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Wie Geld anlegen für's Kind?

LaolaXx5


Ich habe noch eine uralte Lebensversicherung (aus 1980!) laufen, bei der ich 3,5 % Verzinsung bekomme.

Hättest du das Geld damals breit diversifiziert an der Börse investiert (was zugegeben damals lange nicht so einfach war wie heute), wäre wohl eine deutlich höhere Summe herausgekommen. Der Unterschied ist der, dass man bei einem eigenen Investment die Disziplin aufbringen muss, das Geld nicht aus dem

Depot abzuziehen, obwohl das jederzeit möglich wäre.

Bei Lebensversicherungen und in gewissem Sinne auch bei Immobilienfinanzierungen hat man dagen quasi den Vorteil, dass es eine Art "Zwangssparen" ist. Je mehr Selbstdisziplin man hat, desto eher geht es auch ohne Zwang. Und unterm Strich kommt (bei langem Anlagehorizont) sehr wahrscheinlich mehr raus.

CaoQm9ran


100€ in einem ETF Sparplan bringen nach 18 Jahren doppelt soviel wie bei den heute üblichen 1% Anlagen.

18 Jahre sind ein langer Zeitraum, in dem Zinsen auch wieder steigen können.

Leider haben die 30 Jahre vor der Finanzkrise mit konstant hohen Zinsen dafür gesorgt, dass in den Köpfen der Begriff "Sparen" untrennbar mit "Rendite" verknüpft ist. Das grundlegende 1x1 des Sparens scheint dabei flöten gegangen zu sein. Dabei spricht man über völlig unterschiedliche Dinge.

C\omxran


Ich habe noch eine uralte Lebensversicherung (aus 1980!) laufen, bei der ich 3,5 % Verzinsung bekomme.

Hättest du das Geld damals breit diversifiziert an der Börse investiert (was zugegeben damals lange nicht so einfach war wie heute), wäre wohl eine deutlich höhere Summe herausgekommen.

Hätte, hätte Fahradkette - wäre das Kind um 2003 volljährig geworden und das Starkapital wäre an der Börse angesammelt geworden, hätte man dem Kind erklären müssen, dass 20% vom Geld einfach weg sind. %-|

Ich "diversifiziere" (soweit es für einen Privatmenschen finanziell sinnvoll und möglich ist) seit 16 Jahren Geld an der Börse (Aktien, Fonds und Zertifikate). Wenn ich eins gelernt habe ist, dass es eben keine Garantien gibt und man maximal Trends glätten kann. Aber wie man Verlustausschläge damit auffängt, so werden eben auch Gewinnausschläge durch die Gesamtrechnung gemindert. Ein erfolgreiches und berechenbares "Surfen" auf stets steigenden Kursabschnitten ist eine Illusion und hat mehr mit Glück zu tun als mit einer vorauszuberechnenden Strategie.

Im Übrigen wurde meine erste Lebensversicherung mit über 6% Durchschnittsverzinsung ausbezahlt und die zweite, die aktuell noch läuft, hat immerhin noch 4,7%. Ganz ehrlich: an der Börse habe ich diese Durchschnittsrendite noch nicht geschafft ;-) .

Aber ich betone nochmal, dass es hier um Sparen für die Zukunft des Kindes geht - nicht primär um eine Renditemaximierung. Und 18-20 Jahre sind ein langer Zeitraum, der kaum Gewissheit über die jeweilige Anlageform bietet. Je nachdem, welchen Abschnitt der Nachkriegsgeschichte man sich anschaut. Der Rest ist Kaffeesatzleserei und Blick in die Kristallkugel - nichts zu machen ist jedenfalls der größte Nachteil, den man in Kauf nehmen kann.

oRnodis$ep


Wir hatten eine "Ausbildungsversicherung" für unsere 2 Kinder, auf die wir das komplette Kindergeld monatlich als Beitrag eingezahlt haben. War wohl so eine Art von Kapitallebensversicherung. Die Laufzeit sollte nicht länger als bis zum 16 Lebensjahr (Lehre!) dauern. Und bitte online abschließen, da gibts mehr Gewinn. Bei allen anderen Angeboten in letzter Zeit stand immer irgendwo im Kleingedruckten: "Totalverlust möglich".

DnadePSwHarn


Hätte, hätte Fahradkette - wäre das Kind um 2003 volljährig geworden und das Starkapital wäre an der Börse angesammelt geworden, hätte man dem Kind erklären müssen, dass 20% vom Geld einfach weg sind. %-|

Das stimmt so einfach mal überhaupt nicht. Man schaue sich die DAX Entwicklung seit 1980 einfach mal an:

[[http://www.finanzen.net/index/DAX/Seit1959]]

Siehe da, von 1980 bis 2013 verzeichnet der DAX ein Plus von ~715%!

Allgemein

Wenn man nicht versucht mit Daytradern zu konkurrieren (was als Privatperson niemals eine gute Idee ist), sondern einfach nur long term (> 10 Jahre) sein Geld anzulegen, dann gibt es nicht so viele Geheimnisse. Es gibt genau eine Sache, die man verstehen muss: Diversifikation. Man sollte gar nicht so tun als hätte man irgendwie Ahnung davon, welche Firma sich warum in welchen Zeitraum wie entwickelt. Man nimmt einfach die anzulegende Summe und streut sie möglichst weit über alle Aktien. Möglichst viele unterschiedliche Aktien in möglichst unterschiedlichsten Branchen, von möglichst vielen unterschiedlichen Anbietern. Je nachdem lässt man sich dabei noch von ethischen Beweggründen beeinflussen und meidet gewisse Branchen aus Prinzip. Aber ansonsten einfach streuen. Eine Aktien gehen voll in den Arsch/Pleite. Andere Aktien haben Rekordwachstum und man wünscht sich hinterher, man hätte sein ganzes Vermögen in sie gesteckt. Die meisten dümplen über die Jahre langsam nach oben, unterbrochen von kleinen Aussetzen wenn es mal wieder irgendeine Krise gibt. Insgesamt hast du nach 25 Jahren fast unter Garantie deutlich mehr Geld, als du angelegt hast. Es sei denn natürlich, unser Wirtschaftssystem als Ganzes ist zusammen gebrochen oder abgelöst worden. Aber in dem Moment ist das alte Geld ohnehin bedeutungslos geworden.

Coomryaxn


DadeSwarn, es geht hier um das Ansparen für ein Kind, wenn es erwachsen ist. Es ging nicht um "einfach die anzlegende Summe". Es war von einer monatlichen Einzahlung die Rede. Das schränkt deine Diversifikation schon mal gewaltig ein. Außerdem ist der Zeitraum, zu dem das Geld später flüssig sein soll, recht eng umrissen.

Rechne unter diesen Bedingungen nochmal nach, wenn das Kind 2003 volljährig geworden wäre. Du hättest in der ganzen Boomphase des Neuen Markts monatlich zu hohen Preisen investiert und 2003 in der Baisse Anteile verkaufen müssen, weil dann Führerschein und Studium anstehen. Niemals hättest du mit einem Aktien-Sparplan auf DAX-Werte Gewinn gemacht.

Und solche ungünstigen Zeitfenster können sich wiederholen.

Lgol!aX5


Wenn man Angst vor einem Aktiencrash zum Zeitpunkt der erwarteten Entnahme hat, könnte man ja ein paar Jahre vorher immer noch umschichten.

Ich finde es bedenfalls nicht sehr logisch, jetzt in absoluten Niedrigzinszeiten mit einem Anlagehorizont von 15-20 Jahren auf ein Sparbuch oder ähnliches zu setzen.

Cmomxran


Wenn man Angst vor einem Aktiencrash zum Zeitpunkt der erwarteten Entnahme hat, könnte man ja ein paar Jahre vorher immer noch umschichten.

Und wenn dann der Crash ist? Zu keinem Zeitpunkt hast du Gewissheit.

Nochmal: was wäre denn die ideale Anlageform in Aktien, wenn man monatlich etwas zurücklegen will?

Ich finde es bedenfalls nicht sehr logisch, jetzt in absoluten Niedrigzinszeiten mit einem Anlagehorizont von 15-20 Jahren auf ein Sparbuch oder ähnliches zu setzen.

Neben extrem niedrigen Zinsen haben wir auch eine extrem niedrige Inflation, die durch die regelmäßigen Sparanteile nochmals minimiert wird. Selbst bei einem Anhalten der Niedrigzinsphase bekommst du unter'm Strich den reellen Gegenwert raus, den du angespart hast. Die ältesten Sparbeiträge (20 Jahre) schrumpfen zwar durch das Inflationsdefizit auf ca. 87% des Gegenwerts, die neusten dafür gar nicht. Von den 10 Jahre alten Sparanteilen fehlen nur noch 7% des Kaufwerts, von den 5 Jahre alten Sparanteile fehlen gerade mal 3%.

Für 10000 Euro Kaufkraft in 20 Jahren müssen die Eltern so monatlich 45-50 Euro zurücklegen.

Jetzt fragst du natürlich, warum man diese (leichten) Verluste in Kauf nehmen sollte.

Die Antwort ist einfach:

- das Sparen ist die simpelste Form

- es gibt kein Kursrisiko zum Zeitpunkt X

- es kann auf den Namen des Kindes angelegt werden - Aktiengeschäfte können sicher nicht so einfach auf den Namen des Kindes laufen, so dass bei Veräußerung eine 25%ige Abschlagsteuer auf Gewinne fällig ist.

- auch bei Aktien muss man die Inflation aus der Performance herausrechnen

- monatliche Sparmodelle auf Aktien unterliegen i.d.R. eingerechneten Provisionen der Bank, die ebenfalls gewinnschmälernd sind

- Zinsen können innerhalb 20 Jahren auch wieder ansteigen, so dass Aktien unattraktiv werden (vor 20 Jahren lag ein Sparbrief noch bei 6%)

Bei dem hier formulierten Ziel finde ich die reine Renditebetrachtung sehr kurz gedacht. Man muss auch sämtliche Rahmenbedingungen im Detail mit einfließen lassen.

Aber vielleicht hat sich Springchild schon entschieden, was sie machen möchte?

LPolxaX5


Und wenn dann der Crash ist?

Dann lässt man das Geld natürlich noch liegen, um nicht zum dümmsten Zeitpunkt zu verkaufen.

Zu keinem Zeitpunkt hast du Gewissheit.

Ja und? Nichts im Leben ist zu 100% sicher. Ich wüsste nicht, warum ich das ausgerechnet von einer Geldanlage erwarten sollte.

Nochmal: was wäre denn die ideale Anlageform in Aktien, wenn manmonatlich etwas zurücklegen will?

Ich hab' doch schon geschrieben, dass ich auf Index-ETFs setzen würde. Es gibt Onlinebroker, die ETF-Sparpläne anbieten. Ansonsten überweist man das Geld einfach ins Depot und kauft dann alle paar Monate ETFs.

Jetzt fragst du natürlich, warum man diese (leichten) Verluste in Kauf nehmen sollte.

Nein, frage ich nicht. Mir ist egal, was andere Leute mit ihrem Geld machen. Wenn jemanden deine Argumente überzeugen, kann mir das völlig egal sein. Mich überzeugen sie nicht. Aber wie auch schon geschieben, würde ich ohnehin nicht auf den Namen des Kindes sparen, (sondern generell für die Familie Rücklagen bilden.)

Bei dem hier formulierten Ziel finde ich die reine Renditebetrachtung sehr kurz gedacht. Man muss auch sämtliche Rahmenbedingungen im Detail mit einfließen lassen.

lol. Renditeüberlehungen sind zu kurz gedacht, aber deine Empfehlung den realen Kaufkraftverlust einfach bewusst zu wählen ist der Weisheit letzter Schluß?! ;-D Na wie du meinst. Mein Geld würde ich nach deiner Logik jedenfalls sicher nicht anlegen.

CMomraxn


Ich hab' doch schon geschrieben, dass ich auf Index-ETFs setzen würde. Es gibt Onlinebroker, die ETF-Sparpläne anbieten.

Wenn du nicht eh ein Depot hast (was ich der TE unterstelle), kannst du dann im Schnitt 3% Kosten im Jahr wieder abziehen. Mit viel Glück findest du einen passenden Broker, der ein paar kostenlose Sparpläne bereithält - dann zahlst du i.d.R. immer noch Depotgebühren und die angebotenen kostenlosen Sparpläne sind nie die attraktivsten Märkte.

Von dem Gewinn, den du machst, verschwinden davon am Schluss wieder 25% in die Abschlagsteuer.

Der reale Vorsprung, den du bei einem 50-Euro-Pro-Monat-Szenario hast, ist so gering, dass sich jeder gut überlegen sollte, ob ihm das das Kursrisiko auf der anderen Seite wert ist. ":/

LroZlajX5


Kann es sein dass du nicht besonders up to date bist, was die Konditionen der günstgsten Onlinebroker betrifft? Es gibt auch Anbieter ohne Depotgebühr.

Und es zwingt einen ja niemand zu einem Sparplan. %-| Aber wie gesagt, mir kann's ja egal sein, was andere mit ihrem Geld machen.

CJomr=an


Kann es sein dass du nicht besonders up to date bist, was die Konditionen der günstgsten Onlinebroker betrifft? Es gibt auch Anbieter ohne Depotgebühr.

Ein Broker will seine Kosten und auch noch eine Gewinnmarge umlegen. Sei es über Depotgebühren, Transaktionskosten oder Aufschläge. Sonst wäre er der Weihnachtsmann, der uns was Gutes tun will. Diese Kosten muss man benennen, wenn man allgemein mit der Performance der Aktienmärkte argumentiert - egal, welchen Titel sie tragen. Gerade für die TE ist diese Information wichtig, da sie von der Vielfalt der Anlagemöglichkeiten schon nach eigenem Bekunden erschlagen ist. Auch da ist ein Sparplan über ein Sparkonto extrem transparent, weil die Kosten bereits im Zinssatz eingepreist sind und ansonsten keine Überraschungen oder langwierigen Berechnungen aufkommen.

Um richtig vergleichen zu können, muss man unter den genannten Rahmenbedingungen schon eine ganz konkrete Rechnung aufmachen. Ohne diese kommen wir sicher zu keinem seriösen Ergebnis, was nun wirklich besser ist. Alle Vor- und Nachteile sind aber denke ich mittlerweile genannt.

Springchild, ich hoffe, die Verwirrung ist jetzt nicht stärker als am Anfang - gibt es schon eine Richtung, in die du tendierst?

1>t o3


Zu den Kosten von ETFs auf den MSCI World:

[[http://www.boerse.de/etf/Kosten-bei-Kauf-und-Verkauf-von-ETFs/wissen]]

Gerade die Kosten von ETFs sind das entscheidende Argument. Kurz gesagt: TER von 0,15% und damit deutlich niedriger als Aktienfonds.

Bei meinem ETF Depot zahle ich auf Sparpläne exakt 0€ Kaufgebühr bei Sparplänen und 0€ Depotgebühr. Beim Einzelkauf fallen allerdings Gebühren an. Konkret bei meinem letzten Kauf per Limit Order über Xetra:

Kurswert EUR 7.242,00-

Börsengebühr EUR 0,75-

Handelsplatzgebühr EUR 1,50-

Also 0,017%

Es kommt allerdings beim Verkauf zu Gebühren von ca. 0,3%. Die könnte ich umgehen, indem ich in der Auszahlungsphase zu einer anderen Bank wechsele und für den Depotübertrag auch noch eine Prämie kassiere.


Was man aber definitiv nicht machen sollte: Bei einem Crash panisch verkaufen. Der nächste Crash kommt mit Sicherheit und imho sogar bald. Aber der ängstliche Anleger verpasst leider auch den Wiedereinstieg.

S.pri&ngcXhild


Springchild**, ich hoffe, die Verwirrung ist jetzt nicht stärker als am Anfang - gibt es schon eine Richtung, in die du tendierst?

Ich hab schon vor einer Weile den Faden verloren. |-o

Czomrxan


Kurswert EUR 7.242,00-

Börsengebühr EUR 0,75-

Handelsplatzgebühr EUR 1,50-

Also 0,017%

Rechne das mal am Beispiel einer monatlichen 50-Euro-Anlage, die hier angepeilt wird ;-D

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