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Oldmum und der Elbenprinz (Pardon, Sohn vom Nachbarn)

LXovHuxs


ich finde nämlich, dass du mit beginn einer affäre mit dem prinzen, dein "recht" verwirkt hast, die eltern als eltern zu beurteilen...

Knifflig.

Vielleicht sogar umgekehrt. Während vor der Affäre die Eltern für Oldmum nur Nachbarn waren und diese höchstens als Eltern des Jungen von außen beurteilt wurden, dies aber "auf Augenhöhe" von Erwachsenen zu Erwachsenen, so hat sich das mit der Affäre geändert: Oldmum ist in das Familiensystem eingestiegen, nimmt dort aber die Position des (Schwieger-)Kindes ein. Die Eltern des Jungen werden so auch (Schwieger-)Eltern von Oldmum. Hat ja mit dem Alter nichts zu tun. (Es soll Onkel geben, die von ihren Nichten gebabysittet werden.)

Ob das aber irgendwas bedeutet? :-/ Ich glaube eher nicht. Denn weder Freunde noch Bekannte, Schieger-Verwandte oder sonst jemand soll und kann ausfechten, was die Kinder mit ihren Eltern zu klären haben.

Was man höchstens vermuten kann ist, dass die Beurteilung der Eltern nicht mehr objektiv aus der nachbarschaftlichen Beobachterrolle erfolgt und nun mehr subjektiv aus dem Miterleben mit dem Geliebten gefärbt wird. Insofern könnte man vielleicht sagen: "Recht verwirkt zu beurteilen". Andererseits scheint mir Oldmum genügend reif zu sein, um in erstaunlichem Maße unterschiedliche Perspektiven einnehmen zu können und so trotz verständlicher, aber nur vermuteter Befangenheit tatsächlich gerecht bleiben zu können. Aber das können wir von außen, ohne alle zu kennen, von denen hier die Rede ist, nicht einschätzen.

D%ie Sreoherin


:)z danke... du hast wenigstens verstanden, was ich meine, bzw. was mir so im kopf herumspukt :)z

O ladmum


Hallo Seherin,

ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstehe. Du meinst, weil ich quasi die Seiten gewechselt habe, kann ich die Erziehung der Eltern nicht mehr objektiv beurteilen? Da ist mit Sicherheit etwas dran, weil ich manche Dinge jetzt auch aus anderer Perspektive sehe.

Grundsätzlich mische ich mich nie ungefragt in Erziehungsfragen ein, das gibt nur böses Blut. Außerdem nehme ich für mich nicht in Anspruch, alles richtig zu machen, ganz im Gegenteil. Ich neige schon zum Klugscheißer, aber jeder muss selber entscheiden, wie er seine Kinder großzieht, da gibt es eh keine Patentlösung. Eltern sind verschieden, Kinder auch. Nachbars waren immer schon viel strenger als ich, vielleicht war ich einfach zu faul für so viel Konsequenz, und mir fehlte der Partner, der mit mir harmonisch an einem Strang zog. Da war ich zu sehr mit Ausgleichen beschäftigt, und es ist nicht alles perfekt gelaufen.

Zu Kindern habe ich aber einen guten Zugang, grad weil ich viele Dinge sehr locker sehe, gern Blödsinn mache – und ich verfüge über ein gewisses Maß an Empathie, um mich in andere hineinzuversetzen. Als Kummerkastentante also durchaus gefragt. Jetzt kann ich meinem Freund zwar Ratschläge geben, wie ich mich an seiner Stelle gegenüber seinem Vater verhalten würde, aber machen muss er es selbst.

Die Situation ist auch ohne mich schwierig genug, da sie in manchen Punkten sehr ähnlich, in anderen aber grundverschieden sind. Gemeinsamkeit ist z.B. Sport, Unterschied Kunst. Da findet es Papa unproduktiv, Gedichte zu schreiben, Arbeiten wäre sinnvoller. Oder er macht sich drüber lustig, dass sein Sohn länger im Bad braucht als eine Frau. Papa hat Recht, sein Sohn trödelt im Bad. Das ist objektiv. Die subjektive Bewertung sieht bei mir dann natürlich anders aus, ich mag gepflegte, gut riechende Männer. Das kann ich dann in der Runde schon sagen, mit Seitenhieb auf meinen Sohn. Aber mehr "Hilfe" ist von mir nicht drin.

Aber du hast schon Recht, objektiv bin ich nicht, meine Solidarität ist nicht mehr in meiner Generation, wo sie sein sollte. Ich liebe Gedichte im Regen, aber wäre bei meinen Kindern auch grantig, wenn nichts Produktives passiert. Aber ich darf nicht in die Mutterrolle wechseln, und ihm womöglich noch einen Job suchen.

D;ie* /Seherxin


Du meinst, weil ich quasi die Seiten gewechselt habe, kann ich die Erziehung der Eltern nicht mehr objektiv beurteilen?

jein... irgendwie trifft es das ganz gut, aber mir geht es eher um dein herz, was die seiten gewechselt hat!?

Jetzt kann ich meinem Freund zwar Ratschläge geben, wie ich mich an seiner Stelle gegenüber seinem Vater verhalten würde, aber machen muss er es selbst.

und? redest du jetzt (als geliebte) anders mit ihm darüber, als "damals"?

Aber du hast schon Recht, objektiv bin ich nicht, meine Solidarität ist nicht mehr in meiner Generation, wo sie sein sollte.

wenn du das "Solidarität" streichst, dann kommt es meinem bauchgefühl schon ganz nahe :)z

Aber ich darf nicht in die Mutterrolle wechseln, und ihm womöglich noch einen Job suchen.

oh ja... die mutterrolle... da wirst du wohl immer vorsichtig sein müssen – war ja bei deinem ex-ex-freund auch schon so, oder? jaja... wir ollen kümmerinnen :=o

TdheBla^ckWidoxw


Wie geht ER denn mit dem Versteckspiel um? Zerreisst es ihn innerlich oder hat drängt er auf eine "Legalisierung" der Beziehung? Das wohl eher nicht. Denn das hieße ja, seinem Vater Paroli bieten wollen und können. Also einfach so in den Tag weiter hineinleben? ":/ Auf den nächsten Urlaub hoffen?

Wie weit denkst du in die Zukunft? Oder er? Möchte er sich irgendwann eine Wohnung nehmen und du besuchst ihn da für gemeinsame Stunden? Oder gibt es überhaupt keine Planung seinerseits?

DPie xSeheFrin


boah widow... was bist du un-ro-man-tisch :-o

msell|iexbellie


boah widow... was bist du un-ro-man-tisch

manche würden es einfach vernünftig nennen :=o ich finde eigentlich auch, dass man sich um solche Dinge, trotz aller Romantik schon noch Gedanken machen könnte, denn dass es ewig so romantisch weitergeht, wie jetzt, das kann man ja nicht wirklich erwarten und irgendwann müsste man sich halt doch mal überlegen, wie es weitergehen soll.

Ojldmxum


@ Seherin:

und? redest du jetzt (als geliebte) anders mit ihm darüber, als "damals"?

Lach. Früher fanden die Gespräche nicht im Liegen statt. ;-D Nein, im Ernst, so viel anders sind die Gespräche gar nicht. Das Abgrenzen und verletzt werden war schon immer ein Thema, mit dem leidigen "so lange du deine Beine unter meinem Tisch...". Jetzt geht es um eine Erwachsenenrolle trotz wirtschaftlicher Abhängigkeit. Und ohne Bafög-Anspruch lässt sich ein Studium nicht durch jobben finanzieren.

@ Widow:

Innerlich zerrissen ist er auch, aber eine Legalisierung ist momentan kein Thema. Wir leben zwangsweise weiter in den Tag hinein, so lange meine Kinder im Haus sind und er studiert. Und für Jahre im Voraus planen? Nicht ernsthaft, nur im Spaß als "gemeinsam irgendwo neu anfangen". Konkret ist nur die Logistik für gemeinsame Stunden und Tage, und das ist schmerzhaft.

m.ellie0bellixe


Stimmt, würde er aber nie zugeben, weil er es ihm nicht vergönnt. Er würde ihn/uns niedermachen, weil wir "sowas Krankes" nötig haben. Das "du kriegst keine ab" zementiert ja auch seine Rolle als toller Hecht. Bei einem Coming Out wäre er der schlimmste Feind.

Puuuh wenn ich das lese, habe ich wirklich Mitleid mit deinem "Prinzen", denn wenn der Vater tatsächlich so ein Konkurrenzdenken zum eigenen Sohn hat und es so nötig hat, als toller Hecht dazustehen, dann wirkt das auf mich sehr sehr unsympathisch und dann tut mir sein Sohn echt leid. Ist er dann zu seinem jüngeren Sohn auch so? Oder ist der eher nach seiner Vorstellung, wie ein "richtiger Kerl" zu sein hat?

Owldmtum


@ Melliebellie:

Vernunft macht mich depressiv :°(

Eigentlich weiß man doch bei keiner Beziehung, wie sie weitergeht. Am Traualtar dachte ich auch mal, es wäre für immer, und sah uns gemeinsam 50 Jahre später im Liegestuhl am Strand. Hat nicht geklappt.

Wir stehlen uns einfach ein bisschen Zeit, die sehr kostbar ist.

Otldmuxm


@ Melliebellie:

Konkurrenzdenken zum eigenen Sohn

Finde ich nicht so ungewöhnlich, leider. Kenne ich von meiner Mutter auch, weil ich nicht ihrem Bild einer Tochter entspreche. Das Thema Väter-Söhne und Mütter-Töchter wäre ein ganz spannender Faden.

Das tragische am Nachbarn ist, dass er sehr sympatisch ist, und eigentlich nur versucht, mit seinen Mitteln dem Sohn in den Hintern zu treten. Er ist im Grunde hilflos. Woher soll er denn wissen, warum sein Stammhalter kein Interesse daran hat, irgendwelche Mädels abzuschleppen?

Der Kleine ist noch in der Schule und ist bisher nicht am Bild des "richtigen Kerls" gescheitert.

D`ie| =Sehxerin


ich finde eigentlich auch, dass man sich um solche Dinge, trotz aller Romantik schon noch Gedanken machen könnte, denn dass es ewig so romantisch weitergeht, wie jetzt, das kann man ja nicht wirklich erwarten und irgendwann müsste man sich halt doch mal überlegen, wie es weitergehen soll.

hmmm... das seh ich anders. nachdem diese geschichte wohl ziemlich sicher nicht für die ewigkeit gedacht ist, würde ich sie am liebsten mit dem "happy end" im raum stehen lassen. was dann passiert, oder passieren könnte wird man sehen! mit vernunft würden die beiden sich doch mehr kaputt machen, als sich wirklich vorbereiten auf das, was da kommen möge!

DKie SeAheyrixn


richtige kerle

kommt nicht bei fast jedem vater (und mutter) das idealbild des echten kerls (oder der perfekten frau) auf? meine brüder hatten es insofern gut, als dass immer nur einer von ihnen im fokus stand. meine mutter wollte aber schon, dass ich ihrem bild der perfekten frau entspreche. mein exmann ist auch zutiefst enttäuscht, dass sein sohn so ganz anders tickt (man stelle sich vor, er schraubt nicht an motorrädern rum und fußball ist ihm auch herzlich egal – dafür kocht er gerne).

L0ovHxus


mit vernunft würden die beiden sich doch mehr kaputt machen, als sich wirklich vorbereiten auf das, was da kommen möge!

:)^ :)z . Weshalb Oldmum sehr vernünftig, oder zumindest folgerichtig schrieb:

Vernunft macht mich depressiv

Die Zeit des Entzugs macht depressiv genug, da muss man sich die Zeit des Zusammenseins nicht auch noch mit Vernunft depressiv machen. Eine Vernunft, die die Gegenwart zu Gunsten ausgemalter zukünftiger Ereignisse verliert, ist ja auch eher unvernünftig ;-) .

mBellieCbelwlixe


hmmm... das seh ich anders. nachdem diese geschichte wohl ziemlich sicher nicht für die ewigkeit gedacht ist, würde ich sie am liebsten mit dem "happy end" im raum stehen lassen. was dann passiert, oder passieren könnte wird man sehen! mit vernunft würden die beiden sich doch mehr kaputt machen, als sich wirklich vorbereiten auf das, was da kommen möge!

Irgendwie beneide ich die Leute, die das können, ich selbst bin einfach nicht der Typ dafür. Ich kann nichts genießen, wenn ich gleichzeitig immer im Hinterkopf habe, dass das nicht für ewig sein kann und ich bin leider so, DASS ich das immer im Hinterkopf hätte. Aber gut, wenn man den Augenblick einfach genießen kann, ohne an Morgen zu denken und wenn man dann mit dem, was man JETZT hat, wirklich glücklich sein kann.

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