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Wie ggü arbeitsloser Freundin verhalten?

mFis>tKymo2untaxins hat die Diskussion gestartet


Eine Freundin von mir hatte letztes Jahr promoviert und seit Anfang des Jahres ihren ersten Job. Der Betrieb musste vor ca 2 Monaten Stellen streichen und da sie als eine der Letzten gekommen war, musste sie gehen. Jetzt ist sie seitdem arbeitslos und ich weiß nicht so recht wie ich mich am besten verhalte, ohne dass sie sich diesbezüglich unwohl fühlt. Als Freundin interessiere ich mich natürlich wie es ihr geht und wie die Bewerbungen laufen aber ich könnte mir vorstellen, dass ihr das auch unangenehm ist.

Vor einem Monat, als die Kündigung noch frisch war, haben wir uns ganz normal darüber unterhalten. So und jetzt 4 Wochen später haben wir uns (unter der Woche) wieder mal abends getroffen, die anderen kamen etwas später. Ich hatte kurz von meinem Tag erzählt und gefragt, was sie heut schon so gemacht habe, da sagte sie: ".... hm... ich habe die Einfahrt gefegt... und gewaschen...". Da war mir klar, dass sie weiterhin den ganzen Tag zuhause ist.. und ich wusste in dem Moment nicht, ob ich fragen sollte, wie die Bewerbungen laufen / ihr es dabei geht oder ob sie das eher deprimiert (weil wahrscheinlich in ihrem familiären Umfeld schon alle fragen). Da sie vom Typ her sehr ruhig ist, schätze ich sie nicht so ein, dass sie uns (ihre Freunde) sofort freudig anrufen würde um mitzuteilen, wenn sie was gefunden hätte.

War jemand von euch schon mal in ihrer Situation? Hat es euch geholfen darüber zu sprechen? Oder hat es euch genervt/runtergezogen?

Wir haben uns an dem Abend natürlich noch über ganz viele andere Dinge unterhalten und es war recht lustig, es geht mir nur um dieses spezielle Thema. Und ob ich vielleicht schauen sollte, dass man sich wieder etwas häufiger trifft damit, sie etwas Ablenkung hat?

Antworten
CPardoli^nja-x87


Frag sie doch einfach ganz direkt, ob sie darüber reden mag oder nicht!? Da ist ja nix dabei. Wenn sie "nein" sagt, dann akzeptierst du es und wenn sie ja sagt, kannst du dich mit ihr darüber unterhalten, ganz einfach?! In ihren Kopf kann keiner reinschauen ;-)

Als ich auf Jobsuche war, da wollte manchmal drüber reden, ganz oft aber auch nicht. Und das habe ich den Momenten dann auch gesagt.

Tqhis1 TwilirghtW Garxden


Ich denke auch, ihr seid ja befreundet, weil ihr euch sehr gerne mögt und gemeinsame Interessen habt. DAS sollte immer im Vordergund stehen.

Und wenn Eine von euch Probleme hat, sprecht ihr wahrscheinlich darüber. Wer da den Anfang macht ist doch zweitrangig.

Sag ihr einfach, dass du, wenn sie reden will, für sie da bist und ansonst umschifft ihr das Thema einfach. Du musst ja nicht von deinem Arbeitsalltag berichten, oder?

mGist3ymoLuntxains


Hi ihr beiden, danke für eure Antworten *:)

Ich sehe diese Freundin nur (noch) ca. alle 4 Wochen und nie allein, sondern immer mit noch weiteren Freunden. Wir sind also nicht soo eng befreundet. Beim letzten Treffen waren wir beide nur zufällig die Ersten. Ich weiß noch nicht, ob ich sie beim nächsten Treffen vor allen fragen möchte, ob sie über dieses Thema sprechen mag.. Wir sind meistens 4-6 Leute und in 4 Wochen passiert ja schon so einiges, da fragen wir eben untereinander, was es so neues gibt. Ach, wenn ichs mir so recht überlege, spreche ich sie wahrscheinlich doch mal direkt an..

Und noch was, in meiner Familie gibts einen Personaler, der immer gerne bereit ist Tipps bezüglich Bewerbungen zu geben oder auch mal ganze Gespräche durch zu spielen. Sollte ich das der Freundin anbieten oder kommt das blöd? (Die Freundin weiß von dem Personaler in meiner Familie und könnte auch jederzeit fragen. Ich will ihr das nicht aufdrängen, vielleicht ist sie aber auch einfach zu schüchtern zum Fragen.) Ich stelle mir einfach vor, wenn ich in dieser Situation wäre, hätte ich dieses Thema wahrscheinlich rund um die Uhr im Kopf und keinen Bock, dass meine Freunde, mit denen ich mich zur Ablenkung treffe, auch noch mit diesem Thema ankommen. Also mich würde das eher runter ziehen. Und irgendwie wirkte sie auch anfänglich deprimiert auf mich.

Achja und da fällt mir ein, eine sehr gute Freundin von ihr hat seit einigen Monaten einen neuen Job und wie ich raus gehört habe, haben sie sich wohl mehrere Wochen nicht gesehen (weil die andere Freundin wohl viel zu tun hat?).

Hmm.. vielleicht lade ich sie einfach mal zum Eis ein oder so :p> :)D

mbusi9cus_65


Ich weiß noch nicht, ob ich sie beim nächsten Treffen vor allen fragen möchte, ob sie über dieses Thema sprechen mag..

Das solltest Du nicht tun. Es könnte als taktlos (oder sonstwie unpassend) empfunden werden.

Wenn Du sie überhaupt darauf ansprechen möchtest, dann nur "unter 4 Augen".

T|apxs


@ mistymountains

Deine Freundin ist doch keine Aussätzige, sie hat "nur" gerade keine Job. Das ist heutzutage nichts "Ehrenrühriges" mehr. Ihr geht es, wie Tausenden anderen auch. ich weiß sehr wohl, was das für einen Betroffenen bedeutet Ich finde, Du machst dir da zu viele Gedanken.

In unserem Bekannten-/ Verwandtenkreis war jeder schon mal mehr oder weniger lange in der Situation. Bei uns ist das demzufolge ein Thema, wie viele andere auch. Wir nehmen da in Gesprächen weder besondere Rücksichten noch sparen wir das Thema komplett aus. Der Betroffene wird vielleicht mal angesprochen, ob er was in Aussicht hat. Vielleicht gibt man noch Hinweise, wo er sich vielleicht noch bewerben könnte, wenn einem was Passendes in den Sinn kommt. Das war‘s dann aber.

Frag sie doch einfach (natürlich nicht vor versammelter Mannschaft), ob Du mal mit dem Personaler sprechen sollst oder gib ihr seine Kontaktdaten. Dann kann sie ganz für sich entscheiden, ob sie sich an ihn wenden will. Du wirst ja im Gespräch merken, wie sie reagiert.

Moatze5Berlin


Hi,

ich war leider in meinem Leben schon oft und lange arbeitslos. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei, wobei ich erst Anfang Juli bereits wieder auf Jobsuche war.

Also um deine Frage zu beantworten, ob man darüber gerne spricht:

Es gab Zeiten, wo ich mich sehr schwer getan habe, eine Anstellung/Ausbildung zu bekommen. Dementsprechend unmotivierend war das Thema. Zu diesen Zeiten habe ich sehr ungerne darüber gesprochen. Jeder kam mit noch so tollen Tipps an und dachte mit den richtigen Tipps ist die Angelegenheit ein Kinderspiel. Dass das was das C.V aussagt 95% des Erfolges bei der Stellensuche ausmacht, wollte keiner glauben.

Jetzt anfang Juli war ich wieder arbeitslos, aber aufgrund eines mittlerweile recht ansehnlichen CVs war die Stellensuche sehr sehr viel einfacher bzw war die Resonanz um Lichtjahre besser. Ich war sehr motiviert und habe über 100 Bewerbungen verschickt innerhalb von wenigen Wochen. Dementsprechend war dieses Thema hier also sehr willkommen. Ich habe dabei selbst das Thema aufgegriffen und viel mit meinen Freunden darüber gequatscht. Je länger die Zeit der Arbeitssuche desto frustrierender, unmotivierender und ergo desto weniger Lust hat man darüber zu reden.

Bzgl des Personalers: Ja biete ihr das unbedingt an! Du hast ja bereits erwähnt, dass sie schüchtern ist und nicht so anmaßend nach den Kontaktdaten fragen will. Ich bin mir sicher, sie wäre froh, wenn Sie Tipps von einem Personaler erhalten würde.

TQhis TwiVligGht Gardexn


Ich muss beim lesen deiner Postings auch etwas lächeln: das liest sich so, als wäre es etwas total seltenes, beschämendes und schlimmes, wenn man arbeitslos ist... etwas Weltfremd ;-) ?


Ich würde nie die Probleme meiner Freunde selbst thematisieren. Wenn jemand reden will, kann er es tun, wenn nicht dann nicht.

mXist)ymouqntxains


das liest sich so, als wäre es etwas total seltenes, beschämendes und schlimmes, wenn man arbeitslos ist... etwas Weltfremd ;-) ?

naja, das hängt ja auch immer von der Person ab, die arbeitslos ist. Die Freundin oben ist wie gesagt sehr zurückhaltend und ruhig, wohnt mit über 30 immer noch zuhause, hatte nie eine längere Beziehung und würde auch nicht weiter weg ziehen für den Job. Von daher mache ich mir bei ihr schon mehr Gedanken als zum Beispiel bei meiner besten Freundin. Die war im letzten Jahr auch mehrere Monate arbeitslos, ist aber allgemein der absolute Überlebenstyp ;-D Sie kommt im australischen Outback genauso gut zurecht wie im deutschen Bürokratiedschungel. Sie hat vor gar nichts Angst, vor keinem Einstellungsberater der Welt und hätte auch kein Problem damit eben mal in ein 3. Welt Land auszuwandern, wenn das gefordert wäre und dieses Selbstbewusstsein strahlt sie auch aus. Manche Menschen fallen einfach immer auf die Füße. Anderen hilft man auf. Und wenn das Freunde sind sowieso.

Danke Matze für deinen Beitrag, ich fand ihn sehr hilfreich :)^

Tthis Twpil8ightx Garden


Anderen hilft man auf. Und wenn das Freunde sind sowieso.

Das ehrt dich ja auch und ist schön, aber lass sie auf dich zukommen und sage ihr, dass du ggf. für sie da bist, wenn sie reden möchte/Hilfe braucht. Den Rest muss sie machen :)z

hTeuteR_hyier


Hi mistymountains,

vor Kurzem war ich in einer ähnlichen Situation.

Wie sagt man heute so schön in BWL-Deutsch: es gab "Strukturveränderungen" in der Firma, wo ich 10 Jahre gearbeitet habe.

Unter den neuen Konditionen wollte ich nicht mehr dort arbeiten. Im Freundes-, Bekannten- und Familienkreis haben alle ein langes Gesicht geschoben, weil ich das Jobangebot nicht angenommen habe. Ich wurde selbst an meinem Abschiedstag noch einmal gefragt.

Mein Bauchgefühl sagte mir, dass dieses hier keine lange Zukunft hat.

Am meisten haben mich die ständigen Fragen gestört, ob etwas Neues in Aussicht ist. Auch, wenn sie von lieben mir nahestehenden Menschen kamen.

Einen neuen Job findet man nicht übers Wochenende. Ich möchte mir auch die Firma genau anschauen, auf die ich mich längere Zeit einlasse. Meine Liste der Ausschlusskriterien war nicht gering, aber ich wusste wo ich hin wollte. Hat jetzt geklappt. Ich freue mich total auf meine neue Aufgabe. Die Frager habe ich derweil ruhiggestellt und ihnen gesagt, dass ich ihnen Bescheid gebe, wenn es soweit ist.

Einige Monate nach einer neuen Tätigkeit zu suchen, ist kein Beinbruch.

So eine Entscheidung braucht einfach Zeit auf beiden Seiten.

Wenn du den Eindruck hast, deine Freundin lässt sich hängen, dann sprich das an.

Es kann einen ziemlich aus der Bahn werfen, wenn der Alltag auf einmal aus den Fugen gerät. Das ist aber ein gänzlich anderes Thema.

Viel Erfolg und eine Riesenportion Glück für deine Freundin @:)

TEimTsim75


ob da ein Schmalspurakademiker aka Personaler wirklich helfen kann? ;-D Die sind doch selbst die Ramschware auf dem Arbeitsmarkt. Außerhalb ihres Betriebes dürften die meisten ziemlich hilflos sein. Aber labern können sie meistens, ob es gehaltvoll ist, ist die andere Frage. Der Berufsverband der ...(was sie studiert hat), kann da bestimmt besser helfen. Dazu kommt, dass sie promoviert hat, das macht schränkt die Auswahl meistens doch ziemlich ein, wenn sie nicht fachfremd arbeiten möchte. Es ist ja was völliges anderes, wenn jemand einen 08/15 Beruf wie Bürokauffrau sucht, als wenn jemand eine Stelle sucht, bei der man sein Wissen als Doktor einbringen kann. Da sollte man sich als nicht-promovierter vielleicht ein bisschen zurückhalten, denn wirklich Ahnung von speziell diesen Arbeitsmarkt dürften nur die wenigsten haben.

R)irikxe


Ich habe ebenfalls eine Freundin, die so ähnlich ist, wie du deine Freundin beschrieben hast und kann auch deine Bedenken sehr gut verstehen.

Meine Vorschreiber haben schon sehr gute Tipps und Ratschläge gegeben. Ich würde auch sagen, dass du sie darauf ansprechen kannst und offen fragen kannst ob sie darüber reden möchte. Dann hörst du ja was sie sagt. Es ist aber wichtig, dass du das persönlich und unter vier Augen machst und nicht vor allen. Wenn es etwas Privates ist will man ja auch nicht, dass dann wieder jeder weiß! :-)

Den Vorschlag mit der Hilfe deines Familienmitgliedes kannst du dann denke ich auch machen, aber achte auf die Formulierung. Du solltest fragen und nicht aufdrängen (aber was ich bisher von dir gelesen habe, würdest du das denke ich auch nicht machen).

Ich hoffe deine Freundin findet schnell wieder einen Job und ihr könnt alles klären. Und Hut ab, dass du dir so viele Gedanken machst und ihr helfen möchtest :)= Das ist heutzutage auch nicht mehr so selbstverständlich!

mJistyxmounrtaxins


Vielen Dank für die weiteren Beiträge und eure Tipps @:) (Ich komme manchmal nicht so regelmäßig dazu zu schreiben.)

Am meisten haben mich die ständigen Fragen gestört, ob etwas Neues in Aussicht ist. Auch, wenn sie von lieben mir nahestehenden Menschen kamen.

Genau so denke ich eben auch.

Wenn du den Eindruck hast, deine Freundin lässt sich hängen, dann sprich das an.

Ja ich hatte wie gesagt beim letzten Mal den Eindruck, dass sie ziemlich deprimiert war, als es um dieses Thema ging. So als ob sie nicht weiß, was sie den Tag über mit sich anfangen soll.

Es kann einen ziemlich aus der Bahn werfen, wenn der Alltag auf einmal aus den Fugen gerät.

Ja genau das..

ob da ein Schmalspurakademiker aka Personaler wirklich helfen kann? Die sind doch selbst die Ramschware auf dem Arbeitsmarkt.

oh da mag jemand keine Personaler?^^ So genau kenn ich mich da nicht aus. Jedenfalls hat "mein Personaler" schon eine Reihe guter Abschlüsse und verdient ein Vielfaches von mir^^ (wir sind fast im selben Alter). Er sieht Bewerbungen durch, leitet Bewerbungsgespräche und ganze Assessment Center, auch für Führungskräfte und führt z.B. die "Neuen" durch ihre Einführungswochen. Ich persönlich erlebe ihn als sehr professionell und mir hat es in der Vergangenheit auch schon geholfen. Hierbei gebe ich dir allerdings völlig recht:

Es ist ja was völliges anderes, wenn jemand einen 08/15 Beruf wie Bürokauffrau sucht, als wenn jemand eine Stelle sucht, bei der man sein Wissen als Doktor einbringen kann.

Der Beruf meiner Freundin ist ein vollkommen anderes Themenfeld als das des Personalers. War bei mir zwar auch so, aber bei einem fertig studiertem Doktor (einer Naturwissenschaft) ist das nochmal was ganz anderes.

Ansonsten...

lass sie auf dich zukommen und sage ihr, dass du ggf. für sie da bist, wenn sie reden möchte/Hilfe braucht. Den Rest muss sie machen

Ich würde auch sagen, dass du sie darauf ansprechen kannst und offen fragen kannst ob sie darüber reden möchte. Dann hörst du ja was sie sagt. Es ist aber wichtig, dass du das persönlich und unter vier Augen machst

Ja so ähnlich werde ich es machen. Ich habe in den nächsten Tagen eine ganz coole Freizeitaktivität geplant und die Freundin eingeladen mitzukommen. Ich denke, das wird ihr auf jeden Fall Spaß machen, so dass sie auf andere Gedanken kommt. Und wenn wir mal alleine sind, werde ich spontan entscheiden, ob der Moment passt, sie nochmal drauf anzusprechen oder es doch lieber zu lassen. Und vielleicht erzählt sie ja auch schon vorher von alleine.

Und Hut ab, dass du dir so viele Gedanken machst und ihr helfen möchtest

Daankeschön @:)

RUHW


Hallo mistymountains,

in manchen Regionen gibt es auch das ehrenamtliche Patenmodell.

[[http://www.patenmodell.de/]]

Vielleicht ist das für Sie interessant.

Die Ehrenamtlichen tauschen sich auch regelmäßig aus (ohne die Namen der Arbeitslosen zu nenennen), sodass man von den Tipps und Erfahrungen mehrerer profitieren kann.

Gruß

RHW

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