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Erfahrungen mit Ehe als reiner WG?

D$ie <Seherxin


ich meinte gar nicht, dass du ander dinge des familienverbundes in den fokus stellen solltest. ich dachte da eher an seiten eurer beziehung, wie nähe, vertrauen, sich alles erzählen zu können, miteinander lachen können, kuscheln... aber wenn ich dann lese, dass sie nicht mal ihren sorgen und nöte mit dir teilt, dann fängt es an schwierig zu werden ":/

Mittlerweile glaub ich, das Problem ist dass in meiner Frau einfach viele Dinge stecken die sie aufzehren, die ihr Energie rauben, sodass sie Vieles für die Kinder zusammenkratzen muss und einfach kaum noch was für die Partnerschaft übrig bleibt.

das ist eigentlich ziemlich unfair, oder? wenn man das gefühl bekommt, dass man auf der prioritätenliste ganz weit unten steht? ist schon klar, dass es mal heiße phasen gibt, wo das halt so ist, aber doch nur ganz ganz kurz!

wahrscheinlich vergisst sie dabei, wieviel energie ihr die liebesbeziehung mit dir geben kann!

MuaxHMeadjrooxm


Milchmann – Ich hab lang ueberlegt ob ich jetzt auch noch meine persoenlichen Erfahrungen diesbezueglich Kund tun soll. Zum einen, weil ich dann nur ein weiterer waere, der seine Lebensgeschichte in deinem Thread ausbreitet und zum anderen, da ich ab und an relativ 'schroff' rueberkommen mag.

Ich bin jetzt Mitte 30, hab vor 8 Jahren geheiratet und lebe mittlerweile seit 8 Monaten in Scheidung. Anfangs unserer Beziehung war's wie bei allen anderen, so auch bei dir. Die Leidenschaft, der Sex, die (emotionale, koerperliche) Naehe, hat einen foermlich uebermannt und man konnte wirklich aus den Vollen Schoepfen. Im Laufe der Jahre wurde der koerperliche Anteil immer weniger. Es ist einfach eingeschlafen. Irgendwie wurden wir uns sogar, als das alles losging, immer vertrauter und die letzten Jahre wusste jeder von uns beiden schon am Klang des Tuerfalls, wie der andere grad drauf ist. Blinde Kommunikation, die eigentlich keine Worte mehr verlangt hat. Dennoch waren wir staendig am Quatschen und uns Austauschen, auch die emotionalen Momente wie Kuscheln, Haendchenhalten kamen nicht zu kurz.

Nur aus dem frueher mehrmals taeglichen Sex wurden im Laufe der Zeit wochentlicher, dann monatlicher, bis zum Schluss, als wir die letzten 3 Jahre wirklich nur noch 1x im Jahr miteinander auf dieser Ebene zu tun hatten...

Was soll ich sagen, wir haben uns diesbezueglich den Mund fusselig geredet! Haben Theorien aufgestellt wieso/weshalb/warum... Es hat alles nichts geholfen und letztendlich blieb es bei dem alljaehrlichen aufbaeumen. Weihnachten ist ja bekanntlich oefter...

Hauptgrund dabei war, dass wir diesbezueglich einfach komplett andere Vorstellung und Sehnsuechte hatten. Was meinen Trieb fast vollkommen zum Stillstand kommen lies, war der Fakt, dass sie mir auch diesen "Gnadensex" angeboten hat, aber immer wieder durch die Blume (manchmal auch sehr direkt) zukommen lies, dass ich anscheinend nicht weiss, wie man eine Frau anzufassen hat und dass ihrer Meinung nach KEINE Frau auf dieser Welt sowas gut finden koenne. BAAAAANG! Der hat gesesssen und auch sehr nachhaltig...

Dass sie's mir aber gezeigt haette, also ausserhalb verbaler Kommunikation, war auch nicht der Fall. Wenn's dazu kam, war sie immer sehr defensiv, passiv, nicht anwesend... Was ja auch nachvollziehbar ist, denn ich fand ja ihre Knoepfe nicht :/

Mich hat das so sehr depressiv gestimmt, dass ich mich, wie dir ja auch schon geraten wurde, in die Arbeit gehaengt, Sport bis zum abbrechen getrieben und saemtliche Hobbies die es so gibt, ausprobiert habe.

Mit der finalen Erkenntnis – Auch wenn wir (ausserhalb der Sexkiste) "seelenverwandt" waren, reichte es einfach nicht mehr aus, um diese Beziehung weiterzufuehren. Allein der Umstand zu wissen, dass man in diesem Bereich unzulaenglich fuer seinen Partner ist, drueckt das eigene Selbstbild auf so ein niedriges Level, dass man bestenfalls nur noch ein Schatten seiner selbst ist.

Seitdem wir nun getrennt sind, hatte ich mehrere Kontakte, die mir genau das gegeben haben, was ich sooo lange vermisst habe. Ich durfte wieder der Mann sein, der eigentlich in mir steckt. Ich bekam wieder die Bestaetigung, die mir so lange gefehlt hat und JA, ich brauche das um mich vollstaendig zu fuehlen. Es hat sich seitdem eigentlich mein komplettes Leben geaendert, weil sich dieser Zustand natuerlich auch in andere Bereiche des/meines Lebens transportiert. Anfangs meint man, "ja, das ist ja nur dieser kleine Baustein der nicht stimmte", aber nein, es ist ein kompletter Rattenschwanz.

Natuerlich fehlt Sie mir irgendwie, auch heute noch. Und ich werd sie auf 'unsere' Art und Weise auch bis zum St. Nimmerleinstag lieben, aber es rechtfertigt nicht, dass ich mich gegen meine Natur stemme. Mag furchtbar egoistisch klingen, aber erst in diesem Zustand bin ich faehig, wirklich alles geben zu koennen und mein Umfeld gluecklich zu machen, weil ich mich selbst akzeptiere und mir erlaube, der zu sein, der ich nunmal bin. Ich red hier nicht von Kompromisslosigkeit. Kompromisse geht man immer ein! Aber gewisse Teile in sich soll man akzeptieren wie sie sind, weil sie einfach zu urverankert in einem selbst sind, als dass man sie einfach so vom Tisch fegen koennte.

Auf was will ich also raus? Wie hier ja auch schon angemerkt. Manchmal passt man auf der sexuellen Ebene einfach nicht (mehr) zusammen! Aber dies ist, auch wenn man's sich noch so sehr nicht zugestehen mag, einfach ein sooo dermassen essentieller Baustein einer selbst und der Beziehungen die man fuehrt. Es geht nicht um die reine Triebbefriedigung, sondern um das Gefuehl das entsteht, wenn man merkt, dass man auch sexuell genau so passt wie man ist. Wenn man merkt, dass man begehrt wird und Bestaetigung daraus zieht, dass man in der Lage ist, seinen Partner ebenso Befriedigung zu verschaffen.

Ich muss immer an die Saetze denken, "ja, frueher waren die Ehen noch 'richtige' Ehen... da wurde nicht einfach so alles hingeschmissen"

Ja, stimmt! Aber wie viele Ehen wurden aus den vollkommen falschen Gruenden gefuehrt, weil man aus sozialbedingten oder versorgungstechnischen Gruenden nicht anders konnte.

SLüntjpe


MaxHeadroom

aber wie konntet ihr denn vorher guten Sex haben, wenn du doch ihre Knöpfe gar nicht finden konntest? Oder hatte sie plötzlich andere?

Dies hier:

Es geht nicht um die reine Triebbefriedigung, sondern um das Gefuehl das entsteht, wenn man merkt, dass man auch sexuell genau so passt wie man ist. Wenn man merkt, dass man begehrt wird und Bestaetigung daraus zieht, dass man in der Lage ist, seinen Partner ebenso Befriedigung zu verschaffen.

ist für mich ganz wichtig. So kannte ich es vor meiner Ehe, und nun auch wieder. In meiner Ehe passte es leider nie, auch nicht zu Beginn.

Und so ähnlich schildert Milchmann es ja auch.

M=axHeadWroMom


aber wie konntet ihr denn vorher guten Sex haben, wenn du doch ihre Knöpfe gar nicht finden konntest? Oder hatte sie plötzlich andere?

Wir hatten anfangs wohl kleinere Ueberschneidungsmengen... Welche fuer beide Seiten zwar interessant, aber langfristig kein stimmiges Licht ergeben haben.

Das Schlimme (hoert sich wirklich erbaermlich an, was es nicht ist) ist, dass ich menschlich nie jemanden so gut lesen konnte wie Sie. Sie und ihre Emotionen lagen wie ein offenes Buch vor mir. Ging ihr mit mir aber genau so...

SSüntxje


ok, ich habe keine Ahnung, was eine Überschneidungsmenge beim Sex ist ???

Ich habe nebulöse Vorstellungen, dass einer auf SM und der andere auf Blümchensex steht und in der Verliebtheit ist das egal, da reicht der andere egal wie?

Milchmann,

hast du manchmal den Wunsch bzw die Idee, es wäre gut wenn jemand dir die Entscheidung abnehmen würde?

C!oteS+auvxage


Dieses "mögen", das ist bezogen auf ihre Erfahrungen und ihr Empfinden. Für sie ist Sex außerhalb der Verliebtheitsphase noch nie so wirkich toll gewesen, denn da ist viel Unentspanntheit in ihr. Dann eben die fehlenden vaginalen Orgasmen, die eher langweiligen Klitoralen, die Angst vor Schmerzen usw. Wenn sie meint sie mag den Sex, dann heißt das er ist soweit ok. Er ist für das, was sie von Sex erwartet, schon recht gut. Sexuell gesehen ist sie was ihre Erfahrungen und Empfindungen angeht nicht gerade verwöhnt. Das was sie als ganz guten Sex empfindet, das würde eine Frau die beim Sex so richtig abgeht und Sex wirklich geil findet einfach nur schlecht finden. Sie hat da eben ihre eigenen sehr gedämpften Erlebnisse und Ansprüche. Was ich für sie traurig finde.

Ich finde das auch sehr traurig für dich.

M[axHeaBdrooxm


kennst du diese situation also nicht... man quatscht den ganzen abend am kuechentisch, leert ne flasche wein, lacht miteinander, der zeiger steht auf 3 a.m.

jemand fragt den anderen ob er ihn nicht in's bett bringen soll... und urploetzlich laeuft n film, der so nicht vorgesehen war... man gibt sich aber anfangs nicht die bloese, sondern versucht sich in dieser 'neuen' welt zurecht zu finden, aber der spagath funktioniert irgendwie nicht. die vorzeichen standen doch eigentlich ganz anders....

ach was red ich hier...

S?ünt$jxe


nein, ich glaube, ich kenne das nicht.

MDaxHbeadr/ooxm


Dann war quasi jeder Sex den du mit Maennern hattest immer gleich? Keiner besser oder schlechter. Alles auf dem gleichen Level? Interessant.

S!üntXjxe


nein, nein, so nicht. :-D

ich kenne guten, mittelmäßigen und shlechten Sex.

Aber schlechter wurde leider nicht irgendwie besser und guter nicht langweilig oder eintönig.

Daher habe ich Verständnisprobleme mit der kleinsten Schnittmenge, wenn es nicht passte, dann passte es von Anfang an nicht

M.axKHea)d=rooxm


Ich sag mal so. Die kleinste Schnittmenge ist einfach der stinknormale "Kennenlernsex". Auswuechse und etwaige Abgruende erstmal nicht offen zur Schau gestellt...

D<ie xSehxerin


ich glaube, ich verstehe was du meinst Max! wenn sich der sex, die innigkeit, die nähe und das vertrauen dann wachsen, man auch erotische spielarten miteinander entdecken möchte, aber der entdeckertrieb nur bei einer person vorhanden ist, weil der anderen der ganz "normale" sex genug ist?

MxaxkHeaadroxom


@ Seherin

Kann man so sagen... Aber auch kennt man sich nach einer gewissen Zeit relativ gut und meine sexuellen Vorlieben haben sich auch ueber die Jahre hin veraendert. Was mit 25 gut und vollkommen ausreichend war, ist es jetzt, gut 10 Jahre spaeter, einfach nicht mehr.

Ich weiss das, aber ich wuerde das komplette Spektrum wohl nicht beim ersten Kontakt ausbreiten...

D[ie Sxeh+erixn


Was mit 25 gut und vollkommen ausreichend war, ist es jetzt, gut 10 Jahre spaeter, einfach nicht mehr.

:)z und was mit dem einen partner toll war, kann sich mit einem anderen in ganz andere/neue spielarten entwickeln! deswegen würde ich (müsste ich mich nochmal dem partnermarkt stellen!) vorlieben gar nicht so genau benennen können, weil die auch sehr chemieabhängig sind – außer halt eventuelle richtungen!

Sfünt%jBe


Was mit 25 gut und vollkommen ausreichend war, ist es jetzt, gut 10 Jahre spaeter, einfach nicht mehr.

:)z und was mit dem einen partner toll war, kann sich mit einem anderen in ganz andere/neue spielarten entwickeln

also doch höher, weiter, schneller?

Komisch, kenne ich nicht, was für mich mit 25 ausreichend war, ist es jetzt auch noch.

Wenn ich mit einem Partner guten Sex habe, dann ist das, was man miteinander tut ja nicht in Stein gemeißelt.

Da ist doch eine Bewegung drin, kein Stillstand?

Aber was rede ich, ich hatte nun auch keine zig sexuellen Beziehungen, ich kann nur aus meinem begrenzten Erfahrungsschatz schöpfen :)z

Und da war es so, wenn es passte, dann von Anfang an und dann hat man auch gemeinsam weiter geschaut, die Grenzen gemeinsam weiter ausgedehnt.

Und wenn nicht, dann war es von Anfang an schlecht.

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