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06.02.12 16:38
Hallo,
ich brauche mal einen Rat, weil mir selbst einfach nichts mehr einfällt.
Ich wohne mit meinem Freund zusammen, dessen Eltern im Nachbarhaus wohnen. Mit der Mutter komme ich super zurecht. Aber der Vater hat in der ganzen Zeit (über ein Jahr), die ich dort wohne, noch keine drei Sätze mit mir geredet. Ich grüße, wenn ich ihn sehe, er murmelt auch ein "Hallo" o.Ä., wenn wir uns über den Weg laufen. Oft aber so, daß es kaum zu verstehen ist und davon, daß er mich dabei ansieht, kann ich nur träumen.
Soweit mir von meinem Freund und dessen Mutter gesagt wurde, liegt das nicht daran, daß er mich nicht leiden kann, sondern daß er einfach nicht so schnell (!) bereit ist, sich Menschen, die er eventuell mögen könnte, zu öffnen, weil er es nicht vertragen kann, wenn diese dann wieder aus der Familie verschwinden.
Das macht mir sehr zu schaffen. Mein Freund hat auch schon versucht mit seinem Vater zu reden, aber gebracht hat es nichts.
Ich soll halt Geduld haben, das Verhalten könne erfahrungsgemäß durchaus zwei Jahre oder mehr anhalten. Aber das ist doch kein Zustand!
Mit dem Mann reden geht nicht, habe ich schon versucht, aber er guckt mich nicht mal an, wenn ich irgendwas sage oder wir bei den Eltern zu Besuch sind.
Jetzt ist es außerdem so, daß meine Katze, die mit mir bei meinem Freund eingezogen war, gestorben ist. Ich hatte von Anfang an den Impuls, mir wieder eine Miez ins Haus zu holen, weil ich gemerkt habe, daß ich mit dem Tod meiner Kleinen nicht zurechtkomme.
Aber der Vater ist dagegen. Mein Freund wollte mit ihm reden, meint aber immer, man müsse eine günstige Gelegenheit abwarten, sonst sagt der Vater gleich nein und sollte er es einmal rundheraus abgelehnt haben, dann wäre das in Stein gemeiselt. Nur scheint die Gelegenheit seit Monaten nie günstig zu sein und ich halte es einfach nicht mehr aus. Auch wenn ich finde, daß es den Vater nichts angeht, ob wir eine Katze halten, oder nicht, aber die Grundstücke grenzen halt aneinander, sodaß man eben aufeinander Rücksicht nehmen muss. Aber ich komme einfach nicht klar. Der Tod meiner Miez ist jetzt schon ein halbes Jahr her und trotzdem weine ich beinahe täglich, manchmal mehrmals am Tag um sie. Das belastet auch langsam aber sicher meine Beziehung.
Ich weiß einfach, daß mir ein neuer kätzischer Mitbewohner helfen würde, endlich wieder klar zu kommen.
Ich bin verzweifelt und weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll.
Hat jemand einen Rat, wie ich am Besten selbst auf den Vater zugehen kann? Wie gesagt, ein einfaches Gespräch habe ich schon gesucht und bin kläglich gescheitert. Nach Aussage von Menschen die ihn gut kennen, ist es überhaupt keine gute Idee, ihn frontal darauf anzsprechen, weil er dann gleich dichtmachen würde.
Ich habe nun auch seine Mailadresse rausbekommen, aber ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, geschweige denn, was ich schreiben soll.
Gruß
Tangere
06.02.12 16:45
Gehört das Haus, in dem du mit deinem Freund wohnst, denn auch den Eltern des Freundes oder wieso kann dir der vater sonst verbieten, eine Katze anzuschaffen, wenn er nur im Nachbarhaus wohnt?
Ansonsten denke ich, es gibt eben so "verstockte" Leute, die nie viel reden oder eher abweisend wirken, da kannst du wohl echt nicht viel machen, wenn es nicht mal seine eigene Familie schafft, ihn da etwas zu ändern.
Aber muss man sich unbedingt mit jedem aus der Familie super verstehen? Du bist ja mit deinem Freund zusammen und nicht mit seinem Vater, also mir wäre das dann echt nicht so wichtig. An deiner Stelle wäre ich weiterhin höflich und freundlich zu ihm, aber ich würde nichts weiter versuchen, um ihm näher zu kommen, denn wenn er es lieber so oberflächlich will, wirst du das nicht ändern können.
06.02.12 16:46
Ich versteh das Problem gerade gar nicht so richtig.
Der Vater scheint ja nichts gegen dich zu haben, ihr streitet nicht, er wirft dir nichts vor, geht dir nicht unbedingt aus dem weg oder ignoriert dich bewusst, er redet einfach nur nich sonderlich viel, und dann nicht in erster Linie mit dir.
Oder habe ich das nun so falsch aufgefasst und er möchte dich wirklich mit Nichtbeachtung strafen und mag dich einfach nicht?
Darf ich fragen wie alt ihr seid?
Ihr habt doch eine eigene Wohnung, und wohnt nicht mit den Eltern zusammen, oder? Wieso musst du dann fragen ob du dir eine Katze kaufen kannst?
Was würde denn passieren, wenn du es einfach machst?
Und wieso ist der Vater so dagegen, vorher war doch scheinbar auch eine Katz da. – und woher weißt du, dass er so dagegen ist, wenn er nicht mit dir redet?
06.02.12 16:52
Das Haus gehört dem Vater nicht, aber beide Häuser teilen sich quasi ein Grundstück. Es gibt keinen Zaun oder dergleichen und einen gemeinsamen Garten.
Soweit mir gesagt wurde, würde der Vater von uns verlangen, auszuziehen, wenn wir eine Katze anschaffen. Er hat zwar rechtlich keine Handhabe, aber das würde für dauerhaften Unfrieden sorgen und ich müsste auch dafür sorgen, daß die Miez keinen Schritt in den Garten tut. Das würde alles zu einem so dauerhaften und tiefgreifenden Unfrieden führen, daß ich unbedingt seine Erlaubnis brauche.
Denn wenn ich die Miez einfach anschaffe, gibt es einen Knacks in der Beziehung zwischen meinem Freund und seinem Vater und damit dann auch wieder zwischen der Mutter und mir....und so weiter. Dann wäre Ausziehen sowieso angebracht.
Und dafür will ich nicht verantwortlich sein, außerdem wohne ich gern da. Bis auf diese Sache mit dem Vater.
Ich weiß einfach nicht, was ich sagen kann, um einen Schritt auf den Mann zuzumachen.
06.02.12 16:54
Also geht es jetzt primär um die Katzensache oder darum, wie sich der Vater zu dir verhält?
06.02.12 16:59
Also ganz ehrlich...ich würde einfach einen Zaun ziehen und gut. Ich glaub wollte mir jemand meinen Hund verbieten wäre ich super schnell weg
06.02.12 16:59
Die Antwort drüber war für mellibelli, diese hier ist jetzt für MrsHide:
Doch, doch, der Mann ignoriert mich ganz bewußt. Die Gründe dafür, die mir zugetragen wurden, stehen im ersten Posting.
Wir sind Ende 20/ Anfang 30.
Was passieren würde, wenn ich es einfach mache: siehe Antwort an mellibelli.
Das mit der Katze vorher, war ein Riesendrama. Ich dachte, es wäre alles geklärt, als ich da eingezogen bin. Was mein Freund mir nicht gesagt hatte, war, daß er noch keine günstige Gelegenheit gefunden hatte, seinem Vater zu sagen, daß eine Katze einzieht.
Also wurde da ein Geheimnis drausgemacht. Als der Vater das rausgefunden hatte, gab es Geschrei und Streit zwischen ihm und seiner Frau, die im Bilde war und zwischen ihm und seinem Sohn.
Nach über einer Woche konnten dann die Wogen geglättet werden, unter der Auflage, daß die Miez nicht rausdarf. Wir haben sie natürlich trotzdem rausgelassen, unter Aufsicht, aber nur, wenn der Vater das nicht mitbekommen konnte, weil er z. B. nicht zu Hause war. Es blieb aber immer ein absolutes Reizthema.
06.02.12 17:02
Primär geht es mir darum, endlich mit dem Mann auszukommen. Es muss ja nicht besonders herzlich sein, aber daß man wenigstens mal angeguckt wird, wenn man grüßt, oder daß man sich mal unterhält, wenn man zusammen an einem Tisch sitzt.
Und auskommen muss ich mit ihm, weil ich wieder eine Miez im Haus haben will und nicht ohne leben kann, wie ich festgestellt habe.
06.02.12 17:06
Soweit mir gesagt wurde, würde der Vater von uns verlangen, auszuziehen, wenn wir eine Katze anschaffen. Er hat zwar rechtlich keine Handhabe, aber das würde für dauerhaften Unfrieden sorgen und ich müsste auch dafür sorgen, daß die Miez keinen Schritt in den Garten tut. Das würde alles zu einem so dauerhaften und tiefgreifenden Unfrieden führen, daß ich unbedingt seine Erlaubnis brauche.
Also eigentlich finde ich ja, dass man eine solche Tyrannei nicht auch noch durch blinden Gehorsam unterstützen sollte 
Mein Freund wollte mit ihm reden, meint aber immer, man müsse eine günstige Gelegenheit abwarten, sonst sagt der Vater gleich nein und sollte er es einmal rundheraus abgelehnt haben, dann wäre das in Stein gemeiselt. Nur scheint die Gelegenheit seit Monaten nie günstig zu sein und ich halte es einfach nicht mehr aus.
Kuscht dein Freund auch bei anderer Gelegenheit so vor seinem Vater?
06.02.12 17:08
Du kannst den Vater aber nicht zu etwas zwingen, was dieser so offensichtlich nicht will. Wenn der mir so kommen würde, hätte ich ganz schnell, entgegen jeder guten Kinderstube, überhaupt gar keinen Bock mehr, mich anzubiedern. Er will nicht – ok, muss man akzeptieren. Dann muss aber auch akzeptiert werden, wenn ich auch nicht mehr will.
Was ich gar nicht verstehen kann, ist dieser ganze Heckmeck, der da um ihn veranstaltet wird. Da scheint sich doch niemand zu trauen, überhaupt nur mit ihm zu reden. Es "müssen" Dinge verschwiegen werden und wenn diese dann herauskommen, knallt es selbstverständlich. Hätte ich auch überhaupt keinen Bock drauf!
Und auskommen muss ich mit ihm, weil ich wieder eine Miez im Haus haben will und nicht ohne leben kann, wie ich festgestellt habe.
Dann zieht aus. Lass dir doch nicht vorschreiben, wie du zu leben hast – und das noch über 2 Ecken, weil der werte Herr ja nach über einem Jahr noch immer nicht mit dir reden will. Du weißt ja das alles auch gar nicht von ihm.
06.02.12 17:10
Es geht nicht um Kuschen, aber es bringt nichts, auf Konfronationskurs zu gehen. Dann ist der Unfrieden einmal da und den wieder zu beseitigen, dürfte ziemlich aussichtslos sein, soweit ich über den Vater informiert bin. Wie gesagt, mit der Mutter verstehe ich mich ja super. Und sie versucht auch immer, ihn etwas positiv zu stimmen.
Mein Freund ist ehrer nicht der Typ, der kuscht, aber hier ist Diplomatie angesagt.
06.02.12 17:18
Hast du denn Lust dich ewig so einem Hick-Hack auszusetzen? Dann müsst ihr ja mit 40-50 immer noch auf Papa hören.
06.02.12 17:24
Es geht nicht um Kuschen, aber es bringt nichts, auf Konfronationskurs zu gehen.
Wer sagt denn, dass es nichts bringen würde? Ihr traut euch ja gar nicht erst es darauf ankommen zu lassen 
Was soll er denn machen, wenn du dir eine Katze kaufst? Rummotzen, mehr kann er ja scheinbar gar nicht tun.
Aber gut, einen Familienstreit würde ich da auch nicht anzetteln wollen.
Im Grunde hast du aber nur drei Möglichkeiten
1. Du machst was der Herr sagt und kuscht weiterhin
und gehst jeder Konfrontation aus dem Weg
2. Du konfrontierst ihn, vertrittst deine Meinung und beharrst auch darauf, auch wenn es dann zum Streit kommt oder
3. Du ziehst aus.
Und ich würde dir raten nicht zu ersterem zu tendieren, denn wo soll das denn auf Dauer hinführen? ..ich meine, wollt ihr zB irgendwann mal Kinder haben? 
Wenn schon bei einer Katze so ein Theater gemacht wird, will ich gar nicht wissen wie das bei wichtigeren und weitreichenderen Dingen aussieht.
06.02.12 17:25
Es geht nicht um Kuschen, aber es bringt nichts, auf Konfronationskurs zu gehen.
Reden schließt du auch aus, also kannst du keine Katze anschaffen oder es genauso geheim handhaben, wie mit der davor. Bist du immernoch der Überzeugung, dass keines von beidem hilft? Was passiert denn, wenn andere Katzen durch den Garten laufen, kommt ja durchaus mal vor. 
06.02.12 17:25
Nein, natürlich nicht.
Mein Freund meint auch, er kann das nicht mehr mit ansehen und da sich nix tut und sein Herr Vater sich nicht dazu entschließen kann, sich wie ein normaler Mensch aufzuführen, sollten wir halt einfach ausziehen.
Aber das möchte ich nicht, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin. Ich bin als Einzelkind nur bei meiner Mutter aufgewachsen und fand das so toll, mit der ganzen Familie auf einem Haufen und daß immer jemand da ist und so weiter und so fort. Außerdem käme ich mir sehr egoistisch vor, wenn ich da die Familie gewissermaßen kaputt mache.
Aber es scheint, als hättet Ihr auch keine Idee, was man da machen kann, als entweder tatsächlich auszuziehen oder weiter zu warten und zu hoffen und sich mit der Situation zu arrangieren. 
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