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Zusammenziehen

Khlyeixo


SMB

Wir hatten uns an diesem Tag mittags verabschiedet und hätten uns eigentlich erst abends wieder gesehen. Ich wollte aber schnell noch was in die Wohnung bringen und bin nachmittags für ihn unerwartet nochmal zurückgekommen. Ich hab mir nichts böses dabei gedacht aber im Verlauf dieses Gespräches jetzt sagte er auch, er hätte sich unwohl gefühlt weil nicht darauf gefasst war, dass ich nochmal zurück komme.

Ich hoffe, Du nimmst es mir jetzt nicht übel, was ich schreibe, aber ich denke, daran merkt man ganz genau Eure Einstellungen. Du betrachtest seine Wohnung schon als eine "unsere", weil ihr doch fast immer dort seid. Also bist Du automatisch zurückgegangen, ohne zu fragen, ob er Zeit/Lust hat, ohne ihm Bescheid zu geben. Das passiert auch oft, wenn man zusammenlebt. Der eine sitzt vor dem Computer (als Beispiel ;-) ) und der andere unterbricht ihn, ohne zu fragen, ob er Zeit hat. Ich finde, zwei Wohnungen sind auch eine recht gute Gelegenheit, die Grenzen des Anderen respektieren zu lernen und ich finde, diese Grenzen sollten auch innerhalb einer Wohnung nicht "verschwinden". Solange ihr zwei Wohnungen habt, würde ich an Deiner Stelle auch nicht nur in seiner Wohnung sein, denn so kommt es zu oft zu solchen Situationen, die sich in SEINER Wohnung abspielen, und Du fragen musst, er aber nicht. Es könnte passieren, dass er sich angewöhnt, das Sagen zu haben, weil er ja umgekehrt nie auf Dich eingehen muss und das wäre im Moment nur in DEINER Wohnung der Fall. ;-) Ich finde, Du trägst zu einem Ungleichgewicht in Eurer Beziehung bei, das sich "rächen" könnte. So wie Du schreibst (falls ich es nicht missverstanden habe), bist Du diejenige, die immer bei ihm ist. Du gehst ihm den ganzen "Weg" entgegen - verwöhnst ihn aber dadurch auch. Ein Umgang, der sich einmal gefestigt hat, ist später sehr schwer zu ändern. Aus welchem Grund Du auch immer von Dir aus zu ihm gehst, so hast Du noch Deine Wohnung und wenn ich recht verstanden habe, dann fühlst Du Dich in Deiner Wohnung wohl. Warum also verbringt ihr hauptsächlich die gemeinsame Zeit bei ihm?? Sicher, es ist alles sehr nett von ihm, dass er die Küche herrichtet, usw. aber er hat ja auch etwas davon. Du natürlich auch, aber nur solange ihr zusammenseid. Ich will damit jetzt gar nicht auf ein Ende der Beziehung hinaus, sondern, dass eine Beziehung auch auf einem Fundament aufbaut und meiner Meinung nach Du dieses Fundament etwas ungleichmäßig gestaltest. Er hat es kaum nötig Dir entgegenzukommen, weil Du es ihm freiwillig abnimmst – worauf hin denn? Gerade im Hinblick auf eine gemeinsame Zukunft, mit Kindern – natürlich nur, sofern Du eine gleichwertige Beziehung anstrebst – musst Du Deinem Partner auch diese Signale senden und diesen Eindruck habe ich nicht, nach Deinen Schilderungen.. Wenn eine Gewohnheit sich eingebürgert hat, dann ist es sehr schwer diese zu ändern, denn der "verwöhnte" Part, sieht ja keinen Grund es zu ändern. ;-) Ich will damit auch nicht unterstellen, dass Dein Partner das bewusst macht, sondern dass eine Beziehung eben eine Wechselwirkung zwischen zwei Partnern ist und wenn mir jemand ständig entgegenkommt, dann erwarte ich das irgendwann von ihm automatisch. Wenn also tatsächlich irgendwann Haus und Kinder anstehen, hieße das, dass Du auch dort die "langen" Wege gehst, so wie Du es auch jetzt tust. Du rennst zu Dir nach Hause und rennst zu ihm nach Hause. Nur als Gedankenanstoß. Ich weiß auch, dass sich das alles ehr rational anhört – dieses Gefühl hatte ich auch immer, wenn mir meine Mutter oder meine Tante solche Dinge sagten und ich es abtat, da ich der Meinung war, dass doch die Hauptsache ist, dass man sich liebt. Ich habe festgestellt, dass es meistens wirklich so ist – wie man es sich einführt, so bleibt es auch nachher in der Beziehung, darum nennt man es auch "zusammenstreiten" ;-) und ich denke, dass ihr jetzt in dieser Phase der Beziehung seid.

SXtAef!fi* 83


Melusine

Das hat sie ja schon erläutert und ich auch. Es ist eben doch noch ein klein bisschen was anderes. Er will einfach seine eigenen vier Wände haben und die Möglichkeit sich zurückzuziehen. Klar kann man auch in der gemeinsamen Wohnung Freiräume schaffen, aber es ist halt doch noch was anderes. Und nach 8 Monaten ist meiner Meinung nach noch keine Eile geboten.

S)MxB


@ Kleio

Hm, du gibst mir wieder mal zu denken.

Ok, Beispiel: am Anfang sagte er, er könne doch von mir nicht erwarten, dass ich in seiner Wohnung aufräume, heute (ich hab auch Urlaub zur Zeit) meinte er, ich solle doch ein wenig Ordnung schaffen...

Ich hab ihm schon ziemlich bald gesagt, dass ich keine Probleme habe, mich einzubringen, aber nicht seine Haushälterin sei. Und jetzt... Du hast wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich verwöhne ihn total - und gehöre zu den Frauen, die sich ganz gern um Haushalt und Mann kümmern, manchmal mit schlechten Gewissen (Emanzipation! Selbst ist der Mann! Frauen weg vom Herd! Eine Hausfrau verblödet zu Hause! Frau steckt zurück wenn sie den Mann verwöhnt! Neue Rollenverteilung!)

Ich bin deshalb gern bei ihm, weil ich selber nur ein 1-Zimmer-Appartment bewohne, das für mich und nicht mehr Personen ausreicht. Er mag auch nicht so gern bei mir bleiben, ist aber denk ich ein reines Platzproblem. Ich fühl mich mittlerweile bei ihm wohler und hab mir mehr oder weniger einen eigenen "Haushalt" geschaffen. Du hast, recht, ich komme ihm sehr entgegen und er geniesst es, umsorgt zu werden. Ich glaub im Unterbewusstsein ist mir das klar, deshalb fühlte ich mich auf gut deutsch "übers Ohr gehauen": ich investiere Zeit und Kraft und bekomme keinen "Lohn" dafür, das heisst nicht den gewünschten Einzug bei ihm...

Ich glaub, ich muss für meinen Süssen mal ein paar neue Grenzen aufstecken, sonst passiert es mir tatsächlich dass ich immer wieder zurückstecken werde wenn wir mal zusammenziehen sollten...

NxihckiR12


ich denke, da liegt der Hund begraben. Du verwöhnst und umsorgst ihn und erwartest eine Gegenleistung für Deinen Einsatz. Nur hat er Dich nie darum gebeten, all diese Dinge zu tun. Du tust es freiwillig und aus eigenem Antrieb. Natürlich genießt er es und hat sich bestimmt schon daran gewöhnt, aber wenn Du nicht damit angefangen hättest, hätte er es auch nicht verlangt. Deswegen ist es schwierig, von ihm jetzt eine Gegenleistung zu erwarten.

An Deiner Stelle würde ich wirklich drei Schritte zurückgehen und die Fürsorge einschränken. Dem Kerlchen geht's einfach zu gut, und er soll sich auch mal ein bißchen anstrengen.

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