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Nach dem Urlaub arbeiten - Katastrophe

S)ee&leenglLas hat die Diskussion gestartet


Hallo.

Ich muss mir etwas von der Seele reden und vielleicht weiß jemand Rat.

Ich bin seit fast 2 Jahren Kita-Leitung und arbeite seitdem Vollzeit.

Ich bin verheiratet, 30, und wir machten nie einen Hehl darum: wir arbeiteten lieber weniger und haben dafür mehr Zeit für uns und unsere Hobbies. (Metallarbeiten, Musik, Kunst) Wir leben nicht minimalistisch, aber haben auch nicht viel auszugeben. Ich kaufe viel Secondhand, weil ich Verschwendung hasse. Wir haben nur ein Familienauto, ich laufe. Keine Kinder, früher nur einmal alle 1-2 Jahre in Urlaub und hatten trotzdem Geld zum Sparen. Dann kam die Diagnose meiner Chefin, sie hatte Krebs und wollte nicht mehr in den Beruf. Keine meiner Kolleginnen wollte die Führung und ich habe lange überlegt. Will ich eine Führungsposition? Mehr arbeiten?(hatte vorher ca. 30 std) Soll das faule Leben so weitergehen?

Anmerkung: faul nach gesellschaftlichen Normen. Denn etwas geschafft habe ich ja immer. Nur nichts produktives für die Wirtschaft.

Ich entschied mich für die Führung. Ich fühle mich von Jahr zu Jahr leerer. Ich habe fast keinen Kontakt zu Kindern mehr, wofür ich den Job liebte. Ich muss Entscheidungen treffen und so viele Gespräche führen, die ich nicht möchte. Das alles wäre erträglich, wenn ich mich zu hause ausgleichen könnte. Ich liebe Musik, Kunst und war früher nach der Arbeit regelmäßig joggen und schwimmen. Nun komme ich heim und bin fertig, platt, leer und das schlimmste: kreativitätslos. Meistens mache ich etwas im Haushalt und gucke stumpfsinnig TV. Ich habe so etwas früher nie gemacht... Meine körperliche Motivation geht gegen null; Sport, spazieren, Sex, Sb. Mein Zyklus verschiebt sich immer wieder.

Ich denke es liegt nicht nur an der.Qualität der Arbeit, sondern auch an der Stundenzahl. Früher hatte ich nur eine 4tage Woche... In dieser Kita wird kein anderer die Führung machen. 1 zu alt, 1 zu jung, 1 nicht qualifiziert, 2 Mamas)

Ich war vor 2 Jahren ein glücklicher Mensch, der sich an so vielem erfreuen konnte (guten Gesprächen, Sonnenuntergängen, MAL essengehen, mal ein Konzert) Das Geld, das ich mehr verdiene, befriedigt mich nicht. Ich gebe es für Dinge aus, die ich nicht wirklich brauche. Oder von denen ich im Nachhinein denke: dafür arbeitest du nun so viel? Kosten-nutzen: unverhältnismäßig. Meine musischen Einfälle fehlen mir und die Simpelheit meines Lebens.

Übermorgen muss ich wieder zur Arbeit. Eine Woche brauchte ich, um wieder zu meinem inneren Gleichgewicht zu finden, mich musisch und sexuell wieder zu normalisieren. Es geht also.

Dennoch weiß ich nicht, was ich machen soll.... es klingt vllt. wie jammern auf hohem Niveau, aber ich werde mit jedem Arbeitstag nicht glücklicher und nicht jünger .... und fände so gerne meine innere Stabilität zurück. :�(

Den Kindergarten verlassen wäre für mich nur der letzte Ausweg, wenn ich richtig unglücklich wäre. Ich fühle mich verbunden und verpflichtet. (Und überlastet und manchmal gelangweilt und manchmal als Einzelkämpfer und und und....)

Vielleicht weiß jemand einen Rat .... einfach zusammenreißen geht nicht mehr.

Danke...

Antworten
T}hisa Twilbightx Garden


Oje... ich wüßte nur einen Rat: entweder wieder den vorherigen Job dort machen, also zurücktreten oder komplett kündigen.

Gesundheit (und damit auch seelische wie auch körperliche) gehen immer vor.

C{oteSa3uDvaxge


Warum hast du dich denn für die Leitung entschieden?? Die hätten doch einfach eine neue Person als Nachfolger für die Chefin einzustellen brauchen.

Und warum lässt sich das nicht jetzt noch nachholen, während du an deine alte Stelle zurückkehrst?

S@ee4lengxlas


Na- als die alte Kollegin mit Krebs ging, nahm ich ihre Stelle und meine alte Stelle fiel an die 21Jährige, frisch Ausgelernte. :-/

Ich habe nun mit meinen vielen Überstunden knapp 4 Wochen Urlaub (2,5 betriebsurlaub). Nun hatte ich das erste mal seit langem das Gefühl 'atmen' zu können und Dinge zu tun, die ich möchte. Ab Mittwoch laufe ich wieder neben meinem Leben her....

k'leinerq_drac6helnsterxn


Arbeitest du im ÖD bzw. bei einem großen Träger?

Dann würde ich in eine andere Einrichtung wechseln und die Leitung frei machen für jemand, dem das auch Spaß macht.

So weitermachen würde ich nicht, so unglücklich wie du klingst, mich in den normalen Dienst in der selben Einrichtung zurückstufen lassen, halte oich auch für keine gute Idee, also würde ich wechseln.

Ist leider ganz oft so, dass Leitung mit extrem viel Administration zu tun hat und das ist einfach nicht jedermanns Sache.

C}otewSaXuvagxe


Hast du keine Lust, die an dich gestellten Fragen zu beantworten? Ich wollte wissen WARUM du das gemacht hast obwohl das deinem Lebensmodell diametral zuwiderläuft, und was dagegen spricht dass du diese Aufgabe wieder abgibst.

Tyhis0 Tmwilight (Gardxen


Na- als die alte Kollegin mit Krebs ging, nahm ich ihre Stelle und meine alte Stelle fiel an die 21Jährige, frisch Ausgelernte.

Naja, wenn dein alter Job nicht mehr frei ist, kannst du ja nur kündigen oder unglücklich weiter im Job arbeiten und krank werden. Ist keine Option, oder?

Und hey, Fehler macht jeder, du hast dich oder den Job eben falsch eingeschätzt. Besser gehen als unglücklich werden.

PGlu^txch


Naja Führung ist ja nicht für jeden gemacht. Ich würde dir empfehlen, den anderen Job wieder zu bekommen, wo du noch mehr Kontakt zu den Kindern hattest, da es dir anscheinend mehr liegt und du zu der Zeit glücklich warst. ABER: Sieh es doch mal positiv: Du weißt das du jetzt zumindest für den Führungsjob nicht gemacht bist :)

H%udipf~upxf1


Tja, ich denke du hast konkret zwei Möglichkeiten.

Entweder du suchst dir eine andere Stelle mit weniger Verantwortung, oder du sitzt das aus, bis "unter dir" eine Stelle für dich frei wird und eine neue Leiterin gesucht werden kann.

Da deine vorherige Stelle besetzt ist, nehme ich nicht an, dass für dich eine weitere Stelle geschaffen wird. In den heutigen Zeiten wird gespart.

Den Fehler hast du gemacht, als du die Stelle übernommen hast, aber das ist nun mal passiert.

Solltest du dich für den zweiten Fall entscheiden, würde ich das so bald wie möglich dem Zuständigen melden, dass das geklärt ist, bevor sie jemanden suchen müssen.

KNrabbMelkäfe!rxle


Kannst du als Leitung nicht ein bisschen umstrukturieren? Führe doch mal ein Gespräch mit deinen Leuten. Sag ihnen, dass du an deine Grenzen kommst und nicht als Einzelkämpfer dastehen willst und kannst, ansonsten gibts du den Posten ab und sie sollen jemand neues suchen.

Oder du beendest deine Arbeitstage pünktlich ohne Überstunden, wenn vieles liegen bleibt, dann stellt nochmal jemanden ein. Habt ihr einen Träger? Dann wende dich doch an diesen.

B[eUnitaBx.


Manche Dinge im Leben sind Fehlgriffe.

Warum sich das nicht eingestehen und zurück zu dem, was man Leben nennt?

Manche Lösungen können sooo einfach sein.

S=eele0nglaxs


@ kleiner_drachenstern

Leider nein. Bei uns ist jeder Kindergarten in sich abgetrennt, die Träger kooperieren so nicht.

@ CoteSauvage

Ich dachte ich müsse nun endlich "normal" handeln, wie die Gesellschaft es für richtig erachtet. Ich müsse mehr Geld verdienen, weil mehr Geld verdienen prinzipiell immer eine gute Sache ist. Es ist normal, Vollzeit zu arbeiten, dachte ich, also müsse ich das auch so tun. Ich will vielleicht irgendwann Kinder bekommen, dann wäre es auch gut, mehr Geld zu haben. Z.B. durch Eigenheim. Woher bekomme ich ein Eigenheim? Über Geld. Etc. Das waren einfach zukunftsorientierte Gedanken und keine, die mich im Hier und Jetzt in irgendeiner Art und Weise glücklich machen sollten, denn ich wusste: Ich mache meine Arbeit gerne. Aber eben nicht so gerne, dass ich meine gesamte Freizeit dafür opfere und um das sehr lange 3-Tage Wochenende weine ich noch heute...

Ich kann nicht zurück, weil meine alte Stelle besetzt wurde. Ich kann die Verantwortung und die Mehrstunden nicht abgeben, weil keiner Mehrstunden oder Verantwortung möchte. Ich könnte einige Stunden komplett neu verteilen. Das müsste ich dann vor meinem Team gut begründen, denn keiner nimmt unangenehme Veränderungen in seinem Dienstplan einfach so hin.

Diese Begründung wäre mit Sicherheit nicht; Eh... ich hab keine Lust mehr so viel zu arbeiten, weil es mir alles zu viel wird (in meinem Alter.. in diesem Job.) und ich einfach wieder Luft zum Atmen und zum Schaffen brauche. Es wäre ehrlich und aufrichtig. Aber für andere nicht nachvollziehbar, vielleicht sogar lächerlich. Ergo bliebe mir nur ein kompletter Wechsel. Und ich arbeite aus sehr vielen Gründen sehr gerne hier und manche davon sind nicht nur persönlich (wie dass ich meine Kollegen schätze. Außer einen.), sondern auch dass ich z.B. kein Auto habe. Hier gibt es keine gute Infrastruktur, also weder gute Verkehrsanbindungen, noch viele Kindergärten. Ich kann also nicht mal eben in eine x-beliebige andere Einrichtung, weil ich ganz logistisch gesehen nicht von A nach B komme. Des Weiteren ist es im Sozialen Bereich so, dass du dir Höhereingruppierungen erst lange erarbeiten musst. Nach 3 Jahren kommt man erst in die nächste Gehaltsstufe. Wenn ich nun in einen anderen Kindergarten wechsele, beginne ich wieder bei 0, als Anfängerin.

@ Krabbelkäferle

So einfach ist das im Sozialen Bereich nicht. Es ist alles genau geregelt und gedeckelt. Wie viele Stunden für wen, für was etc. Ich habe Vorgaben an die ich mich genau halten muss.

Den Fehler den ich begangen habe war wohl, beides auf einmal zu machen:

Die Führung UND die Vollzeit in einem Atemzug. Ich kann höchstens versuchen Stunden los zu werden. Keiner möchte sie. Also muss ich es gut begründen, wieso ich Stunden abgeben will und überlegen, wie ich diese Stundenzahl (es geht ja nur um ein paar wenige Stunden) neu verteile. Aber das alles geht nicht ohne Rechtfertigung......

%:|

C6o[teSyaUuvsage


Puh ... Schade dass du dich entgegen deinem Gefühl den Konventionen gebeugt hast, jetzt sitzt du ganz schön in der Scheisse. Nette Kollegen wiegen das ja offenbar nicht auf. Ein Auto könntest du dir ja anschaffen, aber dass du mit deiner Berufserfahrung wieder von vorne anfangen musst, wundert mich. Ich dachte man wird entsprechend der konkreten Tätigkeit eingestuft; dass du nicht mehr so viel wie eine Chefin verdienst wäre klar, aber ein Anfängergehalt? Ich hab so das dumpfe Gefühl dass du dich diesem Job aus deiner Sicht nur noch durch eine Schwangerschaft entziehen kannst ...

T@his 7TwiligXhnt LGar<dexn


Finde deinen Denkfehler

Ich dachte ich müsse nun endlich "normal" handeln, wie die Gesellschaft es für richtig erachtet. Ich müsse mehr Geld verdienen, weil mehr Geld verdienen prinzipiell immer eine gute Sache ist. Es ist normal, Vollzeit zu arbeiten,

Ich kann die Verantwortung und die Mehrstunden nicht abgeben, weil keiner Mehrstunden oder Verantwortung möchte.

Siehst du den Fehler? DU denkst, die Gesellschaft erwartet das, aber Andere (Kollegen) machen den Job ja auch nicht... Deine Nachfolgerin in deinem alten Job hat doch jetzt auch nur ne 4 Tage Woche und mehr Freizeit, richtig? Und ist die jetzt gesellschaftlich nicht anerkannt?

Eh... ich hab keine Lust mehr so viel zu arbeiten, weil es mir alles zu viel wird (in meinem Alter.. in diesem Job.) und ich einfach wieder Luft zum Atmen und zum Schaffen brauche. Es wäre ehrlich und aufrichtig. Aber für andere nicht nachvollziehbar, vielleicht sogar lächerlich.

Klar ist das für die Kollegen nachvollziehbar, sonst könnten die ja deinen Job machen. Wollen sie aber nicht, nur geben sie es vlt nicht zu. Aber nachvollziehbar ist es wohl für 90% aller Arbeitnehmer ;-)

Also muss ich es gut begründen, wieso ich Stunden abgeben will und überlegen, wie ich diese Stundenzahl (es geht ja nur um ein paar wenige Stunden) neu verteile. Aber das alles geht nicht ohne Rechtfertigung......

Aus gesundheitlichen Gründen.

mLarikua stUerxn


ich versteh nicht so ganz, warum du nicht teilzeit gehen kannst und jemand anderes dann für die verbliebenen stunden eingestellt werden kann, du deinen job quasi splittest.

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