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Sehr dominante Kollegin

M$iaoMiexz hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe ein Problem mit meiner Kollegin bzw. eher wie ich neben ihr wirke. Aber mal von vorne:

Seit Mai diesen Jahres arbeite ich in einer neuen Firma. Ich hatte leider nur 2 Wochen richtige Einarbeitungszeit, da diese Kollegin wegen Schwangerschaft dann weg ging. 1,5 Monate bevor ich in die Firma kam, kam auch meine jetzige Kollegin neu dazu. Wir Beide sollten dann zusammen die Abteilung leiten was wir nun auch schon seit mehreren Wochen machen.

Nun zu meinem Problem: gestern bat mich meine Chefin zum Gespräch und dabei kam heraus, dass sie leider nicht sehr zufrieden mit mir sind :-( Es ging vor allem darum, dass ich zwei Projekte nicht schneller fertig stelle, gut in diesem Punkt hat sie zum Teil auch Recht und da werde ich mehr ranklotzen müssen. Dann sprach sie aber noch ein weitaus größeres Problem an, nämlich dass ich neben meiner Kollegin teils wie eine Praktikantin oder Assistentin aussehe und dafür wäre ich nicht eingestellt worden. Das hat mich schon ziemlich geschockt :-(

Ich verstehe mich sehr gut mit meiner Kollegin und wir müssen natürlich auch im Team arbeiten. Allerdings ist es so, dass sie wirklich sehr extrovertiert und dominant rüber kommt...das Gespräch, auch in Meetings, immer an sich reißt...die Leute immer unterbricht...ihre Meinung immer und überall kund tut und manchmal nur um des Redens will redet, egal was da aus ihrem Mund kommt.

Ich bin das genaue Gegenteil. Ich bin eher introvertiert, wirke sehr ruhig und still, bringe mich zwar auch ein aber nur dann wenn ich sicher bin auch etwas sinnvolles zum Gespräch beitragen zu können. Ich unterbreche Leute nicht mitten im Gespräch sondern höre mir erst mal an was sie zu sagen haben bevor ich meine Meinung abgebe. Leider unterbricht meine Kollegin dann ja meistens und plappert drauf los und ich würde mich dann am Schluß meistens nur wiederholen. Man muss dazu sagen, dass meine Kollegin früher auch ein Unternehmen geleitet hat. So ein Problem hatte ich früher auf meiner Arbeit nie, aber da hatte ich auch nie so eine dominante Kollegin neben mir und wahrscheinlich tritt dann noch stärker meiner ruhige und stille Art hervor.

Nun bin ich total verunsichert und weiß nicht was ich machen soll. Das ist ja auch zum Teil mein Charakter und um 180 Grad drehen kann ich mich nun mal nicht. Ich habe das Gefühl, wenn ich mich jetzt nicht bald ändere, dann werde ich bevor meine Probezeit endet aus dem Unternehmen gekickt. Also muss ich irgendwie versuchen mich neben meiner Kollegin zu behaupten, mehr Selbstbewusster werden und mich mehr in den Vordergrund drängeln. Nur fällt mir das unheimlich schwer. Habt ihr irgendwelche Tipps für mich? :(

Fühle mich seit dem Gespräch gestern sehr schlecht und weiß nicht wie ich mich Montag verhalten soll. Hinzu kommt auch, dass unsere Chefin maximal 3-4 Stunden am Tag im Büro ist und auch gar nicht alles mit bekommt was ich den ganzen Tag alles so in die Hand nehme.

Antworten
lLovIeabbleX<x3


Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen. Du kannst dich - wie du schon sagtest - nicht um 180° wenden. Ich finde auch, dass sollte man von keiner Person verlangen. Wirkliche Tipps kann ich dir keine geben. Ich bin so wie du und kenne das dominante Auftreten von manchen Personen in meinem näheren Umfeld nur zu gut. Ich akzeptiere wie ich bin und so strahle ich es wohl auch aus.

Ich habe dennoch 2 Gedanken im Kopf, wie es sich ändern könnte.

1. Vllt ist die Stelle nichts für dich. Du passt nicht da rein?!

2. Du kommst ja scheinbar gut mit der dominanten Kollegin klar. Kannst du ihr das nicht anvertrauen? Das sie in Meetings und Co sich auch mal zurück nimmt und mal 2 mal mehr atmet und dir die Chance lässt. Und wenn dann nichts von dir kommt, kann sie ja immer noch weiter machen.

Es ist schwierig es solchen Personen näher zu bringen und das dann auch längerfristig durchzusetzen, aber ein Versuch ist es Wert.

@:)

wginte3rso(nnex 01


Als erstes kannst du dir aber vornehmen, immer wenn sie dich unterbricht (ist bei solchen Leuten oft gar nicht böse gemeint, die merken es gar nicht, sind eben mit den gedanken sehr fix) zusagen:

bitte lassen sie mich ausreden! (nicht im bösen Ton, aber schon drauf bestehen. Das zeigt nämlich Selbstbewusstsein.

Es wird dir nichts anderes übrig bleien, als aus dir etwas mehr herauszukommen, denn insgesamt musst du auch nach außen vermitteln, was du tust. leider wird das oft nicht gesehen, die fleißigen Bienchen im Hintergrund braucht man auch, aber nicht für eine Abteilungsleitung. Da braucht es auch Durchetzungs - und Führungsqualitäten.

Das kann man aber lernen. Aber nicht mit der Haltung : ich bin nun mal so.... klar 180 Grad Kehrtwende geht nicht, aber daran arbeiten.

Finde es von deinem Arbeitgeber sehr nett , dich darauf hinzuweisen... denn es sind wirklich zwei Probleme: zu langsam und zu wenig offensiv ":/

Zwei als Abteilungsleiter einzusetzen finde ich aber auch ziemlich doof, warum macht Kollegin nicht die Leitung und du die Mitarbeterin? Wie wäre das für dich, vielleicht kannst du auch das der Chefin vorschlagen, wenn es für dich o.k wäre.

Was es geld mäßig bedeuten würde, müsste man aber beachten.

w=interKsonnxe 01


Interessant find eich aber auch deine Überschrift::..hätte ja auch drin stehen können: Arbeitgeber unzufrieden mit mir..... ;-)

also konzentrier dich auf dich und deine Steigerung deines Selbstbewusstseins und deines Auftratens. Deine dominante Kollegin wirst du nämlich leider nicht ändern können.

Der Vorschlag von laveable ist zwar gut, aber dafür müsste man schon fast befreundet sein ;-) Ansprechen kannst du es aber natürlich mal.

F9re)ßsaxck


bitte lassen sie mich ausreden! (nicht im bösen Ton, aber schon drauf bestehen. Das zeigt nämlich Selbstbewusstsein.

Leider nicht immer. Kommt auf das Gegenüber an.

Mir ist genau bei dem Satz -bitte lassen sie mich ausreden- schon im Nachhinein gesagt worden, dass das unmöglich sei, und man sowas nicht bringen könne.

Bei widerum anderen schindet man damit vielleicht Eindruck.

Wollte nur sagen,...kommt halt drauf an.

Was das Thema betrifft, hätte ich als Kunde aber 100pro lieber die TE vor mir als diese angeblich bessere dominante Kollegin, die in wirklich ja wohl nur schlechter sein kann. Wer will denn mit sowas Kontakt, wenn man nichtmal ausreden kann? Erkennt die Firma das nicht, dass die TE die Bessere ist? ":/

C4hou0pe_tte_F(innxian


Fühlst du dich dort wohl? Lohnt es sich für dich zu "kämpfen"?

Auch wenn die Kollegin "dominant" (eher vorlaut) ist, kann man das kommunizieren. Du bist ja nicht die Praktikantin, sondern ihr steht auf gleicher Stufe und wenn ihr selber nicht auffällt, wie daneben sie sich benimmt, solltest du sie höflich drauf ansprechen und mit ihr eine Lösung abstimmen.

Von der Chefin ist es übrigens anständig, dass sie dich vorwarnt.

MyiYaM+ixez


Vielen Dank für eure Antworten!

Ich würde ungern wieder kündigen. Der Vertrag von meiner alten Firma wurde nicht verlängert, Stellen wurden abgebaut, deshalb war ich dann dieses Jahr 1,5 Monate arbeitslos und eigentlich froh so schnell eine neue Stelle gefunden zu haben. Also ich würde da gerne bleiben.

Mit meiner Kollegin darüber reden werde ich auf jedenfalls machen. Wie gesagt, wir verstehen uns sehr gut, verbringen auch die Pausen zusammen. Ich hatte es auch gestern kurz angesprochen, sie hatte ja mitbekommen dass ich ein Gespräch bei der Chefin hatte und sie war sichtlich geschockt, dass es so rüber kommt (obwohl man ja nicht sie sondern mich kritisiert hat). Ich möchte aber natürlich noch mal mit ihr darüber reden ob und wie man da Lösungen findet. Sie weiß selber, dass sie viel redet und oft unterbricht und meinte sie arbeite schon daran aber so eine wirkliche Besserung konnte ich in den letzten Wochen auch nicht bemerken.

Ich habe mich vielleicht ein bisschen blöd ausgedrückt. Wir zwei sollen zwar die Abteilung leiten aber eigentlich besteht die Abteilung nur aus uns zweien ;-) Also wir beide sind für diesen Aufgabenbereich zuständig. Dann gibt es halt noch eine andere Abteilung die man als Nebenzweig unserer sehen kann, mit der wir sehr sehr viel zusammenarbeiten und zu tun haben.

Ich bin auch absolut keine Führungsperson und das weiß ich auch! Die Stelle war auch nicht als Führungsposition ausgeschrieben. Ich kann sehr gut im Team arbeiten, übernehme viele Aufgaben und versuche diese auch gut zu bearbeiten, helfe auch sehr gerne anderen Kollegen bei ihren Aufgaben. Das Problem ist, dass ich kein dominantes Auftreten habe und sehr gerne anderen Leuten die Führung im Team überlasse. Und die Führung hat nun meine Kollegin übernommen. Aber es soll ja keine Führung geben, wir zwei sollen ja auf gleicher Ebene arbeiten und auch wahrgenommen werden. Und ich werde nun als "Anhängsel" meiner Kollegin wahrgenommen und es ist schwer diesen Eindruck nun zu relativieren.

MYiaMxiez


Ich habe auch Angst diese Stelle zu verlieren um dann wieder arbeitslos zu sein, ich finde das sieht auch nicht gut im Lebenslauf aus. 1,5 Jahre bei der einen Firma gearbeitet..dann arbeitslos...dann 3 oder 6 Monate eine neue Arbeit gehabt und nun wieder arbeitslos :-|

L7ia]n-Jxill


Nun bin ich total verunsichert und weiß nicht was ich machen soll. Das ist ja auch zum Teil mein Charakter und um 180 Grad drehen kann ich mich nun mal nicht.

Aus eigener Erfarung kann ich sagen: Das ist nicht nur Charaktersache, sondern hat etwas mit Berufserfahrung zu tun. Die Kollegin scheint da schon etwas weiter zu sein.

MSiaMixez


@ Lian-Jill

Wie gesagt, meine Kollegin hat vorher ein Familienunternehmen geleitet! Es ist klar, dass sie mehr Berufserfahrung hat als ich. Ich hab grad mal 2 Jahre Erfahrung als normale Angestellte.

L.ianX-3Jilxl


Ja, ich meinte ja nur, dass das bei dir auch noch werden kann im Laufe der Jahre, mit zunehmender Berufserfahrung.

Ich war früher in meinen Anfangsjahren im Job auch sehr zurückhaltend, geradezu schüchtern, und hätte nie gedacht, dass sich das mit der Zeit restlos verflüchtigen wird.

Es soll hier ja nicht darum gehen, das Verhalten deiner Kollegin zu verteufeln, sondern herauszufinden, wie du lernen kannst, dich selbst besser zu verkaufen, oder?

Wenn du dich nicht auf die "ich bin halt so"-Schiene zurückziehst, wird das schon mit der Zeit.

M iaMxiez


Ich muss mich nun erst mal abmelden. Wir haben heute auf der Arbeit eine Art Fest, da muss ich natürlich präsent sein. Auch wenn ich gerade so gar keine Lust darauf habe nach dem Gespräch von gestern :/

Danke schon mal für eure vielen Antworten! Ich melde mich dann später zurück.

i%stdo`chMistxsowas


Ich glaub nicht dass es an deinem Auftreten und der Introvertiertheit liegt. Das Gesamtbild was deine Chefin von dir hat wird schon nicht unwesentlich der Tatsache geschuldet sein, dass deine Projekte nicht so schnell vorangehen wie gedacht. Des weiteren scheint deine Chefin zu glauben dass du nicht eigenverantwortlich genug arbeitest und nicht initiativ genug bist. Das ist eher das was du zeigen solltest, nicht die lauten Töne und ein polterndes auftreten. Es ist ein verbeiteter Irrtum zu glauben wer auf die Kacke haut kommt weiter. Ein ordentlicher Vorgesetzter erkennt wer seine Arbeit macht und die Abteilung vorranbringt. Vielleicht habe ich da aber auch ein falsches Bild und das ganze ist Branchenabhängig. In meiner Branche sehe ich jedoch nicht, dass Dampfplauderer vorwärtskommen.

n8ulli&Apri'esem,ut


In meiner Branche sehe ich jedoch nicht, dass Dampfplauderer Vorwärtskommen.

Ist halt unterschiedlich, ich kenne mehrere Branchen, da kommt man damit sehr gut voran. Ich hätte hier noch mal nachgefragt:

Dann sprach sie aber noch ein weitaus größeres Problem an, nämlich dass ich neben meiner Kollegin teils wie eine Praktikantin oder Assistentin aussehe und dafür wäre ich nicht eingestellt worden.

Was ist damit gemeint? Dass zwei Personen eine Abteilung nach außen vertreten sollen, ist halt schon ungewöhnlich. Es ergibt auch wenig Sinn, dass beide dann zum Beispiel ein Projekt oder dessen Fortschritt vorstellen. Da muss man schauen, ob man sich die Sache vielleicht aufteilen kann - je nach dem, was ihr beide darin so macht. Vielleicht kann man Dinge trennen wie Technik/Projektmanagement, Design/Umsetzung, Kundengespräche/Umsetzung oder was auch immer in eurem Fall zutrifft?

mtaripDosa


Erkennt die Firma das nicht, dass die TE die Bessere ist? ":/

Freßsack

Und woran willst Du das erkannt haben?


TE

Ich möchte das unterstreichen, was Lian-Jill geschrieben hat. Mit der Zeit wird es Dir leichter fallen, selbstbewußt und souveräner aufzutreten.

Es wäre sicher sinnvoll, wenn Du nun Dein Arbeitstempo steigerst und mit der Kollegin Absprachen darüber machst, wer welche Ergebnisse präsentiert etc. Und wenn sie Dich unterbricht, würde ich mit einem freundlichen Lächeln etwas sagen wie Kleinen Moment noch, ich bin gleich fertig/ich habe nur noch einen wichtigen Hinweis/ etc. Das klingt nicht so zurechtweisend.

Und ich würde die Chefin auch um Rückmeldung bitten!

Das ist ja auch zum Teil mein Charakter und um 180 Grad drehen kann ich mich nun mal nicht.

Das musst Du auch nicht, aber etwas Flexibilität ist sicher erforderlich, wenn Du in der Firma bleiben willst. Wofür ich Dir natürlich alles Gute wünsche.

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