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Faire Bezahlung - Wie stellt ihr euch das vor?

T<apxs


Ich bin gerade über diesen Satz

Wirklich fair fände ich, eine Bezahlung orientiert an den persönlichen Talenten und inwiefern sie ausgenutzt werden

gestolpert.

Was aber wenn einem die Möglichkeit genommen wird, seine Talente überhaupt einzusetzen?

Während meiner Zeit bei der Behörde habe ich so oft wie vorher und nachher noch nie den Satz "Dafür werde ich nicht bezahlt" gehört.

Aus meiner Sicht spielen da mehrere Dinge eine Rolle.

Die Tätigkeiten werden irgendwie bewertet das kann ja nach Bundesland durchaus völlig unterschiedlich sein. Ich habe für meinen Job gerade den direkten Vergleich und man wird (zumindest als Angestellter) bei der Einstellung in eine Entgeltgruppe einggruppiert. Dann hat man noch einen sogenannten Bewährungsaufstieg. Insofern man sich nicht auf eine andere Stelle bewirbt, war es das bis zur Rente mit den Gehaltssteigerungen. Das motiviert nicht gerade.

Wofür soll man sich noch den Hintern aufreißen, wenn es keine Perspektiven gibt?

Der Mensch ist nicht von sich heraus ein Gutmensch. Er funktioniert (ob nun durch Geld oder anderweitig) nach dem Prinzip der Belohnung.

Wenn man für sein Engagement unabhängig von der konkreten Stellenbeschreibung immer nur einen Tritt in den Allerwertesten bekommt und von den Chefs niemals Anerkennung für das "Mehr" erfährt, oder sich für sehr gute geleistete Arbeit sogar noch rechtfertigen muss, verliert man –der eine früher, der andere später- jede Illusion.

Ich nehme mich da nicht aus.

TYaBpxs


Jedes Unternehmen, das ich kennenlernen konnte, hat funktionierende Systeme zur Qualitäts-, Leistungs- und Arbeitszeitkontrolle.

Man kann geistige Leistung aber nicht immer in Zahlen ausdrücken oder am Endergebnis festmachen.

Leider zählt bei uns nur die pure Anwesenheit. Ich würde zu gern mal die Spreu vom Weizen trennen und vor allem die unfähige Leitung eliminieren.

Faulenzer

ich kenne zwar meine Pappenheimer, aber sind sie wirklich faul oder einfach unvermögend?

Man hat es mit Menschen zu tun, eine faire Lösung für alle wird es nicht geben.

V2ers~chw$-prankti\ker


istdochMistsowas

17.07.17 06:13

sie sind aber mit Sicherheit kein tragfähiges gesamtwirtschaftliches Konzept um die heutige Wirtschaft abzubilden.

Naja, erst aussichtsreiche Anfänge zerschlagen und dann behaupten, das kann nicht klappen.

Nachdem die Gemeinden, in denen mit Freigeld oder Notgeld gehandelt wurde, wirtschaftlich innerhalb kürzester Zeit aufblühten, kam sehr schnell das endgültige Aus: 1931 in Deutschland durch die brüningschen Notgeldverordnungen und 1933 durch die österreichische Notenbank, die einen Gerichtsbeschluss erwirkte, der das Notgeld verbot.

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Tauschkreis#Erste_Tauschmittel_in_der_Moderne Quelle]]

In fast allen technischen Entwicklungen arbeitet man mit Modellen. Manche zum Anfassen, andere als Computerprogramm. Nur bei der Wirtschaft darf es keine Experimente geben? Wer hat Interesse, dass es NICHT funktioniert?

läuft de facto nur, weil das Lebensnotwenige Auskommen eben nicht über dieses System bestritten wird.

Die Beobachtung ist richtig. Rechte, die über Jahre erworben wurden, etwa Rente oder Arbeitslosengeld, will ich doch gar nicht am Tag X abschneiden. Und mit Sicherheit gibt es einen Riesen-Widerstand gegen die Fairness. Wer bisher ohne Regeln die Schwächeren niederhalten konnte, wird sich heftig gegen eine Neuregelung sträuben.

Es ist dann im Interesse der "Benachteiligten", dem "Schweinesystem" die Arbeitskraft zu entziehen und nach eigenen, freiwilligen Regeln besser zu wirtschaften. Ob das klappt, muss man ausprobieren. Und wenn es teilweise klappt, haben wir wenigstens eine Teilzeit-Fairness. Warum nicht?

KHultkur^schdaffenxder


Gibt es hier unter den Mitdiskutanten Gewerkschaftsmitglieder oder Betriebsräte? Oder Arbeitgeber, die mit einer Gewerkschaft verhandeln "müssen"? Eure Sicht fände ich auch spannend.

*:)

VYersch}w-prak tikxer


Auf einen Einwand warte ich vergeblich: Wer bezahlt dann die staatlichen Aufgaben wie Polizei, Feuerwehr, Straßenbau, Bildung, ...?

Das ist im Ansatz auch schon geregelt. Derjenige, der die Konten eines Tauschringes führt und derjenige, der die Webseite macht, die Zeitung druckt, bekommt seine Zeit vergütet durch eine Umlage der Mitglieder.

Bisher kenne ich das so, dass es pro Monat ein paar Minuten pro Mitglied sind. Es könnte aber auch ein prozentualer Betrag des Zeit-"Umsatzes" sein. Oder auch die gewollte Minderung des ungenutzten Guthabens, eine Reichen-Steuer ]:D

k7leinS_sochlu4mpxfine


Nun addiere die zeitlichen Aufwendungen der Zu- und Mit-Arbeiter und du hast den Gegenwert für eine Stunde Herz-Operation. Mir fehlt das Gefühl für die Größenordnung, vielleicht muss ich 200 meiner Guthaben-Stunden dafür geben, vielleicht 500 oder gar einige tausend, wie du meinst.

Und wenn ich nun alle Aufwendungen in "Stunden" zusammen zähle und auf 300 komme hilft mir das ja nicht unbedingt etwas, wenn der Chirurg gerade lieber mit einem anderen tauscht. Ich würde dann auch 10.000 Stunden anbieten. Das ist ja genau das System. Ich will unbedingt eine bestimmte Leistung und plötzlich fange ich an mehr Stunden einzusetzen. Teurer zu bezahlen.

Und weil es schlimm wäre, wenn nur die eine Herz OP bekommen die reich sind, ist unser Gesundheitssystem mit Pflichtversicherung so wichtig.

Ja, ist doch gut so. Der eine kann den Netzplan aufstellen, der andere koordiniert die Handwerker, der Dritte hat die Kostenkontrolle. Und was soll jetzt mehr wert sein?

Gut, aber wir sind kein Team. Jeder arbeitet für sich. Nun könnte man sagen "alle haben Stärken und Schwächen und bekommen das gleiche". Das wäre für mich ok.

Gute Frage. Derjenige, der mit seinen Stunden ein Mietshaus bauen lässt, kann anschließend ohne eigenes Zutun Miete kassieren und sein Einkommen ohne Arbeit mehren. Die Frage möchte ich dem Lenkungs-Ausschuss vorlegen, aus dem Stand habe ich keine befriedigende Antwort.

Okaaaaay. Also vermieten darf man.

Ursprünglich ging es ja darum, dass ich angezweifelt habe, dass jemand jemand anderen dafür mit einer ganzen Stunde Lebenszeit "bezahlt" 5 Kartoffeln zu schälen. Dein Argument war, dass ich meine Stunden aber tauschen muss und daher gezwungen bin auch Sachen zu erwerben die ich nicht brauche, weil ich meine Stunden loswerden muss.

Nun funktioniert dein Stundensystem aber doch genau wie Geld? Ich kann davon eine Immobilie erwerben... Ich würde nun also tatsächlich lieber eine Immobilie erwerben oder ein neues Auto kaufen als einen dummen Menschen für mich Kartoffeln schälen lassen.

Okay, du baust saisonal Gut-Stunden auf und benötigst die Monate später. Das entspricht den Tauschring-Mitgliedern, die etwa einen Umzug planen. Da muss das Guthaben-Limit überschritten werden, um die zahlreichen Hilfskräfte bezahlen zu könnnen. Klartext: Die Abwertung deines Guthabens wird individuell zeitlich verschoben.

Das heißt jeder Mensch würde ständig im Disponieren leben.

Im Grunde ist dein System doch nichts anderes als das jetzige? Man arbeitet Stunden/Geld an und tauscht die gegen Leistungen. Du fängst ja doch auch an für geringe Leistung weniger Stunden/Geld bezahlt zu wollen. Und dass Stunden verfallen wenn man sie jetzt nicht investiert ist auch schon so (Inflation höher als Zinsen).

Ein klares nein. Nicht nervig. Das was du anbietest, machst du gerne. Und kaum jemand hat nur ein einziges Interesse. Wenn du gerne Bauplanung machst, Gitarrenkonzerte gibst und Hunde ausführst, heisst das doch nicht, dass du zu hundert Konzerten verpflichtet bist. Nach dem dritten Konzert lehnst du ab.

Ich kommuniziere aber nicht gerne ständig mit einem Haufen Leute. Es ist ja nicht so, dass ich denke "Anja, hier müsste mal geputzt werden, mal sehen ob ich heute ein Konzert geben kann".

Erinnerung an unsere Überschrift: Faire Bezahlung. In unserem System muss sich jeder eine Stunde verdienen, um sich bei einem anderen eine Stunde kaufen zu können. Wie argumentierst du, dass es fair wäre, jemandem um seine Lebenszeit zu betrügen? Etwas provakativ nenne ich das "Sklaventum".

Ja und wie gesagt frage ich mich, was mit all den Menschen passieren soll, die dann nicht mehr bezahlt werden. Wie gesagt, ich lasse gerne günstigere Tätigkeiten machen. Ich habe zB eine Putzfrau. Und ich gehe alle paar Monate zum Frisör... Beides würde ich nicht gegen den Wert meiner Zeit tauschen. Ich würde die Dienste nicht mehr in Anspruch nehmen. Und da wäre ich nicht die einzige. Und schwups kriegt die Putzfrau theoretisch für ihre Arbeit zwar viel, praktisch aber nix.

Die Tätigkeiten werden irgendwie bewertet das kann ja nach Bundesland durchaus völlig unterschiedlich sein. Ich habe für meinen Job gerade den direkten Vergleich und man wird (zumindest als Angestellter) bei der Einstellung in eine Entgeltgruppe einggruppiert. Dann hat man noch einen sogenannten Bewährungsaufstieg. Insofern man sich nicht auf eine andere Stelle bewirbt, war es das bis zur Rente mit den Gehaltssteigerungen. Das motiviert nicht gerade.

Das ist ja das, was ich sage. Also es war von mir als Argument gegen einen Einheitslohn angeführt worden.

Leider zählt bei uns nur die pure Anwesenheit. Ich würde zu gern mal die Spreu vom Weizen trennen und vor allem die unfähige Leitung eliminieren.

Ja eben. Wenn nur nach Anwesenheit bezahlt wird, empfinden diejenigen die der Meinung sind mehr zu leisten das als nicht fair.

Anderseits ist es ja wirklich schwer Leistung zu bewerten also ist eine Bezahlung nach Leistung auch meistens unfair.

Und mit Sicherheit gibt es einen Riesen-Widerstand gegen die Fairness. Wer bisher ohne Regeln die Schwächeren niederhalten konnte, wird sich heftig gegen eine Neuregelung sträuben.

Na das ist aber auch wieder unfair den meisten Arbeitgebern gegenüber. Ja, das derzeitige System wird stark von Großkonzernen und Lobbyisten beeinflusst. Es klingt aber bei dir so als würde jeder Arbeitgeber seine Mitarbeiter ausbeuten.

Es ist dann im Interesse der "Benachteiligten", dem "Schweinesystem" die Arbeitskraft zu entziehen und nach eigenen, freiwilligen Regeln besser zu wirtschaften. Ob das klappt, muss man ausprobieren. Und wenn es teilweise klappt, haben wir wenigstens eine Teilzeit-Fairness. Warum nicht?

Warum nicht? Weil das was du vorschlägst hier von den meisten nicht als fair empfunden wird. Es findet hier glaube ich keiner eine faire Idee wenn ein guter und fleißiger Arbeiter genauso viel bekommt wie der faule und untalentierte.

Das ist im Ansatz auch schon geregelt. Derjenige, der die Konten eines Tauschringes führt und derjenige, der die Webseite macht, die Zeitung druckt, bekommt seine Zeit vergütet durch eine Umlage der Mitglieder.

Ja, Steuern halt.

Wie schon gesagt, euer System ist ja auch nur eine light Version des aktuellen Wirtschaftssystems. Mit dem Vorteil, dass mit dem System keiner seine Fixkosten decken muss.

X]iraxin


Schwieriges Thema, dass ich gerade größtenteils gelesen/überflogen habe.

Und es trifft bei mir gerade einen Nerv.

Denn man KANN es nicht vereinheitlichen in einer modernen Marktgesellschaft, wo es um immer mehr Konsum und Wachstum geht. Das ist zumindest meine Meinung.

Erst dieses Wochenende, eckte ich im Osten an bei Freunden, meines Freundes auf einer Hochzeit. Musste mir Sprüche anhören, nachdem ich über Gehalt redete.

Ich hab ein recht hohes, obwohl ich nur eine Ausbildung habe. 3900 Brutto. Ergibt Netto aber auch nur Pi Mal Daumen 2200. Ist jetzt nicht so, dass ich mir Klopapier aus Eisbärbabyfell kaufen kann damit (ihr wisst hoffentlich, wie ich das meine...).

Allerdings bekam ich recht viele Spitzen.

Nur ist es fair, dass ich mir trotz gutem Gehalt, wohl hier niemals ein Haus leisten kann, weil schon ein stinknormales ohne Schnickschnack, weiter draußen 250.000€ kostet? Im Osten hingegen konnten sich alle der Beteiligten der Diskussion trotz niedrigerem Lohn ein Haus in Anzahlung leisten.

Ist es fair, dass ich komplett die Betreuung meiner Kinder für die Zeit bezahlen muss, wo ich arbeiten bin, wo andere ihre bei den Großeltern abladen können? Geht bei mir nicht, ich bin für Ausbildung und Beruf rund 500km weit weg gezogen.

Diese Vorteile kann man nicht in Geld aufwiegen (Ja Kindergärten werden ja subventioniert usw und durch Steuern wieder und blah, aber wie sieht das aus, wenns Kind 6 wird? Ziemlich mau. Wie siehts aus, wenns Kind mehr als 2 Wochen krank ist? mau. Wie in den 12 Wochen Ferien, wenn beide Eltern gemeinsam nur 12 Wochen oder sogar WENIGER haben. Niemals gemeinsamer Urlaub, weil Großeltern keine Option sind.

Ich kann nicht bei meiner Familie sein, denn die Arbeitssituation in meinem gewünschten Beruf ist schlecht, da wo ich herkomme. Es gibt eben sehr spezielle Jobs, die man NICHT überall ausführen kann.

Um alle gleich und fair zu behandeln, müsste man diese Faktoren bitte auch einrechnen.

Zumal ich für meine Ausbildung 3 Jahre von weniger als Hartz 4 gelebt hab, wo andere sich zuhause durchfüttern lassen konnten. Ich gönne es den Leuten, aber ich muss mir jetzt die Spitzen anhören für mein gutes Gehalt. Ich hab dafür aber viel getan und viel geopfert. Wohl viel mehr als jemand, dem seine Ausbildung einfach nur scheiß egal war.

(Vom Staat ist die Unterstützung übrigens im Falle des wegziehens für Ausbildung nicht so besonders toll. Mir wollte man damals sogar das Kindergeld streichen, weil ich ja eigenes Geld verdient habe und sie meinen WG-Platz nicht anerkannt haben. Das wurde jedoch schon gekippt, was ich gut finde.)

Meiner Meinung nach muss NIEMAND ohne Ausbildung bleiben. Es gibt viele Möglichkeiten. Man kann sogar ohne Kosten seinen Schulabschluss in Eigenregie abends nachmachen.

Ich bin jedoch auch ein Mensch, der sein eigenes Gehalt eben in seine Lebensweise einfließen lässt. Ich gehe nicht zum Billigsten Friseur. Ich gebe der Putzfrau extra Trinkgeld, obwohl ich eine Gebühr zahle, weil ich weiß, diese Menschen arbeiten hart für ihr weniges Geld. Dafür hab ich es mir abgewöhnt Bettlern Geld zu geben (Pfandflaschen würde ich hingegen unterwegs an diese weiter geben, weil ich sie nicht rumschleppen will).

Aber warum muss ich mich anscheinend....schämen? dafür, dass ich es geschafft habe einen guten Beruf zu erhalten, für den ich aber eben auch viel aufgebe.

Das kann man nicht alles gleich machen, wie soll das denn gehen?

Es gibt ja nicht nur Berufe bei denen man unmittelbar sagen kann "Jo Mehrwert für die Bevölkerung".

Ich mache Farben, Wandfarben, ich würde den Mehrwert für die Bevölkerung als nicht existent beschreiben, denn sie müssen ja für Farbe trotzdem bezahlen. Ich pflege keine Menschen, ich bringe keine Mülltonnen weg und ich repariere keine kaputten Abflüsse.

Ich arbeite nunmal für einen Arbeitgeber, der Gewinnorientiert ist, dies aber zum Teil an seine Mitarbeiter weiter gibt. Andererseits weiß ich: Mein Arbeitgeber macht Milliarden an gewinnen. Ist das unfair? Er hat weltweit über 100.000 Mitarbeiter, für die er Verantwortung trägt.

Die 30.000 Idee würde solche großen Firmen, große Arbeitgeber in Deutschland, vertreiben und wir hätten NICHTS erreicht.

Ksultu~rsc3haffendxer


Xirain, Dein Unternehmen ist doch nicht deswegen so groß geworden, weil die Bosse soviel verdienen. Nicht die Gewinne sollen auf 30k begrenzt werden. Mit den Gewinnen soll das Unternehmen durch Investitionen gestärkt werden, während die Gehälter auf ein vertretbares Maß gedeckelt werden sollen. Die Linke spricht zum Beispiel vom maximal 20fachen des niedrigsten Gehaltes für Manager.

*:)

X<iFrxain


Das mit dem Manager ist eine gute Idee, kann ich auch irgendwie so unterstützen, aber diese Leute machen eben auch nur einen Bruchteil der Menschen aus. (Was es nicht besser macht, soviel ist klar)

Dann ist es doch aber immernoch nicht fair und für alle gleich, wie es natürlich in einer idealen Welt wäre.

Wäre die Welt ansich fair und perfekt, könnte jeder in Deutschland lebende Mensch, jede Ausbildung machen an jedem Ort.

Wäre dieses Land perfekt, würde jeder an jedem Ort einen perfekt für ihn passenden Arbeitsplatz bekommen.

Aber wie will man solche Arbeitsplätze finanzieren, wenn zBsp keine Industrie dahinter steht.

Deswegen kann es einfach niemals komplett fair sein... und darum geht es ja hier im Grunde.

Ich finde den Gedanken sehr romantisch naiv...weil es eben niemals alles fair geben wird, alles was wir tun können, ist selbst auch faire Preise zu unterstützen und das versuche ich, soweit es mit meinem Gehalt geht. (Eben keinen 10€ Haarschnitt), nur weiß ich leider nicht, was der Besitzer des Friseurladens dann macht mit dem Geld.

Ich empfände es zBsp auch nicht fair, dass jemand viele Jahre studiert und Berufspraxis sammelt und dann mit dem gleichen Lohn rausgeht wie ich.

Denn Studium wird zwar gefördert, aber man verliert ja ettliche Jahre an "normalem Gehalt", die man erstmal wieder rausholen muss.

Idealerweise wäre es dann 3 jahre Ausbildung: 2000 Netto. 10 Jahre Berufserfahrung 2500 Netto, oder sonstwas...aber es ist ja eben eine freie Wirtschaft. Bachelor Studium 2200 Netto. 10 Jahre Berufserfahrung 2800 Netto, oder sonstwas, nur ist das System ohne Subventionen nicht durchführbar.

Und was wenn nicht genügend Arbeit vorhanden ist, dann fallen wieder welche ins Arbeitslosengeld. Ist es fair arbeitslos zu sein, wenn man denn wirklich arbeiten will? Leider nicht, aber Realität.

Ich glaub ich hab einfach auch ein Problem mit dem Wort "Fair".

K#ul"turscXhafLfen\dxer


Bei einem solchen großen Unternehmen, das weltweit 100 000 Beschäftigte hat, sollte es doch zum Beispiel möglich sein, einen Betriebskindergarten für Ganztagsbetreuung einzurichten.Um so etwas kümmert sich u.a. der Betriebsrat. Gibt es bei Euch einen?

*:)

X5ira#in


Doch, aber ein Betriebskindergarten ersetzt ja die zusätzliche Betreuung durch Großeltern nicht. ":/

(Eben in Ferien, Krankheitsfall, der mal mehr als ein paar Tage ist usw.)

Zumal man dafür ja auch bezahlen muss.

(Ein betreuungsplatz für spontane Sonderbetreuung kostet 40€ pro Tag bei uns, falls Tagesmutter ausfällt oder in andren Sonderfällen. Also für normale Mitarbeiter auch nicht mal eben stemmbar, eher für eben Manager gedacht, wenn die Frau, die sonst betreut ins Krankenhaus muss, oder so)

Außerdem reden wir nicht nur von mir. Was ist mit der Bäckereifachkraft, die wegzog für einen Job und nun weit weg ist von der Familie, die muss das ja auch geregelt bekommen. Klar hat man den Kindergarten und die Entwicklung, dass der Platz garantiert ist, finde ich auch sehr gut.

Aber "fairerweise" muss man doch zugeben, dass Menschen, die weit weg von Familie (Eltern/Schwiegereltern) arbeiten einen erhöhten Kostenfaktor haben für Kinderbetreuung, außerhalb des täglichen Grundbedarfs (Kindergarten), dies aber das gehalt oder die Steuern kaum bis nicht beeinflusst, denn "man hat ja selbst entschieden soweit weg zu ziehen".

Ist für mich verständlich, aber die Berufswahl, hat man auch selbst getroffen.

X=iraixn


Also ich will niemanden kritisieren für Berufswahl oder so, ich finde es nur schwer von "fairem" Gehalt zu reden, da jeden Menschen andere Faktoren beeinflussen.

Meiner Meinung nach ist es also schwer zu sagen "Du darfst maximal so und so viel verdienen, weil du eben nur Löcher gräbst, Pizzateig schaukelst, oder Millionen Euro verwaltest"

V(erschw;-pwra"ktixker


klein_schlumpfine

17.07.17 20:37

Tja, du fragst nach Fairness und nimmst die Ideen dann auseinander. Es ist in Ordnung, kritische Fragen zu stellen. Aber positive Beiträge fehlen.

Ich sehe in dieser "Ablehnung", also die Weigerung, etwas Neues versuchen zu wollen, auch einen großen Vorteil. Tauschringe werden ein Nischensystem bleiben, werden den Mächtigen nicht gefährlich und haben damit ein wenig Narrenfreiheit. Mit Betonung auf Freiheit, nicht auf Narren.

Gut für die, die das für sich zu nutzen wissen.

Und gut für alle, wenn in einer existentiellen Krise (viele unschuldige Länder werden mit Krieg überzogen) lokal und regional ein paar Keimzellen existieren für die Hilfe von Mensch zu Mensch, wenn bunte Zettel ihren Wert verlieren.

Ich wünsche mir unabhängig vom Tagesgeschäft ein Lebens- Stunden- Konto für diejenigen, die ehrenamtliche Arbeit leisten. Zum Beispiel indem ich alte Menschen im Pflegeheim oder zuhause besuche und dann später auch Besuch bekomme. Da sind die Stunden dann zweckgebunden. Wie die Beitrage einer Versicherung. Wenn du in die Krankenversicherung zahlst, nützt dir das im Falle der Haftpflicht nichts.

K#ultursc:ha5ffenxder


Liebe Xirain,

Meiner Meinung nach ist es also schwer zu sagen "Du darfst maximal so und so viel verdienen, weil du eben nur Löcher gräbst, Pizzateig schaukelst, oder Millionen Euro verwaltest"

Sicher ist das schwierig, deswegen reden wir ja hier. Da klagen wir darüber, dass eine Handvoll Menschen über die Hälfte des Vermögens der ganzen Welt besitzt, aber irgendwo muss man ja anfangen, das zu ändern. Und nicht jeder Superreiche macht es wie Bill Gates und engagiert sich in Krebshilfe und Impfschutz. Weil es eben freiwillig ist.

Der Pizzabäcker und der Löchergräber sollen ja mehr verdienen, damit sie nicht zum Amt müssen. Weniger sollen die am oberen Ende bekommen (weil "verdienen" tun sie es nicht, soviel kann kein Mensch arbeiten). Daher auch Verschw-Praktikers Stundentauschmodell.

Laskajedna meint zum Beispiel, dass eine Beschränkung der Spitzengehälter eine Freiheitseinschränkung sei. Das sagt sie vermutlich deswegen, weil sie da noch nicht angekommen ist. Eine Beschränkung der kleinen Einkommen hingegen kritisiert sie nicht.

Du sagst zum Beispiel, dass Du wenigstens versuchst, fair zu kaufen. Das ist schön, mach ich auch. Aber das Problem ändert sich dadurch nur wenig.

Ich habe mehrfach in diesem Faden Gewerkschaften und Betriebsräte erwähnt, weil das die einzigen Instrumente sind, mit denen Arbeitende um faire Löhne kämpfen können. Seltsamerweise ist im ganzen Faden bisher niemand darauf eingegangen. Hat die jahrelange Negativ-Propaganda schon so große Erfolge erzielt?

*:)

VAe;rsc/hw-}prakftikexr


klein_schlumpfine

17.07.17 20:37

Wäre die Welt ansich fair und perfekt, könnte jeder in Deutschland lebende Mensch, jede Ausbildung machen an jedem Ort.

Ich glaub ich hab einfach auch ein Problem mit dem Wort "Fair".

Genau das unterscheidet die Wirtschaft von der Naturwissenschaft. Wenn wir diskutieren, wie schnell ein Apfel vom Baum fällt, kann jeder eine Meinung haben. Und jeder kann seine Meinung nachprüfen.

Aber was bitte, soll "fair" und "gerecht" sein? Für dich ist es fair, wenn dir gebratene Tauben in den Mund fliegen. Der Andere beklagt dabei aber, dass ihm niemand die Eier schaukelt.

Demnach müsste ein System ziemlich fair sein, dass zahlreiche unbezahlte Sklaven zur Verfügung hat. Nur nicht für die Sklaven, aber die haben ja keine Stimme in der Diskussion.

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