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Wieder bei Mama einziehen?

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Als ich studiert habe (vor 16 Jahren) kannte ich keinne, der nicht nebenbei gearbeitet hat ;-) . Aber bei uns gab es auch nur 20 Semesterwochenstunden Pflichtanteil.

j,ust5_looki1ng?


Ich habe schon gelesen, dass du vermutlich heimziehen willst, aber ich will dir trotzdem meinen Bericht schreiben.

Kurz zur Info: Ich bin mit 15 in ein Internat gekommen (zu dieser Schule pendeln wäre Horror pur gewesen), da war ich 2 Jahre, dann hatte ich eine Miniwohnung (war zu alt fürs an die Schule angeschlossene Internat). Danach Studium (auch mit Wechsel) verschiedenen Jobs zur Geldbeschaffung, Abschluss, dann einige Zeit verschiedenste Kleinjobs ((Rekord waren 5 gleichzeitig) die mich in Summe aber komplett erhalten haben) bis ich eine Anstellung in meinem Beruf bekam. Während dieser Zeit wohnte ich in 2 Stundentenheimen. Und so war ich irgendwann ca. in deinem Alter, da hieß es: Du beginnst am Montag in XX.

Na super, XX war ü2 Autostunden von meinem Studentenheim weg, und ich hatte 3 Tage bis zum Arbeitsantritt. Meine Eltern wohnen allerdings nur ca. eine Stunde von dort weg, also habe ich da angefragt und klar, ich konnte wieder komplett heim kommen. Sagte allerdings gleich, ich würde Wohnung suchen, wusste aber damals schon dass es schwer werden würde in der näheren Umgebung zu meinem Dienstort.

Mein Zimmer existierte immer noch (und tut es auch heute noch) und so schrittweise hatte ich wieder meinen gesamten Krempel bei den Eltern. Allerdings nahm ich am Familienleben so gut wie nicht teil. Die ersten 3 Monate fuhr ich pro Woche nur durchs Land. Von meinen Eltern zur Arbeit, von dort aus in meinen früheren Wohnort da ich nicht innerhalb von 3 Tagen alle meine Minijobs schmeißen konnte, und dann wieder zu den Eltern. Ich verließ das Haus um 5 und kam um Mitternacht wieder. Am Wochenende habe ich einen Tag geschlafen (bin tatsächlich zum Abendessen erst aufgestanden) und den anderen Tag hab ich vorbereitet. Zum Teil bin ich am Freitag Abend in meinem noch vorhandenen Stundentenheimzimmer geblieben, hab dann das Auto vollgepackt und bin dann eben erst am Samstag heimgekommen, denn unter der Woche hatte ich einfach keine Zeit um einen halbwegs koordinierten Umzug zu organisieren.

Wirklich ein "Putzplan" oder ähnliches, hätte nicht funktioniert. Ich war ja nie daheim. Ich denke den hätte meine Mutter aber auch nicht gewollt. Etwas unangenehm war es nur mit dem Essen. Ich war ja dauernd unterwegs, zum Einkaufen selbst hätte ich schon mal Zeit gehabt, aber ich hätte ja das Zeug danach noch stundenlang quer durchs Land gefahren, da hätte es dann nicht in den Kühlschrank sondern gleich in den Müll legen müssen. Abgemacht war dann, wenn meine Mutter etwas kochen würde bei dem es egal wäre wie viel sie kocht - also einen Eintopf oder ähnliches - dann würde sie für mich mitkochen und ich es dann spätnachts aufwärmen (oder auch nicht :=o ). Wenn nicht, dann würde ich mir am Weg was besorgen (ich kenne entlang einer 300km Strecke seither die Öffnungszeiten sämtlicher Imbissbuden und kann die Qualität derer Käseleberkäsesemmeln auf einer 10-teiligen Skala beurteilen ;-) ). Das ging zu Beginn auch gut. Der Zeitpunkt zu dem ich wusste, ich brauche wieder meine eigenen 4 Wände war dann allerdings folgender: Meine Mutter hatte mir geschrieben, Essen steht für dich bereit. Und als ich heimkam, was sah ich? Meine Mutter setzte (um Mitternacht) gerade das Wasser für Reis auf und erhitzte die Pfanne um mein Schnitzel rein zu legen denn "ein vor 5 Stunden gemachtes Schnitzel schmeckt einfach nicht".

Auch fühlte ich mich dann immer irgendwie genötigt um Mitternacht, wenn mein eigentliches Verlangen nur Dusche und Bett war, noch mit meinen Eltern zu reden (wir sind eine Familie von Eulen). Und so kam ich dann noch später ins Bett.

Ich habe während der Zeit schon einige Wohnungen angesehen (eine schlimmer als die letzte), aber als ich dann nach den 3 Monaten endlich etwas mehr Ruhe hatte hab ich es dann noch weiter intensiviert. Dann war zwar das Kochen und co kein Problem mehr (wir wechselten uns ab, doppelt kochen fanden wir doof), aber das Gefühl des genötigt seins nahm ständig zu. Ich fühlte mich genötigt die Abende bei meinen Eltern zu verbringen. Und wenns nur zum Fernsehen war. Aber ich konnte es schlecht mit meinem Gewissen vereinbaren das Gespräch zu beenden nur weil ich gerne in meinem Zimmer etwas komplett anderes ansehen wollte und unter Umständen nach 20 Minuten dabei einzuschlafen. (Der Teil mit dem frühen Aufstehen hatte sich ja leider nicht geändert.)

Sehr zu Gute muss ich meinen Eltern allerdings auch halten: sie haben Teile ihres Verhaltens geändert. Wenn ich eben am Nachmittag mal für 2 Stunden in meinem Zimmer verschwunden bin und am Ende der 2 Stunden der Wecker klingelte, kein Problem. Früher wäre das schon kommentiert worden. Im Alltag selbst war es kein "Mutter-Kind Verhalten", allerdings von der Hausarbeit, da habe ich nicht viel mitbekommen. Beispiel: meine Wäsche habe ich in der Zeit vielleicht 2 Mal gewaschen. Einfach weil mein Schmutzwäschebehälter geleert war bevor ich überhaupt dazu kam eine ganze Maschine beisammen zu haben. Meine Mutter - wie sie es als Mutter aber einfach kannte - sah nach, sah da ist was dunkles drinnen, schnappte es sich und wusch es mit ihrer dunklen Wäsche.

Ich fand dann - gut 5 Monate nach meinem Einzug bei meinen Eltern - eine befristete Wohnung (auf 5 Monate befristet) und nahm sie sofort (die war toll x:) und hätte normal viel mehr gekostet als ich es mir hätte leisten können, aber das ist eine andere Geschichte). Allerdings war auch da klar - was danach wäre war höchst unsicher. Ja, erst mal wieder zurück zu den Eltern, aber die Wahrscheinlichkeit dass mein Dienstort sich verändern würde war hoch (und so war es dann auch) und wir hatten einfach mal wieder diese 5 Monate Ruhe voneinander (bei aller Liebe).

So kam es dann auch, ich war nochmals 3 Monate daheim, in denen wurde ich versetzt und fand meine (aktuelle) Wohnung und zog ein.

Beim 1. "Heimzug" war ich Single und das war kein Problem, beim 2. allerdings war ich vergeben und ich hatte durch Urlaub,... viel Zeit. Da war es dann anders. Meine Mutter fragte tatsächlich wenn ich meinen Autoschlüssel nahm: "Wo fährst denn hin?" Den Kerl nahm ich nie mit, ich fuhr immer zu ihm und ich fühlte mich auch genötigt gelegentlich mal zu schwindeln. Weil ganz ehrlich, ich war Mitte/Ende 20, ich wollte nicht jeden Schritt den ich tat bei meiner Mutter angeben. Vermutlich auch, weil ich das nicht gewohnt war, ich war ja seit ich 15 war nur "Wochenendstochter" gewesen (Ferien als Ausnahme, und auch das nur bis ich die kleine Wohnung hatte, dann war ich da auch in den Ferien öfter mal.)

Dauerhaft möchte ich nach dieser Erfahrung nie mehr bei meinen Eltern einziehen. Und auch sie hatten lustigerweise letztens das Thema. Wir sind übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen: wir mögen uns. Klar, es ist immer irgendwie "Kind/Eltern", aber wir halten uns gegenseitig mit verschiedensten Meinungen zurück. Und auch wenn ich immer willkommen bin, so sind sie doch nicht traurig wenn ich dann wieder weg bin. Und auch ich, ein paar Tage halte ich aus, danach muss ich weg. Ich kann das einfach nicht mehr. Hier muss das Essen um 19.00 gegessen werden. Hier muss ich abends reden, sonst komme ich mir selbst unhöflich vor. Hier muss dies, hier muss das. Bei mir muss wenig, bzw. das was muss sind eben meine Regeln weil ich das so mag/nicht mag.

Ist lang geworden, aber ich wollte dir schreiben wie es mir ging als ich plötzlich wieder bei meinen Eltern wohnte.

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