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Ich werde eingangs ersteinmal klarstellen, dass ich einfach nur reden möchte. Meine Sorgen teilen und aus den Antworten etwas Inspiration und Ermutigung schöpfen. Ich werde weder zwangsläufig (...) >>>
e1ignFor9eQnusxer am 26.12.11 09:41
09.02.12 22:33
Hm. Sie sagt mir jetzt folgendes, was natürlich einmal dem Klischee entspricht, dass sie mich zu sehr als einen Freund sieht, andererseits aber vielleicht wenigstens nen Ausgang aus der Lage bietet;
Einmal erklärte sie mir, wie vermutet, dass sie Leuten, die sie geliebt hat, nie so sehr vertraut hat, wie Freunden. Das mit mir sei zwar irgendwie mehr als Freundschaft, aber eben auch keine Liebe; es beruhe mehr auf Vertrauen als auf dem, was sie 'Liebe' nennt (und bei dem ich den Verdacht habe, dass sie es mit Verliebtheit verwechselt; ich selbst mache den Unterschied, im Eingangspost kann man erahnen, warum; sie wunderte sich, dass ich da von einem Unterschied spreche) Jedenfalls sei ich ein Mensch, dem sie sehr vertraut, aber nicht ein Mensch, für den sie Liebe empfindet. Ich habe sie daraufhin gebeten, mir zu sagen, woran es liegt, dass sie sich gegen den Gedanken einer Beziehung entschieden hat – sie sagt sie weiß es zwar irgendwie, aber möchte mit mir darüber im Moment nicht reden. Ich fragte sie wann, und sie sagt, dass sie es nicht weiß.
Verwirrt mich natürlich, dass sie das zwar weiß, aber nicht benennen kann (und das am aktuellen Zeitpunkt festmacht...), aber irgendwie klingt das jetzt wenigstens ziemlich definitiv nach einer Abfuhr – damit kann ich glaube ich besser leben, als mit dem Zustand bisher. Ich soll sie irgendwann nochmal fragen – nur wie gesagt weiß ich nicht, wann ich das tun soll... Schätze ich werde damit ne Weile warten, um sie nicht zu nerven.
(wie lang ist die Trennung gleich nochmal her?)
Dürften jetzt so drei Monate sein. Ich hab irgendwie das Zeitgefühl komplett verloren... Nunja. Ende letzten Jahres jedenfalls. Sie sagte, verwirrenderweise, schon recht bald danach, dass es irgendwie... "sich anfühlt, als wäre es nichts ernstes gewesen". Dass sie hin und wieder an ihn denkt, aber es nicht bereut, dass es zuende ist. Keine Ahnung wie ich das bewerten soll, ich weiß nicht viel darüber, wie die beiden am Ende zueinander standen. Kann aber sein, dass da noch was ist, für sie, und sie es sich nicht eingesteht.
09.02.12 22:50
Sie: Es "ärgert" mich manchmal ein bisschen, dass du mir so einfach helfen kannst [...] weil das sonst bislang keiner geschafft hat, mich manchmal entgegen meinem eigenen willen wieder aufzumuntern. [...] Irgendwas kommt mir merkwürdig daran vor.
Ich: Warum machst du daraus etwas schlechtes?
Sie: Unabhängigkeit.
(Zitat leicht abgewandelt, will ja nicht vollends indiskret sein)
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Ich könnt' in den Tisch beißen! Hat sie Angst vor mir? Ihre Eltern hatten nie einen guten Draht zu ihr, ihre Psychologen nicht, ihre Mitschüler nicht, ihr Freund nicht... Ich scheine der erste Mensch zu sein, der ihr irgendwie dieses Gefühl gibt, und sie hat... Angst davor :/ Aber jetzt rede ich mir nur wieder ein, dass das Liebe ist. Könnte ja alles mögliche sein.
10.02.12 11:49
oje, da haben sich ja zwei gefunden: Eine junge Frau, die die komplette Verantwortung für ihr eigenes Leben in die Hände eines verliebten jungen Mannes mit Helfersyndrom legt.
Das kann nur nach hinten losgehen, deshalb der ganz dringende Rat: Ihr könnt Euch beide nicht retten, jeder ist nur für sich selbst verantwortlich!!! Sie wird Dich nicht lieben und Du kannst nur Dir selbst helfen, nicht ihr. Jedes Mal wenn Du eingreifst nimmst Du ihr die Chance selbst aufzuwachen und ihre Probleme zu lösen.

10.02.12 20:02
Klar hat sie Angst 
Ich wage mal zu schätzen, dass sie meist ein sehr kontrollierter Mensch ist, der es mehr als nur hasst, einer Situation ausgeliefert zu sein, bei der sie das Gefühl hat, nicht mehr die Oberhand über das Geschehen zu haben.
Wahrscheinlich passiert es ihr seit langer Zeit zum ersten Mal, dass sie ihre Gefühle zu einem anderen Menschen nicht mehr unter Kontrolle hat. Vorher hat sie gesagt: Dir vertrau ich, dir nicht. Dich liebe ich, dich nicht. Dich lasse ich nah ran, dich nicht.
Und mit einem Mal läuft sie jemandem übern Weg, dem sie einfach vertraut, ohne es zu wollen. Und dann auch noch einem Mann, und das, obwohl ein Mann ihr etwas schreckliches angetan hat.
Würde mich auch ängstigen.
Und nun mag sie dich schon "ungewollt", und muss wahrscheinlich die ganze Zeit unter der Angst leiden, dich zu verlieren. Darum kann sie auch keinen rechten Schlussstrich unter die Beziehung zu dir ziehen, auch wenn sie weiß, dass sie dir wehtut. Und darum traut sie sich auch nicht, eine Partnerschaft zu dir einzugehen, obwohl sie weiß, dass sie dir damit auch weh tut.
Das ist jedenfalls meine Theorie 
Zurück zum, meiner Meinung nach, wichtigsten Problem in eurer Freundschaft, auch wenn ich das Gefühl habe, du magst das von uns anderen Usern gar nicht hören 
Filosofia und auch meine Vorredner haben Recht: Du musst deiner Freundin unbedingt die Chance geben, ihre Probleme alleine in den Griff zu bekommen.
Ich will ja gar nicht, dass du sie ab jetzt im Regen stehen lässt, wenn sie sich schlecht fühlt. Von mir aus kannst du sogar ihr Therapeut sein (obwohl es dir nicht gut tut und nicht gut gehen wird auf Dauer, du bist kein Seelenklemper und kannst einen ordentlichen nicht ersetzen).
Am liebsten würde ich dir nachfolgenden Satz in dein Hirn eintätowieren...
Du kannst ihr beistehen, wenn sie sich aus der Scheiße zieht. Aber du kannst sie nicht aus der Scheiße ziehen.
Genau das willst du aber am liebsten, und meine Güte, ich versteh dich ja, aber himmelherrgottnochmal das wird nichts werden! Niemand kann deiner Freundin helfen, wenn sie es nicht will. Und damit will ich nicht sagen, dass sie gerne leidet oder absichtlich scheiße baut und sich besäuft etc, sondern dass sie selber an ihren Probleme arbeiten muss, das kannst nicht du für sich machen. Was du tust, ist destruktiv.
Bitte glaub mir wenn ich sage, ich weiß wovon ich spreche.
13.02.12 04:46
Hm... Was das mit dem Helfen angeht; ich mache im Moment für sie, was ich für jeden tun und von jedem erwarten würde, der mehr als ein Freund ist. Ich verbiete ihr nicht das Trinken, ich rede mit ihr nicht oft über ihre Vergangenheit oder sonstetwas – das waren eine handvoll sehr intimer Gespräche im Verlauf von mehreren Monaten. Vor allem in der Anfangsphase, weil sie mich da ja explizit um Hilfe gebeten hatte und es ihr auch noch sehr viel schlechter ging – Zusammenbruch in der Öffentlichkeit, Trennung, Krankenhausaufenthalt wegen Alkohol, Winterdepression, dieser Kram. Da, ja, habe ich ihr oft Ratschläge gegeben, mir lange ihre Geschichten angehört usw.
Heute... Ist es nicht mehr so viel Stress und ich mache eigentlich nichts ungewöhnliches/therapeutisches. Ich bin ansprechbar und heitere sie auf, wenn sie mal wieder schlechte Laune hat. Wir treffen uns und verbringen hin und wieder ein spaßiges Wochenende. Hin und wieder geht es ihr nicht gut und sie braucht jemanden zum reden, ja... okay. Aber dass man alle paar Wochen mal ein ernsteres Gespräch führt (wobei ich zuhöre und, wenn sie's braucht, ihr etwas Mut mache), ist mMn auch noch nicht dramatisch und Helfer-Syndrom-artig. Ab welchem Punkt ist es denn zu viel?
Einmal war ich etwas dreist und, da sie an einem Abend ab einer bestimmten Uhrzeit lernen wollte, verabschiedete ich mich aus einem Skype-Gespräch mit ihr um besagte Uhrzeit, um sie nicht abzulenken. Da hab ich schon sofort etwas zu hören bekommen; sie möchte nicht, dass ich für sie irgendwie die Zeit einteile, das kriegt sie schon selbst hin. Sie ist da sehr abwehrend, ich könnte ihr gar nicht in ihre Freiheit eingreifen um sie 'vor sich selbst zu schützen', selbst wenn ich wollte. Davon ab: Ich habe Respekt für ihren Lebensstil, auch wenn ich nicht alles genau so mache wie sie. Ich trinke halt keinen Tropfen Alk, sie gern mal viel – aber da rede ich ihr nicht wirklich rein. Ich halte sie nur davon ab, in eine schlechte Laune zu fallen, wenn sie mir mal betrunken begegnet, und wenn sie mich nach meiner Meinung zu Alkohol fragt, bekommt sie diese zu hören.
Die meiste Zeit rede ich wie gesagt nur nett mit ihr. Klar, ich höre mir an, wie ihr Tag war, muntere sie vllt ein bisschen auf, wenn er schlecht war... Aber sonst albern wir rum, spielen Spiele, machen Quatsch. Und wenn ich das mal nicht tue, vermisst sie mich. Wenn ich mal was falsches sage, ist sie gleich sehr verletzt – ich muss vorsichtig sein, denn ich habe einen ziemlich tiefgehenden Zugang zu ihr, das auf jeden Fall. Ich kann ihre Laune sehr leicht heben aber auch senken. Natürlich gilt das in gewissem Maß für jeden; sie ist relativ empfindlich was das angeht, auch wenn sie es normalerweise ziemlich gut versteckt und sich sehr kontrolliert und hart gibt; aber laubwolf muss ich insofern bei ihrer Beobachtung zustimmen, dass ich definitiv ziemlich gut um ihre Barrieren navigieren kann und sie ein paar mal Angst hatte, ich hätte die 'Oberhand' in gewissen Situationen. Andererseits gibt's auch den umgekehrten Fall, ich stehe mitnichten irgendwie öfter über ihr als sie über mir, je nach Situation und Thema. Sie ist trotz allem ein selbstbewusster Mensch der sich nicht so einfach was sagen lässt und auch sehr dominant mit anderen umgehen kann.
Ich habe definitiv von allen Menschen um sie herum, seit langer Zeit, den besten Zugang zu ihr. Deutlich besser als ihr Freund; den fand sie toll, aber er hat weder sie verstanden, noch sie ihn. Das ist wohl der Reiz des Unbekannten, die Verliebtheit.
Nunja. Sie mag mich, klar. Aber sie ist definitiv nicht in mich verliebt... Die Frage ist; was soll man jetzt tun? Wohin geht das, und wie schütze ich mich vor Liebeskummer, ohne mir mit Gewalt eine vielleicht doch existente Chance auszureden? Ich wüsste einfach gern, wie das jetzt weiter gehen kann, und da sind, auch trotz negativem Konsens, ja durchaus geteilte Beobachtungen in diesem Thread...
Natürlich weiß eine am besten, wie sie die Lage sieht, und das ist sie selbst. Ich habe neulich wieder mit ihr darüber gesprochen (ich hab das Gefühl ich nerve sie damit, aber sie bedankte sich am Ende sogar für das Gespräch, es hat ihr scheinbar sogar gut getan, offen darüber zu reden... Obwohl das so eine typische "eigentlich wollte ich ja nicht so offen darüber reden, aber irgendwie hast du's wieder geschafft..."-Situation war), und folgende Aussagen im großen und ganzen herausgehört (alles durchaus sehr explizit):
- Sie ist definitiv nicht verliebt.
- Sie bezeichnet unser Verhältnis als "mehr als Freundschaft" (aber sehr vorsichtig und ohne irgendwas von Romantik anzudeuten)
- Sie sagte (wie ich neulich schrieb) ja, dass sie benennen könne, warum sie keine Beziehung mit mir eingehen möchte.
Die Gründe nannte sie dann auch auf Nachfrage:
Sie möchte im Moment generell keine Beziehung führen. (Klar, ihr gutes Recht. Ich würde aber lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Angst hätte, dass sie sich erst wieder bereit für eine Beziehung fühlt, wenn sie sich in jemanden richtig verknallt hat – aus Freundschaften kann sich ja durchaus Liebe entwickeln, aber ich bezweifle, dass das so plötzlich rosa-rot sein kann wie ein aufregender Fremder)
Zudem sagte sie, dass ich zwar vermutlich ihr gut tun würde, sie aber Sorge habe, nicht die richtige für mich zu sein. Ich... weiß nicht. Entweder ist sie extrem objektiv und rücksichtsvoll, oder das ist was anderes. Entweder die Angst, dass die Freundschaft darunter leidet ("Solange wir Freunde sind, kann ich das ja nicht verlieren..." sagte sie auch, obwohl sie weiß, wie blöd das als einziges Argument wäre), oder aber als 'Ausrede' – obwohl sie nichts zu verlieren hätte, dadurch, dass sie mir einfach sagt, dass ich selbst ihr einfach nicht gefalle. Aber die Formulierung... Sie sagte halt tatsächlich, dass es ihr mit mir wohl gut ginge, sie aber Sorge hat, ob das auch andersherum stimmen würde.
Sie hat ne sehr geringe Meinung von einfacher Schwärmerei. Sie sagt sie verliebe sich selten und brauche lange – ich glaube nicht, dass sie kurzfristige Verliebtheit tatsächlich für 'echter' hält als eine tiefere emotionalle Nähe. Ich weiß eigentlich auch, wovon ich rede, ich war immerhin acht Jahre lang in denselben Menschen verliebt, auch nach 4 Jahren ohne Kontakt noch, und trotz attraktiver, interessanter Menschen in meiner Umgebung, in die ich mich dann SPÄTER verliebt habe. Aber ich wäre jederzeit zu dem ersten Menschen zurückgekehrt, wenn er es mir angeboten hätte, das war viel echter und ernster. Inzwischen ist das hinter mir, ich hab mich mit ihm ausgesprochen und das klare Nein akzeptiert und kann mich jetzt auf andere Menschen auch sehr ernst einlassen. Und ich würde mit dieser einzigartigen Frau gern etwas ernstes anfangen, denn sie ist viel weniger ... 'normal' als alle anderen Leute um mich herum. Sie ist mir ähnlich, auf eine ganz bestimmte Weise, und das würde ich ungern wegwerfen, wenn es anders ginge... Man kann mit vielen Leuten turteln und nebeneinander her leben, aber auf lange Sicht ein ähnliches Leben führen? Sich in der Gedankenwelt des Anderen zuhause fühlen? Ich Chaot? Da brauch ich ne Verrückte wie sie. Und diese Art von Verrücktheit ist selten...
Dennoch: Ich muss mir eingestehen; ich habe Angst, dass sie eben im Zweifelsfall einer Verknalltheit stets den Vorrang über das Gefühl von Nähe und Verständnis geben wird, und eine vertrautere Beziehung immer lieber als Freundschaft führen wird... Aus Sorge vor Verlust oder Unfähigkeit, sich auf Gefühle mit einem Vertrauten einzulassen. Sie sagt zwar, sie will nur etwas ernstes, aber wer steht da schon über seinen Instinkten? Die meisten Menschen durchleben halt ne wilde Phase, schätze ich – nicht nur auf Sex bezogen, da ist bei ihr ja bekanntlich kein großes Interesse – aber man lässt sich halt dennoch auf abenteuerliche, spannende Dinge ein, weil alles neu ist. Meine 'erste große Liebe' dauerte, obgleich einseitig, eben fast mein halbes Leben, während ich die Vergänglichkeit von Schwärmerei auch kenne... Ich weiß, dass das Feuer irgendwann nachlässt aber ein Mensch dennoch der Eine sein kann... Und ich mag das. Ich komm damit klar. Ich möchte jemanden auf Dauer... Ich will nicht auf Verführer/innen hereinfallen sondern will etwas sicheres, familiäres. Keine Kinder, die Götter bewahren, aber... Vertrautheit statt Abenteuer.
Wenn sie an soetwas kein echtes Interesse hat... Wenn sie mich verlassen würde für einen spannenden Typen, der sie nach ein paar Monaten sitzen lässt... Dann würd ich lieber ein Kumpel sein und weiter nach der Richtigen suchen. Aber wenn nicht... Dann will ich die Chance nicht verpassen, wenn es denn eine gibt.
Was sollte ich nun tun? Ihr das sagen? Hab ich. Und sie sagt mir "manchmal glaube ich auch, wenn wir beide es versuchen würden, wäre das etwas ganz besonderes"...
Und was mich am meisten verwirrte: Als ich kurz danach das Gespräch beendete, dankte sie mir auch noch dafür, dass wir darüber offen geredet haben...
13.02.12 15:13
Und was mich am meisten verwirrte: Als ich kurz danach das Gespräch beendete, dankte sie mir auch noch dafür, dass wir darüber offen geredet haben...
Sie spricht doch hier etwas ganz Wichtiges an. Warum verwirrt dich das denn?
Die meisten Menschen durchleben halt ne wilde Phase, schätze ich – nicht nur auf Sex bezogen, da ist bei ihr ja bekanntlich kein großes Interesse…
Eine solche Einschätzung finde ich gewagt…und ich kann dir wirklich nur anraten, dich bzw. sie bzw. ihr Verhalten in diesem Punkt nicht voreilig oder gar generell festzulegen. Es ist ja oft so, dass man auf unterschiedliche Menschen in sexueller Hinsicht nicht gleich reagiert…oder wie siehst du das?
15.02.12 12:35
Hallo,
ich möchte gerne noch deine Bahnhofs-Metapher aufgreifen, allerdings etwas verändert…
Also du stehst am Gleis und betrachtest diesen tollen, neuen, rasanten Zug. Du kannst aber nicht einsteigen. Überall hängen die Schilder "Betreten verboten".
Im Grunde wäre dir vielleicht sogar ein Nostalgie-Zug lieber… Was machst du jetzt?
Warten, bis er abfährt?
Dir ist aber der Termin nicht klar. Das weiß die Bahn selber nicht genau, es sind noch Wartearbeiten notwendig. Ein möglicher Schaden soll vermieden werden…
Tja, vielleicht ist der Zug irgendwann ohne dich abgefahren…vielleicht kommt er wieder…vielleicht steigst du dann schneller ein… 
Verstehst du, was ich meine?
Deine Freundin hat große Schwierigkeiten in ihrem Leben gehabt oder hat sie noch, der sexuelle Missbrauch, die vermutlich problematische Nähe zu Alkohol…da ist möglicherweise noch einiges im Unklaren…
…und du läuft in gewisser Hinsicht Gefahr, in diesen Schlamassel mit reingezogen zu werden. Lies doch Mal hinsichtlich "Co-Abhängigkeiten". Das sehe ich als Risiko, bei dieser Frau, für dich. Vielleicht sieht sie diese auch selber?
Was aber sind die Chancen
Magst du auch selber etwas dafür tun oder willst du nur abwarten, nur zuschauen, wie es sich entwickelt?
Wo siehst du/vermutest du denn Möglichkeiten, dass sich eure Freundschaft, eure Beziehung, die über so viel Potential verfügt, für euch beide wirklich positiv gestalten könnte? Nimmst du das, was jetzt passiert, alles nur passiv hin? Wo bleibst denn du selber bei der ganzen Geschichte?
Dieser Gedanke, dass sich "Verrückte" gegenseitig brauchen, ist eben leider auch nicht immer richtig. Es kann auch sein, dass jemand "Abgehobenes" jemanden sehr Bodenständigen "braucht"…tja, und im Weiteren gedacht, ist es vielleicht sowieso etwas bedenklich, wenn die Basis zu sehr darauf gebaut werden sollte, dass man sich gegenseitig "braucht".
Kannst du dir denn noch eine andere Basis vorstellen? Eine, wo du das sichere Gefühl hättest, dass die Bindung zwischen euch stark und spürbar wäre?
16.02.12 18:10
Nun, es geht mir wirklich nicht so sehr um's 'brauchen' als um das 'passen'. Ich meinte mit 'ich brauche jemanden, der etwas verrückt ist', dass ich nicht denke, dass ich mit jemandem, der mir in der Denkweise ähnlich ist, auf Dauer einfach besser auskomme. Das sehe ich ja bei meinen guten Freunden – klar, man kann sich in einen attraktiven, netten Menschen verlieben, der aufregend und anders ist, aber irgendwann habe ich die Sorge, dass da die Vertrautheit nicht so intensiv sein würde. Mir waren gute Freunde immer sehr wichtig, meinen besten Freund kenne ich seit dem Kindergarten... Es gibt genügend Leute, die ich als 'ganz nette Bekanntschaften' sehe und mit denen ich viel Spaß habe, aber bei Leuten, die mich, ob platonisch oder romantisch, in meinem Leben wirklich begleiten sollen, brauche ich einfach eine ähnliche Denkweise die uns über momentane Situationen hinaus verbindet.
Sprich: Wenn gute Freunde von mir mal andere Hobbys haben, an anderen Orten leben, andere Berufe und Studien haben – dann ändert das nichts daran, dass man sich dennoch einfach nur gut versteht und die Gedankenwelt des anderen einem ein Zuhause sein kann.
Dass sie mir einen durchaus ... tiefen Einblick in ihre Gedankenwelt gewährt hat, und dass ich da vieles finde, was ich gut verstehe, hat für eine Art der Bindung gesorgt, die die Schwärmerei der Anfangszeit (und ein bisschen auch mein Mitleid für ihre Situation) eben mit Vertrautheit ersetzt hat. Das ist natürlich noch lange nicht perfekt – manchmal überrascht sie mich oder ist überrascht darüber, was ich mache. Und das ist vermutlich auch nichts weiter dramatisches. Sie öffnet sich auch nicht ganz, auch wenn sie sagt, dass sie mir deutlich mehr vertraut als anderen Leuten in ihrem Leben, ihren Exfreund und ihre besten Freundinnen eingeschlossen. Ich finde das ziemlich wichtig – dass einem die Gedankenwelt des Anderen irgendwie ähnlich ist.
Ich möchte natürlich, dass sie das ähnlich sieht. Dass sie mich nicht als jemanden sieht, der für sie da sein sollte, sondern als jemanden, der einfach mit ihr einen gemeinsamen Weg geht und bei dem sie ein gutes, vertrautes Gefühl hat – und natürlich jemanden, den sie einfach wirklich 'kennt'. Klar, das klingt jetzt vermutlich alles sehr nach Freundschaft, aber ich finde eben eine gute Freundschaft gehört durchaus dazu... Auf Dauer ist Schwärmerei für das Aufregende eben nicht unbedingt die beste Basis für eine Bindung. Und – auch wenn ich sie anfangs mal aufregend fand, inzwischen kenne und verstehe ich sie ziemlich gut und weiß, was sie vom Leben möchte. Das ist eben nicht nur Spannung, im Moment, sondern auch wirklich Vertrautheit. Sicher, zu einer Liebesbeziehung gehört nicht nur freundschaftliches Vertrauen sondern auch etwas anderes. Ich muss vorsichtig sein, aber ich denke durchaus, dass sie nicht ganz unzugänglich für Erotik ist, und auch wenn man das mit Vorsicht aufbauen muss, wäre mir eine erotische Spannung bei gleichzeitiger Vertrautheit lieber als eine "wie geht das wohl aus"-Spannung.
Ich habe aufgrund der Relevanz für das Thema in diesem Thread hauptsächlich von ihren und meinen Schwächen geredet und wenig von Stärken, darum klingt das vielleicht mehr nach einem Abhängigkeitsverhältnis, als es ist. Im Gegenteil – wenn sie einen Beschützer wollte, gäbe es da Leute, die besser geeignet wären als ich, denn dafür hab ich selbst zu viele Verwundbarkeiten. Sie weiß, dass ihr Leben ziemlich chaotisch verlaufen wird und sie nie wirklich zu Ruhe kommen wird – ich habe eine gewisse innere Ruhe (und auch sie betont immer wieder, dass sie eine starke innere Ruhe hat), die ich gern mit ihr teile, aber ich bin eben auch was das Leben angeht relativ chaotisch gewesen – wenn man allein unsere Schullaufbahnen anguckt... Wir haben beide nicht die... ähm... klassischsten Lebensläufe und es wäre Unsinnig, zu vermuten, das sich das schnell ändern wird.
Wenn ich mir Paare ansehe, denen ich auf der Straße begegne... Wenn das 'Bodenständigkeit' ist, dann nervt mich das eher, als dass es mir irgendetwas bringt. Natürlich, Vertrautheit, Gemeinsamkeit, diese Sachen sind mir wichtig. Aber sie und ich haben zu wenig mit der "normalen Gesellschaft" gemein, als dass wir ein 'bodenständiges' Leben leben wollten. Da würden wir uns einfach etwas vormachen...
Nun – zu den Chancen – ich erhoffe mir, dass sie ein Mensch ist, bei dem ich mich kein Stück verstellen muss, und der sich vor mir kein Stück verstellen muss. Dass wir unser Leben auf unsere chaotisch-exzentische Art leben können, ohne, dass wir einander damit verschrecken. Sie sagt, ich bin einer der ganz wenigen Menschen, die mit allen Aspekten ihrer Persönlichkeit zurechtkommen, und ich denke, sie wird auch mit mir so zurecht kommen, wie ich nunmal bin. Eine Frau, die eine Familie großziehen möchte... Die würde ich enttäuschen. Eine Frau, die ein Haus bauen und in Wohlstand leben wollte, würde ich enttäuschen (insert 'Mann' als Alternative, auch in eventuellen weiteren Aufzählungen; ich bin zu faul jedesmal beides zu schreiben). Und ich wäre selbst enttäuscht, wenn ich irgendwann merke, dass ich nicht mehr mit einem Menschen zusammen bin, der gern einen Weg mit mir beschreitet, sondern jemand, der aufgrund von Verpflichtungen und Umständen an mich gebunden ist, dem aber eigentlich egal ist, wer ich bin. Also nein: Abhängigkeit möchte ich in keiner Form. Ich möchte einen Gefährten im Sinne des Wortes. Jemanden der meinetwegen bei mir ist, und vice versa. Und wenn sich unsere Wege im Guten trennen sollten, ist das so, und dann möchte ich nicht, dass man sich deshalb böse ist, auch wenn es natürlich weh tut... Sie sagte mal, sie hat immer Angst, dass man ihr, wenn sie nichts für einen empfinden kann (da ging es um ihre lesbische Freundin), man es ihr zum Vorwurf macht und böse auf sie ist. Aber so war ich nicht und ich hoffe, dass ich so ungerecht nie sein werde.
Die aktuelle Situation ist jetzt schwieriger als vorher. Ich habe eine Zeit lang ernsthaft versucht, meine Gefühle für sie zu unterdrücken, zu verlieren, weil ich dachte, es wäre wirklich nichts wert, und ich sollte eine befreite Freundschaft anstreben. Diese Distanz hat sie verletzt – sie war ernsthaft traurig, sagte, die Gespräche mit mir würden ihr mehr weh tun als schön sein, und sie würde mich nicht mehr wiedererkennen – denn genau das habe ich gemacht, mich verstellt. Mich selbst belogen – versucht auf Teufel komm raus Unterschiede zwischen uns zu finden, mein eigenes Ding zu drehen und sie nichtmehr teilhaben zu lassen an meiner Gedankenwelt, ihr nur noch beizustehen, wenn es ihr schlecht geht, aber die schönen Dinge, die wir gemeinsam hatten, zu unterdrücken, um es mir einfacher zu machen. Das hat sie ziemlich getroffen, sie wurde öfter wütend, wir haben gestritten. Sie sagte, dass da mehr ist, und dass es ihr nicht gut damit geht, dass ich auf Distanz gehe, weil sie uns längst als mehr als Freunde sieht, aber noch nicht weiß, wohin das für sie führt. Nach der Aussprache haben wir wie früher wieder nächtelang über uns geredet – über Zukunftsvorstellungen, über das Leben an sich, und diesmal habe ich so viel von mir erzählt wie sie von sich. Das war keine Therapiesitzung für sie, wir haben einfach nur darüber geredet, was wir uns von Beziehungen erhoffen, was Vertrauen und Freundschaft für uns bedeuten, wie wir unser Leben führen möchten, in welcher Zeit wir am liebsten gelebt hätten, wir haben wieder mal über Musik geredet und welche Emotionen sie hervorruft, die letzten paar Tage waren dann wieder richtig schön, nachdem ich mir eingestanden habe, dass ich es nicht hinkriege, zu verleugnen, dass es mir ernst ist.
Sie selbst sagt, dass sie wissen möchte, wohin das führt und mir definitiv eine Chance gibt. Wenn es passt, dann wird daraus definitiv etwas werden. Sie sagt, dass andere Menschen für sie im Moment nichts sind, worauf sie sich einlassen möchte, bis sie weiß, ob zwischen ihr und mir mehr ist. Als ich diesen Thread erstellt habe, war ich wirklich noch ziemlich fest davon überzeugt, dass sie in mir nur einen Freund sehen könnte, aber das hat sich wirklich geändert. Es ist keine Schwärmerei für mich da, und das wird auch nicht passieren – es wird jetzt ziemlich schwer. Ich werde mich nicht verstellen sondern einfach tun, was ich möchte... Es ist alles offen. Dennoch; es wird schwer. Wir sind uns zu vertraut, als dass ich für sie 'spannend und neu' sein kann... Ich werde ihr nicht den Kopf verdrehen können. Eine teenager-Verknalltheit ist zwischen uns ausgeschlossen. Das entwickelt sich jetzt langsam oder gar nicht... Und ja... Eventuell kann ich da jetzt aktiv nicht viel tun, außer so echt wie möglich zu sein und ihr den fairsten Eindruck von mir zu erlauben – und sie spüren zu lassen, dass ich sie liebe, auch wenn bei mir mehr Feuer ist und ich im Moment öfter mit ihr zusammen sein möchte... Denn bei mir war diese Verknalltheit am Anfang eben durchaus da, und das muss sich jetzt irgendwie angleichen. Ich kann die Chance doch nicht ziehen lassen...
16.02.12 18:11
Ich meinte mit 'ich brauche jemanden, der etwas verrückt ist', dass ich nicht denke, dass ich mit jemandem, der mir in der Denkweise ähnlich ist, auf Dauer einfach besser auskomme.
Sollte natürlich heißen:
Ich meinte mit 'ich brauche jemanden, der etwas verrückt ist', dass ich denke, dass ich mit jemandem, der mir in der Denkweise ähnlich ist, auf Dauer einfach besser auskomme.
20.02.12 18:17
Nun... Sie war am Wochenende hier. Ursprünglich war Samstag auf Sonntag geplant, es gab von ihr aus dann aber Schwierigkeiten (Stress mit ihren Eltern) und sie schlug vor, lieber Sonntag auf Montag her zu kommen. Ich stimmte zwar zu, aber letztlich schaffte sie es Samstag Abend doch noch. Geplant war, die Nacht über das (ziemlich üble) Horror-Spiel 'Amnesia' zu spielen. Sie traute ich allein nicht, über das Tutorial hinaus zu spielen, wollte aber wissen wie die Geschichte weitergeht; wir hatten gemeinsam schonmal angefangen, und wollten das also Samstag Nacht weitermachen. Vielleicht nicht die romantischste Beschäftigung, aber dennoch war uns beiden klar, dass da ein gewisser Hintergedanke von "mal sehen was zwischen uns ist" dem Treffen zu Grunde lag.
Der Samstag Abend ging etwas schwerfällig los – wir brauchten eine Weile, bis wir ein interessantes Gesprächsthema hatten – wir kennen uns einfach zu gut und über uns gab es nicht mehr viel zu sagen, das nicht zu tief greifen würde, und da wir die letzten Monate fast täglich Kontakt und sonst nicht viel gemacht hatten, war es etwas schwer, in's Gespräch zu finden ohne alte Themen aufzuwärmen oder sich etwas uninteressantes aus den Fingern zu saugen. Im Laufe der Zeit wurde das Gespräch aber netter (sie trank auch ein paar Bier, muss ich anmerken) und wir hatten dann doch ziemlich Spaß, sodass sich das Spielen von Amnesia doch deutlich hinauszögerte und wir nur relativ kurz gespielt hatten.
In der Nacht ist natürlich nichts passiert. Ich habe durchaus vorsichtig versucht, mich etwas anzunähern, aber von ihrer Seite kam nichts – das musste ich erstmal so hinnehmen. Immerhin schreckte sie aber auch nicht zurück.
Sie hatte einen recht unruhigen Schlaf, wir lagen insgesamt ziemlich lange herum – auf den beiden Sofas im Zimmer. Ich schlief auch nicht durch, und am Mittag wurden wir, nachdem wir beide im Halbschlaf herumgelegen hatten, irgendwann von Lärm von Außerhalb geweckt. Wir haben Pizza bestellt, diese verspeist und nochmal herumgealbert, uns mit Kissen beworfen und uns unterhalten, aber waren beide noch irgendwie müde. Auf meinem Bett sind wir irgendwann beide nochmal kurz eingeschlafen – ich war mir nicht sicher, wie wohl sie sich hier fühlte, weil sie einerseits kaum mehr als ein paar Stunden am Stück schlief, andererseits aber auch kein Problem damit hatte, dass ich in der Nähe war. Nunja – sie verpasste die geplante Abfahrgelegenheit, wir warfen Amnesia nochmal an und sie entschied sich schließlich, die nächste Nacht ebenfalls hier zu verbringen. Wir spielten lange weiter (was ehrlich gesagt auch an den Nerven von uns beiden zehrte^^) und nachts steckte ich dann irgendwann im Spiel an einer schwierigen Stelle fest und unterbrach erstmal. Sie hatte derweil heftige Kopfschmerzen bekommen – Kaffee-Entzug. Ich habe hier keine Kaffeemaschine, aber meine Eltern haben in ihrer Wohnung (in die ich theoretisch hinein kann) eine – andererseits habe ich im Moment auch Streit mit meinem Vater, was ich dummerweise ihr gegenüber erwähnte – damit ich mir 'keine Umstände mache' oder 'Ärger kriege' sollte ich lieber nicht rauf gehen, sagte sie mit ziemlicher Vehemenz, und ich musste sie praktisch eine halbe Stunde lang überreden, mich ihr Kaffee bringen zu lassen... Was auch nochmal an der Stimmung zehrte. Der Kaffee half aber und im Endeffekt war sie mir dankbar, denn die Kopfschmerzen wären noch schlechter gewesen (Caffeine... another substance the independence of which I'm quite fond of).
Nunja... In dieser Stimmung wurde es etwas... mh. Merkwürdiger. Da ich die ganze Zeit von ihr null Annäherung gemerkt hatte sprach ich das Thema nochmal direkt an, worauf sie nicht sehr freudig reagierte – nach kurzer Zeit (und, ganz ehrlich, meine Ausgezehrtheit war mir anzuhören) stimmte sie jedoch der Notwendigkeit zu, damit offen umzugehen und die Thematik nicht totzuschweigen – sie sagte, sie habe das Treffen durchaus als 'Date'-like verstanden, aber stimmte ebenfalls zu, dass da natürlich nicht groß etwas geknistert hatte. Ich bat sie, offen mit mir darüber zu reden, damit ich für mich besser einordnen kann, was zwischen uns ist oder nicht ist, was sie dann auch tat (später wollte sie trotz Müdigkeit selbst gern noch weiter reden und stimmte mir zu, dass es kein Fehler war, diese Sache offen zu thematisieren).
So. Ein paar Leute werden jetzt sicherlich ihren Verdacht bestätigt sehen; zu ihren Aussagen gehörte unter Anderem, dass es 'wohl nicht an mir liege' sondern an ihr – sie sei sich weiterhin unsicher, fühlte sich durch meine Nähe aber nicht eingeengt oder gestört. Für sie haben sich Gefühle immer 'schleichend' entwickelt, aber ihr ist, wie mir, ebenfalls klar, dass wir uns zu gut kennen, um noch auf deutliche Schmetterlinge hoffen zu können – wir sind uns ebenfalls einig, dass diese 'Schmetterlinge im Bauch', die wir beide kennen, eher ein Gefühl der Angst sind – Angst, etwas falsch zu machen, Angst vor der Reaktion des Anderen, Angst nicht zu genügen, Angst den Anderen zu verlieren – und nicht viel mit echter Zuneigung zu tun haben. Dass ich anfangs von ihr nicht als potentieller Partner gesehen wurde (also, als wir uns kennenlernten), begründete sie damit, dass sie der Ansicht war, wir 'kämen aus verschiedenen Welten', was sich im Laufe der Zeit aber relativierte und letztlich umkehrte, da sie sich mir letztlich recht nah fühlt. Weiterhin nagt natürlich die Vergangene Beziehung noch an ihr – nicht des anderen Menschens wegen, jedoch, versichterte sie mir, und redete auch ganz beiläufig öfter von ihm wie von einem ehemaligen Kumpel, ohne groß Anstalten zu machen seine Nennung zu vermeiden oder besonders zu betonen. Auf die Frage, warum die beiden überhaupt damals zusammen gekommen waren, sagte sie nur, sie wisse es ehrlich gesagt nicht mehr, und dass es sowieso nie so ernst geplant war und sie mit ihm nie offen darüber geredet hatte sondern sich wohl mitreißen ließ. An ihn denke sie tatsächlich nicht mehr mit Sehnsucht, vielmehr ärgere sie sich darüber, Fehler gemacht und dem flaschen Menschen vertraut zu haben, was, ihrer Befürchtung nach, tatsächlich ihre Fähigkeit, sich auf einen Menschen ernsthaft einzulassen, reduziert hat. Sie versteht auch meine Sorge, dass längeres Warten die Dinge zwischen uns nicht besser macht, und gibt zu, in ihren Gedanken dieses Thema normalerweise beiseite zu schieben, versprach mir allerdings unter anderem, mich irgendwann nocheinmal zu treffen mit dem expliziten Hintergrund, für uns im Gespräch der Entscheidung, ob sie sich darauf einlassen oder es ablehnen möchte, näher zu kommen – denn bisher konnte sie leider beides nicht. Das heißt auch, dass sie mir einfach kein klares Nein geben kann, obwohl sie weiß, dass ich damit in der Vergangenheit bei anderen Menschen deutlich besser umgegangen bin als mit... sowas wie dem hier.
Uns ist klar, dass die aktuelle Lage an uns zehrt und wir somit weniger Spaß miteinander haben, als wir könnten. Dennoch, ich glaube, im Endeffekt war das klärende Gespräch, auch wenn sie mit Sicherheit keine große Freude daran hatte und ungern darüber nachdenkt, notwendig war und uns geholfen hat, die Lage des Anderen besser zu verstehen. Sie weiß jetzt, dass es mir wirklich ernst ist, und ich nicht ewig durchhalte, 'warm gehalten' zu werden, so Leid mir das auch tut. Und dass ich natürlich Angst habe, dass die Zeit gegen mich spielt, weil ich irgendwann immer mehr Fehler mache und somit natürlich auch unserer Freundschaft schade.
Ich weiß jetzt etwas mehr darüber, wie sie sich fühlt und wie sie fühlt. Annäherungsversuche starte sie sowieso selten von selbst, und durch den Vertrauensbruch ihres Exfreundes ist da noch größere Scheu, ich soll mich also nicht zurückggesetzt fühlen, wenn sie nicht sehr aktiv darauf eingehe – dennoch, ihre Gefühle sind nicht so stark wie meine, was laut ihr aber wohl 'nicht an mir liegt'; wobei ich mich durchaus frage, wie man das feststellen kann; dies sagte ich ihr, und das war der Grund dafür, dass wir uns jetzt einig sind, dass wir entscheiden müssen, ob wir die Sache entweder beenden, weil es Aussichtslos ist, oder ernsthaft angehen, und uns nicht nur einmal im Monat sehen und dabei persönliche Gespräche eher zu meiden. Ich will sie nicht in Zugzwang bringen, wirklich, aber ich habe alles getan, was ich konnte, und alles weitere würde jetzt nur noch gehen, wenn sie sich darauf einlässt, oder sie muss sich dagegen entscheiden – ich selbst kann nicht länger im ewigen Zugzwang bleiben, obwohl ich meine Züge längst gemacht habe und jeder weitere Vorstoß an einer Verteidigung scheitert, die sie nur selbst aufgeben oder eben hinnehmen und aufrechterhalten kann... So unschön das ist, aber ich kann nicht länger gegen eine Wand laufen, die jeden Tag aufs Neue auftaucht.
20.02.12 18:18
Wir sind zudem zu dem Ergebnis gekommen, uns mehr für die Hobbys des Anderen interessieren und gemeinsame Hobbys finden zu wollen. Wir haben generell ähnliche Interessen, aber unterschiedliche Arten, uns zu beschäftigen, was man schon daran merkt, dass uns als 'Date-Aktivität' nichts wirklich besseres eingefallen ist, als ein nervenaufreibendes Horrospiel zu spielen. Natürlich würden wir uns auch nie irgendwelche Liebesfilme antun oder romantisch Essen gehen, die typischen 'romantischen' Dinge liegen uns (ihr noch mehr als mir) wirklich fern und sind uns fremd. Ich schätze meine beste Chance auf etwas irgendwie romantisches wäre die Natur, Spaziergänge, solche Dinge. Wir beide gehen gern nachts durch die Straßen oder zelten, und sie kann sich durchaus für Naturphänomene begeistern.
Jedenfalls sind wir uns einig, dass wir entweder häufiger und 'romantischer' Kontakt haben, oder halbherzige Versuche sein lassen sollten, sie muss sich jetzt nur klar werden, ob es wirklich nur an ihr liegt, dass es nicht richtig funkt, und wenn ja, ob sie in der Lage ist, das zu ändern oder nicht. Wenn nicht – muss ich wohl den Postern Recht geben, die uns aufgrund der Umstände keine Chancen einräumen, egal wie gern wir uns mögen.
Was Intimität angeht; sie ist da wie gesagt sehr vorsichtig und zurückhaltend und mir dankbar, dass ich sie nicht unter Druck setze (andererseits haben wir ganz kurz auch dieses Thema angesprochen und sie hat mich durchaus positiv überrascht damit, eine Vermutung, was eine kleine Vorliebe von ihr angeht, zu bestätigen – dennoch ist ihre Sexualität kein Thema, dass sie, bevor sie eine Beziehung eingegangen ist, groß thematisieren möchte. Respektiere ich; allerdings bestätigt das wohl leider, dass ihr Ex wohl auch was dies angeht... ohne sie wirklich geliebt zu haben ihr wohl nahe gekommen ist, was sie rückblickend, vor allem nach dem, was vorher mal war, wohl ekeln muss). Nunja – jedenfalls ist sie kein Mensch, den ich einfach ungefragt küssen würde, weil ich nach all dem wirklich vorsichtig sein muss... Sie will nicht wieder einem falschen Menschen vertrauen – andererseits muss sie aufpassen, dass sie das vorhandene Vertrauen zu mir nicht als etwas irgendwie romantisches überinterpretiert, nur weil ich ihr hin und wieder ein Gefühl von Sicherheit geben konnte.
Was mich an den vergangenen Tagen aber am meisten gewundert hat, war ihr schlechter Schlaf. Bei vergangenen Treffen schlief sie besser, als ich bei ihr übernachtet hatte, teilweise einen ganzen Tag am Stück... Sie hat keine Ruhe gefunden, und ich frage mich natürlich, ob sie sich nicht unterbewusst bedrängt gefühlt hat. Andererseits schliefen wir natürlich getrennt – dann wiederum – das eine Mal, dass wir (versehentlich) im selben Bett eingeschlafen sind, schien sie aber auch nicht gestört zu haben, denn sonst wäre sie ja eher nicht mitten am Tag da eingenickt... Nunja. Positiv sollte ich wohl anmerken, dass sie Augenkontakt zu mir freiwillig sucht und deutlich länger hält, und dass ich sie durchaus noch zum Lachen bringe, auch wenn man langsam merkt, dass meine Kraft schwindet und ich von der Zurückweisung – egal an was es liegt – mehr mitgenommen werde, als es mir lieb ist.
Zudem... Bin ich eben längst auf einer tieferen Stufe als sie. Die Dinge, über die ich mit ihr gern reden würde, sind Dinge, für die sie noch nicht bereit ist, andererseits ist es schwer (und nicht hilfreich), sich zu belanglosem Smalltalk zu zwingen, wenn man über ernste Gefühle reden möchte. Sie ist halt... Wie sie sagte, was Zwischenmenschliches angeht hat sie in letzter Zeit eben einen Fehler gemacht und ist davon durchaus mitgenommen... Sie bezeichnet sich als 'zu kompliziert'... Dennoch, ich kriege auch keine klare Abweisung aus ihr heraus, irgendwas scheint sie davon zu überzeugen, dass sie einen Fehler machen würde, mir einfach nen vernünftigen Korb zu geben...
Es ist alles schwierig. Blöd ist jetzt, dass dieses Treffen so... mit gemischten Gefühlen verbunden ist, und sie sich da natürlich auch nicht in erster Linie an ein tolles Wochenende erinnern wird, sondern an etwas, das schwierig ist und in ihr einen inneren Konflikt auslöst...
Ich will ihr gern alle Zeit der Welt geben, um sich klar zu werden, was sie möchte, aber ohne, dass wir uns auf Romantik einlassen, und zwar beide, wird da natürlich auch nichts draus. Sie wird durch Nachdenken nicht erfahren, was zwischen uns sein könnte, das kann sie nur herausfinden, indem sie sich darauf einlässt, und aufhört, 'höfliche Distanz' zu wahren und jede Form von Bindung zu unterdrücken. Wenn das für sie unmöglich ist, dann muss sie mir eben leider einen Korb geben, je klarer desto besser. Damit kann ich leben, aber im Moment fühle ich mich eben 'warm gehalten', bis sie sich entscheidet, und das nimmt mir die Kraft UND macht mich damit natürlich auch immer unattraktiver, denn sie sieht, wie ich mich innerlich zerfleische. An einem Punkt im Gespräch mit ihr habe ich tatsächlich gleichzeitig geweint und gelacht, und beides mit derselben Überzeugung. Gelacht vor Freude, dass sie da ist und sagt, dass sie mich mag, und geweint, weil sie gleichzeitig das Gegenteil in allem was sie tut signalisiert. Und so geht es mir im Moment ständig; bittersweet, indeed.
Ich muss jetzt wieder warten, bis/ob von ihr irgendetwas deutliches kommt... Die Sache selbst zu beenden, das bringe ich einfach nicht über's Herz, solange sie mir Hoffnungen macht, diese Schwäche kann ich mir nur eingestehen, aber mich da zu ändern, das kriege ich einfach nicht hin. Das wäre nicht ich.
21.02.12 01:06
Man liest jetzt aber schon ganz deutlich deine Verzweiflung heraus. Vorher klangen deine Beiträge eher leicht hoffnungsvoll. Jetzt wirkst du traurig und eher wie jemand der sich wünscht das es so schnell wie möglich endet. Egal wie.
Ich glaube sie wird sich, solange sie dazu keinen wirklichen Anstoß hat, nicht entscheiden können/wollen. Es ist für dich jetzt an der Zeit den richtigen Moment zu finden um Ihr ein Ultimatum zu stellen.
Sie mag sich zwar der Tatsache bewusst sein das eine Entscheidung irgendwann unumgänglich ist, aber ich glaube das der zeitliche Rahmen einfach noch nicht deutlich genug ist.
Mach dich nicht selbst kaputt. Sag ihr, dass du eine Entscheidung brauchst. Sie muss es ja nicht sofort in diesem Gespräch entscheiden, aber eine Wochenfrist wäre da sicherlich mehr als fair.
Natürlich setzt du sie damit unter Druck, aber du warst, meiner Ansicht nach, mehr als nur geduldig und verständnisvoll. Jetzt muss auch mal die Zeit gekommen sein um an dich zu denken.
21.02.12 03:05
Unter zu viel Druck wird sie sich aber nur zu einer vorschnellen Entscheidung hinreißen lassen. Weder auf die eine, noch auf die andere Weise ist das irgendwie von Vorteil. Ich versuche erstmal, im Gespräch herauszufinden, was genau sie empfindet – wenn sie etwas verwechselt und nur aufgrund der Situation irgendwie verwirrt ist, und das selbst nicht merkt, erkennt sie das vielleicht, wenn sie sich damit offen auseinandersetzt. Ich kann ihr kein Ultimatum stellen, um sich zu entscheiden, ich kann sie nur bitten, sich der Frage objektiv zu stellen – und einfach versuchen ernsthaft herauszufinden, ob sie das Bedürfnis nach Nähe spürt oder mich nur braucht.
21.02.12 10:11
Vorschnelle Entscheidung?
Ich weiß ja nicht was du erwartest, aber ich bezweifel mal ganz stark, dass sie jetzt plötzlich anfängt dich zu lieben wenn du ihr Zeit lässt. Ihr kennt euch zu gut. Sie weiß was sie von dir erwarten kann und was nicht.
Wenn sie dein Gesamtpaket nicht liebt wird sie das wohl auch in nächster Zukunft nicht (Erfahrungswert!).
Liebe funktioniert nunmal nicht über "Gedanken machen" und "überlegen". Entweder man liebt jemanden oder nicht. Da braucht man nicht großartig drüber nachzudenken.
Ich glaube schon, dass sie gern mehr Gefühle für dich hätte, aber auch sie wird wissen dass das nicht reichen wird. Sie erkauft sich durch das ganze "Warmhalten" doch nur Zeit. Sie weiß, dass ihre Gefühle nicht ausreichen für eine Beziehung, möchte dich aber auch nicht als Freund verlieren.
Solange sie dich warm hält hat sie doch für ihre situation einen idealen Zustand.
Auch wenn das jetzt nicht akut sein mag wirst du tief traurig sein, wenn sie eines Tages (das kann morgen oder in 2 Monate sein) einem Typen über den Weg läuft der sie total umhaut. Da kann sie noch so viel von Vernunft und "ich habe aus der letzten Beziehung gelernt" reden. Wenn sie sich verknallt dann bist du abgeschrieben. Aus Erfahrung kann ich dir nur sagen das dieses Szenario nicht unwahrscheinlich ist, auch wenn ich für dich auf einen positiven Ausgang hoffe 
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