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Wie viel dürfen Eltern sich bei erwachsenen Kindern rausnehmen?

E7hemaRliger Nutzaer #(#4588x71)


@ Meta4:

Jule, wenn der Kontaktabbruch soviel Trauer mit sich bringt, ist das dann auch die Trauer über das, was nie gewesen ist und was du vielleicht immer noch hoffst, eines Tages zu bekommen?

Ja und nein. Ich hoffe nicht, es eines Tages noch zu bekommen, weil ich weiss, dass das nicht passieren wird.

Ich habe aber [[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/696179/21312547/ an anderer Stelle in diesem Thread]] schon im Detail erörtert, warum ich den Kontakt zum jetzigen Zeitpunkt nicht abbrechen KANN. Ich sehe auch keinen Sinn darin, da ich ja ungefähr 350 Tage im Jahr absolute Ruhe habe. Die Grenzen, die ich seit Jahren setze, setze ich immer deutlicher, so dass meine Mutter sich einigermassen daran hält. Es ist nicht bei Jan, wo diese Grenzüberschreitungen seitens der Eltern immer wieder erzwungen werden, und wo alles daran gesetzt wird, dass jede Grenzüberschreitung massiver ist als die letzte.

Kontaktabbruch, Anschnauzen der Eltern, wenn sie sich mal wieder daneben benehmen, etc...:

Alles ganz einfach, wenn man es will.

Sorry, aber das ist doch ein einziges Bla. Das hat nichts mit Wollen zu tun, und es geht selten nur um die emotionale Abhängigkeit Kind - Vater und Kind - Mutter. Da spielen andere Verwandte, Geldangelegenheiten etc. mit rein. Selbst, wenn man sich emotional abnabeln WILL, kann man manchmal trotzdem keinen Kontaktabbruch durchziehen. Bei mir schon aus rein finanziellen Gründen. Ich bin seit vielen Jahren finanziell unabhängig, aber wenn sich meine Gesundheit nicht bessert und wir mal Kinder bekommen, dann werden wir auf das Erbe meiner Mutter angewiesen sein. Mit BU-Rente kann man keine grossen Sprünge machen. Off-Label-Behandlungsmöglichkeiten für meine Krankheit liegen so zwischen 5 000 und 30 000 Euro. Wenn ich in die Situation komme, werde ich meine Mutter darum bitten, mir das Geld zu geben. Wenn sie es mir verweigern würde, wäre das für mich tatsächlich ein Anlass, komplett mit ihr zu brechen.

Um die Frage vorweg zu nehmen: Wenn ich gesund wäre und somit keine finanziellen Sorgen hätte, würde ich den Kontakt dann abbrechen? Jetzt: nein, denn sie lässt mich ja weitestgehend in Ruhe. Vor fünf Jahren, als sie sich so einige Unverschämtheiten geleistet hat: wahrscheinlich ja, zumindest für mehrere Jahre.

Und "einfach"? Willst Du Jan unterstellen, er WOLLE den Kontakt nicht abbrechen? Die Eltern rufen bei seiner Freundin an, bei seinen ehemaligen Arbeitskollegen,... meine Mutter hat es auch über meinen Freund versucht, er hat sie aber so deutlich zurückgewiesen, dass sie sich das nicht noch einmal traut. Im Gegensatz zu Jans Mutter versteht sie einen Schuss vor den Bug.

J]an7x4


Ja, ich muss auch sagen, dass mich eine gewisse Gereiztheit überkommt..

ich schreib ca. alle 2 Tage so 30 min über das Thema hier im Forum, was etwas über 1% der Zeit ist. Woher wollen die Leute hier wissen, was ich in der sonstigen Zeit mache? Dass ich in dieser Zeit über Eltern grübelnd trübsinnig rumsitze und nicht meine Energie in andere Lebensbereiche stecke?

Und solche Aussagen wie "hör auf mit Analysieren, ignorier sie einfach, es bringt Dir nichts" sind wirklich totaler Käse. Warum ich das tue (wobei es mir ehrlich gesagt stinkt, hier das Gefühl zu bekommen, mich auch noch rechtfertigen zu müssen):

Weil diese Ablösung SCHWIERIG ist und mit miesen Gefühlen vor allem aus der Schuld- und schlechtes Gewissens- und Trauer-Ecke verbunden ist (was sich, sorry, liebe Leute hier, auch nicht mit "wollen" per Knopfdruck ausschalten lässt, es ist de fakto so massiv dass es mich komplett depressiv verstimmt macht), und um das hinzubekommen, ist für mich die feste, gewisse Erkenntnis notwendig, was da WIRKLICH vorliegt. Wie durch und durch krank und gestört meine beiden Eltern und ihr System ist. Wie niederträchtig, komplett egozentrisch und manipulativ, zu meinen Ungunsten das alles ist. All das muss ich begreifen und mir immer wieder in den Kopp hämmern, um mit den ganzen miesen Gefühlen zumindest ein klein wenig umgehen zu können. Ohne diese Erkenntnisse, was eine Analyse voraussetzte, wäre ich da weitgehend hilflos und handlungsunfähig.

Auch die These, ich hätte da keinen Psychologen/Therapeuten, mit dem ich das aufarbeiten würde, ist haarsträubend (und unzutreffend).

Abgesehen davon höre ich auch von diesen Leuten, dass meine Eltern durchaus über das, was "normale gestörte" Eltern so tun, hinausgehen. "Sowas habe ich wirklich noch nie gehört", höre ich da. Eine psychopathische Stalkerin, die mir mit zerstörerischen Absichten im Nacken sitzt und schon grenzüberschreitende Dinge getan hat, und dazu ein weinerlicher, leidender Vater, der einen (bewusst wie auch unbewusst) mit seinem eigenen Leiden emotional unter Druck setzt.

Sorry, Leute, hier muss man erstmal klar erkennen was Sache ist, um sich DA raus lösen zu können.

Es gibt hier im Faden auch diverse Leute mit EINEM Elternteil, ähnlich meiner Mutter, welches problematisch ist. Wenn das bei mir auch so wäre, wäre das für mich auch viel einfacher, mich zu lösen. Der (nicht-)Umgang mit ihr fällt mir (emotional) relativ leicht; sie ist "offen gestört und sch**sse", also lasse ich mir das legitimerweise nicht gefallen und grenze ab. So weit so gut, relativ simpel. Aber die Kombination aus BEIDEN ist total brisant, und für mich ist da auch de fakto mein Vater das viel größere Problem. Weil er nicht aggressiv ist, sondern leidend, mich da in eine co-Rolle drückt, sehr schwierige, symbiotische, belastende emotionale Verstrickungen, mit den besagten Folgen (depressiv).

Und hier kann ich nicht sagen "kein Kontakt mehr", ohne diese Verstrickungen aufzuarbeiten, wozu man sie erstmal erkennen muss. "Einfach so nicht mehr drüber nachdenken" mag für einige funktionieren, für mich aber NICHT; dazu bin ich viel zu sehr und zu massiv und zu lange gehirngewaschen worden.

Jvanx74


Ausserdem sind die Eltern und die Kontakt-Frage auch gar nicht das zentrale Problem. Mich belasten da zur Zeit ganz andere Dinge.

Grad vor allem die Erkenntnis "in was ich da jahrzehntelang gesteckt hab". Wie Aufwachen aus einem schlechten Film. Bewertungen relativieren sich. Situationen (privat, beruflich), die aus irgendeinem Grund doof waren, und damals irgendwie von mir (zwangsläufig) bewertet worden sind. erscheinen nun in ganz anderem Licht (weil der krankhafte elterliche Einfluß viel größer ist als mir damals klar waren) und werden neu bewertet. Das ganze bisherige Leben und auch die aktuelle Situation werden "umbewertet". Das fühlt sich gerade sehr eigenartig, und durchaus bedrückend an.

Jvanx74


Also de fakto macht "verlassen des elterlichen Systems" sogar deutlich miesere Gefühle als "diplomatisch spielen und weiterhin ertragen". Das ändert sicher nix daran, dass es der richtige Weg ist, aber zeigt mir halt auch, dass die Probleme bei mir andere sind, als man oberflächlich gesehen vermutet. "Eltern ertragen" ist da vergleichsweise einfach gegen (aber WILL ich nicht mehr, aus Stolz und Würde mir selber gegenüber. Die Zeit der Beleidigungen ist vorbei).

G6olxdtau


Naja,

entweder ist es eine Willenssache: Wenn man will, so kann man es ändern.

Oder es ist unbeeinflussbares Schicksal: Man lernt besser, es mit Gleichmut zu ertragen, denn ändern kann man es ja nicht.

Man kann sich aussuchen, was es für einen selber ist.

Man kann sich die Schwierigkeiten ausmalen, oder die Chancen und Ziele.

Gruß *:)

E hemfaligerY Nutzegr (#45x8871)


Ausserdem sind die Eltern und die Kontakt-Frage auch gar nicht das zentrale Problem. Mich belasten da zur Zeit ganz andere Dinge.

Ja, das ist bei mir auch so. Das größte Problem ist das emotionale Erbe, das ich aus dieser gestörten Beziehung erhalten habe: eine verkorkste Streitkultur, Verlustängste, Depressionen. All das würde auch nicht besser, wenn ich jetzt von heute auf morgen den Kontakt zu meiner Mutter abbreche.

@ Goldtau:

Du wiederholst Deine Phrasen, aber gehst weder auf Jans noch auf meine recht ausführlichen Beiträge ein? Zitate von irgendwelchen Lebensweisheits-Webseiten bringen doch hier keinen weiter. Nenn mir doch bitte die Chancen und Ziele, die sich aus einem Kontaktabbruch für mich ergeben würden.

JVan7x4


@ Portland

Aber ist es deshalb unlösbar und muss man deshalb so passiv bleiben?

Sich aus solchen Verstrickungen zu befreien erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbsterkenntnis.

Und vor allem den Willen für dieses Ziel zu kämpfen!

Ich kann mich gar nicht erinnern, geschrieben zu haben, dass es "unlösbar" ist, dass ich passiv sei, dass ich da keine Disziplin/Erkenntnis aufbringe, und nicht den Willen hätte. Frag mich wirklich wie Du darauf kommst.

JGaNnu7x4


@ jule

mich belastet vor allem die verkorkste Vergangenheit.. was hätte sein können, und was war tatsächlich. Völlig neben der Spur, das ganze Leben. Gruselig. Naja, da hilft wohl nur Akzeptanz und das beste draus machen.

In der Tat ist es wichtig, nicht in die Opferrolle zu fallen, sondern den Blick auf die (zweifellos reichlich vorhandenen) positiven Dinge und die Zukunft zu lenken. Aber die "ich bin armes, verletztes Opfer"-Phase ist auch notwendig, genau wie auch die Analyse-Phase. Doof wäre nur ein verharren auf einer Stufe.

Jdaon74


entweder ist es eine Willenssache: Wenn man will, so kann man es ändern.

Das ist so ein Blödsinn. Wer im Krieg ein Bein verloren hat, hat es nicht mehr, das kann man auch mit Willenskraft nicht mehr ändern.

Und wer heftig unter stärkster Neurodermitis leidet, die komplett behandlungsresistent ist, wird leiden müssen, da gibt es keinerlei "Chancen und Ziele".

Genauso können auch seelische Verletzungen so einen Schaden anrichten, dass man da nur noch sehr wenig machen kann.

So eine Aussage ist fast ein Vorwurf an Leute, die so schwer verletzt sind, dass sie da nix tun "können". So nach dem Motto, nein, Du könntest, Du willst bloß nicht wirklich, Du bist zu faul..

nein, manchmal kann man nix tun.

G_o0ldtaxu


Oder es ist unbeeinflussbares Schicksal: Man lernt besser, es mit Gleichmut zu ertragen, denn ändern kann man es ja nicht.

Gruß

Ejhemalig}er Nmutzewr (#}4588x71)


mich belastet vor allem die verkorkste Vergangenheit.. was hätte sein können, und was war tatsächlich. Völlig neben der Spur, das ganze Leben. Gruselig. Naja, da hilft wohl nur Akzeptanz und das beste draus machen.

Das halte ich für problematisch, weil Du die Vergangenheit ohnehin nicht ändern kannst. An der Gegenwart kannst Du aber etwas ändern, und ich bin mir nicht sicher, ob man dazu seine ganze Vergangenheit aufarbeiten muss. CBT statt Psychoanalyse, platt ausgedrückt. Ich spreche ja mit meiner Therapeutin - zu der ich ja wegen meiner physischen Krankheit gehe und weil ich mein Schicksal eben nicht mit Gleichmut ertragen kann - öfter mal über meine Mutter, weil sie da ganz gute Ansätze hat. Da ging es aber immer nur darum, wie ich JETZT konkret mit der Situation umgehen kann. Allerdings finde ich erschreckend, dass wirklich jedes meiner psychischen Probleme - Schwarzmalerei, Verlustangst, chronische Unzufriedenheit (auch, als ich körperlich noch tipptopp war), schlechtes Selbstbild, Vergleichen mit anderen.. seinen Ursprung in meiner Kindheit hat. Also ist meine Aufgabe, diese Probleme JETZT anzugehen, aber dafür braucht man nicht das Verhalten meiner Mutter zu analysieren. Weisst Du, was ich meine?

Ich finde es wichtig, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Die Trauer darüber, dass man nicht wie andere eine schöne, unbeschwerte Kindheit hatte, ist berechtigt und angebracht, aber nicht jahrzehntelang.

a utum~n-Klikxe


@ Jan

Ich frage mich selber, warum ich das all die Jahre ertragen habe. Wie sich meine Mutter noch ein Jahr nach meiner Trennung aufgeführt hat (irrer Blick, schlug mir die Tür vor der Nase zu, ging an mir vorbei ohne mich eines Blickes zu würdigen, war hasserfüllt), hier hätte ich die Reißleine ziehen müssen.

Mein Vater hielt früher immer zu mir. Ab der Trennung hatte sie ihn auf ihre Seite gezogen. Es war bei mir nicht nur ein Elternteil. Aber trotz allem, ich versuche für mich nach vorn zu sehen, weil ich in der Gegenwart lebe.

Du änderst ihr Verhalten nicht, wenn du versuchst ihr Verhalten zu verstehen. Man kann gewisse Verhaltenszüge mit einem gesunden Menschenverstand nun einmal nicht nachvollziehen.

Durch meinen Umzug ist längst nicht alles erledigt. Ich habe auch Tage, wo ich oft an diese Zeit denke und was sie mir alles angetan hat. Aber ich versuche meine Mutter nicht zum Mittelpunkt meines Lebens werden zu lassen. Ich habe eine Freundin, welche sich ebenso versucht von der Mutter zu lösen. Seit sie ihren Mann kennen gelernt hatte, hat sich das Verhältnis zur Mutter verschlechtert. Die Mutter hatte ihr Leben auf das der Tochter aufgebaut. Auch ihr fällt es schwer. Sie hat sich sogar in psychologische Behandlung gegeben.

Mein Vater war längst nicht mit dem Verhalten meiner Mutter einverstanden, aber er wollte nicht gegen sie ankommen und er ließ sie gewähren, um seinen Frieden zu haben.

Versuche dich freizuschwimmen. Meine Mutter hat die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Aber trotzdem rechtfertigt das nicht alles von ihr. Mein Vater war nicht krank und trotzdem ließ er meine Mutter gewähren. Dein Vater will so leben. Es ist sein Leben und seine Entscheidung.

avutRumn-lixke


Jule sagt es ja auch. Das Hier und Jetzt ist wichtig, nicht die Vergangenheit. Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern. Aber man kann daraus lernen.

Eehemaloiger Nutzexr v(#45887x1)


Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern. Aber man kann daraus lernen.

Schon allein für seine eigene Beziehung und Familie!!

JQan7x4


@ julejule81

Da hast Du mich wohl falsch verstanden. Ich sehe das doch genauso wie Du. "Akzeptanz" bedeutet doch, sich nicht ewig über die Vergangenheit zu grämen.

Allerdings geht das nicht von jetzt auf gleich, und zur Zeit ist bei mir halt "akuter Schockzustand".

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