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Frage zu Steuer und Nebengewerbe

Annnalesna1x3 hat die Diskussion gestartet


So ihr Lieben.... Ich brauche eure Hilfe, weil mir unterschiedliche Dinge erzählt wurden. %:|

Ich habe einen festen Job und habe vor kurzem noch ein Nebengewerbe angemeldet. Das ist alles noch im Aufbau und ich werde definitiv unter der Grenze von 17500 Euro / Jahr liegen.

Jetzt war ich bei einer Beratung (bin im Lohnsteuerhilfeverein). Die meinten, dass der Lohnsteuerverein für sowas jetzt nicht mehr zuständig sei und meine Steuererklärung nicht mehr machen darf, da Nebengewerbe. Ich müsse in Zukunft die Steuererklärung direkt zum Steuerberater geben - also meine private und die nebengewerbliche Steuererklärung. Da wird dann die Gewinnrechnung gemacht oder so ähnlich. Kostenpunkt je nach Aufwand: Zwischen 200-400 Euro. :-/ :-o

Eine Freundin, die ebenfalls ein Nebengewerbe hat, meinte allerdings, dass, wenn ich unter den 17500 Euro pro Jahr bleibe, eine normale Einnahmen-Ausgaben-Rechnung reicht. Also per Excel festhalten, was man einnimmt und was man für das Nebengewerbe ausgibt und daraus ermittelt sich dann ja automatisch der Gewinn. Alle Belege/Rechnungen sammeln und dies dann einfach komplett mit der privaten Steuererklärung ans Finanzamt schicken.

Ich habe meine Einkommenssteuererklärung noch NIE selbst gemacht, da ich mich nicht traue. Das sieht so dermaßen kompliziert aus. %-|

Na, was denn nun? Hat mich der Lohnsteuerhilfeverein falsch beraten?

Antworten
Mcehxno


Du hast ein Gewerbe angemeldet? Dann schaum mal unter [[www.Kleinunternehmer.de]] bzw. www. kleingewerbe.de nach. Da sollten eigentlich alle Deine Fragen beantwortet werden.

Es scheint so, als würde eine normale Eingaben - Ausgaben Rechnung reichen.

h-all|iga;lilxeo


Der Lohnsteuerhilfeverein hat dich wohl nicht falsch beraten. Im Gegensatz zu Steuerbevollmächtigten, Steuerberatern und Steuerberatungsgesellschaften dürfen Lohnsteuerhilfevereine nur begrenzte Hilfe in Steuersachen leisten.

Es ist eine Art Selbsthilfeorganisation von Arbeitnehmern, die auf Initiative der Gewerkschaften gegründet worden ist. Die Art der Hilfe ist weitgehend begrenzt auf die Unterstützung bei Einkünften aus Arbeit als Angestellter, Renten, Versorgungsbezügen und Unterhaltsleistungen oder Wohneigentum. Man unterstützt auch bei der korrekten Versteuerung von Einnahmen aus Vermietungen, wenn eine bestimmte Höhe nicht überschritten wird.

Die Arbeit der Lohnsteuerhilfevereine kann auch von Leuten gemacht werden, die nicht die anspruchsvolle Prüfung als Steuerberater absolviert haben. Meistens wird es wohl die Ausbildung als Steuerfachangestellte(r) sein. Weil die fachlichen Voraussetzungen der Lohnsteuerhilfeverein-Mitarbeiter geringer sind, fallen auch die Honorare geringer aus, die du zu leisten hast.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man für die Unterstützung von Gewerbetreibenden / Unternehmern mehr Qualifikation braucht und deswegen mehr Honorar verlangen kann. Die Honorare der Steuerberater werden nach einer gesetzlichen Gebührenordnung ermittelt, sind danach also abhängig von deinen Umsätzen. Es gibt aber Mindestgebühren. Wenn du also nur 500 Euro im Jahr einnimmst, dann wird der größere Teil wohl an den Steuerberater gehen. Man kann sowas ja auch mal telefonisch abklären, indem man einfach man bei einem Steuerberater anruft.

Trotzdem muss man meine Angst vor der Einnahmen-Ausgabenrechnung haben. Auf der oben zitierten Seite www.kleinunternehmer ist doch ganz gut erklärt, wie einfach das sein kann. Da kannst du sehen, wie man eine [[http://www.kleinunternehmer.de/steuerpflichten.htm#gewinnermittlung E-A-Rechnung]] macht.

Aber es gibt weitere Formalien, z.B. wie du eine Rechnung an deine Kunden gestalten musst und was auch zu tun ist, wenn deine Einnahmen die Schwelle von 17.500 Euro überschreiten. Das solltest du dir gründlich durchlesen, denn bei gravierenden Fehlern und Steuerhinterziehung sind die Behörden auch nicht für Späße aufgelegt. Aber hinter Gitter wandert man erst, wenn man so viel Steuern hinterzieht wie der Hoeneß.

hEallFig'alixleo


Ach, um noch etwas hinzuzufügen: Natürlich reicht es nicht, die Rechnung zu machen, so wie es auf der oben zitierten Seite erklärt wird, also eine Excel-Tabelle machen und ausdrucken oder per Mail ans Finanzamt schicken. Man muss es entweder elektronisch ans Finanzamt übermitteln mit digitaler Signatur oder auf Papierformulare eintragen und beim Finanzamt einreichen. Wie es genau läuft, wird man dir wohl beim Finanzamt erläutern. Beachte auch, dass es für die ganzen Belege, die du sammeln musst, langfristige Aufbewahrungspflichten gibt.

Cyomxran


Eine Freundin, die ebenfalls ein Nebengewerbe hat, meinte allerdings, dass, wenn ich unter den 17500 Euro pro Jahr bleibe, eine normale Einnahmen-Ausgaben-Rechnung reicht. Also per Excel festhalten, was man einnimmt und was man für das Nebengewerbe ausgibt und daraus ermittelt sich dann ja automatisch der Gewinn. Alle Belege/Rechnungen sammeln und dies dann einfach komplett mit der privaten Steuererklärung ans Finanzamt schicken.

Ich habe meine Einkommenssteuererklärung noch NIE selbst gemacht, da ich mich nicht traue. Das sieht so dermaßen kompliziert aus. %-|

Zum Kleingewerbe hat deine Freundin Recht. Mit den geringen Einkünften bist du nicht umsatzsteuerpflichtig (kannst du auf freiwilliger Basis, aber je nach Steuersatz lohnt sich das nicht zwingend und du hast mehr Bürokratie). Eine Einnahmenüberschussrechnung mit zwei Tabellen und einer Summe reicht aus.

Eine Einkommenssteuererklärung ist gar nicht so schwer, eher lästig. Nimm ein Programm dafür, wenn du keins kaufen willst, nimm einfach Elster vom Finanzamt - es gibt zwar keine Tipps zur Steuerersparnis, aber es hat für jedes Feld eine Hilfe und macht eine Plausibilisierung. Schau dir an, was dein Lohnsteuerverein immer an Steuerersparnissen für dich geltend gemacht hat (irgendwelche Vorsorgeaufwendungen, Werbungskosten für den Beruf) und das machst du einfach genauso. Für das Gewerbe kommt einfach noch die "Anlage G" dazu, da trägst du lediglich das Saldo für dein Gewerbe ein (Überschuss oder Verlust) und legst die Übersicht der Einnahmen und Ausgaben später auf Papier dazu.

Natürlich reicht es nicht, die Rechnung zu machen, so wie es auf der oben zitierten Seite erklärt wird, also eine Excel-Tabelle machen und ausdrucken oder per Mail ans Finanzamt schicken. Man muss es entweder elektronisch ans Finanzamt übermitteln mit digitaler Signatur oder auf Papierformulare eintragen und beim Finanzamt einreichen.

Halligalileo, als Kleinunternehmerin ist sie nicht zur elektronischen Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet. Die Einnahmenüberschussrechnung reicht völlig aus und wird im Folgejahr mit der ganz normalen Steuererklärung eingereicht sowie die Anlage G ergänzt. Ich mache das für mein Gewerbe seit 1999 so.

CFornjelixa59


Noch was zum Thema Umsatzsteuer bei Kleinunternehmern. Du solltest sehr darauf achten, auf deinen Rechnungen in diesem Fall unter gar keinen Umständen Umsatzsteuer auszuweisen! Bereits das Ausfüllen der für die Umsatzsteuer vorgesehenen Stelle in einem vorgedruckten Quittungsformular, also der Eintrag "19 %" führt dazu, daß der Umsatz auch tatsächlich umsatzsteuerpflichtig wird. Eine gute Idee ist es, auf den Rechnungen "Keine USt, Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG" darunterzusetzen!

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