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Mein Vater ist jetzt obdachlos

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Übrigens ist die Frührente endgültig abgeschafft worden

onodisep

Und was ist, wenn man aber frühzeitig so grottenkrank wird, dass man nicht mehr arbeiten KANN?

Dann automatisch Hartz 4 in Zukunft?

A4gQatha eCristie


Natürlich nicht. Wer so krank ist, erhält nach wie vor Arbeitsunfähigkeitsrente.

Mochito, dein Problem ist zur Zeit noch, dass du innerlich bereit bist, eher selbst unterzugehen - mit Mann und Maus bzw. Kind - als deinem Vater gegenüber klare Kante zu zeigen. Das wirst du aber müssen, um dich und die deinen und deine Ehe zu retten. Mach dir klar, dass deine eigene Kraft dazu, wie es aussieht, nicht reicht. Du wirst dazu Hilfe brauchen!!!

M)ochpito


Chance:

Es macht mich oberwütend..stinksauer...das er sein Leben so gegen die Wand fährt und meines gleich mit. Besonders weil dieser Spanien Plan Mist ist und er keine andere Alterntive zulässt. Diese Ungewissheit für die Zukunft lässt mich verzweifeln.

2aa

Er geht Felsenfest davon aus diese Rente zu bekommen. Leider hat er sich bisher nicht gekümmert. Er ist definitiv arbeitsunfähig...ich konnte in der Hinsicht auch noch nichts in Erfahrung bringen. Ist auch nicht meine Aufgabe, wäre aber gut für meinen Seelenfrieden

C;hanFce00x7


Es macht mich oberwütend..stinksauer...das er sein Leben so gegen die Wand fährt und meines gleich mit.

Auch Wut ist Energie. Energie, die man wunderbar für Bewegung nutzen kann. Er bewegt sich nicht und es ist verschwendete Energie, ihn anschieben zu wollen. Er nutzt seine Energie ja auch nur dafür, zu bremsen.

Also nutze die Energie, die sich aus der Wut ergibt für DICH. Lege klar fest, was Du möchtest und was Du auf keinen Fall möchtest. Und dann leite daraus konkrete Handlungen ab. Die da sein könnten:

- Kurze knappe Info an ihn, dass Du erwartest, dass er sich bis Zeitpunkt X (ganz konkret benennen!) gekümmert haben muss und zumindest die Amtssachen in die Wege geleitet haben muss - mit konkreten Nachweisen für Dich

- Weitere Ansage, dass - sollte dies bis zu diesem Zeitpunkt nicht passiert sein - sein Aufenthalt am Soundsovielten endet

Wenn es Dir dann besser geht, mach ihm eine Liste fertig mit allen möglichen Hilfestellen, Ansprechpartnern und den zugehörigen Telefonnummern. Mehr kannst Du nicht tun.

Es gibt genug Hilfen. Er möchte sie nur nicht nutzen. Wenn Du durchziehst, wird er sie nutzen müssen.

Du bist nicht alleine. Du hast Deinen Mann an seiner Seite. Arbeitet da zusammen, besprecht das genauestens und stärkt euch den Rücken, wann immer Du schwach zu werden drohst. Und denk an die psychische und physische Gesundheit Deiner Tochter. Sie kann sich dem nicht entziehen. Ihr schon. Ihr seid erwachsen.

Cohanzce00x7


Du hast Deinen Mann an seiner Seite.

An Deiner Seite natürlich. ;-)

a`n_$r2e


Du musst deinem Vater einiges forscher angehen. Entweder du kriegst das gebacken oder dein Mann wird irgendwann gehen.

PxyBtho;nisxt


Was für Konsequenzen schweben dir denn vor wenn er sich weder an das Rauchverbot im Haus hält noch sich am Haushalt beteiligt?

Mein Mittelweg läge darin, ihm Hilfe mitzugeben und eben auch Forderungen aufzustellen. Und es schrittweise zu verschärfen, ohne ihn ganz fallen zu lassen. Erstmal muss er verstehen, warum er im Haushalt eine Last ist, und wie er selbst dieses "Eine-Last-sein" reduzieren kann. Z.B. draußen rauchen (um das Kind nicht dem Qualm auszusetzen), im Haushalt mit anpacken, tagsüber etwas vornehmen (seine Ämtergänge), und eben auch mal weg sein, damit die anderen mehr Ruhe und Zeit für sich haben. Vielleicht mal 1-2 Tage bei seiner Freundin oder stundenweise die anderen Kinder besuchen und beweisen, dass er nicht nur Alki-Last ist, sondern immer noch ein Mensch, der sozial ist. Er braucht ja wieder die Sympathie aller Kinder. Sowas alles. An erster Stelle steht also: wie können wir es einrichten, dass es im Haushalt klappt? Aber die Frage war ja anders: was wenn er sich nicht dran hält?

Diese etwas komplexeren Regeln habe ich mir einfallen lassen:

Verstoß Nummer 1: er muss seine Sachen packen für das bevorstehende Leben draußen und muss eine Liste machen, was er dort alles braucht und das in einen Rucksack / Fahrradpacktaschen packen. Hier muss er planen und sich gedanklich auf das Leben außerhalb der Wohnung (aber nicht zwangsweise obdachlos! denn er kann sich ja ein Obdach suchen!) vorbereiten.

Mochito prüft, dass er wesentliche Sachen dabei hat, die er brauchen wird:

* Adresse der Tafel, um Nahrung ohne Geld zu bekommen, aber nicht kriminell zu werden (z.B. durch Diebstahl von Lebensmitteln, Zigaretten, Alkohol)

* Adresse der Ämter, die für ihn relevant sind

* Adresse von Ärzten/Sozialarbeit

* Adresse von öffentlichen Toiletten (z.B. städt. Verwaltungen/Bibliothek) / Duschmöglichkeit, dort gibt's am Waschbecken dann auch Trinkwasser, wo er seine Flaschen füllen kann

* Adresse von einfachen Unterbringungen (z.B. Jugendherberge, Zeltplatz, einfache Monteursunterkünfte, oder beim Bauern in einem Nebenhaus), für die Mochito angerufen werden kann, damit sie bezahlt, die Kosten teilt sie sich vorübergehend mit den Geschwistern und Ziel sind Übernachtungen im Mehrbettzimmer von 15-20 EUR pro Tag, möglichst mit Frühstück (im Prinzip wäre das eine Warmmiete möbliert von 450-600 EUR im Monat)

* Karte der Stadt/der Umgebung

* zusätzliches Geld bekommt er nicht mit - geht eh nur in Zigaretten und Akohol, eben nur das, was er selbst noch hatte

* ein Zelt und einen Schlafsack

* eine Liste von Dingen, die er tun kann, wo er sich einbringen kann, z.B. Erntehelfer, oder bei der Tafel auf der Organisatorenseite mitwirken, Arbeit ist ja ein wichtiger Teil des Lebens

* ein paar Medikamente und Pflaster

* die Adressen und Telefonnummern aller seiner Kinder und Verwandten und Freunde

* nochmal die Hausregeln, die er unterschreiben soll

* seine Papiere: KK-Karte, Personalausweis, Bescheide, Diagnosen

* Zettel, Stifte, Pappschilder zum Trampen

* bisschen Wechselklamotten

* Besteck, Rasierzeug, Seife, Shampoo, Klopapier - denn es ist wichtig, dass er sich gesund erhält und auch sozial kompatibel aussieht

* ein Buch zum Lesen, etwas motivierendes, dass die Amtsgänge erklärt - oder einen Bilbiotheksausweis, dann kann er alles mögliche lesen und hat einfaches Internet, wenn er das kann

* vielleicht ein Fahrrad

* und er soll sich einen Plan machen, wie er dann draußen leben wird, also wo wird er hingehen? Z.B. zu den anderen zwei Kindern und dort nochmal um Unterkunft bitten? Selbst? Welche Unterkunft würde er sonst wählen? Jetzt würde er zwar draußen leben, aber eben wie ein Traveller/Nomade ohne Geld, nicht wie ein Obdachloser, der sich körperlich und geistig vernachlässigt.

Dieser Rucksack/die Packtaschen stehen dann als mahnendes Beispiel im Flur. Aber er lebt erstmal weiter in der Wohnung. Seine mentale Vorbereitung wird ihm einerseits hilfreich sein, wenn er sich wirklich draußen bewähren muss. Und gleichzeitig Abschreckung sein, sich doch an die Hausregeln zu halten.

Verstoß Nummer 2: er wird mit seinem Zeug 2-3 Tage rausgeschickt, wird dann aber auf jeden Fall wieder in der Wohnung aufgenommen für seine letzte Chance. So hatte er die Erfahrung. Und die Familie 2-3 Tage Ruhe.

Verstoß Nummer 3: er kann nicht mehr dort übernachten. Aber es ist kein kompletter Bruch, sondern es gibt ein Zurück. Er kann vorbeikommen und seine Wäsche waschen. Er kann zum Reden stundenweise vorbeikommen, sich dann duschen/waschen und erzählen. Also kann er Mochitos Familie noch stundenweise besuchen. Er kann berichten, wie es ihm geht und was seine Pläne sind. Und wie seine Suche nach einer Unterkunft voranschreitet und um kleine Hilfestellungen bitten. Er kann auch die Adresse weiter angeben und seine Post holen.

Und er kann wieder für eine vorübergehende Zeit einziehen, WENN das mit den Hausregeln klappt UND er freundlich bei den anderen Kindern nachgefragt hat aber dort überhaupt keinen Zugang fand UND er nachweisen kann, dass er sich um eine neue eigene Unterkunft (irgendwas) gekümmert hat und dafür einen Einzugstermin hat. Denn dann ist es wieder eine Überbrückung mit planbarem Ende.

Ich denke, dieser Weg ist eine starke Motivation, sich an die Hausregeln zu halten (also zumindest draußen rauchen; und nicht nur faulenzen, sondern im Haushalt Aufgaben übernehmen; nur mit dem Alk, das sehe auch ich als aussichtslos, wenn echte Sucht, dann wird es vielleicht eher auf eine Art reduziertes, kontrolliertes Trinken hinauslaufen, aber bisher haben wir ja keine Quantifizierung seines Alkoholkonsums). Und es ist ein verantwortliches Entlassen eines Menschen, der sich in der Wohnung nicht sozial verhalten kann und selbst versucht, keine Last zu sein. Mit den zwei Warnstufen, aber auch mit Rück-Option.

Es ist etwas anderes als der Rausschmiss a la "Pack dein Zeug und hau ab, ich will dich NIE wieder sehen".

Und ja, es wäre ein Programmvorschlag für den Vater. Aber auch Mochito braucht einen Weg, der ihre psychischen Belastungen reduziert, der ihr wieder Freiräume und mehr Selbstbewusstsein gibt.

ZBim


. ah und raucht mir nachts die Bude voll.

wie wärs mit einem Rauchverbot?

Könntest du mal aussprechen.

MGochxito


Pythonist

Danke für deine ausführliche Antwort. Ich werde später näher darauf ein gehen wenn ich mehr zeit habe.

Zim

Habe ich natürlich ausgesprochen. Nur nachts wenn alle schlafen und er nicht kann er nicht mehr raus.

PBeOddxi


Ich glaube, das hier ist ein faden wo wir zusehen können wie eine Familie vor die Hunde geht.

T.E. Entweder sofort Rausschmiss des Vaters oder ihr geht kaputt.

Hast du einen Psychologin? Du brauchst Unterstützung.

Wünsche euch weiter viel Kraft.

A,gathaI CriPstxie


Ja, ich gebs auf - für jedes Argument fällt der TE im Moment ja doch ein Gegenargument ein - wenn sie überhaupt noch auf das eingeht, was so sehr ungemütlich ist; obwohl ich das verstehe, denn es tut - noch - weh.

Sei's drum, man muss halt so lange (mit-)leiden, bis man es leid ist. Dann weiß man auf einmal auch den Weg, und man scheut sich nicht, sich, um ihn zu gehen, wirkliche Hilfe zu holen. Der absolut übliche Weg für die am Herzen liegenden Alkoholiker.

PZyth;onis<t


Pythonist

Danke für deine ausführliche Antwort. Ich werde später näher darauf ein gehen wenn ich mehr zeit habe.

Gern. Ich wollte gern einen Gegenentwurf liefern zum Schwarz-Weiß-Denken anderer Beiträge, der eben mehr Lösungsmöglichkeiten anbietet. Und ich freue mich, dass du dir Zeit für die Antwort nimmst.

Habe ich natürlich ausgesprochen. Nur nachts wenn alle schlafen und er nicht kann er nicht mehr raus.

Weil der Balkon nur über das Schlafzimmer zu erreichen ist? Dann bekommt er einen Schlüssel, und muss eben ganz raus aus dem Haus und eine Runde um den Block gehen, dann dort draußen rauchen und kommt danach wieder hoch. Oder er muss sicht halt dran gewöhnen, dass bei euch Hausregel ist: zwischen 22 und 8 Uhr geht halt Rauchen nicht und dass er keinen Schlüssel bekommt, weil ihr befürchtet, dass er z.B. betrunken nicht wieder kommt. Das kann er dann so annehmen oder sich was anderes überlegen. Oder euren Befürchtungen mit Taten einen Gegenbeweis liefern.

@ Peddi

Ich glaube, das hier ist ein faden wo wir zusehen können wie eine Familie vor die Hunde geht.

T.E. Entweder sofort Rausschmiss des Vaters oder ihr geht kaputt.

Also ich sehe beide Aussagen von dir als Dramatisierung, für die ich erstmal keinen Anhaltspunkt sehe. Ich kann mir vorstellen, du überträgst eine andere Situation auf die von Mochito.

Ich glaube, Mochito sollte sich nicht gerade in die ach so bequeme Opferposition zurückziehen, sondern aktiv was tun (und das tut sie ja bereits). Dem Vater Hilfe zur Selbsthilfe anbieten und das Umfeld einbeziehen. Aber ihren Einsatz realistisch einschätzen und sich nicht überfordern, sondern z.B. auch ihren Geschwistern den Teil ihrer Verantwortung geben, dem sie nun gerecht werden sollen.

Vor dem direkten Hinzuziehen eines Psychotherapeuten für Mochito an sich, können Mochito+Mann+Tochter auch einfach mal ein paar Tage wegfahren (ohne den Vater), den woanders hinschicken und sich damit eine Auszeit gönnen. Zeit für sich nehmen, entspannen vom Pflege/Betreuungs-Stress. Oder den Vater paar Tage zu dessen Freundin schicken, wenn diese eine Unterkunft hat. Und dabei spüren, ob auch das schon einen nennenswerten Effekt auf ihre Psyche hat.

Psychotherapie bleibt dann immer noch. Aber bis sowas wirklich losgeht und dann noch wirkt, dauert es lange. Der Kurzurlaub kann viel direkter Erholung bringen.

diana:e+87


Pythonist

Du hast nicht viel Erfahrung mit suchtkranken und depressiven Menschen oder?

Mochito

Es macht mich oberwütend..stinksauer...das er sein Leben so gegen die Wand fährt und meines gleich mit.

Er fährt sein Leben gegen die Wand, ob deines auch mit gegen die Wand rennt, dass entscheidest alleine du! Mach ihn nicht mächtiger als er ist.

Wieso zieht er eigentlich nicht bei seiner Freundin ein?

m&in8imia


das er sein Leben so gegen die Wand fährt und meines gleich mit

Nein, nicht dein Vater fährt dein Leben an die Wand, sondern du selbst. Du willst, dass sich dein alkoholkranker und depressiver Vater von selbst wieder berappelt, damit bei dir keine Schuldgefühle entstehen. Er soll für sich wieder die Verantwortung übernehmen, damit du das für dich, dein Kind und deinen Mann nicht tun musst.

Wieso bist du wütend auf ihn? Es war deine Entscheidung, ihn bei euch aufzunehmen, es ist deine Entscheidung, wieder und wieder, ihm das Rauchen und die Untätigkeit im Haushalt und für sein Leben durchgehen zu lassen. Es ist deine Entscheidung, das Risiko einzugehen, dass dein Kind irgendwann das Husten anfängt und dein Mann hochgradig genervt ist.

Mir geht es nicht darum, auf dir rumzuhacken, sondern vielmehr, dir bewusst zu machen, dass sich diese Situation nicht einfach in Luft auflöst. Du wirst handeln müssen. Und das erfordert Konsequenz, auch gegen die eigenen (Schuld-) Gefühle.

Ich finde den Ansatz von Pythonist gut, aber auch der entbindet dich nicht von konsequentem Handeln.

Cghancxe007


z.B. auch ihren Geschwistern den Teil ihrer Verantwortung geben, dem sie nun gerecht werden sollen.

Nach allem, was die TE über die Situation und den Zustand des Vaters berichtet hat, tun die anderen Familienmitglieder genau das Richtige: Sie schützen sich in erster Linie selbst. Und es wird ganz sicher noch mehr Gründe haben, die uns hier nicht bekannt sind, welche dazu geführt haben, dass sie diesen Schritt genau so gehen. Ich sehe sie hier in keinerlei Verantwortung.

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