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Wie viel dürfen Eltern sich bei erwachsenen Kindern rausnehmen?

JKa@n7x4


Hmm..

ich kann weder sagen, dass ich mit dem Text nix anfangen kann, noch, dass er für große Erleuchtung sorgte.. hab da grad gar keine rechte Meinung zu. Muss ich wohl noch mal lesen.

Was ein Therapeut in meinem Bekanntenkreis bemängelt, ist der Begriff "Symbiose" an sich.. der passt an sich gar nicht. Eine Symbiose ist etwas positives, eine Gemeinschaft zu beiderseitigem Nutze, bzw. beiderseitiger Notwendigkeit. Was wir vorliegen haben, ist aber eine einseitige Abhängigkeit (der Eltern vom Kind), was für das Kind keineswegs nützlich, sondern sehr schädlich ist.

Wobei die Abhängigkeit durchaus auch zweiseitig ist - die vom Kind abhängigen Eltern versuchen, auch das Kind abhängig zu machen. Aber es ist nichts positives, insofern passt der Begriff "Symbiose" nicht. Ich hab ihn auch nur verwendet weil das so der landläufige Begriff dafür ist, aber an sich ist er Murks.

Mir fällt auch gerade auf, dass ich noch NIEMALS je von irgendjemanden gehört habe (hier im Forum z.B.), der sich erfolgreich aus so einer Problematik gelöst hat (also sowohl von den Leuten als auch von den miesen Gefühlen, und plausibel darüber berichtet hat, wie er das angestellt hat (hoffentlich tue ich jetzt niemandem Unrecht). Möglicherweise geht das auch gar nicht, wer wiss. Immerhin Prägungen seit frühkindlicher Zeit, die sind ganz schön mächtig in einem.

sicherlich ist das Kernthema "aufhören mit Verantwortungsübernahme". Aber wie man das tut? Keine Ahnung. Aber vielleicht ist das, was da beschrieben wird, ja ein möglicher Ansatz.

Das betrifft ja auch nicht nur die Eltern. Wenn man so geprägt ist, fällt es generell im Leben schwer, abzugrenzen (burnout-Gefahr im Job ist z.b. deutlich erhöht).

Mneta}4


Ein Symbiose ich etwas, wo beide voneinander Nutzen haben. Das trifft schon zu, finde ich. Das Kind bekommt ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit, vielleicht Anerkennung, irgendwas ist ja der Auslöser für das Kind, diese Bindung einzugehen. Der Elternteil bekommt Liebe vom Kind, Treue, Gefolgschaft.

Abhängig sind sie beide voneinander, aber da gibt es schon einen Unterschied: das Kind hat keine Wahl. Der Erwachsene schon eher. Man könnte sagen, er hat keine Wahl, aber da rutsche ich womöglich wieder in die Kind-Rolle: der meints ja gar nicht so böse, der kann einfach nicht anders (also den Erwachsenen alles entschuldigen und dabei nicht für sich selber eintreten). Also wenn einer von den beiden die Wahl hat, dann ist das der Erwachsene.

Aber ist das wichtig?

Das würde bedeuten, dass die "Schuld" beim Erwachsenen liegt. Schuld ist nun aber ein Begriff, den ich dabei nicht als hilfreich empfinde. Er hält mich davon ab, aktiv meinen Weg zu gehen.

Am hilfreichsten finde ich folgende Haltung:

Ich als Kind habe mir diese Familiensituation irgendwie ausgesucht. Warum auch immer. Meine Eltern haben so gehandelt, warum auch immer, die Gründe werden in ihrer Kindheit liegen, aus der sie sich nicht lösen konnten. Ich bin in diese Situation geboren, musste sie durchleben, habe sie überlebt und jetzt bin ich erwachsen und habe die Möglichkeit, zurückzuschauen, meine Wunden zu heilen, mich wieder zu finden und meinen eigenen Weg zu gehen. Manche Wunden werden vielleicht nie ganz verheilen. Manche Verhaltensmuster werde ich womöglich nie ganz ablegen. Manche Eigenschaften, die ich aus meiner Kindheit mitgebracht habe, möchte ich womöglich gar nicht ablegen, sondern schätze sie.

Nochmal zurück: eigentlich hat die Abhängigkeit nicht mit einer Schuldfrage zu tun. Das war ein Denkfehler.

Also ich würde sagen:

symbiotisch: ja

Abhängig: ja

Es ist wie eine Krankheit: der Erwachsene schafft eine symbiotisch-abhängige Beziehung zu dem Kind und dann ist das Kind "infiziert" und wird dieses Beziehungsmuster in seinem Leben weiter leben.

Wie da ausbrechen? Ersteinmal braucht es das Bewusstsein dafür, dass einem so etwas passiert ist und dass das nicht gut war. Den Schmerz darüber muss man wieder finden, sonst gibt es keinen Anlass, etwas zu ändern.

Wenn man sich darüber klar geworden ist, dann geht das Suchen los.

Wer bin ich wirklich? Wie will ich wirklich Beziehungen leben?

Und dann langsam die Umsetzung. Das sind viele kleine Einzelschritte, viele Fäden, an denen man hier und dort ein wenig zieht, Leute von denen man sich trennt. Man muss gleichzeitig etwas neues schaffen, denn man kann sich nicht nur von Dingen verabschieden und sie los lassen, ohne zu wissen, wie das aussieht, was man erreichen will, ohne einen neuen Bezugsrahmen zu haben.

OK, blubblub, das war jetzt lang und ging kreuz und quer in meinem Kopf....

EXhemaligper ]Nfutzerm (#458x871)


Ich bin tiefenpsychologisch nicht so versiert wie Ihr ;-)

Jan, ich wollte noch anmerken, dass Dein Vater vermutlich durch seine Krankheit in einer Art Abhängigkeit steckt. Selbst wenn ihn das Verhalten Deiner Mutter komplett anwidert oder anwidern würde, dann kann er sich nicht von ihr lösen. Das war bei meinem Vater, der >10 Jahre gegen Krebs gekämpft hat, ähnlich. Dabei habe ich ihn schon als 4jährige angefleht, sich von meiner Mutter scheiden zu lassen. Letztenendes hat er aber eben an das Gute im Menschen geglaubt und es mit meiner Mutter "ausgehalten". Unfassbar, dass SIE mir nach seinem Tod reindrücken musste, wenn er nicht so krank gewesen wäre, hätte sie sich schon lange scheiden lassen. Heute bestreitet sie, dass sie das gesagt hat. Macht ja nichts, ist ja nur pillepalle >:(

Man empfindet ein diffuses, umfassendes Leiden

Ja, das kenne ich sehr gut. Konkreter werden diese Gefühle in meinen Träumen. Ich hatte heute nacht wieder einen Traum, nach dem sich jeder Psychologe die Finger leckt: Mein Vater hat einen Schlaganfall, sitzt in seinem Sessel, meint, es ginge ihm schon wieder gut. Ich bitte ihn auszuhalten und rufe den Notarzt, wo ich überhaupt nicht ernst genommen werde ("Er hat schon seit 10 Jahren Krebs? In solchen Fällen fahren wir eigentlich gar nicht mehr raus, die Menschen müssen auch sterben dürfen..") Ich rufe meine Mutter, sie hört mir überhaupt nicht zu, kümmert sich nicht um ihn, räumt stattdessen den Keller auf. Während ich noch mit dem Notarzt telefoniere, läuft die ganze Zeit irgendein verdammter Staubsauger...

Mein Vater war mein Verbündeter im Kampf gegen meine Mutter, umgekehrt hat er mich aber nie in diese Rolle hineingedrängt. Er hatte auch seine Macken und hat mir durch seinen Leistungsdruck ein sensationell niedriges Selbstwertgefühl beschert. "Gottseidank" ist das aber das einzig Negative, was er bei mir angerichtet hat. Den Rest hat meine Mutter erledigt.

Mir fällt auch gerade auf, dass ich noch NIEMALS je von irgendjemanden gehört habe (hier im Forum z.B.), der sich erfolgreich aus so einer Problematik gelöst hat (also sowohl von den Leuten als auch von den miesen Gefühlen, und plausibel darüber berichtet hat, wie er das angestellt hat (hoffentlich tue ich jetzt niemandem Unrecht). Möglicherweise geht das auch gar nicht, wer wiss. Immerhin Prägungen seit frühkindlicher Zeit, die sind ganz schön mächtig in einem.

Das Schlimme ist, dass, selbst wenn man es schafft, sich emotional (und praktisch) zu lösen, man all diese Verhaltensmuster jahrzehntelang gelernt hat. Sie machen einen kaputt. Ich bin momentan in einer schwierigen Phase mit meinem Freund (größtenteils durch meine Frustration wegen meiner gesundheitlichen Situation bedingt), und ich sehe an unseren Streitmustern, dass mir meine Mutter viele schädliche Verhaltensweisen beigebracht hat. Es ist zum Mäusemelken, und ich fühle mich völlig machtlos. Mal schaffe ich es, die Muster zu stoppen, die nächsten neun Mal tappe ich wieder in die Falle. Das sind Muster, die einen fast suizidal werden lassen, weil man erkennt, was falsch läuft, und es doch nicht ändern kann.

Jan, wie geht es Dir, wenn Du Dir vorstellst, dass Deine Eltern sterben? Dein Vater ist krank, und Deine Mutter vermutlich auch nicht mehr die Allerjüngste. Wärst Du erleichtert? Wütend? Traurig?

J[an74


Wenn ich mir anschaue, dass andere Leute, die auch derartige Eltern haben, richtig heftig angeschlagen sind (mit stationären Psychiatrieaufenthalten, schweren Medikamenten etc), dann kriegt man schon den Eindruck, dass sowas eine Last und Bürde ist, die nicht mit einfachen Mitteln wieder zu beheben ist. Man dürfte fürs ganze Leben angeschlagen und neben der Spur sein.

Wenn sie sterben.. hm, ja, konfuse Mischung, denke ich. Zur Zeit in der Tat Erleichterung, zum anderen aber auch Trauer, dass man sich nicht wieder gütlich einigen konnte vorher.

ich merk aber, ich schreib viel zu viel dazu. Das dominiert alles grad viel zu sehr die Gedanken und Gefühle (was aber wohl auch kein Wunder ist).

MSeta4


Mir geht es eigentlich recht gut (bis auf die 1000 Probleme...) und ich finde mich nur ein bißchen neben der Spur ;-) , ich denke, bei mir war es nicht soo schlimm und übergriffig. Dazu hatte ich Glück, in den richtigen Momenten den richtigen Weg gezeigt zu kriegen.

Ich kenne aber auch Menschen, die eine ganz schlimme Situation hatten in der Kindheit und dann ein einigermaßen normales Leben hinbekommen haben. Manche brauchten dazu jahrelange, verschiedene Therapien. Das sind interessanterweise die Frauen. Die Männer, die ich da kenne oder von denen ich weiß, die sind mehr oder weniger komisch oder "verrückt" und haben auch nicht diesen Weg durch die Therapien gemacht.

Aber ich kann natürlich nicht beurteilen, ob in den Fällen die Situation einfach doch nicht so schlimm war, wie bei denen, die da nie einen Weg raus finden, oder ob es bessere Begleitumstände gab.

Der Weg ist bestimmt nie einfach.

J>an74


Naja, sich psychische Probleme einzugestehen und nach Therapie suchen, ist ja auch bei Frauen weiter verbreitet als bei Männern. Als Mann "hat man alles im Griff" und über Gefühle reden tut man sowieso nicht. Das ebnet natürlich den Weg für ein starkes seltsam-werden (siehe mein Vater ]:D ). Ich bin da wohl eine Ausnahme (höre ich auch sonst des öfteren).

Mir gings irgendwann so schlecht, dass keinerlei Fassade-spielen mehr drin war, nur "Flucht nach vorne" und "gnadenlos offen und ehrlich" hat noch geholfen. Von daher behalte ich das nun bei, kommt mir eh besser vor.

Ansonsten ists natürlich auch Veranlagung. Ich hab ein Stück weit das dicke, narzisstische Ego meiner Mutter geerbt, das hat schon des öfteren geholfen (ich muss nur zusehen, dass ich es in schach halte).

Jfanx74


Eigentlich ist der "Mechanismus des Leidens" ziemlich klar (zumindest erschein mir das grad so). Man ist Kind, liebt irgendwie seine Eltern, nimmt das was sie sagen als Maßstab und hält es für richtig, und ist bemüht, alles richtig zu machen. Allerdings sind die Regeln und Maßstäbe der Eltern kafkaesk (den beginnt man in der Tat zu verstehen, wenn man sich damit beschäftigt), sie sind sinnlos, ungerecht oder man kennt sie vorher (vor einer potenziellen Strafe) gar nicht. Trotzdem ist man bemüht, ein "gutes Kind" zu sein, aber um das zu erreichen, muss man sich in einem Maße aufreiben und unterwerfen, dass es selbstzerstörerisch ist/wäre. Also versucht man, die Eltern von der Unsinnigkeit und Ungerechtigkeit ihrer Regeln zu überzeugen, was aber nicht klappt - vielmehr wird einem jedes Wort im Munde umgedreht, und man selber ist schuld, wenn man nicht "so ist, wie man sein sollte".

Man ist also ständig gefangen im Spagat - kein "gutes Kind" sein, oder Selbstaufopferung. Beides geht nicht, ausserdem dazu noch permanent vorwürfe - Resultat, eine permanente, latente Depression oder Depressivität (von sozialen Folgen und Drogensucht ganz zu schweigen).

Dass das für ein Kind desaströse Folgen hat, dürfte klar sein, und die Reflektionsfähigkeit, zu erkennen, in was man da steckt, stellt sich erst viel zu spät ein, wenn die größten Schäden längst passiert sind.

Aber was tun da? Wenn man es, als Erwachsener erkannt hat, ist es klar - auf das Ansinnen, nach den Regeln der Eltern ein "gutes Kind" zu sein, zu sch**ssen, und zu lernen, dass es einem egal ist, wie es ihnen geht. Die Eltern haben einem die Bürde der Abhängigkeit aufgedrückt - machen IHR Glück davon abhängig, dass man sich Regeln unterwirft, die einen kaputt machen. Aber nicht kaputt machen geht auch nicht, denn als Kind ist es schwierig, unglückliche Eltern zu haben, noch dazu, wenn man selber "schuld" daran ist. Also ist das die einzige Lösung. Komplette emotinoale Abnabelung, die Eltern ihrem Elend (welches ja im Endeffekt nichts weiter als das ungeschönte Aufblühen IHRER Probleme ist) zu überlassen, ohne dass es einen weiterhin runterzieht.

E%hemaZlisger NFutzer& (#4V58871)


Neuere Studien (in "normalen" Familien) haben gezeigt, dass Schimpfen null positiven Effekt auf das Verhalten des Kindes hat. Beeinflusst aber das Selbstwertgefühl negativ. Man kann sich nur entfernt vorstellen, was für einen Schaden ständige Kritik anrichtet. Mich wundert im Nachhinein nicht mehr, dass ich mit 13 schon depressiv war. Nur, dass ich damals nicht wusste, warum.

Komplette emotinoale Abnabelung, die Eltern ihrem Elend (welches ja im Endeffekt nichts weiter als das ungeschönte Aufblühen IHRER Probleme ist) zu überlassen, ohne dass es einen weiterhin runterzieht.

Ich behaupte, dass ich diese Abnabelung vom Wohlergehen meiner Mutter zu 95% vollzogen habe (schon vor einigen Jahren). Es ist nicht meine Aufgabe. Aber ein Kontaktabbruch verletzt ja nicht nur die Eltern, sondern auch einen selbst. Die emotionale Abnabelung ist also nur ein Etappensieg. Der Kontaktabbruch kann sicher erleichternd sein, aber bringt sicherlich auch eine Menge Trauer mit sich - auf der Seite der Kinder. Deshalb fällt uns das so schwer.

J\an74


Es handelt sich aber auch nicht um eine normale Abnabelung, sondern um einen "Gefängnisausbruch". In einem "klassischen narzisstischen System" wollen die Eltern das Kind ja an sich binden, abhängig machen, Abnabelung verhindern. Entsprechend schwieriger ist es, sowohl in Bezug auf die notwendige Gegenwehr gegen Übergriffe der Eltern, als auch im "Kampf gegen sich selber", denn die emotionalen Widerstände kommen ja, als Folge der elterlichen (Fehl-)Prägung, aus einem selber.

MYetax4


Die Eltern sind eigentlich die erste große Liebesbeziehung, die man hat. Denn man liebt sie als Kind, das ist gewiss. Normalerweise passiert die Abtrennung von ihnen langsam parallel zum Wachsen der Selbständigkeit. Wenn dies nicht möglich ist, dann wird es später ein schwerer Prozess, der eine große Willensanstrengung braucht.

Ich bin in meinen 20er Jahren in Kreise geraten, wo das Abtrennen von den Eltern betrieben wurde und habe dann mehrere Maßnahmen durchgeführt:

Kontaktsperre, böse, böse Briefe, sie nur noch mit Vornamen anreden (kann ich mir inzwischen gar nicht mehr anders vorstellen). Meine Eltern konnten damit irgendwie umgehen, ich habe keine groß negativen Reaktionen bekommen. Und später sind sie sogar mit auf Familienseminare gegangen, wo ich z.B. in einem geschützten Rahmen meine Mutter konfrontieren konnte.

Jetzt sagt sie, das sei total wichtig gewesen, dass ich sie dahin mitgenommen habe und das gemacht habe, sie sei dadurch "aufgewacht". Mein Vater war nicht so erreichbar, aber auch er hat mitgemacht.

Den Zorn auf ihn habe ich dann eher beim Holzspalten rausgelassen und nicht ihm direkt gegenüber, damit hätte er nichts anfangen können.

Vieles habe ich in ihrer Abwesenheit bearbeitet, da war mir dann klar, es ist nicht wichtig, dass sie dabei sind, ich muss es vor allem in mir klären.

Eigentlich habe ich insofern echt Glück gehabt, meine Eltern haben mich gehen lassen und nicht gegen meine Loslösung angearbeitet. Das war sicher hilfreich.

Ich konnte mich darauf konzentrieren, die Bindung in mir zu lösen. Das Mitfühlen mit meinen Eltern, das Verantwortungsgefühl, und dann Zugang kriegen zu den negativen Erfahrungen, die ich mit ihnen gemacht habe, die waren bei mir nämlich eher verschüttet (allein und im Stich gelassen werden, keine Eltern als "Eltern" haben, kein Vorbild, keine Anleitung).

Jetzt ist da noch ganz viel Liebe zu meinen Eltern da ( aber sie sind auch weit weg und es gibt nicht soo viel Kontakt, also auch wenig Konfliktpotential).

Jule, wenn der Kontaktabbruch soviel Trauer mit sich bringt, ist das dann auch die Trauer über das, was nie gewesen ist und was du vielleicht immer noch hoffst, eines Tages zu bekommen?

auutu`mUn-]lixke


@ Jan

Ich hatte jetzt einige Tage kein Internet. Zum Glück geht es endlich wieder. Für mich denkst du viel zuviel über deine Eltern nach. Dein Vater mag weich sein etc., aber er hat sich dieses Leben so ausgesucht. Er steht hinter deiner Mutter. Du hast das Gefühl kein gutes Kind zu sein. Na, und?

Meine Mutter hat mir all die Jahre das Gefühl vermittelt, dass schwarze Schaf der Familie zu sein. Mein Vater ließ sie gewähren, um seine Ruhe zu haben. Meine Mutter wurde dann vom Verhalten etwas besser, als mein Vater starb. Du hast im Prinzip die Kontaktsperre. Die habe ich auch. Seit meinem Auszug geht es mir gut. Ja, auch ich habe Phasen, wo ich an meine Mutter zurückdenke, an ihre Tobsuchtsanfälle. Es mag sein, dass sie krank ist, aber sie wusste sehr wohl, was sie in solchen Momenten schrie, sie brüllte Lügen aus sich heraus, um mich zu verletzen. Ich lebe jetzt mein eigenes Leben, weit weg von ihr. Aber ich kann ihr Verhalten nicht mit ihrer Persönlichkeitsstörung entschuldigen. Sie dominierte jahrelang, aber nur, weil es jeder zuließ. Das Leben ist zu kurz, um sich wertvolle Lebenszeit von solchen Gedanken um die Eltern nehmen zu lassen. Genieße das Leben mit deiner Freundin. Stell sie in den Mittelpunkt und lasse die Eltern außen vor.

Jban74


Wenn es so einfach wäre, "Erkenntnis - die spinnen, vermiesen mir nur die Lebenszeit, also denk ich gar nicht weiter über die nach", dann würd ichs tun.. aber ist halt nicht so einfach. Wenns einfach wäre, wärs kein Problem.

Die Erkenntnis ändert nix an dem, was in mir an Gefühlen und (automatischen Grübel-)Gedanken so abläuft, da kann ich "auf Knopfdruck" nix dran ändern. Rational ist mir das auch alles klar, aber hilft halt nur wenig, bzw sagen wir eher, langsam.

@ Meta4

Ja, das klingt doch eigentlich (im Rahmen des möglichen, sozusagen) ganz gut.

J@an7x4


@ autumn-like

Bzw die Frage ist eher, was "der wunde Punkt" ist. Bei Dir mag das "Primär-Problem" das mütterliche Generve sein und mit Distanz bzw. Kontaktabbruch ist wieder gut. Bei mir sieht das wohl etwas anders aus.

PUorMtlQanxd


Wenn es so einfach wäre, "Erkenntnis - die spinnen, vermiesen mir nur die Lebenszeit, also denk ich gar nicht weiter über die nach", dann würd ichs tun.. aber ist halt nicht so einfach. Wenns einfach wäre, wärs kein Problem.

Lieber Jan,

Genau das oben Zitierte schreibst Du hier in unterschiedlichen Variationen immer wieder: "Man könnte das ja überwinden, wenn es so einfach wäre."

"Wenn es einfach wäre, dann würde ich es ja tun..."

Problemlösung und Leben im Konjunktiv. :-/

Schicksalsergebebheit.

Niemand hat jemals behauptet, dass das einfach wäre!

Aber ist es deshalb unlösbar und muss man deshalb so passiv bleiben?

Sich aus solchen Verstrickungen zu befreien erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbsterkenntnis.

Und vor allem den Willen für dieses Ziel zu kämpfen!

Folgende Fragen zu klären bzw. Punkte zu betrachten, wären dabei möglicherweise wichtig:

• Wie genau schaffe ich es aufzuhören, meine Eltern mit 40 immer noch als so starken gedanklichen Mittelpunkt zu haben?

-Welche praktischen Vorgehensweisen (Kontaktabbruch oder -Einschränkung) helfen dabei?

-Welche Praktiken/Skills kann ich evtl. erlernen um diese analytischen Gedanken zu stoppen?

• Wäre die Begleitung eines Psychologen für diesen Prozess sinnvoll?

-Warum kann ich das nicht loslassen?

-Was gibt mir diese endlose Analyse meiner Eltern?

Änderung erfordert Selbstdisziplin, die Bereitschaft Dinge zu ändern (sonst wird auch nichts "anders"), und Konsequenz.

Die Tatsache, dass Du ganz stark die innerer Haltung propagierst, dass ein Loslösen von Deinen Eltern, deren "Verstrickungen" und psychologischen Konstellationen, "zu schwer" und dadurch - zwischen den Zeilen zu lesen - "ja kaum machbar sei" - deutet daraufhin, dass Du weder aktiv und kämpferisch daran arbeitest, noch selbst loslassen willst.

Und das Argument, der Aufschrei "Nichtbeschäftigung wäre ja Verdrängung! Verdrängung ist schlecht!" verhindert eine Loslösung dann komplett und "adelt" und rechtfertigt (vor allem vor Dir selbst..) deine fast zwanghafte "Analyse der Eltern" auch noch.

Immer und immer und immer wieder gehst Du gedanklich hin zu Deinen Eltern, und weg von Dir. Gehst tief ins Thema rein, anstatt davon bewusst Abstand zu nehmen.

Ich denke mittlerweile, Du als Person brauchst diese Verstrickung, brauchst es dich damit zu beschäftigen, dich dadurch als Mensch zu verorten.

Wer bist Du,Jan,ohne diesen Anteil?

Stell Dir mal folgendes Bild vor:

Die Verstrickung/Abhängigkeit bezgl. deiner Eltern ist wie ein "Gewächs" in Deiner Seele.

Du "gießt" es mit Gedanken und Analysen.

Hegst und pflegst es, vergisst es nie.

Dadurch wächst und gedeiht es!

Treibt immer mehr Blüten, Ranken und Blätter.

Wird die kräftigste,auffälligste und zentralste Pflanze im "Garten".

Dieses "Unkraut" nimmt den anderen Pflanzen (Gegenwart,Partnerschaft,Familie,Hobbies,DU)

in Deinem Inneren Licht und Luft zum Leben.

Wendest Du Dich endlich von dem Gewächs ab, und steckst Deine Energien in etwas Anderes (die Gegenwart,Deine Familie, DICH) - gießt es nicht mehr - verdorrt diese Pflanze.

Ich hoffe, Du kannst irgendwas von meinen Worten annehmen.

Liebe Grüße @:)

GRoldtxau


Portland, :)^ :)=

Mit den ganzen "Schierigkeiten" lügt man sich bloß selber in die Tasche.

Es geht darum, wasch mich, aber mach mich nicht nass.

So geht das aber nicht.

Wenn man sein Leben ändert, fühlt es sich hinterher auch anders an als vorher.

Ausserdem ist da gar nix "schwierig".

Kontaktabbruch, Anschnauzen der Eltern, wenn sie sich mal wieder daneben benehmen, etc...:

Alles ganz einfach, wenn man es will.

Wenn sich die Eltern nix mehr "herausnehmen", einen wie einen Erwachsenen behandeln, ...

tja, dann hört die Kindheit endgültig auf, dann muss man halt selber erwachsen sein.

Wer das nicht will...

Gruß

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