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Arbeitslos - wie weiter?

NVix_zOu_!schxwör hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich in meiner Situaton etwas ratlos bin. Derzeit bin ich (mal wieder) arbeitslos bzw. in on-and-off-Beschäftigung, das schlaucht ganz schön.

Studiert habe ich Ingenieurwesen, Weiterbildung in BWL, wurde nach 10 Jahren als Ingenieur gefeuert aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in meiner Branche, seither immer dasselbe: arbeitslos, finde was, werde eingestellt um dann nach ein paar Monaten wieder gekündigt zu werden da die Aufträge eingebrochen sind. Dann wieder der ganze Bewerbungsmarathon von vorn. Davon hab ich nun mehr als genug. Es reicht. Sieht auch blöd im Lebenslauf aus.

Der Quereinstieg in andere, zukunftsträchtigere, wachsende Branchen scheiterte bisher aufgrund mangelnder Erfahrung in diesen Bereichen.

Habt ihr einen Tip, was ich in meiner Situation noch tun könnte? Evtl. etwas, woran ich noch gar nicht gedacht habe?

Gehe nun auf über 40 zu und befürchte dann auch zum alten Eisen zu gehören und in der Dauer-Arbeitslosigkeit zu versinken.

Rückblickend bedaure ich, Ingenieurwesen studiert zu haben, weil es einfach zu konjunkturabhängig ist. Hilft mir leider jetzt nicht mehr weiter...

Tja, mittlerweile überlege ich sogar in meinem Alter wieder zu studieren, was mit mehr Sicherheit, nur was ?

Gibts da was, was auf meiner Vorbildung aufbaut?

Bin für alle Anregungen dankbar,

Grüsse

Antworten
L>ean%ah


Rückblickend bedaure ich, Ingenieurwesen studiert zu haben, weil es einfach zu konjunkturabhängig ist. Hilft mir leider jetzt nicht mehr weiter...

Ich muss gestehen, dass ich den Beruf als Ingenieur immer als sicher gehalten habe. Dachte, die werden händeringend gesucht. ":/

Habt ihr einen Tip, was ich in meiner Situation noch tun könnte? Evtl. etwas, woran ich noch gar nicht gedacht habe?

Bist du räumlich gebunden? Ansonsten würde ein Wechsel in eine andere Region vielleicht schon helfen. Eventuell sieht da die Joblage besser aus als in deiner Region?

Nbix_z!u_/scwhwökr


Bin durch meine Familie regional gebunden (das spielt aber keine Rolle, da ich in einer industriestarken Region lebe, wenn die Auftragslage der Unternehmen mies ist, kommt halt eine Kündigungswelle.

Einige Spezialisierungen sind gesucht, das stimmt. Aber für die grossen Ingenieursdisziplinen würde ich das nicht mehr behaupten.

hve/ute_h"ier


Hallo Nix_zu_schwör,

ich kann dir nur dringend empfehlen, dich mit deinem Wissen auf den aktuellsten Stand zu halten und dich weiterzubilden. Wenn du jetzt arbeitslos bist, finanziert das vielleicht das Arbeitsamt. Oder es gibt auch die Möglichkeit eines aufbauenden Fernstudiums oder eben auch Selbststudium (dann halt ohne Zertifikat).

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass soetwas bei Arbeitgebern extrem gern gesehen wird. Dein Studienabschluss ist ja bereits eine Weile her und im technischen Bereich sollte man sich stets auf dem Laufenden halten. Jedenfalls zeigst du damit zukünftigen Arbeitgebern deinen Leistungswillen und deine Lücke im Lebenslauf ist sinnvoll gefüllt.

Zusätzlich würde ich mich über z.B. kununu über potenzielle Unternehmen informieren. Nicht überall wird bei schlechter Auftragslage gleich entlassen - eher versucht man die Leute zu halten. Ich kann das nur für Berlin sagen und weiß nicht, welches deine Region ist.

Viel Erfolg und Durchhaltevermögen!

C'omrIa+n


Gehe nun auf über 40 zu und befürchte dann auch zum alten Eisen zu gehören und in der Dauer-Arbeitslosigkeit zu versinken.

Ich würde mal behaupten, dass man mit Mitte 40 ein gefragter und erfahrener Mitarbeiter ist, den man noch 20 Jahre beschäftigen kann. "Altes Eisen" ist man vielleicht mit 60, wenn es langsam unrentabel ist, jemanden noch bis zum Renteneintritt zu integrieren.

Blöd mit den laufenden Wechseln, aber wenn deine Leerlaufzeiten nicht zu lange waren, sehe ich darin kein Problem. Dafür kennst du einige Unternehmen und hast vielfältige Praxis kennengelernt. Die Arbeitszeugnisse dürften ja leistungsgerecht gut ausfallen, wenn die Kündigung jeweils aus betrieblichen Belangen war.

Ich drücke dir die Daumen für die Bewerbungen! :)^

AbBCx01


welche Fachrichtung oder Branche hast Du denn gemacht?

NEix_zu,_sc!hKwuöJr


@ ABC01:

MB, leider keine Wachstumsbranche.

ATB`C0x1


Hallo Nix_zu_schwör

MB interpretiere ich als Maschinenbau. Das hat doch Konjuntur zur Zeit. Dann baute Deine letzte Firma für die falsche Branche. Die Ziel-Kunden hatten keine Konjunktur! So in etwa hast Du am Anfang auch schon geschrieben. Mit der richtigen Branche kein Problem. Über Deutschland rollt in nächster Zeit eine riesige Automatisierungswelle. Eine Branche die Geld verdient und wächst wählen.

Einsteigen bei einem Ingenieurdienstleister (Werkvertrag oder Zeitarbeit) die Fragen nicht lange wegen der Qualifikation oder Bewerbung. Ziel: Einen Einsatz in der richtigen Branche !! Erfahrung sammeln. Eventuell einen Kurs machen. z.B. Roboterprogrammierung.Wenns wieder passt versuchen einen interessanteren Vertrag zu bekommen. Viel Glück.

AOBC011


Möchte ich noch sagen. Das Arbeitsamt (Agentur) fördert vielleicht einen Kurs den Du vorab machen kannst. Vielleicht gibt es was wo ein Praxisteil in einer Firma dabei ist (bfz Kurs) Wichtig, die richtige Branche und Richtung. Das muss vorher klar sein. Auch beim Einstieg in Zeitarbeit. Wenn die Richtung nicht passt, gnadenlos wieder umsteigen! Sich nix denken dabei wegen Lebenslauf.

Hilft manchmal auch. Eine weniger Interessante Stelle in einer interessanten Firma zum einsteigen nutzen, wo sich wenige nur darauf bewerben und man eine Chance hat. Auch eine Firma die mies zahlt in der richtigen Branche könnte der Einstieg gelingen. Dann Erfahrung sammeln.

Ansonsten ist leider so dass die Firmen immer Geil auf den sogenannten knappen jungen Nachwuchs sind und Stellen über Diplomanten usw. besetzen. Kappieren nicht, dass ein fitter 50 jähriger noch 10 Jahre seine Erfahrung in den Betrieb einbringen kann und an die jüngeren weitergeben, vor er dann in Rente geht. Viele Firmen kratzen dann mit zu wenig Knowhow herum und wollen mit den Anfänger- oder Inzuchtmitarbeitern immer agile Entwicklung oder Scrum machem. In Wirklichkeit machen sie schlechte Personalarbeit.

A&BC[0x1


Interessiert mich noch: In welcher Branche Du warst.

H4aixm


Dem Ingenieur ist nix zu schwör, hehe

kannst du dich selbstständig machen ?

Ich hab auch Jahre mit Bewerbungen schreiben verschwendet

h8eute_hyiexr


@ ABC01

Das würde mich jetzt brennend interessieren (bin nicht aus dem Ingenieursbereich) wie das mit der Automatisierungswelle genau aussieht.

Ich wechsel im Oktober zu einem Automatisierungs- und Softwaretechnik-Unternehmen. Die hatten letztes Jahr den Rekordumsatz in ihrem 25-jährigen Bestehen.

Vielleicht hilft das auch Nix-zu-schwör :)z

A+BC01


Hallo heute_hier

Stichwort: Industrie 4.0

[[https://www.bmbf.de/de/zukunftsprojekt-industrie-4-0-848.html]]

Auf der Webseite sind re. unten zwei Links zu Publikationen

[[https://www.bmbf.de/pub/Industrie_4.0.pdf]]

[[https://www.bmbf.de/pub/Zukunftsbild_Industrie_40.pdf]]

Ansonsten, autonome Fahren, wo Tesla gerade Schlagzeilen macht

Verkehr, Logistik, Überwachung, wird automatisiert.

Eine enorme Menge an Automaten verschiedenster Art.

Maschinen für winzigste Systeme -> Reinraumtechnik

Schau Dir das einmal an:

[[https://www.youtube.com/watch?v=rVlhMGQgDkY]]

Das bist das was öffentlich sichtbar ist. Ich möchste nicht wissen was es schon in Militärlabors gibt.

Eigentlich sind gerade alle Hi-Tech Industriebereiche dabei ihre Weiterentwicklung extrem zu beschleunigen. Es ist unglaublich was passiert. Die zunehmende Geschwindigkeit und was kommt ist schwer vorstellbar. Dazu kommt dass in den letztem Jahren 1,4 Mrd Chinesen in die moderne Industrialisierung mit eingestiegen sind oder zunehmend einsteigen werden. Natürlich auch weitere Länder wie Indien. Wenn in den bevölkerungsreichen Ländern nur ein gewisser Prozentsatz gut ausgebildet oder gebildet ist, sind das schon einen enorme Menge an Personenen, die zusätzlich den technischen Fortschritt vorantreiben. Damit unser Planet das verkraftet wird es zusätzliche Technik benötigen. In Zukunft wird auch sehr viel mehr wieder verwertet müssen. Das bedeutet dass chemische Stoffe oder Abfälle komplett zerlegt werden müssen um die Rohstoffe oder wertvolle Zwischenprodukte zu gewinnen. Moderne Chemie und Biochemie, mod. Organismen werden das leisten müssen.

Die ganze Biotechnologie, Moleküle nach Maß, Medikamente nach Maß (Designer)

Stichwort Losgröße 1: Unglaublich viele Varianten, konfigurationsmöglichkeiten. Individualisierung.

Dazu das ganze Rapid Prototyping (auch 3D Druck). Auch MicroSysteme die benötigt werden, werden ganz neue Produktionen entstehen lassen.

Das ganze Thema "Big Data" benötigt extrem viel Software und Computer (Rechenleistung) Maschinen brauchen Beschreibungen der Umgebung (Als Mensch würde man sagen Gebrauchsanweisungen). Intelligente Algorithmen zum steuern von Abläufen. Beim Mensch wäre das trainieren einer bestimmten Fertigkeit.

usw ....

Ist nur ein winziger Ausblick. Wer jetzt anfängt zu arbeiten wird noch unglaubliches erleben bis er in den Ruhestand geht (Außer es gibt Rückschläge durch Wirtschaftkrisen, Kriege, Verseuchung ... Das System wird auch anfälliger durch die enorme Komplxität)

Es wird voraussichtlich enorm viele neue Service - Jobs geben müssen. Globalisierung. Man kann nicht ständig ins Ausland fliegen wegen Kleinigkeiten. Vernetzung und Videokonferenzen und digitale Arbeitsumgebungen, wird alles massenhaft benötigt in der Zukunft.

Könnte da noch ein paar Stunden schreiben.....

Tsa=pks


Kappieren nicht, dass ein fitter 50 jähriger noch 10 Jahre seine Erfahrung in den Betrieb einbringen kann

Und was machen die knapp 60jähreigen, die immer noch ca. 7 Jahre bis zum Rentenbeginn zu arbeiten haben? Wir würden uns gerne noch neuen Herausforderungen stellen und nicht das restliche Arbeitsleben vor uns hindümpeln.

Leider sieht es die Industrie dann doch ein "wenig" anders, als das Bundesministerium.

Verkehr, Logistik, Überwachung, wird automatisiert.

An sich schon, nur werden die "Alten" mir geht die Hutschnur hoch, wenn 50jährige als alt bezeichnet werden in genau den Bereichen entlassen, um dafür junge unbedarfte, vor allem billigere Kräfte einzustellen.

Gehe nun auf über 40 zu und befürchte dann auch zum alten Eisen zu gehören und in der Dauer-Arbeitslosigkeit zu versinken.

Unsere Erfahrungen sagen, dass man bis 50 noch reelle Chancen hat, darüber hinaus wird es dann fast unmöglich.

Und wie ABC01 andeutet, Automatisierung hat Zukunft. Vielleicht wäre eine vom Arbeitsamt gesponserte Weiterbildung in Richtung IT was für dich?

hJeut@e_hixer


@ ABC01

Das klingt alles sehr interessant und danke für die links.

Als Nicht-Nerd ist das für mich eine völlig neue Welt.

Klar - eine Schlagworte sind mir schon bekannt, aber nicht was dahinter steckt.

Könnte da noch ein paar Stunden schreiben.....

Mach das bitte gern, wenn du Muße hast :)^

Ich könnt da stundenlang zuhören bzw. hier lesen.

Würde mich sehr freuen @:)

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