» »

Mobbing im Job, nichts als Pech privat, kann nicht mehr

N6ikPe Zoxê hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

ich bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, an dem ich einfach nicht mehr weiter weiß, das heißt, im Grunde bin ich an dem Punkt schon sehr lange und schleppe mich nur von Tag zu Tag weiter.

Mir will einfach nichts glücken, ich bin so unglaublich deprimiert.

Als ungewollt kinderlose Frau habe ich auch noch beruflich die große Niete gezogen, wobei "Niete" schon leicht untertrieben ist. Ich hänge seit Jahren in einem Job fest, zu dem ich jeden Morgen nur noch mit Bauchweh gehe, weil ich dort intellektuell unterfordert bin und von unserem neuen Chef subtil gemobbt werde. [...] Gespräche führen zu nichts bzw. werden von meinem Chef abgelehnt.

Natürlich versuche ich schon seit längerem eine neue Stelle zu bekommen, aber über 150 Bewerbungen haben keinerlei Erfolg gezeigt. Ich war bei einem Personalcoach, der meine Unterlagen durchsah und habe auch zwei weitere Personaler gebeten, meine Bewerbungen zu prüfen, alle sagten, alles Top, ich würde ganz schnell eine neue Stelle finden. Ich suche seit [...] Jahren. Nebenbei habe ich versucht, mich selbstständig zu machen, auch das ist gescheitert, auch hier hatte ich einfach kein Glück.

Wenn ich abends, nach einem langen Arbeitstag, den ich irgendwie hinter mich zu bringen versuche (wobei ich oft mehrere Stunden im Büro sitze und weine), heimkomme, wartet dort keine Familie auf mich, sondern nur die Konfrontation mit der Tatsache, dass ich zu allem anderen Übel auch noch keine Kinder bekommen kann. Meine Seele ist daran ohnehin schon zerbrochen, viel erwarte ich nicht mehr vom Leben, ich hätte nur wenigstens gerne einen Job gehabt, der mir ein bisschen Spaß und vor allen Dingen Wertschätzung bringt. Ich habe seit Jahren nicht das kleinste Erfolgserlebnis gehabt.

Sicher wird man mir nun sagen, ich solle zum Psychologen gehen. Da war ich schon, bei verschiedenen. Keiner konnte beim Anblick meiner Bewerbungsunterlagen bzw. Qualifikationen und in Anbetracht meiner Persönlichkeit glauben, dass jemand so viel Pech haben könne. Man sagte mir, gegen objektives Lebenspech könne auch ein Psychologe nichts machen. Ich bin geneigt, dieser Aussage zu glauben, weil ich es selbst nicht mehr verstehe. Ich fühle mich inzwischen verflucht.

Es ist doch eigentlich schlimm, wenn man nur noch hofft, dass man wenigstens nicht mehr jeden Tag mit einem schlimmen Gefühl zur Arbeit gehen muss, wenn man quasi darum betet, wenigstens einen Tag lang nicht dumm angeredet oder runtergeputzt zu werden.

Wie der Titel meines Threads schon sagt, ich kann nicht mehr und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Es kann doch nicht sein, dass in einem Leben alles so furchtbar umfassend schief läuft und man, egal, was man tut, wie sehr man sich bemüht, denn aktiv war ich ja, einfach keine Chance auf Besserung hat.

Ich fühle mich so furchtbar einsam, nutzlos und ungebraucht, irgendwie gibt es gar nichts, weswegen es sich in der Früh lohnt, aufzustehen. Nichts als das Pflichtgefühl. Wenn ich einfach so kündige, was ich natürlich auch schon überlegte, bin ich binnen kürzester Zeit ein Sozialfall und davor habe ich auch Angst. Ich bin wirklich qualifiziert [...]

Was ich hiermit bezwecke, weiß ich noch nicht einmal genau, vielleicht ist es die irrsinnige Hoffnung, irgendjemand möge den Fehler in meinem System finden und mir helfen können, auch wenn ich schon nicht mehr daran glauben kann ...

Trauriger Gruß

Nike

Antworten
Amnderejxka


Das klingt sehr traurig, aber ändern kannst nur Du selbst etwas.

Ich kann nicht glauben, dass Du keinen anderen Job findest. In welcher Ecke wohnst Du denn? Wenn Du gut bist und eine Ausbildung hast findest Du im Moment sicher was. Ich höre heraus, dass der Job Dein Hauptproblem ist. Das würde ich als erstes lösen, zur Not wirklich einfach kündigen und dann schauen. Hast Du einen Partner? Kann der Dich nicht auffangen?

N-anntix77


Sicher wird man mir nun sagen, ich solle zum Psychologen gehen. Da war ich schon, bei verschiedenen. Keiner konnte beim Anblick meiner Bewerbungsunterlagen bzw. Qualifikationen und in Anbetracht meiner Persönlichkeit glauben, dass jemand so viel Pech haben könne. Man sagte mir, gegen objektives Lebenspech könne auch ein Psychologe nichts machen

Also ich denke nicht das ein Psychotherapeut dir sagt Pech gehabt, ich kann dir nicht helfen. Deine Qualifikation und Persönlichkeit ist doch erstmal ganz egal. Es geht darum zu lernen damit umzugehen und das kann man in einer Verhaltenstherapie wenn man den wirklich will und hart an sich arbeitet.

Njike. Zoê


Nein, ich finde wirklich nichts, wie gesagt, über 150 Bewerbungen, dabei nur zwei Gespräche und beide Male habe ich den Job nicht bekommen. Meine Qualifikation ist offenbar nicht gefragt, habe keine Ausbildung, sondern ein geisteswissenschaftliches Studium. Und leider ist die Arbeit eben nicht nur mein Problem, die Kinderlosigkeit ist es mindestens ebenso. Mein Problem ist, dass eben so überhaupt nichts klappt und stimmt in meinem Leben. Ich habe einen Partner, aber der kann mich nicht auffangen, denn er hat ein Kind und auch beruflich nicht so extreme Probleme. Ich sage ja, es ist aussichtslos, das ist ja das Schlimme.

DQerDQieDa;s12x3


den Fehler in meinem System

Dein Pessimismus, das Sich-Aufgeben, der eingeengte Blick auf deine Welt...

Solange du glaubst, ein Kind und / oder ein Job sei(en) die Erfüllung, wirst du so unglücklich bleiben wie jetzt. Such dir in der Unveränderbarkeit des Hier und Jetzt dein Glück und hadere nicht mit dem "was wäre wenn". Enge dich nicht so auf Kind und / oder Job ein! Das Leben bietet mehr.

N9ikGe xZoê


@ Nanni:

Umgehen womit? Dass man gemobbt wird, dass man vom Leben benachteiligt ist? Ich HABE hart an mir gearbeitet oder es zumindest versucht ...

scunAn{y_84


Habt ihr schon einmal in Erwägung gezogen, dass auch dein Partner nach einem neuen Job sucht und ihr das über mehrere Bundesländer ausdehnt und einen Neustart in anderer Umgebung aufbaut? Ausland ist vermutlich nicht im Sinne deines Partners, wenn er sein Kind regelmäßig sehen möchte.

N@ike xZoê


Ja, das haben wir tatsächlich, leider ist mein Mann inzwischen in einem Alter, wo er auf normalem Wege, also ohne Beziehungen, die wir nicht haben, nichts Neues mehr bekommt. Ich selbst habe mich schon bundesweit beworben, ich würde auch ins Ausland gehen, aber auch da gibt es für mich keine Chancen.

N~ik{e Zoxê


Für mich ist es unter anderem so furchtbar, dass ich diesem Mobbing hilflos ausgesetzt bin und einfach nichts machen kann. Dass es quasi "rechtens" ist, jemanden so zu behandeln. Ich hatte mich jahrelang für die Firma aufgeopfert für ein im Grunde erbärmliches Gehalt, dauernd unbezahlte Überstunden gemacht, in der Hoffnung, dass es wenigstens inhaltlich mal vorangeht und ich mich ein bisschen entfalten kann und jetzt wird es nur noch schlimmer.

Mit dem Betriebsrat habe ich auch schon gesprochen, sie haben gesagt, sie können mir nicht helfen.

Es ist inzwischen wirklich so weit, dass ich ganz oft den Gedanken habe, es wäre besser, ich wäre nicht mehr da.

BFriaellax 19


Hallo liebe TE,

das was du über die Therapieversuche geschildert hast, klingt in meinen Augen nicht plausibel. Weshalb warst du dort? Ernsthaft wegen deiner Qualifikationen? Ein Therapeut wird dir dahingehend auch nicht helfen können. Der erste Ansatz wäre vielleicht das Thema Kinder zu beleuchten. Dies scheint sich ja emotional zu zermürben. Vielleicht könnte dein Partner ebenfalls daran teilnehmen. Wie steht er denn zu dem Thema, außer dass er bereits Vater ist?

Bezüglich deiner beruflichen Lage kam mir in den Sinn eventuell umzuziehen? Vielleicht hast du in einer anderen Region bessere Chancen. Kann es sein, dass du sogar überqualifiziert bist?

Liebe Grüße

GAoldenOJldixe


Immerhin hast du wenigstens einen Partner....da hast mir schon was voraus....der Rest trifft's ähnlich :-/ :-/ ":/ ":/

N,ikeK Zoxê


Nein, ich war natürlich nicht wegen meiner Qualifikationen dort, sondern wegen meiner beruflichen Probleme und meiner Kinderlosigkeit, die mich auch schon seit Jahren extrem belastet. Man hat dann eben auch über meine Qualifikationen gesprochen und da hieß es immer, es dürfe doch kein Problem sein, damit etwas zu finden. War aber dann nicht so.

Mein Mann hätte sich wohl schon über ein gemeinsames Kind gefreut, da er aber eben selbst schon eines hat, ist die Tatsache, dass es nicht mehr geklappt hat, für ihn nicht so schlimm. Ich bin mit meinen Sorgen und Nöten einfach sehr allein.

NCann"i7x7


Umgehen womit? Dass man gemobbt wird, dass man vom Leben benachteiligt ist? Ich HABE hart an mir gearbeitet oder es zumindest versucht

Mit dem Mobbing vielleicht nicht, aber mit deinen anderen Baustellen. Du bist sowas von unzufrieden und betonst auch immer wieder du bist vom Leben benachteiligt. Ich spreche dir nicht ab das sowas ein scheiß Gefühl ist, ich könnte dir jetzt auch ne ganze Latte von Dingen aufzählen wo mich das Leben benachteiligt, aber das macht überhaupt keinen Sinn. So ist mein Leben nunmal und es hat wenn man es genau betrachtet auch gute Seiten.

Du musst lernen diese Negativ Spirale zu durchbrechen, wenn man sich jeden Tag sagt das Leben ist scheiße, ja dann ist und bleibt es das auch. ;-)

Hast du schon ernsthaft mit einem Verhaltenstherapeuten an dir gearbeitet?

A4nkWa10x1


Wenn du lange in den Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Zitat von Friedrich Nietzsche

NGi+ke@ Zoxê


Ich weiß nicht, ob ich das jetzt richtig verstehe, aber wird mir jetzt allen Ernstes geraten, ich soll das Mobbing aushalten und das Problem, dass ich kein Kind kriegen kann, mit einem Verhaltenstherapeuten aufarbeiten?

Dazu muss ich sagen, dass mich die berufliche Situation ans Ende meiner Kräfte gebracht hat, ich kann einfach nicht mehr, ich halte es nicht mehr aus. Ich werde täglich ausgegrenzt von allem, sitze allein in meinem Büro, habe nichts zu tun, das mich nur ein bisschen geistig fordern würde und werde dann noch rumkommandiert. Aber ich sehe schon, ich kann das offensichtlich in seiner Krassheit und seiner Umfänglichkeit einfach nicht rüberbringen.

Aber um die Frage noch zu beantworten, ja ich war bei einem Verhaltenstherapeuten und habe zusätzlich ein Berufscoaching absolviert, um die Situation besser zu ertragen. Aber irgendwann ist jeder Mensch, der ausschließlich negatives Input erhält, einmal am Limit.

Hätte ich nur die geringste Idee, wie ich das Blatt wenden kann, würde ich es tun.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH