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26.12.11 09:41
Ich werde eingangs ersteinmal klarstellen, dass ich einfach nur reden möchte. Meine Sorgen teilen und aus den Antworten etwas Inspiration und Ermutigung schöpfen. Ich werde weder zwangsläufig Ratschläge befolgen, noch glaube ich, dass irgendjemand hier die eine, richtige, perfekte Lösung hat. Vielleicht finden sich aber ein paar gute Gedanken unter den Antworten, oder auch einfach nur Erfahrungen von anderen, aus denen man lernen kann. Letztendlich bleibt es aber selbstverständlich meine eigene Privatsache, und ich hoffe, man nimmt es mir nicht übel, wenn ich hier nur 'Dampf ablassen' möchte und nicht zwangsläufig auf jeden Rat eingehe oder jede Warnung beherzige.
Vorab, ich bin 20 Jahre alt. Bisher war ich 4 Mal in Menschen verliebt, davon 2 Mal (dieses eingeschlossen) der Ansicht, dass es etwas ernstes sei.
Das erste Mal verliebte ich mich in der Grundschule in eine Klassenkameradin. Die Gefühle verflogen recht bald. Nichts ernstes. Dann verliebte ich mich mit etwa 12 Jahren wieder in einen Klassenkameraden. Er war mir wichtiger, die Sache ernster. Er ist ein sehr... sagen wir, verführerischer Mensch, war immer sehr beliebt, ich war nicht der einzige, der was für ihn empfand, aber dennoch war es mir wirklich sehr ernst. Ich war jedoch nicht bereit, mich zu outen, zu feige, ihn anzusprechen – 4 Jahre ging ich mit ihm auf eine Schule, dann trennten sich unsere Wege. Die nächsten 4 Jahre liebte ich ihn weiterhin, ohne Kontakt zu ihm zu haben. Andere Menschen konnte ich natürlich attraktiv und auch nett finden, aber habe mich nie emotional auf jemand anderen einlassen können. Das ging bis zu meinem Abitur so – dann hab ich mir endlich gesagt, dass ich ihn konfrontieren muss, tat dies, und wurde erwartungsgemäß deutlich zurückgewiesen (er ist gläbiger Moslem, dass er vermutlich homophob ist, war für mich immer ein Gedanke. Hier ging ganz eindeutig nichts). Ich war frustriert, aber frei. Ich hab mich in dieser Zeit oberflächlich in einen Kumpel verliebt und ihm das diesmal auch sofort gestanden. Er ignorierte es weitestgehend und vermied unnötigen Kontakt mit mir, und mir wurde klar, dass ich an ihm nicht wirklich etwas fand, es war mir nicht annähernd so ernst wie bei dem anderen.
Nun, in meinem letzten Schuljahr kam eine neue Schülerin in meine Klasse. Interessanter, netter Mensch, aber ich hab nie viel über sie nachgedacht. Ich fand sie attraktiv und nett, konnte auch ganz gut mit ihr auskommen, aber viel geredet haben wir nicht. Wir hatten jedoch ein gemeinsames Hobby, und ich sah sie darum auch nach dem Abitur noch etwa alle ein- bis zwei Monate – jedoch wie gesagt im Rahmen einer Gruppenaktivität, an der auch viele andere Freunde teilnahmen, und nicht allein. Wir redeten darum auch da nicht viel, abgesehen von den Gesprächen die direkt mit dem Hobby zu tun hatten, die wurden aber nie privat. Wir haben uns gut verstanden und einen ähnlichen Humor, das war klar, aber mehr war nicht.
Eines Tages saß ich mit den restlichen Freunden dieser Gruppe bei einem von ihnen zuhause. Wir warteten noch auf sie. Plötzlich bekam ich eine SMS: Sie erzählte mir, dass sie (sie kommt aus einer anderen Stadt als der Rest von uns) am Hauptbahnhof liege und von Sanitätern umringt sei. Sie hatte einen Kreislaufzusammenbruch (es war ein recht schwüler Tag und sie nicht sehr fit, aber da war noch ein anderer Grund, dazu später mehr) und wir fuhren los, um sie abzuholen. Sie übernachtete bei einem Kumpel und fuhr am nächsten Tag zurück nach Hause, es ging ihr wieder besser.
Seitdem hatten wir etwas häufiger Kontakt in Form kleinerer, belangloser Internetchats. Nichts tiefgründiges, nur ein paar Albernheiten und so weiter. Eines Abends dachte ich mir, ich könnte ja mal versuchen (nach den vorigen beiden Menschen, in die ich verliebt war, brauchte ich eine Weile, eine Frau ernsthaft als Option zu sehen), sie näher kennen zu lernen. Wir sprachen zuerst über ethisch-politische Themen, dann über unsere Vergangenheit, teilweise auch über Liebe. Sie erwähnte, dass sie in einer Beziehung ist, dies aber nie an die große Glocke hängen wollte, weswegen ich davon nie etwas mitbekommen hatte. Ich wollte mir schon sagen: "Ah, okay, vergiss es. Hier ist Sackgasse. Sie ist ein netter Mensch, aber du hast hier keine Chance, also beende das Gespräch und vergiss das Ganze." – aber plötzlich kam von ihr viel, viel mehr als ich erwartet hätte. Sie erklärte mir, dass sie mir etwas sagen müsse, das sie weder mit ihrem Freund besprechen kann, noch mit sonstigen Freunden. Sie erzählte mir von einigen unschönen Ereignissen und Situationen aus ihrere Vergangenheit und von ihrem Alkoholproblem. Sie bat mich, etwas darauf Acht zu geben, wie es ihr geht – sie hatte am Tag, bevor sie diesen Zusammenbruch am Bahnhof hatte, deutlich zu viel getrunken gehabt. Sie weiß, dass ich keinen Alkohol trinke und vertraute mir das wohl deshalb an. Ich sah mich natürlich sofort in die Pflicht gerufen, hier für einen Menschen da zu sein. Meine Gefühle vergaß ich. Sie war vergeben und ... naja, scheinbar auch noch Trinkerin. Hier brauchte einfach ein Mensch Hilfe.
In den folgenden Tagen redeten wir sehr viel. Über Politik, Moral, Philosophie, Religion... Dinge, in denen wir nicht immer einer Meinung sind, aber dennoch waren das unglaublich gute Gespräche, und wir haben dieselben grundlegenden Ansichten. Ich nehme das Gesetz ernster als sie, sicher. Ich glaube nicht an eine Seele, sie ist sich da nicht ganz so sicher. Ich übernehme gern Verantwortung, sie nicht. Aber wir wollen beide gute Menschen sein und haben sehr änliche Vorstellung davon, was moralisch gut ist. Naja, egal. Wir haben jedenfalls viel geredet, teilweise kam auch das Thema Liebe wieder auf. Ich hab mich doch recht deutlich verliebt in sie, in dieser Zeit. Früher hatte ich einfach nur harmloses Interesse an ihr, aber... Ich hab gemerkt, dass ich gut mit ihr auskomme. Dass ich vielleicht doch mehr für sie empfinde...
Sie war jedoch in einer Beziehung, wie gesagt. Ich musste die Sache sofort aufklären. Ehrlichkeit ist mir und ihr ein hohes Gut, und ich konnte nicht so tun, als wäre nichts. Ich habe ihr eine Erklärung meiner Gefühle geschrieben, relativ lang und ausführlich, aber auch eindeutig in dem Ansinnen, ihrer Beziehung nicht schaden zu wollen. Sie bat mich, ihrem Freund davon erzählen zu dürfen – dass sie das tun würde, davon ging ich sowieso aus, ich schlug vor, selbst mit ihm zu reden, damit er sich nicht über- oder gar hintergangen fühlte, aber sie wollte mich lieber da heraus halten. Sie erzählte es ihm und am nächsten Tag erklärte sie mir, er habe kein Problem damit, dass sie mit jemandem, der in sie verliebt ist, Zeit verbringt. Dennoch entschlossen wir uns, den Kontakt zu reduzieren – die Gesprächsthemen zwischen uns erreichten die gewohnte tiefe Ebene nicht mehr, es war nur noch oberflächliches Herumalbern. Wir reduzierten auch die Zeit der Gespräche – von täglichen mehrstündigen tiefgründig-philosophischen Debatten auf kürzere Konversationen alle paar Tage.
Eines Tages jedoch ließ sie sich anmerken, dass es ihr wieder nicht gut ging. Natürlich wollte ich helfen – nicht nur, weil ich mich in dieser Pflicht sah, sondern natürlich auch, weil mir inzwischen klar war, dass ich sie liebe. Sie erwähnte beiläufig, dass sie sich von vielen Menschen, die ihr sehr nah standen, allein gelassen fühlte. Ich ließ mich also wieder auf ein längeres Gespräch ein.
Im Verlaufe dieses Gesprächs erzählte sie mir, dass ihr Freund, mit dem sie nicht zusammenlebt aber auf dieselbe Universität geht, seit 3 Wochen nicht mehr dort aufgetaucht ist und auch nicht mehr mit ihr gesprochen hatte. Er reagierte nicht auf Kontaktversuche, und einfach vor seiner Tür aufzutauchen traute sie sich nicht. Ihre Depression ging so weit, dass sie sich (während ich mit ihr chattete! So ein verfluchtes Scheißgefühl für mich!) seit zwei Jahren zum ersten Mal wieder selbst verletzte. Ich erfuhr dies erst, als es zu spät war, es zu verhindern... Jedenfalls war mir klar, dass ich für sie da sein muss. Ich liebe sie und ich sehe mich ihr gegenüber in der Pflicht, da ich ihr mein Ehrenwort gab, ein wenig auf sie aufzupassen.
An einem der folgenden Tage kam dann die nächste große Beichte: Die Identität ihres Freundes (der sich immernoch nicht gemeldet hatte) hatte sie mitunder auch deshalb nie aufgedeckt, weil sie meine Reaktion darauf fürchtete. Es war mein bester Kumpel.
Ich erklärte ihr nocheinmal, dass das für mich kein Problem ist. Ihr Glück ist mir höchste Priorität, und ich würde mich nie zwischen sie und ihn stellen wollen. Ich erzählte ihr zudem, dass ich, selbstverständlich, noch mit ihm in Kontakt bin, und dass er in den letzten drei Wochen nicht schlecht gelaunt schien. Im Gegenteil, er hatte vermehrt fröhliche Gespräche mit mir geführt.
Sie erklärte mir zudem, dass er schon länger wusste, dass ich derjenige bin, der unglücklich in sie verliebt ist. Dass er dennoch fröhlich mit mir redete als wäre nichts, obwohl er davon ausgehen musste, dass ich wissen könnte, dass er sie seit Wochen im Stich lässt, verwunderte mich.
Dann erzählte sie mir noch, dass er bereits früher einmal eine Woche einfach verschwunden war, danach zurück kam, sich entschuldigte, und versprach, dass soetwas nie wieder vorkommen würde.
Ich versuchte so gut es ging, sie aufzubauen, und zu ermutigen, nocheinmal zu versuchen, mit ihm Kontakt aufzunehmen, um die Beziehung noch zu retten. Eventuell würde ansonsten ich mit ihm sprechen, und fragen, was los sei. Sie schrieb ihm eine ausführliche Mail. Es war spät am Abend, als sie sie abschickte.
(to be continued)
26.12.11 09:57
Mitten in der Nacht bekam ich eine SMS: Sie habe mir etwas wichtiges zu sagen und ich solle sofort online kommen. Sie erzählte mir, er habe geantwortet. Mal eben par Mail mit ihr Schluss gemacht. Der Grund: Er liebe sie nicht wirklich, wolle aber mit ihr befreundet bleiben. Wieder verging eine Nacht, in der ich sie auffangen und davon abhalten musste, sich zu betrinken oder zu verletzen.
An einem der nächsten Tage sprach ich mit ihm über alles. Er sagte mir nicht mehr als ihr: Er habe keine Gefühle für sie, und war zu feige, es ihr ins Gesicht zu sagen. Er war sich nicht sicher, ob er je ernsthaft Liebe für sie empfand, jedenfalls tat er es im Moment nicht, und musste die Beziehung beenden.
Seit dieser Zeit haben sie und ich wieder viel geredet. Sehr viel. Wir haben beide die Universität nicht mehr besucht (obwohl ich sie dazu so gut ich konnte ermutigen wollte) und den ganzen Tag geredet. Chat-sessions von 14 Stunden länge, Skype-Telefonate über 8 Stunden (im Bett liegend, beide im Halbschlaf, haben wir noch telefoniert, bis der erste von uns einschlief...), all das über Wochen. Ich liebe sie.
Sie hat deutlich gemacht, dass sie für mich nichts empfindet. Sie hat auch deutlich gemacht, dass sie im Moment für niemanden etwas empfinden kann. Ich habe deutlich gemacht, dass sie mir ernsthaft wichtig ist. Dass ich in den letzten Monaten gemerkt habe, dass ich eben nicht nur irgendwie für sie schwärme, sondern dass sie mir wichtig und die Gefühle ernst sind. Wir haben uns bis zum letzten Wochenende übrigens nicht mehr in Person gesehen gehabt, seit... hm. Seit der Zeit bevor er sie verlassen hatte, irgendwann dann, lange davor. Vor den drei Wochen, die er sie im Stich gelassen hatte. Wir sahen uns letztes Wochenende (in etwas größerer Runde; ihre Eltern, ihr Bruder und eine Freundin waren ebenfalls dabei). Wollten einfach mal zusammen Kekse backen, schauen, ob wir uns noch einander normal gegenüber treten könnten. Natürlich blieb ich über Nacht, und bis zum Abend des nächsten Tages... Aber von ihrer Seite war da nichts. Ich hab ein paar Mal Blickkontakt gesucht, den sie durch stures Starren erwiderte, bis ich aufgeben musste (später sagte sie mir, sie habe nicht mir in die Augen geguckt, sondern einfach durch mich hindurch, um dem Blick lange Kontra bieten zu können). Ich saß die meiste Zeit gemütlich auf dem Sofa neben ihr – sie fühlte sich wohl genug, sich hinzulegen, aber hielt immer Abstand zu mir. Sie legte sich auch hin und wieder auf den Boden (im Laufe der Nacht trank sie wieder 8 kleine Bier und mehrere Schnapsgläser Absinth... War aber nicht merklich angetrunken) und ließ es durchaus auch zu, dass ich mich in ihrer Nähe aufhielt oder mich neben sie setzte, sie hat also zumindest Vertrauen zu mir. Lies mich auch problemlos in ihrem Zimmer übernachten (hat sich zeitweise sogar auf den Boden neben mich gelegt, weil es ihr unfair vorkam, dass sie im Bett liegen konnte und ich nur auf einer notdürftigen Unterkunft – bot mir sogar an, in ihrem Bett zu schlafen (während sie nicht darin lag, natürlich)) – naja, sie vertraut mir sehr, aber sie hat ganz eindeutig keine Gefühle für mich.
Was mir jetzt durch den Kopf geht, ist klar. Ich liebe sie. Ich werde sie an Silvester wieder sehen, und möchte auch weiterhin den Kontakt nicht aufgeben. Sie auch nicht. Ich weiß nicht, ob ich mich nicht kaputt mache, wenn ich mir Hoffnungen mache, auf lange Sicht... Klassischer Fall von dem, was man 'friend zone' nennt, schätze ich. Ich weiß nicht, ob sich aus einer solchen Freundschaft irgendwann mehr entwickeln kann...
Dazu sollte man sagen: Eine sehr, sehr gute Freundin von ihr, mit der sie ebenfalls viel Zeit verbringt, war früher einmal in sie verliebt, gab aber die Hoffnung viel schneller auf. Die beiden haben seit Jahren ungefähr dasselbe Verhältnis, wie sie und ich es jetzt haben. Ich... Es wird aber nicht genau so laufen zwischen uns. Ich hoffe, das ist ihr klar. Ich habe es ihr oft genug gesagt.
Naja. Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Ich will sie nicht als Freund verlieren. Ich will sie auch nicht im Stich lassen (obwohl es ihr langsam besser geht, immerhin). Ich will aber auch meine Gefühle nicht verleugnen. Andererseits will ich mir keine falschen Hoffnungen einreden oder an etwas hängen, das nie sein wird.
Naja, Thema freigegeben zur allgemeinen Meinungsabgabe. Ich sehe das wie gesagt nur als offenes brainstorming, ich mache am Ende eh, was ich selbst möchte, und suche gerade nur etwas moralische Unterstützung, nicht unbedingt Anweisungen, was ich tun soll. Ich möchte mir lieber meine eigene Meinung bilden und – am Ende folge ich eh meinem Herzen, fürchte ich.
26.12.11 10:43
Zunächst einmal: ich denke, dass wir "Online-Geister" gar nicht das Recht haben, irgendwem Anweisung zu erteilen (auch, wenn ich manchmal das Gefühl habe, der ein oder andere hätte es gern so). Dafür, dass du dein Leben leben möchtest und nicht das der anderen, musst du dich nicht entschuldigen oder gar rechtfertigen.
Du steckst in einer sehr, hm, prekären (?) Lage. Ich komme nicht umhin, Menschen dafür zu bewundern, sich so voller Hingabe selbstzuverletzen: du hast regelmäßig Kontakt zu der Frau, die du liebst, ohne, dass sie deine Gefühle erwidert. Du sitzt sozusagen wir ein ausgehungerter Löwe vor einem wunderbar duftenden, frischen, blutigen Stück Fleisch. (Ein sehr skurriler Vergleich, ich weiß.) Ich meine das nicht unbedingt negativ, wie gesagt, ich bewundere das. Ich frage mich nur: Warum tust du das? Natürlich, du darfst den Anblick und den Duft dieses Stücks genießen, aber gibt dir das tatsächlich so viel, dass du darüber deine eigenen Gefühle so, ich sage mal, "vernachlässigen" kannst? – Das ist einfach nur so ein Gedanke, der mir beim Lesen durch den Kopf geschossen ist. Ich will damit keinesfalls andeuten, dass du den Kontakt meiner Ansicht nach abbrechen solltest.
Dann ist mir aufgefallen – durch deinen Schreibstil, klingt etwas eigenartig, ist aber durchaus so gewesen – dass du versuchst, sehr viel Abstand aufzubauen, aber an einer gewissen Verzweiflung scheiterst; zumindest hast du diesen Eindruck bei mir erweckt.
Was ist eigentlich deine "Frage"? Dein Anliegen? Du schreibst, du würdest ein wenig brainstormen wollen, neutrale Sichtweisen suchen, betonst aber im selben Moment, dich damit selbst auseinandersetzen zu müssen. – Was möchtest du? Was fällt dir bei dem Ganzen so schwer? Du weißt, dass sie dich – offenbar – nicht liebt, musst das akzeptieren, willst aber nicht "so einfach" aufgeben. Ein weniger berechnender Mensch (vermutlich die falche Formulierung, ich hoffe, es wird trotzdem klar, was gemeint ist) würde sagen: Okay, alles klar, Sache gegessen und tschüss. Du stattdessen verbringst ganze Tage im "virtuellen Raum" mit ihr, vernachlässigst Anderes (im Zweifelsfalle Wichtigeres?), lässt dich in Gesprächen mit ihr fallen; das alles nur, um hinterher festzustellen, dass du sie liebst und nicht haben kannst...
Offen gesagt verstehe ich noch nicht ganz, was du selbst eigentlich fühlst und willst. (Vielleicht weißt du es ja selbst nicht so recht?) Einerseits sehe ich dein großes "Helferbedürfnis", andererseits – und teilweise auch im Zwiespalt dazu – deine aufrechte Liebe; dein Durchhaltevermögen und deine Fragen; deine Zweifel an ihr, ihren Selbstverletzungen, ihrer Sensibilität und deine Sicherheit. Du versuchst, mit Abstand auf die Sache zu blicken; aber wie wäre es, wenn du mal genau das Gegenteil tust? Mal ganz ohne Abstand rangehst? Ohne Distanz? Mit Gefühl und ohne Moral?
Auf jeden Fall hast du mir sehr viel Stoff zum Durchkauen und Nachdenken gegeben.
Ich wünsche dir soweit alles Gute; das Leben wäre wohl zu einfach, ohne ein paar deftige Herausforderungen.

26.12.11 11:06
Ich habe wohl übervorsichtig formuliert. Ich nehme mir Ratschläge etc. durchaus zu Herzen, ich möchte nur vermeiden, dass man denkt, ich würde darum bitten, dass man mir die 'richtige Lösung' auf dem Silbertablett liefert. Eventuell werd' ich auch gute Ratschläge aufgrund meiner Lage leider nicht so ernst nehmen, wie ich sollte – aber es schadet nicht, sie dennoch zu erbitten, schätze ich.
Am Ende bin ich am ehesten daran interessiert, zu verstehen, was gerade passiert, und höre gern auch Einschätzungen anderer Leute dazu, wie ich mich verhalte.
(An dieser Stelle möchte ich mich übrigens für meine zahlreichen Rechtschreibfehler entschuldigen. Hab wieder die ganze Nacht mit ihr geredet, bin jetzt, um 11 Uhr Mittags 'noch' wach. Man möge mir nachsehen die Fehler bitte nachsehen. Ist mir nur grad' selbst aufgefallen und ärgert mich.)
Der Grund, dass ich Zeit mit ihr verbringe? Nunja. Sowohl rational als auch irrational gibt es Gründe. Einmal liegt mir sehr viel an Freundschaft. Nur weil ich in jemanden verliebt bin, will ich noch längst nicht in Kauf nehmen, ihn als Freund zu verlieren, nur um der Situation zu entkommen... Ob ich das schaffe weiß ich nicht. Es ist jedoch Teil meiner Motivation. Dann, ganz irrational, genieße ich natürlich ihre Gesellschaft und ihr Vertrauen. Und mache mir trotz aller logischen Gründe, die dagegen sprechen, falsche Hoffnungen. Eben auch weil sie momentan sowieso für niemanden etwas empfinden kann, nachdem sie (sowieso ein recht verletzlicher Mensch in mancher hinsicht) so fallen gelassen wurde. Wenn sie sich irgendwann wieder so weit aufgerappelt hat (wobei ich ihr gern helfe), dass sie sich wieder auf einen Menschen einlassen kann... Ich weiß nicht. Ich will dann nicht von der Bildfläche verschwunden sein.
Dann gibt's noch einen wohl für die wenigsten nachvollziehbaren Grund. Sie hat mein Ehrenwort, dass ich sie nicht im Stich lasse. Ich breche mein Wort nicht, so albern das für viele Leute klingen muss. Und auch wenn ich mein Wort nicht als bindend ansehen würde; ich möchte sie nicht allein lassen, falls sie doch wieder abstürzt.
Was den 'Abstand' angeht, den du ansprichst... Ich weiß nicht. Ich sehe mich gerade als recht... Hm. Ich verliere den Abstand eher, als ihn wirklich aufrecht erhalten zu können. Ich meine, mein Gefühl ist ganz klar: Sie ist ein faszinierender, lieber Mensch mit dem ich die letzten Monate jede freie Minute verbracht habe. Das könnte ich weiter tun, und es ginge mir gut – wenn ich nicht wüsste, dass von ihr aus nicht mehr kommen wird. So wie es ist... geht es mir gut, solange ich mit ihr rede, und schlecht, sobald ein Gespräch vorbei ist und ich mir meiner Lage wieder bewusst werde.
Was den Vergleich mit dem Stück Fleisch angeht: Der Löwe möchte das Fleisch konsumieren. Für sich haben. Das Fleisch ist ihm nicht wichtig, nur die Sättigung. Für mich ist da der Unterschied. Mir liegt etwas daran, dass es ihr gut geht. Und wie gesagt: Wir sind gleichzeitig auch gute Freunde geworden. Ich genieße ihr Vertrauen und sie meins. Das will ich von aller Liebe abgesehen auch nicht verlieren, dafür ist Freundschaft zu kostbar. Ich... weiß nur nicht, wie ich das schaffen soll. Vielleicht suche ich gerade einfach nur Motivation.
26.12.11 12:40
Die Freundschaft ist dir wichtig, das ist mir klar.
Aber mal eine Frage... beantworte sie ehrlich okay? 
.
Wirst du auf Dauer damit klarkommen, dass sie von dir nichts will?
Mit allen Konsequenzen?
26.12.11 15:36
Ich übernehme gern Verantwortung, sie nicht.
Du hast das als Unterschied zwischen euch kurz erwähnt, und doch ist es mir aufgefallen.
Dein ganzer Text liest sich so, als hätte sie jemanden gesucht, dem sie dir Verantwortung für ihr Leben aufbürden kann und in dir hat sie da jemanden gefunden. Du lässt sie nicht im Stich, du bist immer für sie da.
Hast du dich mal gefragt, wie lange das so gehen soll?
Es ist gut von dir gemeint. Du willst sie retten. Aber ich sehe eher die Gefahr, dass sie dich mit sich runterzieht. Du liebst sie. Es ist dir egal. Noch... Hier schließe ich mich knuffeltjes Fragen an.
26.12.11 17:21
Wir haben beide die Universität nicht mehr besucht (obwohl ich sie dazu so gut ich konnte ermutigen wollte) und den ganzen Tag geredet. Chat-sessions von 14 Stunden länge, Skype-Telefonate über 8 Stunden (im Bett liegend, beide im Halbschlaf, haben wir noch telefoniert, bis der erste von uns einschlief...), all das über Wochen. Ich liebe sie.
Zuerst wollte ich schreiben: "Sie ruiniert dein Leben", aber eigentlich bist du das ja selbst, der es ruiniert. Wenn dir stundenlange Chat-Sessions wichtiger sind als zur Uni zu gehen ..... 
Dazu kommt noch, dass du ihr ja offensichtlich so ziemlich sch.....egal bist. Ist es dir das wert?
26.12.11 20:37
Wirst du auf Dauer damit klarkommen, dass sie von dir nichts will?
Mit allen Konsequenzen?
Ich weiß es nicht. Ich wünsche mir, dass ich es kann.
Zuerst wollte ich schreiben: "Sie ruiniert dein Leben", aber eigentlich bist du das ja selbst, der es ruiniert. Wenn dir stundenlange Chat-Sessions wichtiger sind als zur Uni zu gehen .....
Das liegt aber auch noch an anderen Dingen. Bin im falschen Fach gelandet, wie ich schon davor gemerkt hatte, und werde sowieso wechseln. Gut, das konnte man jetzt nicht erahnen. Aber das Risiko, dass das Fach falsch sein könnte, kannte ich schon, als ich mich eingeschrieben habe. Sie ist wie gesagt nicht der erste Mensch, der mir so wichtig war, und ich hab trotzdem nie die Schule geschwänzt o.ä. – keine Sorge, wenn ich nicht glauben würde, im komplett falschen Fach gelandet zu sein, wäre ich regelmäßig in der Uni. Nicht mit voller Konzentration, sicher, aber ich wäre da. Sie und ich sind beide Chaoten, muss man dazu sagen. Beide keine Menschen, die... ähm... eine typische Weltsicht haben. Wir haben beide etwas seltsame Prioritäten.
Dein ganzer Text liest sich so, als hätte sie jemanden gesucht, dem sie dir Verantwortung für ihr Leben aufbürden kann und in dir hat sie da jemanden gefunden. Du lässt sie nicht im Stich, du bist immer für sie da.
Hast du dich mal gefragt, wie lange das so gehen soll?
Sie hat jemanden gesucht, der ihr in einer akuten Situation hilft. Den Rest muss ich mir selbst vorwerfen. Wir waren bereits an der Stelle angelangt, an der wir entschieden haben, dass es keine gute Idee ist, viel Kontakt zu haben. Dann ging ihre Beziehung zu bruch und sie rutschte in die nächste akute Situation. Ich bin mal so optimistisch, davon auszugehen, dass sie sich langsam wieder aufrafft, die Dinge positiver zu sehen. Sie... hat viele Jahre lang in der Schule damit kämpfen müssen, von ihren Mitschülern nicht akzeptiert und ausgeschlossen zu werden. Mir ist aber klar(er als ihr), dass sich dies geändert hat und anders bleiben wird. Sie ist eine attraktive, interessante Frau. Ihr exzentrischer Stil wird unter den Physikern, mit denen sie sich jetzt beschäftigt, und allgemein im Umfeld einer Universität viel besser ankommen als in der Schule. Ich denke nicht, dass sie größere Schwierigkeiten haben wird, sobald sie die Kraft hat, die Sache mit der Uni in Angriff zu nehmen. Im Gegenteil. Ich habe viel eher das Gefühl, dass wir uns aus den Augen verlieren könnten, da sie in ihrem neuen Umfeld auf eine Akzeptanz stoßen wird, die sie nicht gewohnt ist (sie lebt wie gesagt in einer anderen Stadt, ich sehe sie somit nicht oft. Ist zwar kaum ne Stunde Zugfahrt, aber ohne, dass man sich zu irgendeinem speziellen Anlass verabredet, kann man sich schlecht mal eben besuchen). Sie wird (und war zeitweise auch schon) sehr beliebt sein, was sie wie gesagt erstmal nicht unbedingt gewohnt ist. Jedenfalls ist es nicht so, dass es ewig so gehen wird, wie im Moment. Sie war am Boden, ich habe ihr aufgeholfen, sie wird sich in einer angenehmeren sozialen Umgebung wiederfinden und sie wird weit weniger auf Hilfe angewiesen sein. Unsere Freundschaft wird gesunden und ich muss gestehen – ich kann mir die Hoffnung, dass sich mehr entwickeln kann, nicht ganz ausreden.
Dazu kommt noch, dass du ihr ja offensichtlich so ziemlich sch.....egal bist. Ist es dir das wert?
Das ist eine sehr zynische Betrachtungsweise. Das unterstellt ihr, dass sie, nur weil sie meine romantischen Gefühle nicht erwidert, kein Interesse daran hätte, dass es mir gut geht. Das ist meiner Einschätzung nach nicht korrekt; sie ist selbst überfordert, aber ich sehe keinen Anlass, davon auszugehen, dass ich ihr egal bin.
Wie gesagt, ich bin nicht der erste, dem das mit ihr passiert ist. Ein anderer Mensch, dem dasselbe passiert war, ist jetzt eine gute Freundin von ihr. Auch sie selbst war in einen guten Freund verliebt und kam darüber hinweg, obwohl sie noch lange mit ihm befreundet war. Es ist natürlich keine optimale Prognose, aber... eine Freundschaft muss nicht an sowas zerbrechen. Es ist wie gesagt nicht so, als würde ich ihr nur zuhören, wir führen durchaus hauptsächlich angenehme, lange Gespräche über Dinge, die überhaupt nichts mit ihrer Lebenssituation zu tun haben. Ich bin ihrem Ex sowieso in vielerlei Hinsicht ähnlich, ich hab es eh schwer genug damit, mir nicht einzureden, dass ich eigentlich von Oberflächlichkeiten abgesehen viel mit den Menschen, in die sie sich bisher verliebt hat, gemein habe. (Und diese Oberflächlichkeiten sind vor allem, dass sie sich normalerweise eher in ältere oder älter aussehende Menschen verliebt. Ich... wirke, wie sie, für mein Alter sehr jugendlich. Aber das ist etwas, das sich mit der Zeit sowieso ergeben wird... Ich weiß nicht. Vielleicht sollte mir irgendwer auch diese Gedanken ausreden. Das größte Problem, das einer für beide Parteien auf Dauer angenehmen Freundschaft entgegensteht, ist eben, dass ich die Gefühle nicht hinter mir lassen kann. Vermutlich sollte ich daran etwas ändern. Will ich allerdings nicht – bin mir der Irrationalität durchaus bewusst.)
26.12.11 20:42
Wirst du auf Dauer damit klarkommen, dass sie von dir nichts will?
Mit allen Konsequenzen?
Ich weiß es nicht. Ich wünsche mir, dass ich es kann.
Eine sehr wacklige Basis.
Ein falscher Schritt und alles kippt. Das könnte emotional ein ziemlich harter Brocken werden.
28.12.11 19:48
Dazu kommt noch, dass du ihr ja offensichtlich so ziemlich sch.....egal bist. Ist es dir das wert?
Das ist eine sehr zynische Betrachtungsweise. Das unterstellt ihr, dass sie, nur weil sie meine romantischen Gefühle nicht erwidert, kein Interesse daran hätte, dass es mir gut geht. Das ist meiner Einschätzung nach nicht korrekt; sie ist selbst überfordert, aber ich sehe keinen Anlass, davon auszugehen, dass ich ihr egal bin.
Zynisch? Realistisch, würde ich sagen.
Was ist, wenn sie ihre große Liebe findet, denkst du nicht, dass du dann abgemeldet sein wirst?
Solange dir das egal ist, ist ja alles in Ordnung. 
28.12.11 22:06
Inwiefern abgemeldet? Wie gesagt sind wir Freunde geworden, während sie noch glaubte, ihre 'große Liebe' gefunden zu haben, sie war zu dem Zeitpunkt, als sie mich ursprünglich um Hilfe bat, mit jemandem glücklich. Das sah der dann anders, aber für sie war das durchaus eine ernste Sache – das hat nicht nur der Freundschaft nicht geschadet, sie ist aus dieser Situation heraus entstanden. Natürlich wird es weh tun, wenn sie wieder mit jemandem zusammen kommt, aber für zynisch halte ich, davon auszugehen, dass damit eine Freundschaft enden würde. Viel mehr habe ich Angst davor, dass sie wieder so ein albernes Geheimnis aus der Sache macht und versucht, sich ihr Glück nicht anmerken zu lassen.
Wenn ich sie auch nur annähernd richtig einschätze, ist ihr Freundschaft wichtig. Noch, zumindest, ich hoffe sie bleibt sich selbst und somit ihren Freunden treu.
Naja, erstmal ergibt sich sowieso ein akuteres Problem, denn ich hab sie gestern wohl ziemlich beleidigt... Wir haben diskutiert (Thema Religion als Grundlage für Entscheidungen auf staatlicher Ebene) und, da wir da beide sowieso einer Meinung sind, habe ich mich spaßenshalber in die Rolle eines advocato diaboli versetzt und, mangels vernünftiger Argumente für meine Seite, einen als sehr bohrend wahrgenommenden Fragestil angeführt (wenn man zynisch sein möchte, könnte man mir unterstellen, ich habe mich der sokratischen Mäeutik bedient). Das nahm sie persönlich, führte sich an der Nase herumgeführt und, da ich nicht vorher deutlich genug gemacht habe, was ich bezwecken wollte, fühlte sie sich unehrlich behandelt. Jetzt hab ich sie sowieso erstmal so verärgert, dass wir die nächsten Tage wohl nicht reden werden, ich bezweifle, dass ich an Silvester weiterhin bei ihr willkommen bin. *seufz*
29.12.11 10:32
Hängst emotional ziemlich an ihr, was?
Natürlich wird es weh tun, wenn sie wieder mit jemandem zusammen kommt, aber für zynisch halte ich, davon auszugehen, dass damit eine Freundschaft enden würde.
Dass die Freundschaft gleich endet, halte ich auch eher für unwahrscheinlich.
Was aber durchaus realistisch ist, dass sie auf Abstand geht. Schon allein deswegen, weil dir der Gedanke weh tun wird, dass sie wieder einen Freund hat. Wenn ihr an der Freundschaft wirklich was liegt, dann halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass sie sowohl auf Abstand geht und auch ein Geheimnis aus ihrem Glück macht.
Viel mehr habe ich Angst davor, dass sie wieder so ein albernes Geheimnis aus der Sache macht und versucht, sich ihr Glück nicht anmerken zu lassen.
Wieso wird sie das wohl machen?
29.12.11 11:41
Hängst emotional ziemlich an ihr, was?
Natürlich. Und ich kann unterscheiden zwischen oberflächlicher Schwärmerei und echten Gefühlen für jemanden. Und: Zu echten Gefühlen gehört neben dem Wunsch, diesem Menschen nahe zu sein, auch ein Gefühl von Vertrautheit und Freundschaft. Und letzteres will ich am liebsten erhalten, wenn es geht. Was sie angeht haben sich die Gefühle halt im Laufe der letzten Monate deutlich verstärkt, weil ich sie als die Person, die sie ist, kennenlernen konnte.
Nochmal ganz deutlich: Da ist ehrliche Liebe – und Hoffnung*. Andererseits, und viel wichtiger, ist da absolutes Vertrauen. Zudem sind da viele viele interessante und rein platonische Gespräche, während derer ich teilweise selbst komplett aufhöre, romantische Gedanken zu haben. Ich kann mit ihr reden wie mit einem guten Kumpel, also ist sie für mich einer. (Überhaupt kann ich (wie sie) mit diesem 'weil sie eine Frau ist, muss eh alles anders sein'-Kram nicht viel anfangen. Ich weiß, dass sich Liebe nicht immer nach Geschlechtern richtet, das haben wir beide am eigenen Leib erfahren. Bei jedem, männlichen wie weiblichen, Freund ist für jemanden wie mich das Risiko da, sich zu verlieben. Ich will darum dennoch ungern Freunde aufgeben, nur weil sowas passieren kann, sonst könnte ich mir keiner Freundschaft mehr sicher sein).
*Wenn mir die jemand ausreden möchte, bitte, versucht das, Leute! Sie war mit meinem besten Kumpel, einem Menschen der mir sehr ähnlich ist, zusammen. Sie hat mich zu keinem Zeitpunkt wirklich gekannt, an dem ihr Herz nicht voll und ganz einem anderen gehörte. Wir wurden Freunde, als sie in einer Beziehung war, und diese ist erst vor kurzem sehr plötzlich abgebrochen. Sie hat noch Gefühle für ihn und ist zu tiefst verletzt. Dass sie mich jetzt nur als Freund sieht, ist für mich klar, aber ich muss mir ausreden, dass es nicht Hoffnung auf mehr gibt, weil sie JEDEN im Moment nur als einen Freund sehen kann, da sie noch Gefühle für jemanden hat. Und spätestens wenn man merkt, dass sie sich für einen schön macht, wenn sie einem ungefragt Bilder von sich sendet, wenn sie WOCHENLANG ein Kleidungsstück näht, dass sie nur einmal in ihrem Leben trägt (sie wird es nie wieder tragen... Es ist... rosa... Normalerweise trägt sie nur schwarz^^), weil man mal scherzhaft meinte, man würde sowas an ihr gern sehen, wenn sie mit einem über intime Dinge spricht, und wenn sie sofort aufs übelste verletzt ist, wenn man auch nur ein falsches Wort sagt (wie gesagt, erst vorgestern habe ich mit ungefähr fünf ungeschickten Fragen dafür gesorgt, dass sie fast zwei Tage lang nicht mit mir geredet hat)... Irgendwann fällt es schwer, sich einzureden, dass man nur ein beliebiger Freund für sie ist. Wäre man jetzt seit Kindheitstagen ihr bester Freund, könnte man das vielleicht eher verstehen, aber... das war ich nicht. Sie kennt mich erst seit drei, vier Monaten richtig, und ich hab ihr von Anfang an deutlich gemacht, was ich für sie empfinde... Leute, redet mir diese Sachen aus. Ich würde mit einem 'nur-Freund' nie so umgehen. Warum macht die Frau sowas? Warum dieses fast uneingeschränkte Vertrauen und diese so extrem emotionalen Reaktionen auf alles was ich tue, wenn ich nur irgendein Kumpel bin? Wenn mir das mal jemand erklären könnte... Dann würde ich mir nicht insgeheim die Antwort "weil du ihr viel wichtiger bist, als so manch langjähriger Freund" geben, und darüber nachdenken, warum das wohl so ist...
Dass die Freundschaft gleich endet, halte ich auch eher für unwahrscheinlich.
Was aber durchaus realistisch ist, dass sie auf Abstand geht. Schon allein deswegen, weil dir der Gedanke weh tun wird, dass sie wieder einen Freund hat. Wenn ihr an der Freundschaft wirklich was liegt, dann halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass sie sowohl auf Abstand geht und auch ein Geheimnis aus ihrem Glück macht.
Nein. Letzteres wird sie eventuell tun, um mir nicht weh zu tun, ersteres nur, wenn ich sie darum bitte. Wir haben darüber gesprochen. Ich habe sie gebeten, mir von einem eventuellen Freund zu erzählen (und um Gottes Willen mich nicht vor ihm zu verstecken!), damit ich auf Abstand gehen kann, doch... Sie akzeptiert dieses Anliegen von mir zwar, aber wäre von selbst nicht auf den Gedanken gekommen, Abstand von mir nehmen zu wollen. Aber das ist auch kein Wunder: Sie war ja in einer Beziehung, als sie überhaupt erst die Freundschaft zu mir aufgebaut hat. Sie wusste nach weniger als zwei Wochen, dass ich Gefühle für sie habe, das habe ich so schnell wie möglich (sobald ich mir sicher war) deutlich gemacht. Wir sind durch diese Sache schon durch, und es war sogar weniger schlimm, als die aktuelle Lage, weil es für mich einen akzeptablen Grund gab, mir keine Hoffnungen zu machen ("Ich hab nen Freund" von einer Frau ist für mich ähnlich wie "Ich bin hetero" von nem Typen – da ist einfach ne Grenze) – und darum schwiegen diese Hoffnungen auch weitestgehend still. Ich hab ihnen ehrlich das Beste gewünscht und hätte mich komplett aus ihrem Leben entfernt, um der Beziehung nicht im Weg zu stehen – wir hatten zu dieser Zeit auch (auf meinen Wunsch hin) eine Weile keinen Kontakt. Das war eine Zeit, in der unsere Beziehung sehr plantonisch war, und ich hab's überlebt... Bis ihre Beziehung dann plötzlich bröckelte und ich der erste war, der es mitten in der Nacht per SMS erfahren hat.
Wieso wird sie das wohl machen?
Sie hat es ja schonmal gemacht, da kannte sie mich nichtmal. Keine Ahnung. Hauptsächlich weil sie der Ansicht ist, dass ihre Beziehungen nur sie und ihren Partner etwas angehen. Sie ist nicht der Typ Mensch, der sowas in die Welt hinaus trägt – die einzige, die davon meines Wissens nach, wusste, war ihre beste Freundin. Nichtmal ihre Familie hatte ne Ahnung davon (und das, obwohl sie allein wegen ihm in ner anderen Stadt studiert...)
29.12.11 11:52
Sie wusste nach weniger als zwei Wochen, dass ich Gefühle für sie habe, das habe ich so schnell wie möglich (sobald ich mir sicher war) deutlich gemacht.
Heißt das, ihr kanntet euch noch nicht soo lange und du warst schon nach ca zwei Wochen verliebt oder wie soll ich das interpretieren?
Was mir ein bisschen Sorgen macht.... du scheinst ein wenig den Hang dazu zu haben, sie zu idealisieren.
Aber ehrlich gesagt.... viel Hoffnung kann ich dir wirklich nicht machen. All das... klar, irgendwann fängt man an zu glauben man ist nicht mehr "nur" ein Freund. Aber bei euch tendiert das wirklich eher in die Richtung "bester Freund", als "Beziehung".
Auch ihr Verhalten zeigt, dass sie dir wirklich vertraut, aber Beziehung... ich weiß nicht.
29.12.11 11:57
Noch eine Frage, die mir als wichtig erscheint:
Willst du sie überhaupt vergessen als evtl. Partner?
Oder musst du das, zwingst dich quasi dazu?
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