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Betrogen - er kann mir nicht verzeihen

w}ie-aucRhim2mer


Big Bossman

Das wird nur selten der Fall sein.

Nein, das ist sehr oft der Fall, dass man sich lieber selber etwas vormacht, als die harten Konsequenzen aus der Wahrheit ziehen zu müssen.

w'ieauchximmer


korrelation

Stimmt und wir sind für den Stand unserer Gesellschaft sehr progressiv.

Über das Thema offene Ehe haben schon in den 70gern die O´Neils ein Buch geschrieben (die sind mittlerweile geschieden!) und die berühmte Kommune K1 hat es sogar als neues Dogma erhoben, dass man freie Liebe leben musste. Es ist also nicht progressiv, sonder alt-68ger. "Wer zweimal mit derselben pennt, gehört zum Etablissment"

Dazu der Paartherapeut J. Willi:

"Die Idealnorm, der viele nachstreben, ist das Bild einer freien Beziehung emanzipierter Partner, die nur so weit und so lange Bestand hat, wie sie den Beteiligten die uneingeschränkte Selbstverwirklichung ermöglicht und durch unverpflichtete Liebe lebendig bleibt. Von dieser Idealnorm sind nun aber viele - vielleicht alle - überfordert. Manche versuchen ihr vermeintliches Ungenügen durch forcierte Selbstständigkeit, Emanzipation, Ungebundenheit und sexuelles Expertentum zu überspielen. Ängstlich verdrängt und schamvoll verdeckt werden die zarteren Empfindungen, derentwegen man vom Partner als kindlich, naiv und schwach verlacht zu werden befürchtet und durch die man sich dem Partner als besonders verletzbar offenbaren könnte. In Therapie von jüngeren Paaren gestehen sich die Partner oft erst nach längerdauernder Behandlung ihre Sehnsucht nach stabiler Geborgenheit, ihren Wunsch nach Schutz und Sicherheit beim Partner, ihr Bedürfnis nach tiefem Vertrauen in gegenseitiger Treue und ihre Befürchtung, vom Partner deswegen reaktionärer Besitzansprüche oder infantiler Abhängigkeit bezichtigt zu werden. Häufig besteht sogar eine starke Hemmung, dem Partner überhaupt zu sagen, daß man ihn mag, an ihm hängt und sehr leiden würde, wenn man ihn verlieren müßte.(...) So stehen Partner, die sich zuvor bezüglich Emanzipationsgebaren und außerehelichen Beziehungen überboten hatten, nach einem Stück Therapie einander schüchtern und linkisch gegenüber wie zwei Schüler in der ersten Verliebtheit"

Ob dieser Trend zur offenen Beziehung also wirklich ehrlicher und wirklich freier ist, sei dahingestellt.

JSardxon


@korrelation

Ich glaube jetzt es liegt am "Ritual". M. E. hat es einen psychologischen Hintergrund. Das Ereignis wird emotional besetzt und gewinnt dadurch an Bedeutsamkeit.

Das sehe ich auch so. Der ritualisierte Charakter, noch dazu vor Zeugen, steigert die Bedeutsamkeit und soll in allen Kulturen daher den Fortbestand dieses gegebenen Versprechens sichern. Aber wie Du schon gesagt hast, vielen Menschen fehlt es heute am Bewußtsein, diese willentlich getroffene Entscheidung auch wirklich durchzuziehen, insbesondere wenn dann Schwierigkeiten oder ernsthafte unterschiedliche Vorstellungen auftreten. Genau daran krankt unsere Gesellschaft auf allen Ebenen: am Wortbruch. Niemand meint, er müßte SEIN gegebenes Wort wirklich halten, aber von den Anderen erwartet man es sehr wohl. Da ist dann das Geschrei groß.

Ich denke, Bananas Mann wird es schwer haben, dem Wort oder den Gefühlen seiner Frau wieder zu trauen. Nur indem sie offen und ehrlich miteinander über ihre Ehe sprechen, darüber, was sie (noch) voneinander erwarten, ob sie ihre Vorstellungen in Einklang bringen können, und ob sie es schaffen, zu einer gesunden Sexualität zurückzufinden, bei der die Lust im Vordergrund steht, und nicht die üble Erinnerung - können sie wieder zu einander finden. Das Ereignis hat sie beide wachgerüttelt, wenn ER ihr eine Chance gibt, und SIE sie als solche erkennt und auch annimmt, dann können sie zurückschauen, auf den Weg, den sie bisher gemeinsam zurückgelegt haben. Neu überdenken, Fehler erkennen. Und - vielleicht - wieder bewußter aufeinander zugehen.

wiieau#chimxmer


Jardon

steigert die Bedeutsamkeit und soll in allen Kulturen daher den Fortbestand dieses gegebenen Versprechens sichern.

Man darf auch nicht vergessen, dass sich JEDE Gesellschaft moralisch oder gar per Gesetz (z.B. da wo Ehebruch sogar unter Strafe steht) in das sexuelle Privatleben seiner Mitglieder einmischt (auch "Naturvölker"!). Es ist nämlich für den Fortbestand einer Gesellschaft und für ihr Funktionieren nicht unwichtig. Welche sozialen Probleme z.B. in der Gesellschaft durch viele Alleinerziehende entstehen (bin ich selber). ...

Auch entstehen Probleme durch die "Ungerechtigkeit" (und diese Probleme gibt es vor allem auch in Staaten, wo Polygamie erlaubt ist.), dass es nunmal 50:50 Frauen und Männer gibt und daher lebenslange Monogamie vielleicht langweilig ist, aber gesellschaftlich gerechter, als wenn ein Mann gar keine abbekommt, während ein anderer 10 hat. Auch die ganzen Scheidungen und Ehekonflikte bringen Unruhe in die Gesellschaft, mal ganz davon abgesehen, dass heute viele Menschen unter den vielen gescheiterten Beziehungsversuchen oder an Einsamkeit (viele Singles) leiden.

Von daher darf man die Moral m.E. auch nicht ganz so negativ sehen. Sie hat schon ihren übergeordneten Sinn für das Gemeinschaftsleben, auch wenn sie den einzelnen in seiner Freiheit einschränkt.

keorr'elatioxn


8-)

wieauchimmer schrieb:

Erstens: Da Eifersucht ein ganz normales menschliches Gefühl ist, auch wenn es ein schlechtes, oder meinetwegen "niederes" Gefühl ist, kann wohl niemand leugnen, dass die meisten davon betroffen sind. Die Toleranzgrenze ist vielleicht verschieden. Mein Ex meinte auch, er sei nicht eifersüchtig, als ich mit seinem Wissen fremdging und ihm danach in allen Details und mit allen Emotionen offen und ehrlich anfing zu erzählen, wie es war (und dabei wußte er genau, denn da war ich auch ehrlich, dass dieser andere man für mich keinesfalls ein Mann zum Verlieben gewesen wäre, sagte er irgendwann "Hör auf!". Da war also seine Grenze erreicht und ich konnte nicht weiter ehrlich sein, sondern musste schweigen.

hey, jetzt finde ich aber das geht ein bisschen weit. Dafür das Du Deinen Bedürfnissen nachgehst kannst Du doch nicht Deinen Liebsten damit quälen, indem Du es ihm erzählst. Wenn er darauf "kann" ... OK, aber wenn er es nicht hören möchte, weil z. B.damit für IHN im Bett keine Wettbewerbsatmosphaere aufkommt, dann musst Du das auch verstehen.

... wenn Du was "neues" gelernt hast, kannst Du es ihm ja auch auf einem anderen Weg erläutern.

Stimmt und wir sind für den (aktuellen)Stand unserer Gesellschaft sehr progressiv.

wieauchimmer schrieb:

Über das Thema offene Ehe haben schon in den 70gern die O´Neils ein Buch geschrieben (die sind mittlerweile geschieden!) und die berühmte Kommune K1 hat es sogar als neues Dogma erhoben, dass man freie Liebe leben musste. Es ist also nicht progressiv, sonder alt-68ger. "Wer zweimal mit derselben pennt, gehört zum Etablissment"

Ich habe nicht damit den Eindruck erwecken wollen, dass ich das Rad neu erfunden habe.

Dazu der Paartherapeut J. Willi:

"Die Idealnorm, der viele nachstreben, ist das Bild einer freien Beziehung emanzipierter Partner, die nur so weit und so lange Bestand hat, wie sie den Beteiligten die uneingeschränkte Selbstverwirklichung ermöglicht und durch unverpflichtete Liebe lebendig bleibt.

Von dieser Idealnorm sind nun aber viele - vielleicht alle - überfordert. Manche versuchen ihr vermeintliches Ungenügen durch forcierte Selbstständigkeit, Emanzipation, Ungebundenheit und sexuelles Expertentum zu überspielen. Ängstlich verdrängt und schamvoll verdeckt werden die zarteren Empfindungen, derentwegen man vom Partner als kindlich, naiv und schwach verlacht zu werden befürchtet und durch die man sich dem Partner als besonders verletzbar offenbaren könnte. In Therapie von jüngeren Paaren gestehen sich die Partner oft erst nach längerdauernder Behandlung ihre Sehnsucht nach stabiler Geborgenheit, ihren Wunsch nach Schutz und Sicherheit beim Partner, ihr Bedürfnis nach tiefem Vertrauen in gegenseitiger Treue und ihre Befürchtung, vom Partner deswegen reaktionärer Besitzansprüche oder infantiler Abhängigkeit bezichtigt zu werden. Häufig besteht sogar eine starke Hemmung, dem Partner überhaupt zu sagen, daß man ihn mag, an ihm hängt und sehr leiden würde, wenn man ihn verlieren müßte. (...) So stehen Partner, die sich zuvor bezüglich Emanzipationsgebaren und außerehelichen Beziehungen überboten hatten, nach einem Stück Therapie einander schüchtern und linkisch gegenüber wie zwei Schüler in der ersten Verliebtheit"

... , der viele nachstreben, ... Das ist das einzige, was diesen "Therapeuten" rettet. Er behauptet, dass ihn das "real life" zu dieser Aussage hat kommen lassen. Wie kann man im ersten Absatz schon so einen Blödsinn verkünden.

Also ich bin erstaunt über diese "Idealnorm"

... uneingeschränkte Selbstverwirklichung ..., uneingeschränkt ... ist auch ein ganz natürlicher Anspruch, oder? Wir leben in einem terminierten System. Die Psychologie ist sich bewusst, dass der Mensch in anderen Strukturen "denkt", endlichen Strukturen. UNendlichkeit ist ein Konzept des Verstandes.

Also ich als Mensch bin in meinen Charakter/Fähigkeiten endlich. Ich kann es erweitern, aber wie schon meine Wortwahl ausdrückt, es ist endlich, terminiert. Letztendlich durch den Tod (zumindest für meine körperliche Individualität).

... - vielleicht alle - ... Vielleicht alle, Blödsinn, das macht alle fertig.

... Manche versuchen ihr vermeintliches Un... ... Wenn ich mal wirklich nicht mehr weiß, was ich machen soll, ... vielleicht werde ich dann weiterlesen.

BCan'anxa


Ich jammere nicht. ich versuche, herauszufinden, was ich tun soll. was richtig ist.

ich bin verwirrt. ich schäme mich und möchte das gegenüber meinem Mann auch zum Ausdruck bringen. Trotzdem möchte ich meinen Prinzipien treu bleiben.

ich bin in meinem ganzen Leben noch nie in meinen Freiheiten eingeschränkt worden. weder von meinen Eltern, noch von meinem Mann. es ist total neu für mich, dass mir jetzt jemand vorschreibt, wann ich zu Hause zu sein habe. natürlich zwingt er mich nicht, aber er macht mir die Konsequenzen klar: bin ich nicht zu Hause (er wird um 10 anrufen, um zu kontrollieren), gibt es 'gravierende Probleme'. Muss ich mir das gefallen lassen, weil ich Mist gebaut habe? oder gebe ich ihm so zu viel Macht über mich?

mir geht es nur darum. was soll ich tun? aufgeben will ich nicht, deshalb schlage ich alle Ratschläge wie 'such dir gleich einen anderen' in den Wind. ich will diesen Mann.

und ich denke, er will mich auch. aber er geniesst es auch irgendwie, mich jetzt büssen zu lassen und leiden zu sehen. obwohl er sicher auch leidet.

meine Freundinnen geben mir unterschiedliche Ratschläge: von 'lass dir das nicht gefallen, er kann dich nicht einschliessen' bis zu 'das ist die normale Reaktion am Anfang, er wird sich schon wieder einrenken'.

es verwirrt mich einfach. ich weiss selber nicht mehr, wie viel normal ist, und was zu viel ist.

ach ja, mein Ideal von Beziehung sind sicher Treue und Ehrlichkeit. aber auch, dass man sich Fehler vergeben kann. unsere Beziehung ist nicht so jung und wir haben schon einiges zusammen durchgemacht.

B@anaona


noch was: ich denke an den anderen Mann, wenn ich an meine Ferien denke. er war ein Teil davon, wenn auch nur ein sehr kleiner.

ich denke aber nicht an ihn im sexuellen Sinn.

dass ich ihn nicht einfach aus dem Gedächtnis streichen kann ist ja wohl klar! genauso denke ich an andere Menschen, mit denen ich während der Ferien in Kontakt war (rein platonisch).

w`iAeauchixmmer


korrelation

OK, aber wenn er es nicht hören möchte, weil z. B.damit für IHN im Bett keine Wettbewerbsatmosphaere aufkommt, dann musst Du das auch verstehen.

Dann kann ich aber nicht mehr offen und ehrlich zu ihm sein. Stell dir vor, ich hatte ein total aufregendes Erlebnis mit einem anderen. Dann muss ich mich meinem Freund gegenüber verstellen und darf mir nicht anmerken lassen, dass es so aufregend und toll war. Das möchte ich nicht. Ich möchte mich nicht dem Mann gegenüber, den ich liebe, verstellen müssen, um ihn nicht zu verletzen, denn meinen Emotionen freien Lauf lassen zu können, das ist für mich das tolle an einer Beziehung, so sein zu können, wie ich bin. Vielleicht hab ich ja sogar ein schlechtes Gewissen, weil es mit dem anderen Mann so toll war und ich fange an, zu meinem Freund ganz besonders nett zu sein. Vielleicht fragt er mich, wenn ich gerade an die schönen Stunden mit dem anderen denke: "Was denkst du gerade?" und ich muss ihn anlügen.

Er behauptete ja immer, er sei gar nicht eifersüchtig und ich sei besitzergreifend und ich fand es mein gutes Recht, zu testen, inwieweit das stimmt, oder er sich nur selbst etwas vormacht.

damit für IHN im Bett keine Wettbewerbsatmosphaere aufkommt, dann musst Du das auch verstehen.

ER wollte eine offne Beziehung und das Problem, dass ich mich dann unter Leistungsdruck fühle, weil ich nicht will, dass der Sex mit anderen Frauen besser ist, ich vielleicht mich nicht mehr traue, zu sagen "Ich bin müde", alles mitmache, auch wenn ich es gar nicht mag, nur damit ich die Nr. 1 seiner Begirde bleibe, das Problem hatte ich ihm benannt. Er hats nicht verstanden. Vielleicht hätte er es verstanden, wenn ich noch extremer reagiert hätte und gesagt hätte: "Der xy konnte aber das und das besser als du". Entweder man ist ehrlich, oder nicht. Was soll an einer offenen Beziehung denn frei sein, wenn man anfangen muss, sich vor seinem geliebten Partner zu verstellen?

Entweder er kann mit allen Konsequenzen, die eine offene Beziehung hat, leben, oder er ist eben nicht dafür geeignet. Anderen etwas zumuten, was man selbst nicht verkraftet, ist nicht ok, denn er erzählte mir ja ständig auch von den Frauen, die er vor mir hatte (und dass er mit der einen sogar 7x hintereinander Sex hatte und mit mir war der Rekord 5x. Da war ich auch in der Wettbewerbssituation, wofür er aber keinerlei Sensibilität hatte, also kann er auch von mir keine Sensibilität erwarten!)

Er behauptet, dass ihn das "real life" zu dieser Aussage hat kommen lassen.

Als Paartherapeut, der ständig mit Paaren zutun hat, kann er das auch behaupten.

uneingeschränkt... ist auch ein ganz natürlicher Anspruch, oder?

Nein, wir sind soziale Wesen und leben in einer Gesellschaft. Da kann man sich nicht uneingeschränkt selbstverwirklichen, ohne dass es auf Kosten anderer geht. Es sei denn, man läßt sich gar nicht auf andere ein, sondern findet sein Glück im Einsiedlertum. Uneingeschränkte Selbstverwirklichung ist ASOZIAL und rücksichtslos und da Menschen nunmal "Hordentiere" sind, ist es kein natürlicher Anspruch. Was bei diesem Selbstverwirklichungsanspruch herauskommt, sieht man an all den kaputten Seelen, die es heute gibt.

Vielleicht alle, Blödsinn,

"Vielleicht" steht da und ich kenne bisher keine offene Beziehungen in real (nur hier aus dem Forum), die sowohl ganz ehrlich miteinander umgehen, sich sehr nah sind und trotzdem keiner irgendwie drunter leidet. Selbst in der meines Freundes (nur Freund), die seit 10 Jahren funktioniert sagt sie "Einer leidet immer". (Sie geht nicht fremd, nur er und als sie es auch einmal tat, rastete er aus vor Eifersucht. Seitdem hält er sich auch mit seinen Seitensprüngen zurück). Sie erträgt es, um ihm die Freiheit zu geben, aber leiden tut sie dennoch. Da fragt sich doch, ob ER sie überhaupt liebt.

wNieauc>h]immer


Banana

aber auch, dass man sich Fehler vergeben kann.

Ein Seitensprung ist ein Fehler. Lügen ist allerdings Verrat am Vertrauen. Die Wahrheit kann sehr verletzend sein, aber kommt zur Wahrheit auch noch heraus, dass man dem anderen lange nicht die Wahrheit erzählt hat, dann ist einfach das Vertrauen kaputt und das ist etwas anderes, als mal einen Fehler gemacht zu haben.

Kwin[g-of-'Paign-200x4


@wai

Man sollte diesen "Fehler" einfach vermeiden. Ich denke, wenn manche Paare mehr miteinander reden würden, dann würden solche Vorkommnisse nicht akut werden. Ist einfach so.

Jkardoxn


@banana

Sieh es mal so: wirst Du jetzt "bockig" signalisierst Du Deinem Mann in seinen Augen, daß Du nicht mehr beziehungskompatibel bist und gibst ihm noch mehr Anlaß zu seinen schlimmsten Befürchtungen. Eine Woche ist ein Klacks, das kann alles noch viel schlimmer kommen, je nachdem. Schön, daß Du Dir sicher bist, daß Du genau diesen Mann willst. Also halte durch und laß den Quatsch zu überlegen, wieviel normal ist oder nicht. Andere hätten Dich wömöglich geschlagen, verlassen oder glatt erschossen... was auch immer, alles schon dagewesen. Sieh Dir die Welt doch mal an! Ist das, was Dein Mann tut, wirklich so überzogen? Es stinkt Dir, weil es gegen Deine Prinzipien geht, aber schließlich warst Du es, die Dein eigenes Ideal von einer Beziehung verletzt hat. Hast Du Deiner Tochter noch nie Stubenarrest gegeben, wenn sie was schlimmes gemacht hat? Hast Du darüber nachgedacht, ob sie damit einverstanden war? Hast Du ein Recht auf mildere Behandlung, nur weil Du älter bist? Nimm doch Deinem Mann den Wind aus den Segel und sei einfach freiwillig um 22 Uhr zu Hause, verzichte auf Tanzen gehen und alleine mit Freundinnen fortgehen und mach ihm somit klar, daß es Dir nichts ausmacht und daß Du findest, er hat Recht, wenn er Dich jetzt kontrolliert. Trotz ist jetzt völlig fehl am Platz. Er will von Dir VERSTANDEN werden. Nach einer Weile wird es ihm schon langweilig werden, er wird einsehen, daß er selbst so nicht leben will und wenn er das Vertrauen zu Dir wieder findet, wird sich auch alles lockern. Klar, wenn Dir Deine Freiheit mehr bedeutet, dann geh halt alleine weg, sei nicht pünktlich zu Hause und gib nicht nach. Wenn Du dann hinterher eine freie, aber sitzengelassene Frau bist, dann trag bitte da genauso die Konsequenzen und heul nicht. Was kostet es Dich schon in einer langen Beziehung für´s Leben auch mal nachzugeben, und wenn es für ein paar Monate ist? Der schwerste Kampf ist immer der, seinen eigenen Stolz niederzuringen. Wenn Du dazu nicht in der Lage bist, frag ich mich, wie wertvoll Dir Deine Beziehung trotz aller Beteuerungen wirklich ist. Du willst, daß er Dir verzeiht, also tu auch was dafür.

By the way: Wie reagierst Du so, wenn Dein Mann fremdgeht? Kontrollierst Du, was er nach der Arbeit macht? Guckst Du in sein Notizbuch? Beobachtest Du, ob er sich morgens besonders hübsch macht? Fragst Du seine Freunde über ihn aus? Rufst Du ihn schon mal an, um ihn zukontrollieren? :)D

kQo\rrVelatBion


@wieauchimmer

wieauchimmer schrieb:

Zitat:

OK, aber wenn er es nicht hören möchte, weil z. B.damit für IHN im Bett keine Wettbewerbsatmosphaere aufkommt, dann musst Du das auch verstehen.

Dann kann ich aber nicht mehr offen und ehrlich zu ihm sein. Stell dir vor, ich hatte ein total aufregendes Erlebnis mit einem anderen. Dann muss ich mich meinem Freund gegenüber verstellen und darf mir nicht anmerken lassen, dass es so aufregend und toll war. Das möchte ich nicht. Ich möchte mich nicht dem Mann gegenüber, den ich liebe, verstellen müssen, um ihn nicht zu verletzen, denn meinen Emotionen freien Lauf lassen zu können, das ist für mich das tolle an einer Beziehung, so sein zu können, wie ich bin. Vielleicht hab ich ja sogar ein schlechtes Gewissen, weil es mit dem anderen Mann so toll war und ich fange an, zu meinem Freund ganz besonders nett zu sein. Vielleicht fragt er mich, wenn ich gerade an die schönen Stunden mit dem anderen denke: "Was denkst du gerade?" und ich muss ihn anlügen.

Er behauptete ja immer, er sei gar nicht eifersüchtig und ich sei besitzergreifend und ich fand es mein gutes Recht, zu testen, inwieweit das stimmt, oder er sich nur selbst etwas vormacht.

´tschuldige, da bin ich in meinen Gedanken zu kurz gesprungen.

Zitat:

damit für IHN im Bett keine Wettbewerbsatmosphaere aufkommt, dann musst Du das auch verstehen.

ER wollte eine offne Beziehung und das Problem, dass ich mich dann unter Leistungsdruck fühle, weil ich nicht will, dass der Sex mit anderen Frauen besser ist, ich vielleicht mich nicht mehr traue, zu sagen "Ich bin müde", alles mitmache, auch wenn ich es gar nicht mag, nur damit ich die Nr. 1 seiner Begirde bleibe, das Problem hatte ich ihm benannt. Er hats nicht verstanden. Vielleicht hätte er es verstanden, wenn ich noch extremer reagiert hätte und gesagt hätte: "Der xy konnte aber das und das besser als du". Entweder man ist ehrlich, oder nicht. Was soll an einer offenen Beziehung denn frei sein, wenn man anfangen muss, sich vor seinem geliebten Partner zu verstellen?

Entweder er kann mit allen Konsequenzen, die eine offene Beziehung hat, leben, oder er ist eben nicht dafür geeignet. Anderen etwas zumuten, was man selbst nicht verkraftet, ist nicht ok, denn er erzählte mir ja ständig auch von den Frauen, die er vor mir hatte (und dass er mit der einen sogar 7x hintereinander Sex hatte und mit mir war der Rekord 5x. Da war ich auch in der Wettbewerbssituation, wofür er aber keinerlei Sensibilität hatte, also kann er auch von mir keine Sensibilität erwarten!)

Du hast Recht.

Zitat:

Er behauptet, dass ihn das "real life" zu dieser Aussage hat kommen lassen.

Als Paartherapeut, der ständig mit Paaren zutun hat, kann er das auch behaupten.

...

Zitat:

uneingeschränkt... ist auch ein ganz natürlicher Anspruch, oder?

Nein, wir sind soziale Wesen und leben in einer Gesellschaft. Da kann man sich nicht uneingeschränkt selbstverwirklichen, ohne dass es auf Kosten anderer geht. Es sei denn, man läßt sich gar nicht auf andere ein, sondern findet sein Glück im Einsiedlertum. Uneingeschränkte Selbstverwirklichung ist ASOZIAL und rücksichtslos und da Menschen nunmal "Hordentiere" sind, ist es kein natürlicher Anspruch. Was bei diesem Selbstverwirklichungsanspruch herauskommt, sieht man an all den kaputten Seelen, die es heute gibt.

ooh ... ich vergaß die Notiz "Sarkasmus". Ich finde, ich habe nichts anderes geschrieben und ergänzt, dass der Therapeut keine Ahnung hat, wovon er schreibt.

korrelation schrieb:

... uneingeschränkte Selbstverwirklichung ..., uneingeschränkt... ist auch ein ganz natürlicher Anspruch, oder? Wir leben in einem terminierten System. Die Psychologie ist sich bewusst, dass der Mensch in anderen Strukturen "denkt", endlichen Strukturen. UNendlichkeit ist ein Konzept des Verstandes.

Also ich als Mensch bin in meinen Charakter/Fähigkeiten endlich. Ich kann es erweitern, aber wie schon meine Wortwahl ausdrückt, es ist endlich, terminiert. Letztendlich durch den Tod (zumindest für meine körperliche Individualität).

Zitat:

Vielleicht alle, Blödsinn,

"Vielleicht" steht da und ich kenne bisher keine offene Beziehungen in real (nur hier aus dem Forum), die sowohl ganz ehrlich miteinander umgehen, sich sehr nah sind und trotzdem keiner irgendwie drunter leidet. Selbst in der meines Freundes (nur Freund), die seit 10 Jahren funktioniert sagt sie "Einer leidet immer". (Sie geht nicht fremd, nur er und als sie es auch einmal tat, rastete er aus vor Eifersucht. Seitdem hält er sich auch mit seinen Seitensprüngen zurück). Sie erträgt es, um ihm die Freiheit zu geben, aber leiden tut sie dennoch. Da fragt sich doch, ob ER sie überhaupt liebt.

Ich wollte damit sagen, dass bei diesem theoretischen Ideals des "Therapeuten" es keiner ertragen kann. War "vielleicht" ein wenig missverständlich.

kYo8rrelaBtioxn


@ banana

natürlich zwingt er mich nicht, aber er macht mir die Konsequenzen klar: bin ich nicht zu Hause (er wird um 10 anrufen, um zu kontrollieren), gibt es 'gravierende Probleme'. Muss ich mir das gefallen lassen, weil ich Mist gebaut habe? oder gebe ich ihm so zu viel Macht über mich?

Mein Vater hat das mit 13-14 auch mit mit gemacht. Ich denke, er verstand darunter Erziehung. Damals fand ich das OK.

Ob Du Dir das gefallen lassen mußt, kannst doch wirklich nur Du beantworten.

... und die Frage nach der "Macht" beantwortet sich doch wohl auch selbst.

B}anFana


Jardon,

ich nehme mir zu Herzen, was du gesagt hast.

du hast Recht, bocken ist jetzt fehl am Platz. und eine Woche ist ein Klacks.

nein, ich kontrolliere meinen Mann nie.

muss ich gar nicht, denn ich weiss, dass er nicht fremdgeht. erstens ist er in dieser Beziehung wirklich total konsequent und ein 'Wundermann'. Zweitens sitzt er seit 2.5 Jahren und kommt nur am Wochenende nach Hause. Und dann sind wir immer zusammen.

w8i7eaudchi'mmxer


korrelation

Ich wollte damit sagen, dass bei diesem theoretischen Ideals des "Therapeuten" es keiner ertragen kann. War "vielleicht" ein wenig missverständlich.

Doch, ich glaube, es kann diesen Idealfall geben, dass man den anderen so liebt und ihm so vertrauen kann, dass man ihm sogar ganz viel Spaß mit anderen gönnen kann und sich sogar mit ihm drüber freuen kann. Aber das ist vielleicht so ein Ideal wie "Weltfrieden" und kommt so selten vor, wie die Tage, wo mal kein Mensch auf der Welt erschossen wird. Und ich finde nicht, dass man von irgendwem erwarten kann, dass er dieses Ideal erfüllt. Ich finde es ein schönes Ideal, aber ich bin ein Mensch und kein Roboter und gerade wegen meiner menschlichen Schwächen liebenswert. (und wenn ich gar nicht eifersüchtig wäre, dann würde er mich auch fragen "Liebst du mich eigentlich noch, oder bin ich dir total egal?" Was man macht, macht man falsch!)

Ich verstehe auch, wenn man mal im Falle eines Seitensprunges schwach wird und plädiere daher dafür: Wenn es wirklich keinerlei Bedeutung hatte, sondern nur mal so ein "Ich weiß nicht, wo mir der Kopf stand"- Ausrutscher war, den man selber sehr bereut und eigentlich im Nachhinein für unnötig hält...dann bitte soll man den Mund halten und es so schnell wie möglich aus der Erinnerung verblassen lassen und den anderen nicht mit dieser Wahrheit belasten. Dann solle man "zur Strafe" mit dem schlechten Gewissen und dem Risiko, dass es rauskommt und die Beziehung kaputt geht, alleine klar kommen.

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