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ich möchte doch nur gute arbeit machen.

JuolNlyRogexrs hat die Diskussion gestartet


ich arbeite in der pflege. um genau zu sein in der intensivpflege von kindern in der heimischen umgebung. ich betreue einen 14 jahrigen schwerbehinderten jungen.

firma zahlt gut, umgang ist fair. super arbeitgeber.

ich bin so ein mensch, der arbeit macht, wenn er sie sieht.

nun bekam ich bei den letzten zwei besprechungen eins aufs dach (einige kollegen), weil ich...

1. ...der einzige im team bin, der wirklich alles in der dokumentation bearbeite. ich soll mir nicht alles auf den tisch ziehen, sondern die anderen auch mal machen lassen.

äh... ja... wenn am vortag was nicht gemacht wurde von einer kollegin, mache ich es und warte nicht drei tage bis die betreffende wieder im dienst ist. egal ob es was an unserem patienten ist oder einfach nur schreibkram.

es bleibt viel an mir hängen, ok. aber es stört mich nicht. nur wenn ich mist ausbaden darf werde ich komisch.

2. ...auch mal dinge mache, die nicht eindeutig zu meinem aufgabenbereich gehört. wenn die eltern zeitknappheit haben, biete ich auch mal an rezepte für ihren sohn ab zu holen. ich gehe eh an der arztpraxis vorbei. oder lege auch mal wäsche in den schrank des jungen wenn sie mich stört.

3. ...ich, wenn es mir möglich ist an allen besprechungen teilnehme. ist schließlich arbeitszeit.

4. ... ich neues gerne ausprobiere. mir gerne neues aneigne. als ich was nicht machen durfte, habe ich mir das wissen angeeignet und mich darum gekümmert das ich von dem zuständigen arzt die genehmigung bekomme die tätigkeit machen zu dürfen.

5. ...ich bei der schulbegeleitung mich gut mit den lehrern verstehe. ich versuche ein teil der klasse zu sein statt ein fremdkörper. stell auch mal ne frage um thema oder trage auch mal was bei. (schönstes kompliment: man merkt das die kinder dich mögen und du die kinder...)

ich habe mich nie beschwert über kollegen, solange es unserem patienten gut geht. nur einmal muste ich zum chef weil mist passiert war und der kollege nicht einsichtig war.

ich bin keine gute pflegekraft. würde mich eher unter dem durchschnitt einordnen.

aber ich möchte gute arbeit machen. ich möchte was bewegen. ich möchte gut sein.

nur langsam habe ich das gefühl mich entschuldigen zu müssen, weil ich versuche gute arbeit zu machen.

Antworten
M$rsHtide


Die Punkte die du aufzählst, klingen ja auf den ersten Blick wie sehr positive Eigenschaften und sehr engagiert - ich schätze mal im Gespräch wurde das etwas anders formuliert? Wenn ja, wie?

ich bin keine gute pflegekraft. würde mich eher unter dem durchschnitt einordnen.

Der Satz macht etwas den Eindruck, als würdest du deine Arbeit eher schlecht ausführen, stattdessen aber tausend andere Dinge (Doku anderer Kollegen, Extraaufgaben die nicht ins Aufgabenfeld gehören, Zusatzausbildung die zu Mehrbelastung führen, ....) machen.

Hat dein Chef das kritisiert? Das würde ich dann schon verstehen. Warum konzentrierst du dich nicht erst einmal auf deine Aufgaben und lernst diese wirklich gut auszuführen, sondern halst dir eine Menge anderes Zeug auf, bleibst in dem was du tust dann aber eher mittelmäßig?

Dein Engagement in allen Ehren, aber das allein ist nunmal oft keine wirkliche Hilfe.

Oder wo liegt das Problem?

D8espexro


Was genau ist jetzt die Frage?

Habe ich es richtig verstanden? Du bearbeitest du Dokumentation der anderen, weil sie etwas nicht eingetragen haben?

JRollywRogexrs


laut chef ist meine arbeit einwandfrei. ich sehe mich selber aber nicht als eine ausgesprochen gute kraft, was ich mache muss eigentlich jede pflegekraft können. egal ob alten., kinderkranken- oder wie ich krankenpfleger.

eine kollegin sagte mir heute, ich würde durch meine art zu arbeiten die anderen schlecht aussehen lassen.

was ich an der dokumentation, bzw an unserem jungen patienten mache sind die dinge die ich legal machen kann, wenn andere sie nicht gemacht haben. ich fälsche nichts.

z.b.: es ist vergessen worden ihn zu wiegen. es ist vergessen worden die schmerzskala zu bearbeiten oder die bradenskala. seine ernährungssonde wurde nicht kontrolliert, dann kontrolliere ist sie sienen tag später.

wurde gefragt warum ich das aufarbeite. ganz einfach, es ist einfacher schneller und diskusionsfrei wenn ich es glaich mache statt den anderen erstmal hinterher zu telefonieren, was im endeffekt eh bedeutet das ich es machen muss, weil es sonst als pflegefehler gilt wenn ich es ignoriere und nicht mache.

sinngemäß mache ich die arbeit einer teamleitung ohne zu führen oder den anderen hinterher zu laufen (wir haben keine teamleitungen). oder einfacher, ich bin die bezugspflegekraft.

ich möchte einfach nur gute arbeit machen. erledige einiges was eigentlich andere hätten machen sollen. beschwere mich aber nicht. chef ist es mehrfach aufgefallen. dieser hat jetzt zweimal in den besprechungen (die von einigen gemieden werden) angesprochen das alle verantwortlich sind und nicht nur ich.

er sagte mir, ich soll nicht alles machen, ermahnte die anderen sie sollen ihre arbeit machen.

fühle mich jetzt irgendwie als der böse. es wurde überlegt mich aus dem team zu nehmen.

M3orivtkz2x71


Wenn ich das so lese, denke ich: ohne dich oder besser bevor du da warst, war der Laden schnell am Ende. Und wenn du aufhörst, kommt bald die Peliet oder das Aufsichtsamt oder sonst was.

z.b.: es ist vergessen worden ihn zu wiegen.

Na und? Dann wird es eben einen Tag später nachgeholt.

Solche Kollegen mag ich, kaum habe ich etwas vergessen (eventuell etwas unwichtiges) schon sind sie da und zeigen mir indirekt, wie dumm oder wie schlecht ich bin. Und wie toll sie selber sind.

es wurde überlegt mich aus dem team zu nehmen.

Wer hat das überlegt? Der Chef? Obwohl er weiß, dass ohne dich alles zusammenbricht? ]:D

Muoritz'271


Peliet= Pleite=Insolvenz

J6ollyuRogexrs


ich bin die einzige vollzeitkraft bin, in einem team von 10 mitarbeitern.

einige haben nur 2-3 dienste im monat. wenn jetzt etwas vergessen wird und gewartet werden würde bis derjenige wieder im dienst ist können 2 wochen vergehen. dann gilt es als pflegefehler.

vor mir gab es 3 vollzeitler, die sich um alles gekümmert haben.

bekam heute morgen eine mail in der mir vorgeworfen wurde das ich zu viel mache.

ich solle die ansprüche an mich selbst etwas runterschrauben.

kommt mir jetzt so vor, als ob ich "schlechter" arbeiten soll, damit die anderen wieder besser dastehen.

Azndy.1605471


hatte auch mal so einen kollegen,hans dampf in allen gassen und jedes ungelöste problem war seins...

mit 36 war denn sense...burnout

was meinst du denn wie lange du das durchhälst??

Jzol/lyRo?gAers


ich habe keinen stress. habe viel lehrlauf.

was ich heute für einen patienten mache, habe ich früher für 8-9 gemacht als bezugspflegekraft.

früher hatte ich überstunden on mass, bin überall eingesprungen. jeden feiertag, monat komplet durch. 14 nächt hintereinander.

aber als ich anfing gegebenheiten in frage zu stellen und mich weigerte tätigkeiten durchzuführen die die bewohner in einem heim gefährdet hätten, flog ich achtkanig raus. das war stress, der mich zusammenbrechen ließ.

prozess habe ich übrigens gewonnen.

heute hatte ich eine kollegin aus einem anderen team zur einarbeitung (schon lange in der firma).

diese sagte mir das sie zur unterstützung gekommen ist.

angeblich gelte ich bei der führung als fleißig und verläßlich.

das team aber als eingefahren und es verläßt sich zu sehr auf mich.

SftahtusQu,oVadixs


Oh Mann. Die sollen glücklich sein, dass sie so eine hochmotivierte und eigenverantwortlich arbeitende Arbeitskraft haben. So wie Du Dich beschreibst wärst Du für jedes Team wie ein 6er im Lotto. Finde es richtig schlimm, dass Du für Deinen Fleiß auch noch runter gemacht wirst :(v

Aber am Ende zählt doch eigentlich nur das:

angeblich gelte ich bei der führung als fleißig und verläßlich.

Und dass Du mit Deiner guten Arbeit dazu beiträgst, dass Eure Patienten möglichst menschenwürdig behandelt werden :)^

J ollyRVogexrs


mich wurmt es einfach das die kollegen jetzt irgendwie sauer auf mich sind.

SwtatuXsQ4uoVadixs


Ja, okay, aber was ist denn die Alternative? Anfangen, Deine Arbeit auch schlecht(er) zu machen?

M]ehxno


mich wurmt es einfach das die kollegen jetzt irgendwie sauer auf mich sind.

Das kann ich gut verstehen. Leider hast du Kollegen, die nicht so motiviert und engagiert sind wie Du. Du machst die Arbeit besser und schneller - damit ziehst Du Dir den Unmut der Kollegen zu, die gerne eine etwas ruhigere Kugel schieben - denn die Führung merkt jetzt, dass es eben besser geht als bisher.....

RXio kGraHn@de


Punkt Eins: Freunde unter Kollegen gibt es nicht.

Punkt Zwei: Du erledigst deine Arbeit, die ihre – sprich auflaufen lassen. Der Arbeitgeber ist für die korrekte Arbeit /Doku zuständig.

Punkt Drei: Erst wenn du keine Neider mehr unter deinen Kollegen hast, hast du die Freude an der Arbeit verloren.

JHolly\Rogexrs


ich habe freunde unter kollegen gefunden. drei um genau zu sein. diesen denken genau wie ich. "ich bin keine gute pflegekraft, aber ich versuche gute arbeit zu machen"

ich war jetzt drei tage mit meiner vorgesetzten auf einem lehrgang. war klasse.

habe viel erfahren was hinter den kulissen im büro abläuft.

erzählte mir einiges was manchmal mit anderen kollegen so abgeht, ohne mir die namen zu nennen.

fand ich echt gut. storys, das glaubt man nicht.

sie nannte mich einen etwas übermotivierten, aber sonst absolut verlässlichen mitarbeiter, aber manchmal etwas "link".

mir wurde mal eine tätigkeit verboten, weil mir die ausbildung fehlt.

über einen kleinen umweg habe ich es dann hinbekommen, das ich eine besondere genemigung bekommen habe es doch ausführen zu dürfen. sie nannte es "link" aber es war gut, weil es im interesse aller geschah.

sie fand es zwar frech, aber sehr gut.

die leitung hat wohl bemerkt das ich hinter der firma stehe auch wenn ich manchmal einige ihrer regeln etwas biege.

und die angehörigen meines kleinen patienten sind mit mir wohl sehr zufrieden und lobten mich (was ich nicht ganz verstehe, da ich finde, das die chemie nicht stimmt).

mir war es richtig unangenehm das zu hören. ich mach doch nur meine arbeit so gut ich kann.

sie ermahnt mich aber das ich zu gutmütig und selbstlos bin.

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