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Soziale Phobie/ Asperger welche Ausbildung für Tochter möglich?

E;hemaliger N*utzer (5#528611x)


Also irgendwas mot putzen. Febster, Fußböden, Industrie, oder ne Reinigung für Kleidung.

J:anuar}bluxme


In der Tat ist es so, dass sie sehr ordnungsliebend ist. Ihr Zimmer ist immer tip top. Sie packt alles gleich weg, nichts liegt rum. Aber Reinigung? Na, ja.

BeutZch


Moin,

ich habe zwei Bekannte, die beide Autisten sind. Bei dem einen ist es verbrieft, bei dem anderen ist man, bedingt durch das Alter (heute um die 50), erst im Erwachsenenalter dahinter gekommen, das er es wohl hat. Zumindest lässt vieles in seinem Verhalten, von der Kindheit bis heute, darauf schließen.

Beruflich sind beide in der IT-Branche untergekommen. Der eine ist Mathematiker geworden, hat sogar promoviert, der andere hat Elektrotechnik studiert.

Ich hatte den Eindruck, dass beide in dieser Branche ganz gut aufgehoben sind. Beide haben etwas woran sie forschen können und dennoch haben sie mit Menschen zu tun, also wenigen Kollegen (1-3) in kleinen Teams mit einem Vorgesetzten.

Ich glaube beide fühlen sich da ganz wohl.

Wäre das etwas für deine Tochter?

Mwin[naly


In der IT-Branche gibt es Unternehmen, die ganz gezielt Asperger-Autisten einstellen. Die Erklärung war, dass diese durch besonders strukturiertes Denken in ganz kurzer Zeit komplexe Graphiken erstellen können.

Das habe ich mitbekommen, weil in der der Klasse meines Cousins ein Mädchen Asperger hat. Die Kleine hat(te) auch viele soziale Probleme, ist aber in Mathe extrem stark.

Was vielleicht auch etwas wäre... wenn Deine Tochter ein Abi hinbekommt, ein Studium der Rechtswissenschaften? Die einzige Hürde könnte dann das Referendariat sein, bis zu einem gewissen Grad muss man sich in dieser Zeit mit Menschen abgeben. Danach könnte sie super in einer Behörde unterkommen. Die nehmen gerne Schwerbehinderte und es gibt für Juristen da auch ganz viele Jobs, die wenig soziale Interaktion erfordern.

J#anuSarbxlume


Meine Tochter hat Abi gemacht. Schnitt 3,0. Leider nur im Souialen und Gesundheitswesen. Nach der elften Klasse mußte sie das Gymnasium wegen Mobbings und einem Nervenzusammenbruch verlassen. Mathe kann sie gar niccht. Hat auf dem Zeugnis noch eine 4 bekommen. Die aber nur, mit ganz viel Nachhilfe. Sie ist in Deutsch, Latein, Englisch und Spanisch sehr gut gewesen. Für die Klausuren brauchte sie nicht lernen, hatte beinahe ein fotografisches Gedächtnis.

Deklinieren fiel ihr nicht schwer. Nur, auf Menschen zugehen. Sie ist hübsch, zwar nur 1,66m groß, und hat schon gemoddelt. Sich zu präsentieren, gefühlte tausend Selfies am Tag zu schießen macht ihr Spaß.

Sie ist innerlich sehr angespannt. Die Ärzte meinen, sie ist erst jetzt richtig in der Pubertät. Versucht sich von uns Eltern abzugrenzen. Das kannten wir bisher nicht, ist ja ein normaler Prozess.

Da sie beim Fachabi in einer Schule für geistig behinderte Kinder ein Praktikum gemacht hat, gefiel ihr der Beruf sehr gut. Allerdings fand keine Interaktion mit den Erziehern, Lehrern statt.

Nebenbei arbeitet sie füpr die Lebenshilfe, betreut behinderte Kinder. Aber, auch da kommt sie oft an ihre Grenzen.

Dieser Test beim medizinischen Dienst, hat ja ergeben, dass sie nicht belastbar ist. Deswegen ist ja alles so schwer.

In der IT Welt würde sie sich nicht zurecht finden. Klar, kann sie den PC bedienen mit Office arbeiten, aber das war es auch schon.

Ich muß dazu noch sagen, dass sie leider auch ADHS hat. Ist in der Pubertät aber viel besser geworden. Heißt aber, mit der Konzentration hat siee es auch nicht so. 8 Stunden im Büro sitzen, würde sie wahrscheinlich auch wieder überfordern. Was bleibt da noch?

B4aQdebäxr


Verstehe ich das richtig, dass sie bis auf den Aufenthalt in der Klinik noch nie eine Therapie gemacht hat? Auch nicht bezüglich des ADHS und Depressionen?

JUanuUarbxlume


@ Badebär,

doch. Seit ihrem sechsten Lebensjahr. Damals wurde ADHS behandelt. Dieses Jahr bekamen wir nach langer Diagnostik erst die Dieagnose Asperger.

Sie hat eine ambulanzte Verhaltenstherapie gemacht, die nichts gebracht hat. Das war immer mehr wie ein Kaffeekränzchen, dann war sie zweimal stationär. Auich die Aufenthalte haben nichts gebracht.

Sie ist erst vorgstern aus der Klinik raus, die keine Asperger Problematik sah. In den Kliniken ist es leider so, dass es zu wenig Therapeuten gibt. In unserem Fall war Urlaubszeit und einige Therapeuten waren krank. Und, ein Wochengespräch mit der Ärztin, bzw. Psychologin war einfach zu wenig.

Außerdem hat man nicht außerhalb der Klinik was geemacht. Das heißt, geübt auf Menschen zuzugehen. Da erhoffen wir uns von der Autismustherapie, die einbmal wöchentlich ab September stattfinden wird, mehr

BIadebxär


Verstehe, was für eine blöde Situation :-/

Ich kann das nur allgemein sagen, aber ich würde nochmal daran appellieren, ihr auch eine tiefenpsychologische Therapie zu ermöglichen. Es gibt so viele Kinder die irgendwann in die ADHS-Schublade gesteckt wurden und nie die Behandlung erfolgte, die eigentlich notwendig wäre. Dann hat man seinen Stempel und soll lernen mit den Symptomen umzugehen - das ist für viele Kinder aber unmöglich. Viele Kinder landen entsprechend auch bei Verhaltenstherapeuten und arbeiten völlig am Kern der Sache vorbei.

Jlanua'rblcumxe


@ Badebär,

das hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Leider sind wir bisher nur an falsche Therapeuten geraten. Es muß jetzt einfach aufwärts gehen

Eqhema$ligerq Nutzier (#52x8611)


Aber Reinigung? Na, ja.

War ja nur ne Idee ;-)

Mag ja nicht jeder jeden Job ;-)

J_anuaroblume


@ Benutzerin005,

dafür ist sie einfach überqualifiziert. Das soll die Arbeit von Reinigungskräften natürlich nicht mindern. Nur, dafür muß man nicht wieviele Jahre zum Gymnasium gehen. Sie soll ja auch nicht unterfordert sein ;-)

e cki;gesSJalz^lakxritz


Guten Abend,

dass Asperger einem das ganze Leben versaut, möchte ich so nicht stehen lassen. Es ist immer auch die Frage, ob man bereit ist, an sich und seinem Leben zu arbeiten oder ob man den Autismus als Begründung benutzt, warum dies und jenes nicht geht und warum man das oder jenes nicht kann. Jammern wird aber niemal etwas ändern.

Ich bin Asperger-Autist und mittlerweile 46. Ich bin spät diagnostiziert, habe einen hohen IQ, bin gesichtsblind und habe eine noch mehr oder weniger ausgeprägte Sozialphobie. In der schlimmsten Zeit habe ich ca. ein Jahr meine Wohnung nicht verlassen.

Nebenbei habe ich noch MS mit einem inkompletten Querschnitt.

Ich habe Abitur, aber keine Ausbildung. Gearbeitet habe ich immer. Die ersten 20 Jahre nur von zuhause, seit einiger Zeit kann ich auch rausgehen und mit anderen Menschen interagieren.

Seit einem Jahr arbeite ich in einem Team in einem Großraumbüro.

Dorhin zu kommen, war harte und kontinuierliche Arbeit an mir selbst und diese Arbeit wird nie abgeschlossen sein.

Ab Oktober werde ich das erste Mal in meinem Leben festangestellt sein.

Alles, was ich kann, habe ich mir selbst angeeignet. Es reicht, um in einem regulären Studienberuf überdurchschnittlich bezahlt zu werden.

Mein Weg war nicht leicht. Wahrscheinlich wäre es einfacher gewesen, wenn ich von Kindesbeinen an adäquate Unterstützung bekommen hätte. Ich war leider immer nur das "schwierige" Kind.

Ich kann der TE nur raten, sich um therapeutische Unterstützung für ihre Tochter zu bemühen.

Der Tochter kann ich nur mitgeben, nicht zu resignieren. Vieles, was gesunde Menschen intuitiv beherrschen, kann man erlernen. Angstauslösene Sitautionen können geübt werden, unbegreifliches wird irgendwann fassbar.

Es funktioniert wunderbarerweise recht gut, wenn man andere Menschen über sein Handicap informiert. Mit Offenheit bekommt man oft Verständnis und Hilfe.

Mein zukünftiger Arbeitgeber weiß über meine Defizite Bescheid, ich habe einige Sonderregelungen aushandeln können und fühle mich das erste Mal in meinem ganzen Leben als Teil einer sozialen Gruppe.

Das ist ziemlich genial. :-D

Grüße ~ Lakritz

Ebhemalig>er N6utze4r (#5x28611)


dass Asperger einem das ganze Leben versaut, möchte ich so nicht stehen lassen. Es ist immer auch die Frage, ob man bereit ist, an sich und seinem Leben zu arbeiten oder ob man den Autismus als Begründung benutzt, warum dies und jenes nicht geht und warum man das oder jenes nicht kann. Jammern wird aber niemal etwas ändern

Immer wieder faszinierend, wie intolerant selbst betroffene Menschen anderen Betroffenen ggü sind.

GERADE Leute die es kennen, sollten wissen was andere durchleben. Aber anscheinend ist das unmöglich.

e`ckigyesSalzlaakrixtz


Immer wieder faszinierend, wie intolerant selbst betroffene Menschen anderen Betroffenen ggü sind.

Schreibt jemand, der "Behindert" und "Spast" als Schimpfwort benutzt. ;-)

Und nein, ich bin nicht generell intolerant gegenüber andern Betroffenden, ich erlaube mir aber eine dezidierte Meinung zu betroffenen Individueen bzw. zu dem, was sie in Foren öffentlich machen.

Und diese Meinung werde ich gegebenenfalls äußern.

J:anu5arbluume


Bei uns wird keine Diagnose vorgeschoben. Meine Tochter möchte arbeiten. Smalltalk wird im Autistenzemntrum geübt. Leider schämt sie sich für ihre Diagnosen. Und, nicht jeder Betrieb ist begeistert, einen Behinderten einzustellen. Demnn, der behainderte Mensch kommt vielleiht nicht pünktlich, ist nicht belastbar und anders. Ich würde mich freuen, wenn sich irgenein Chef finden würde, ob ein Arzt, Rechtsanwalt, leiter einer Firma, wo sie ihre Ausbvildung machen könnte. Müßte im Kreis Recklinghausen NRW sein

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