.

Pblüsc"hbiexst


Ist das Contracting so was wie Outsourcing der Heizungsanlage? ":/

Soll heißen, die Wohnungseigentümer bzw. die Eigentümergemeinschaft müssen sich um alles bezüglich der Heizungsanlage nicht selbst kümmern?

Polüsch;biest


Der Bundesgerichtshof hat sich in mehreren Urteilen zu dieser Problematik geäußert. Nach dem Urteil vom 6.4.2005 (Az. VIII ZR 54/04) dürfen höhere Kosten durch das Contracting nur dann auf den Mieter umgelegt werden, wenn dies mietvertraglich vereinbart ist.

[[http://lexikon.immobilien-fachwissen.de/index.php?UID=313690806&ATOZ=C&;KEYWORDID=4601]]

La.vanXPelxt


@ Plüschbiest

Vielen Dank! @:)

Ja, genau das ist der Fall. Und wie es scheint, war es dem Eigentümer der Wohnung wohl selbst nicht bekannt (er musste erstmal auf der Eigentümerversammlung nachfragen, wie die hohen Heizkosten zustande kommen und erst im zweiten oder dritten Kontakt mit ihm fiel der Begriff "Contracting").

Inwiefern das nun umlegbar ist usw., ist die große Frage, da gibt es nach unseren bisherigen Recherchen unterschiedliche Rechtsprechung bzw. noch keine klare Rechtlage.

Zumindest ist es ne ziemliche Sauerei, weil sich da Eigentümer/Vermieter um die Kosten für eine Heizungsanlage drücken, bzw. über Umwege diese den Mietern aufdrücken (obwohl das Vorhandsein einer Heizung ja eigentlich Teil der Kaltmiete ist, denn ohne darf man ja gar nicht vermieten, ebenso wie beispielsweise Fenster).

Nach unserem bisherigen Stand sieht es wohl ganz gut aus, weil das Contracting explizit vereinbahrt bzw. kommuniziert sein muss und die Erhöhung der Kosten auch vertretbar bleiben müssen. All' dies ist nicht gegeben. Aber Recht haben und Recht bekommen ist ja leider auch immer so ne Sache...

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