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Bin ich nur noch eine Kollegin?

H6ar'leyQ.uinn0x1 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich möchte gleich vorausschicken, dass ich mir nicht ganz sicher bin, was ich mit dem Faden bezwecken will. Mich nervt aber gerade ein Kollege zur Zeit gewaltig und das muss ich mal irgendwie los werden.

Ich arbeite in einem größeren Unternehmen, aber in einer Abteilung, die relativ klein ist. Einen Kollegen aus meiner Abteilung kannte ich schon ein paar Jahre privat durch Freunde bevor ich in dieser Firma angefangen habe zu arbeiten. Wir haben uns sehr gut verstanden und er hat meinem Freund auch durch eine schwere Zeit begleitet.

Nun sind wir hauptsächlich Kollegen. Auf Arbeit verbringen wir nur die Pausen gemeinsam mit anderen Kollegen und reden über Dinge, die halt so alltäglich sind. Privat mal auf dem Flur zu plauschen oder falls wir nach der Arbeit mal gemeinsam in eine Richtung müssen, mit ihm über Dinge zu reden, über die man so als Freunde redet, gehen gar nicht mehr.

Ich habe ihn auf einer Feier mal darauf angesprochen, ob er was gegen mich hat bzw. wieso er sich so anders verhält. Seine Aussage war nur, dass andere Kollegen es ja nichts angeht, was er so privat macht. Ja natürlich. Aber ich verstehe nicht, wieso er sich dann trotzdem so verschließt, wenn wir privat unterwegs sind. Bin ich nur noch eine Kollegin für ihn?

Ich habe auch herausgefunden, dass er mich angelogen hat. Ich hatte ihn gefragt, ob er mit mir an einer Weiterbildung teilnehmen möchte. Da sagte er, dass er es sich überlegt. Durch meinen Chef musste ich gestern erfahren, dass ich alleine zur Weiterbildung fahre.

Was soll denn das? Er kann mir doch sagen, dass er keine Zeit/Lust/was auch immer hat. Ich mach mich vorm Chef zum Deppen, weil ich versuche, alles zu organisieren und dann leg ich alles vor und er hat schon abgesagt.

Habt ihr eine Erklärung für sein Verhalten? Hat jemand zufällig schon ähnliche Erfahrungen gemacht?

Danke fürs Lesen @:)

Antworten
Jborxi


Für mich hört sich das so an, als wolle er Privates und Berufliches strikt trennen. Das ist legitim und ich würde seine Signale sehen und akzeptieren. Für ihn scheint es einfach nicht mehr die Freundschaft zu sein, wie sie war, bevor ihr zusammengearbeitet habt. Das mag schade sein, aber so ist das eben manchmal.

T/ooqmobi


Ich kann mir vorstellen, dass du dich persönlich vor den Kopf gestoßen fühlst und nun vielleicht traurig, irritiert oder verunsichert bist.

Aber ich finde das Verhalten des Kollegen sehr konsequent. Er zieht seine Grenzen klar und deutlich. Das vermisst man bei anderen Menschen ja oft sehr.

Es hat den Anschein, als seist du schon sehr engagiert gewesen, eure private Freundschaft ins Arbeitsleben zu etablieren. Du hast ja dann wohl schon versucht, private Gespräche auf dem Flur zu initiieren und du schreibst, dass DU die Organisation für eure Weiterbildung in die Hand genommen hast... Warum tust du das? Hast du Angst, dass du dort irgendwann alleine bist? Brauchst du die alte Bekanntschaft, um dich sicherer und integrierter zu fühlen? Du scheinst dich in eine leichte emotionale Abhängigkeit zu diesem alten Freund begeben zu haben, die jetzt nicht bedient wird - klar, das nervt dich.

Ich glaube, der Kollege tut dir durch das Grenzenziehen einen Gefallen. Daher mein Tipp: Nimm es einfach an, versuche, es nicht persönlich zu nehmen und dreh ihm keinen Strick draus, indem du anfängst, über ihn zu lästern oder dich bei anderen Kollegen über ihn auszuheulen.

H)arleEyQueinxn01


Nimm es einfach an, versuche, es nicht persönlich zu nehmen und dreh ihm keinen Strick draus, indem du anfängst, über ihn zu lästern oder dich bei anderen Kollegen über ihn auszuheulen.

Nein, dass auf keinen Fall. Ich finde es einfach nur schade, dass, wenn wir uns jetzt mal privat treffen, wir über nichts mehr, außer über die Arbeit und halt so alltägliches unterhalten können. Es ist okay, dass man berufliches und privates trennt. Für ihn gibt es aber nur noch beruflich.

Es ist seine Sache, was er vor den anderen Kollegen von sich preisgibt. Das entscheide ich ja auch für mich allein. Was ich meine: wir sind doch ursprünglich eigentlich Freunde.

Und jetzt nicht mehr?

Bisher kannte ich es nur anders herum, dass man sich als Kollegen kennen lernt und das daraus eine Freundschaft entsteht.

DU die Organisation für eure Weiterbildung in die Hand genommen hast... Warum tust du das? Hast du Angst, dass du dort irgendwann alleine bist? Brauchst du die alte Bekanntschaft, um dich sicherer und integrierter zu fühlen?

Bei uns ist es normal, dass einer ein Angebot zur Weiterbildung bekommt, man in der Abteilung rumfragt, wer mitkommen mag und man schon bei der Finanzabteilung und ähnliches schon alles anfragt. Beim Chef wird dann nur noch gesagt, ob es klappt oder nicht. Mich ärgert es halt, dass er direkt beim Chef abgesagt hat und nicht bei mir (so wie andere zu- oder abgesagt haben).

Brauchen tu ich ihn nicht, um mich integriert zu fühlen.

K-rab_belkävferlxe


Da sagte er, dass er es sich überlegt.

Vielleicht wollte er es dir noch sagen und du kamst dummerweise halt zuerst mit dem Chef ins Gespräch. Gelogen hat er aber aus meiner Sicht nicht.

Ich würde es abhaken und ihn nur noch als Kollegen sehen. Vielleicht kann er da einfach nicht so aus seiner Haut und hat Angst, dass es sich zu sehr vermischt.

X,iraRin


Ich kann ihn verstehen.

Ich mache auf Arbeit auch keine Freunde. Es sind Kollegen, manche mehr manche weniger gern gehabt.

Wenn im Privatleben etwas in eurer Freundschaft passieren würde (Streit) dann würde sich das auf eure Arbeit niederschlagen.

Wäre nichts für mich. Ich würde dann auch eine strikte Grenze ziehen.

(Wenn es wirklich nur ein beliebiger Freund ist, also jemand den man öfter mal im privatleben trifft. Bester Freund...da würde ich definitiv nicht im gleichen Betrieb arbeiten wollen. Die beste Freundschaft geht kaputt wenn man sich gegenseitig auch mal fachliche Mängel aufzeigen muss oder man einfach jeden Tag aufeinander hockt.)

Bevor man rumrätselt an welcher Stelle man nun Privat von Beruf trennt, finde ich es eher konsequent zu sagen "Ich kann dir jetzt nunmal als Freund nicht mehr so viel erzählen, wie es vorher war..."

Es kann ja auch immer mal böse Zungen geben, irgendwer wird bevorzugt, oder ihr beide, wenn ihr so ne Fortbildung macht, wollt ja nur ne gemeinsame Sauftour machen auf Kosten der Firma.

Ich sage nicht, dass es so ist, aber Neid ist auf Arbeit nunmal ein totgeschwiegenes aber immer da seiendes Thema.

HTarley[Quinxn01


Ihr habt wahrscheinlich Recht. Ich hab es wahrscheinlich einfach in den falschen Hals bekommen.

Es ist für mich einfach ungewohnt, da in der alten Firma immer Leute waren mit denen man im Feierabend noch ein Bier trinken gehen kann. Das ist mit den neuen Kollegen nicht möglich.

Nur weil man privat was miteinander unternimmt, heißt es doch noch lange nicht, dass die Arbeit darunter leidet. Und ob getrascht wird oder nicht, das ist mir eigentlich relativ egal.

Ist das bei euch immer so, dass ihr nichts mit den Kollegen unternehmt? Das ihr nie über private Dinge mit Kollegen sprecht?

X|iraxin


Ich habe 1-2 Kollegen mit denen ich auch über Privates rede (Freund, Eltern, usw), beim Rest will ich das garnicht.

Aber selbst mit denen treff ich mich nicht zum Bier, außer auf der jährlichen Betriebsfeier.

Ich denke es hängt alles in allem mit dem gesamten Betriebsklima zusammen und auch von der Anzahl an Mitarbeitern in einem Raum/Team abhängig.

M)itter6n8chxt


Also ich persönlich trenne Berufliches auch immer strikt von Privatem, denn meine Kollegen geht es nichts an....dazu muss ich sagen, dass ich als Altenpflegehelferin auch zu 90% von Frauen umgeben bin und die (zumindest bei uns im Betrieb) alle mal so und hinter deinem Rücken wieder ganz anders reden.

Genauso wie ich mit meinen Kollegen niemals via WhatsApp oder Facebook kommunizieren möchte, denn das ist eben privat und geht meine Kollegen null komma garnichts an.

JCorxi


Es ist okay, dass man berufliches und privates trennt. Für ihn gibt es aber nur noch beruflich.

Dann dreh doch den Spieß um und sage ihm, dass Du jetzt privat bist und in Deiner Freizeit nicht über Berufliches reden möchtest. Wenn er das trennt, kannst Du das auch. Und wenn er dann gar nicht mehr redet, dann hat er wohl auch nichts zu sagen.

1(a+1+a=2saa


Bei uns wurde das nie getrennt, bzw. getrennt schon, aber es gab haufenweise Freundschaften, die man sich im Büro zusammengezimmert hat. Und Ehen ohne Ende...wir nannten das immer "Inzucht". ]:D

Klar, wenn etwas schiefläuft, kann es ins Arbeitsleben hineinfließen, muß aber nicht. Und Zoff unter Kollegen gibt es doch immer, mit oder ohne Einfluß des Privatlebens.

Die meisten meiner Freunde waren aus dem Büro, bzw. dort als Kollegen kennengelernt.

Bei einem Freund war es lustigerweise andersherum: in der Disco kennengelernt und dann festgestellt, dass wird denselben Arbeitgeber haben. ;-D

BQambfiene


Privat mal auf dem Flur zu plauschen oder falls wir nach der Arbeit mal gemeinsam in eine Richtung müssen, mit ihm über Dinge zu reden, über die man so als Freunde redet, gehen gar nicht mehr.

Kann es sein, dass er in dir eher eine Bekanntschaft sieht? Wie oft in der Woche oder wie oft im Monat habt ihr vor diesem gemeinsamen Arbeitsplatz denn zusammen was unternommen? War das nur zu zweit oder eher im lockeren Freundeskreis?

Könnte es sein, dass er keinen privaten Kontakt "nur" mit dir mag, weil du eine Frau bist und er jeden Tratsch am Arbeitsplatz vermeiden will?

An deiner Stelle würde ich seine Grenze respektieren. Bleib freundlich und sachlich und warte ab wie sich das zwischen euch entwickelt, wenn ihr mal wieder was mit Freunden unternehmt.

Alles Gute und viele andere netten Kolleginnen und Kollegen mit denen du mal auf ein Bier gehen kannst.

HTarlbeyQuiVnn01


Sorry, war lange nicht mehr online. Danke für eure Tipps und Ratschläge. Ich werde es so hinnehmen. Wir waren früher immer in der Gruppe unterwegs und als es sich anbahnte, dass ich bei ihm arbeite, haben wir viel zu zweit darüber geredet und auch über den sonstigen Kram. Aber gut, dann ist es eben nicht mehr so. Danke euch fürs zuhören. @:)

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