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Faire Bezahlung - Wie stellt ihr euch das vor?

kyle:in_)schZlumpfixne hat die Diskussion gestartet


Moin,

ich hatte mit einem Kollegen recht aktuell das Thema faire Bezahlung. Lohnniveau in Deutschland. Und so weiter.

Die Diskussion hat eigentlich typisch angefangen. Es ging darum, dass es schwierig ist Personal für einfache Tätigkeiten zu bekommen.

Nun entwickelte sich daraus eine Diskussion um die Bewertung von Leistung und die Bezahlung. Wir waren uns einig, dass die Schere zwischen einer Putzfrau und einem Manager zu groß ist. Das sagt sich leicht. Aber dann geht es ja auch schon los. Wonach sollte man es denn nun wirklich bewerten?

Nach der Ausbildung? Da ergeben sich gleich zwei Fragen: 1.) Was ist wenn jemand ohne Ausbildung besser ist als mit?

2.) Ist es überhaupt fair die Arbeit zB eines Arztes höher zu stellen als die einer Krankenschwester? Oder die Arbeit eines Müllmannes niedriger als die eines IT Beraters?

Oder doch besser nach der Leistung? Das klingt ja schon gleich besser. Aber wie soll man die messen? Arbeit pro Zeit? Geschaffte Arbeit ohne Frage nach der Zeit (Überstunden im Gehalt mit drin) oder doch eher über Stunden, denn der wird schon was gemacht haben?

Oder lieber über Umsatz? Schlecht für die Krankenschwester. Oder über ne Skala vom Chef? Auch voll subjektiv.

Wenn ihr in Deutschland nun ein neues System festlegen könntet, wie würde das aussehen?

Gruß

Antworten
epule$792


Die Frage kann ich für mich nicht beantworten. Aber nehme ich mal Putzfrau ( mein Job) und Manager. Der Manager würde im Leben nicht für mein Gehalt Toiletten putzen. Aber andersrum kann ich niemals seinen Job erfüllen.Von daher ist es zwar nicht toll für mich in so nen Job zu arbeiten. Für wenig Geld. Aber ich hab es mir ausgesucht, deswegen darf ich auch nicht meckern. :°(

aknnaHrethtxo


nicht neu, aber ich finde es gut:

Der Manager einer Firma darf nicht mehr als das X-fache als das niedrigste Einkommen in der Firma verdienen. (meiner Meinung nach würde ich für das X die 10 einsetzen)

Ich sehe hier ja auch die "Zeit" die jemand einbringt. Ob er nun 8 Stunden mit ganz wenig Kundenverkehr eher nur präsent ist oder am Fliessband arbeitet etc. Die Zeit ist die Gleiche.

A=lterJsauck56


Eigentlich sollte jemand mit 8 Stunden Arbeit 5 tage die Woche mehr haben als jemand der garnicht arbeitet.

Das ist in vielen Fällen schonmal nicht gegeben.

Dann gibt es noch Menschen in höherer Position die ein vielfaches verdienen, aber für Fehler kaum zur Rechenschaft gezogen werden.

Beides ist nicht richtig.

Gerechte Bezahlung ist etwas wovon viele nur noch träumen können.

Wer das ändern will muss nochmal die Schulbank drücken, oder sich mit einer guten Idee selbständig machen.

MfG

Kqultursc5haffendxer


Der Einfluss der Gewerkschaften müsste wieder gestärkt und das Streikrecht ausgebaut werden. Aber gerade das Gegenteil geschieht gerade, mit dem neuen Gesetz "von Frau Nahles" werden die kleinen Gewerkschaften gerade entmachtet. (In Frankreich geschieht demnächst wahrscheinlich das Gleiche.) Der Neoliberalismus müsste zurückgedrängt und zu einer sozialeren Marktwirtschaft zurückgekehrt werden.

kDlein[_sc=hlNumpxfine


Eigentlich sollte jemand mit 8 Stunden Arbeit 5 tage die Woche mehr haben als jemand der garnicht arbeitet.

Ich kenne mich damit nicht aus. Aber beim Mindestlohn von 8,50 dürfte ein Single dann 1.100 Euro netto haben. Das ist nicht viel aber ja doch mehr als Harz 4?

Und von 1.100 Euro kann man ja schon leben. Klar ist das knapp und zB ein Auto ist eher nicht drin. Das ist ja aber auch gedacht für Leute die nichts gelernt haben und keine Erfahrung haben. Dass das gerne ausgenutzt wird ist mir auch klar. Aber so rein theoretisch?

Im Baugewerbe ich der Mindestlohn zB schon bei 11,25. Das sind bei Singles dann 1.400 Euro netto. Auch das ist natürlich nun nicht so viel aber so wenig finde ich das immer gar nicht.

Trotzdem schwer wen zu finden. Überrascht mich aber schon. Nichts gelernt zu haben, keinerlei Qualifikation und dann trotzdem mehr als 1.400 Euro haben wollen?

Ich sehe hier ja auch die "Zeit" die jemand einbringt. Ob er nun 8 Stunden mit ganz wenig Kundenverkehr eher nur präsent ist oder am Fliessband arbeitet etc. Die Zeit ist die Gleiche.

Die Zeit ist die gleiche. Das stimmt. Die Leistung ja aber irgendwie nicht. Woran würdest du dann den Unterschied messen?

MHunrka3s


Faire Bezahlung, das ist nicht ganz so einfach ,wie es scheint und dennoch bleibt es ein zweischneidiges Schwert.

Tatsache ist jedoch, dass sämtliche Arbeiten,die komplexes Denken und auch handeln erfordern, die Menschen und deren Errungenschaften weiter bringen, als "normale" einfache Tätigkeiten.

Ohne kluge Köpfe, keine Weiterentwicklung, keine Modernisierung, keine Verbesserungen, kein Wohlstand im allgemeinen und wir wären nicht da, wo wir heute sind.

Aber deshalb arbeitet ein Fleißbandarbeiter, ein Müllfahrer, ein Baurbeiter usw., nicht weniger hart, nur eben nicht "so" geistig anspruchsvoll wie vielleicht der Chirurg, der Manager, der Professor oder der Architekt, und oder,oder!

Gerechte Bezahlung ist auch immer die, des eigenen Empfindens und das ist dann automatisch immer so eine Sache, da dafür das eigene Verständniss doch sehr unterschiedlich ausgeprägt ist und auch leider nicht selten von Missgunst und Neid geprägt wird.

Oft wird leider auch verkannt, dass es in der Privatwirtschaft, nicht selten ums weiter kommen geht, der beste sein zu wollen und auch zu müssen, was sich dann die Wirtschaft und Unternehmen nicht selten etwas kosten lassen.

Siehe Manager und Vorstandsposten, aber auch der Sport, wo dann eben leider heutzutage, völlig unfaire und auch mit nichts rechtzufertigende Gehälter einhergehen, die meines Erachtens, nichts mehr mit erarbeiteter und auch fairer Entlohnung zu tun haben, sondern, es mehr um Macht und Rang in der Welt geht.

So ist das leider heutzutage.

Aber grundsätzlich finde ich, dass jemand, der mit seinen Wissen, handeln und auch richtigem einsetzen seiner Fähigkeiten, was in vielen Berufen ,viel geistiges und auch anspruchsvolles, logisches und schnelles denken erfordert, schon automatisch mehr Verantwortung trägt, als jemand, der nach einem einfachen Schema arbeitet, was zwar nicht unbedingt weniger anstrengend sein muss, aber dennoch weniger negative Auswirkungen im allgemeinen hat, als in komplexen, verantwortungsvollen Berufen.

Aber auch ich weiß, dass es heutzutage genügend Berufe gibt, die geistig und körperlich anspruchsvoll sind, Verantwortung abverlangen und dennoch nicht wirklich gut bezahlt sind.

Und weil dieses Thema an sich schon so vielfältig ist, wird jeder von uns ,seine ganz eigene Meinung und Ansicht dazu haben und entsprechend seiner Weitsicht, aber auch seiner eigenen persönlichen Situation, entsprechend hier antworten.

Es gibt schlicht und ergreifend keine gerechte Bezahlung, die jedem einzelnen angemessen und fair erscheinen würde. Es gibt nur die eigene Zufriedenheit und die mist sich dann entsprechend an solchen Fragen.

Was ist eine einfache Arbeit und was nicht mehr?

Was ist gerecht?

Was ist angenessen?

Was ist fair?

All diese und weitere Fragen, sagen schon viel über uns Menschen aus und auch wohin wir uns bis jetzt entwickelt haben und noch werden.

Wo genau liegen die Grenzen, zwischen einfacher, normaler und hochqualifizierter Ausbildung und Beruf?

Nicht jeder, der studiert, ein Arzt ,Ingeneur, oder was auch immer ist, ist automatisch ein kluger und hochqualifizierter Kopf und nicht jeder, der eine relativ einfache Arbeit hat, ist automatisch unbrauchbar für anspruchsvollere Tätigkeiten!

Daher liegt es heute an jedem selber, sich möglichst früh darauf vorzubereiten, in Bezug darauf, was man beruflich machen möchte und legt schon frühzeitig den Grundstein dafür, wo es später mal hingehen wird oder kann.

So gesehen, fängt die eigene, gerechte und wünschenswerte persönliche künftige Bezahlung, schon in der Schule an und wird meist "nur" noch von den optimalen sozialen Vorraussetzungen, der Erziehung, des eigenen Willens und den eigenen ,von Natur aus gegebenen Fähigkeiten eingeschränkt, was aber keine Garantie für irgendwas ist.

Auf diese, Deine Frage, wird es keine eindeutige und glasklare Antwort geben, aber ich denke, solche Fragen entstehen immer dann, wenn allgemein etwas aus dem Ruder gelaufen ist und da stimme ich zu, dass es heutzutage nicht selten, überhaupt nicht mehr nachvollziehbar ist, woran so manches gemessen wird!

J)esTsSlyWthexrin


Und von 1.100 Euro kann man ja schon leben. Klar ist das knapp und zB ein Auto ist eher nicht drin. Das ist ja aber auch gedacht für Leute die nichts gelernt haben und keine Erfahrung haben.

":/ Was? Das Gehalt hatte ich nach Abi, Ausbildung und Weiterbildung. Bei nem 45h/Woche Job mit Führungsverantwortung. Nichts von wegen ungelernt. Und das war sicher nicht knapp das Geld, mein Auto konnte ich davon locker bezahlen. Genauso wie Miete, Essen, etc.

Das Probkem ist halt, dass jemand, der nicht Vollzeit arbeiten kann, dann selbst mit 20h weniger Geld im Monat hat als ein Harz4 Empänger. Genauso wie ALG1 Empfänger. Da haben viele weniger, können aber nicht aufstocken, weil sie ein paar Euro auf einem Sparkonto haben. Oder Studenten. Mann kann neben einem 40h Job studieren, aber nicht, während man arbeitssuchend ist. Dann muß man sich selbst versichern und bekommt kein ALG!, selbst wenn man vorher brav eingezahlt hat.

Harz4 ist einfach viel zu hoch. Das ist keine Grundsicherung, das ist entspanntes Leben. Und ja, Fününününü es gibt immer irgendwelche dramatischen Ausnahmen, wo das Kind Medizin braucht, bla. Im Großen und Ganzen wird das System aber ausgenutzt, und das ist nicht fair.

Fairen Lohn so das alle zufirieden sind wird es nicht geben. Der Manager hat Jahre in seine Karriere investiert, die Putzfrau eher selten. Auch findet man schneller einen Kellner als einen Herzchirurgen. Nur in den sozialen Bereichen finde ich persönlich die Bezahlung unter aller Sau.

K!ultuarscha6ffenxder


Unser "Reisender" (vielleicht meldet der sich ja noch) hätte uns vermutlich erklärt, dass die Bezahlung von Arbeitnehmern eine Frage des "Spieles der Marktkräfte" (also Angebot und Nachfrage) sei. (Beispiel war der Hufschmied, der zwar hochqualifiziert ist, dessen Arbeit aber niemand mehr braucht). So einfach ist es allerdings aus meiner Sicht auch nicht. Ein Beispiel sind die Pflegekräfte, die dringend gebraucht werden (Mangel), aber trotzdem schlecht bezahlt werden. (Ich las allerdings irgendwo, dass man in den offiziellen Verlautbarungen dann von "Mangel" spricht, wenn weniger als 6 (!) Bewerber auf eine freie Stelle kommen.) Offensichtlich ist das der gewollte Hemmschuh für allzu große Lohnsteigerungen.

Ein anderer Gesichtspunkt ist das Beamtentum, welches im 19. Jh. eingeführt wurde, um besonders loyale Bedienstete für die Erfüllung als staatswichtig erachteter Aufgaben zu gewinnen. Die Vorzüge für die Beamten sind gute, tarifliche Bezahlung, Pensionsleistungen und ein weitreichender Kündigungsschutz. Dafür hatten sie aber kein Streikrecht. Beamte waren u.a. Lehrer und Mitarbeiter des Transportwesens (der Bahn).

Dies wird seit zwei bis drei Jahrzehnten durch "Privatisierung" weitgehend rückabgewickelt. So müssen Bahnmitarbeiter für besssere Bezahlung streiken und selbst in den Leitmedien wird mit dem Argument dagegen Stimmung gemacht, "dass die Gewerkschaften ihre egoistischen Forderungen auf dem Rücken der Reisenden austrügen" und dass "Streiks bei der Bahn gesamtwirtschaftliche Schäden" verursachten. Den Widerspruch mag jeder selbst finden.

*:)

Mpakka#bi


Harz4 ist einfach viel zu hoch.

Ich hab das mal für mich durchgerechnet (letztes Jahr)

Vater, Mutter, zwei Kinder: Hartz4 ca. 1.800€

Durchschnittsgehalt Brutto 2.300€ netto: 1.900€ und die ganzen extra Vergünstigungen (Freifahrt ÖPNV, Eintrittsermäßigungen, "Teilhabe an der Bildung") fällt weg. Und die Kinder sieht man eigentlich nur am WE.

KMulturdschafyfender


ALG II ist nicht "zu hoch"! (haben die Leute, die das als Existenzminimum bezeichnen, falsch gerechnet?) Dazu kommen ja noch die Sanktionen, die bis zu 100% betragen können - was sich eigentlich widerspricht.

Vielmehr sind die Löhne im unteren Einkommensbereich zu niedrig. Gegen ein Abstandsgebot zwischen Sozialleistungen und Erwerbsarbeit habe ich nichts, aber gegen Kürzungen von Sozialleistungen schon.

*:)

JeessdSlyt<he5rin


Ich hab gerade meine Daten in einen Hartz4 Rechner eingegeben. Ich bekäme 820€. Als Azubi hatte ich weniger. Mit ALG1 hatte ich weniger. Und ich habe nicht aufgehört zu existieren :-D

Existenzsicherung heißt für mich Dach überm Kopf, Wasser und Strom, und ein wenig Geld für Essen. Nicht 3 Zimmer Wohnung, jeden Monat neue Klamotten, immer die neuste Technik, 2-3xUrlaub/Jahr, Kino, Friseur, Freibad etc. Ne, das sind Luxusausgaben. In einem anderen Faden der TE schrieb eine Userin, sie sei als Azubi arm gewesen. Neben den laufenden Kosten hatte sie nur 435€ zum verjubeln. Wenn das schon als arm gilt.....

K\ultursSchaffdendegr


Da sind noch so ein paar Randbedingungen, Jess. Bildet dieser "Rechner" z.B. den maximalen Mietzuschuss ab? Das wird örtlich unterschiedlich von der Kommune und nicht zentral beschlossen. Mitunter liegt der niedriger als das, was Du an entsprechenden Wohnungen auf dem freien Markt findest. Strom, Versicherungen, ÖPNV, Telefon/Internet gehen auch vom verbleibenden "Lebensunterhalt" ab. Von den verbleibenden 250-300 EUR kann das von Dir beschriebene Luxusleben sicher nicht finanziert werden. Was hieltest Du für "angemessen"?

*:)

SMhjeexp


Nicht 3 Zimmer Wohnung, jeden Monat neue Klamotten, immer die neuste Technik, 2-3xUrlaub/Jahr, Kino, Friseur, Freibad etc.

Mit ALG II ist dieses "Luxusleben" mit Sicherheit möglich %-|

K&uelturbschaffe@nder


Aber eigentlich waren wir ja beim Thema "Faire Bezahlung", ehe wir hier in die drölfundfünfzigste Hartz 4- Diskussion abgleiten.

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