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Unterschiedliche Vorstellung von Sex in langjähriger Ehe

O{luRf hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Frau und ich sind ein Paar seit wir 18 sind. Das sind jetzt schon etwa 25 Jahre. Davon sind wir die längste Zeit verheiratet. Kinder haben wir auch, und auch wenn es natürlich auch Stress und Streit gibt, eigentlich keine ernsthafte Probleme. Bis auf eins, vielleicht.

Wir hatten aus unterschiedlichsten Gründen nie besonders viel Sex. Das war für uns beide OK. In den letzten Jahren merke ich, dass Sex für mich immer wichtiger wird. Für meine Frau wird es aber immer unwichtiger. Wir haben jetzt maximal ein Mal pro Woche Sex (mehr hält sie für absolut übertrieben) und minimal einmal pro Monat (sie sieht auch ein das es dazugehört). Mir ist das aber echt zu wenig.

Wenn man dann schon unzufrieden ist kommen auch andere Wünsche dazu. Wir hatten beide keine andere Partner, bevor wir uns kennengelernt haben, und sind beide (davon gehe ich jedenfalls mal aus) nie fremdgegangen. Manchmal bekomme ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben, oder habe ich einfach die Neugier, wissen zu wollen, wie es sich mit einer anderen Frau anfühlen würde. Und schließlich spielt dann noch mit (ist wohl auch typisch Midlife Crisis), dass ich auch mal als Mann begehrt werden möchte. Objektiv gesehen ist es besser dafür gelobt zu werden, dass man die Wäsche gemacht und das Essen gekocht hat (das ist eine Leistung) als für seine Männlichkeit (dafür wie man aussieht kann man ja nicht allzuviel), aber erotisierender ist es.

Inzwischen frustriert mich die Situation immer mehr und habe ich keinen Ansatz einer Lösung. Ich bin mal gespannt, ob jemand hier im Forum ähnliche Erfahrungen hat, oder weiß, wie man aus einer solchen Krise herauskommt.

Antworten
EQl7la7x1


In welche Richtung soll Deine Lösung denn gehen?

So eine Art Absolution fürs Fremdgehen, oder aber Wiederbelebung der Ehe?

Liebst Du Deine Frau noch?

s8ensibbelxman


Wir haben jetzt maximal ein Mal pro Woche Sex (mehr hält sie für absolut übertrieben) und minimal einmal pro Monat (sie sieht auch ein das es dazugehört).

Klingt eher nach Sex aus Gefälligkeit und weniger nach Sex aus Lust.

Manchmal bekomme ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben, oder habe ich einfach die Neugier, wissen zu wollen, wie es sich mit einer anderen Frau anfühlen würde.

Du würdest vermutlich dieses unbefriedigende Gefühl nicht so haben, wenn der Sex in deiner Ehe gut wäre.

Objektiv gesehen ist es besser dafür gelobt zu werden, dass man die Wäsche gemacht und das Essen gekocht hat

Wäsche mitzumachen (oder alternative Hausarbeit) halte ich für selbstverständlich- dafür erwarte ich keine besondere Anerkennung, außer dass meine Frau sich auch an der Hausarbeit beteiligt. Nach dem Kochen freue ich mich, wenn das Essen besonders gut geschmeckt hat- ansonsten erwarte ich dafür keine besondere Anerkennung.

Und schließlich spielt dann noch mit (ist wohl auch typisch Midlife Crisis), dass ich auch mal als Mann begehrt werden möchte.

Tut das deine Frau nicht?

O*lu?f


Ach je. So viele Fragen

in welche Richtung soll Deine Lösung denn gehen?

Keine Ahnung

So eine Art Absolution fürs Fremdgehen,

Das dumme ist, das Fremdgehen immer mit Lügen und Betrügen einhergeht. Ich glaube, das Fremdgehen, wäre nicht so schlimm, wenn es ohne Lügen und Betrügen ginge.

oder aber Wiederbelebung der Ehe?

Ja das wäre natürlich optimal. Wobei "Wieder" etwas irreführend ist. Früher war es nicht anders, aber meine Bedürfnisse/Vorstellungen haben sich geändert.

Liebst Du Deine Frau noch?

Ja

dass ich auch mal als Mann begehrt werden möchte.

Tut das deine Frau nicht?

Nein. Nicht mehr jedenfalls. Ich zweifle oft sogar, ob das jemals anders war.

OAlEuf


Klingt eher nach Sex aus Gefälligkeit und weniger nach Sex aus Lust.

Der Appetit kommt immer erst beim Essen. Leider nie vorher.

sUensilb%elmaxn


Der Appetit kommt immer erst beim Essen. Leider nie vorher.

Dann sorge doch für mehr Appetit ...

OMlu=f


Dann sorge doch für mehr Appetit ...

Ach, so einfach ist das.

szenscibe9lmacn


Ach, so einfach ist das.

Viele Lösungen sind einfach.

S?oroxman


Inzwischen frustriert mich die Situation immer mehr und habe ich keinen Ansatz einer Lösung. Ich bin mal gespannt, ob jemand hier im Forum ähnliche Erfahrungen hat, oder weiß, wie man aus einer solchen Krise herauskommt.

Also das Problem ist ja nicht neu.

Ansatz der Lösung: Verständnis für den anderen. Sie für dich. Du für sie. Paar Plaudereien dazu:

[[https://www.youtube.com/watch?v=LlraDroKdh8]]

[[https://www.youtube.com/watch?v=qXYwz6zcEEs]]

[[https://www.youtube.com/watch?v=scA5D23nE5g]]

[[https://www.youtube.com/watch?v=Ia6x0VC_2eM]]

[[https://www.youtube.com/watch?v=fpGvyTyjoZ8]]

F}ionsa85


Ich glaube, das Fremdgehen, wäre nicht so schlimm, wenn es ohne Lügen und Betrügen ginge.

Dann wäre es ja kein Fremdgehen mehr. Ginge dann eher in die Richtung offene Beziehung.

Verhütet ihr hormonell?

O3luxf


Verhütet ihr hormonell?

Nein, und auch sonst nehmen wir keine Medikamente.

L}uc3y47Q1x1


Wir haben jetzt maximal ein Mal pro Woche Sex

sei froh, ich kenne ein Paar (37/42) die haben seit 5 Jahren keinen Sex mehr und es geht auch, warum weiß ich allerdings nicht.

CKom}ran


Bevor du dich an so ein Forum wendest, ist das ja ein Thema, was zwischen euch steht und besprochen werden muss. Wie offen könnt ihr darüber reden, sind diese Gespräche (von deiner Seite) absolut ehrlich und wie verlaufen sie zwischen euch?

Solche Themen wirst du zuhauf finden - insofern bist du nicht allein. Ein Gefälle im sexuellen Verlangen ist belastend für eine Beziehung manchmal kommen auch biologische Gründe hinzu (Eintritt in die Wechseljahre), manchmal ist hormonelle Verhütung mitschuld an der Lustlosigkeit.

Ich brauche nicht zu erwähnen, dass Fremdgehen euer Lebensmodell unter Umständen komplett zerstören kann, deswegen gehe ich auf diese Alternative auch nicht ein. Wenn du so nicht leben kannst, wirst du dich trennen müssen - glaube nicht, dass du beides (vertraute Familie und heimliches anderweitiges Rumvögeln) auf Dauer unter einen Hut bringst und es wäre auch extrem unfair.

Bei eingeschlafener Lust - wenn keine biologischen Gründe oder Stress wg. Haushalt und Kindern vorliegen - wird es Zeit, das Lustleben auf einen anderen Level zu stellen. Was habt ihr da schon probieren können? Standards wie Wäsche/Spielzeug? Offener Umgang mit SB (auch sie sollte sich dafür hin und wieder für sich Zeit nehmen)? Könnt ihr euch trotz der Kinder ausreichend Zeit nehmen, so dass man es auch mal zelebrieren kann, so mit einem anregenden Sekt, Kerze, ein Bad, frische Dessous, lange Kuscheln? Die Orte könnt ihr mal wechseln (manchmal breiten wir einfach eine weiche Decke aus, stellen ein paar Häppchen daneben und machen anregende Musik an).

Wenn das alles schon erfolglos war, dann bleibt eigentlich nur noch die Chance, die Beziehung zu öffnen. Sofern sie trotz allem ein offenes Verhältnis zur Sexualität hat (sonst ist das schwierig). Ihr könnt es mal in einem guten Paare-Club probieren, euch da einen schönen Tag zu machen. Bisschen Wellness, was trinken, nette Gespräche, knisterndes Ambiente. Ihr müsst da nicht "swingen", es läuft alles sehr respektvoll ab und ihr habt auch Rückzugsmöglichkeiten zu zweit, wenn ihr beim Erstversuch schüchtern seid. Erfahrungen teile ich gerne per PN, sie sind aber ausnahmslos gut.

Oder - als Ultima Ratio vor der Trennung - ihr macht euch dadurch glücklich, dass ihr Regeln festlegt, unter denen du mit einer anderen Frau zusammensein kannst, die dir das gibt, was du zuhause nicht bekommst. Das kann beide entlasten, aber nicht jeder kann das (mir würde es auch schwerfallen).

Wie alt sind denn eure Kinder?

Und wie verläuft euer Sex ansonsten? Bekommt sie dabei Lust? Macht sie auch mal den Anfang? Oder bist du spitz und "drängelst", bis du endlich darfst?

S9oromxan


glaube nicht, dass du beides (vertraute Familie und heimliches anderweitiges Rumvögeln) auf Dauer unter einen Hut bringst und es wäre auch extrem unfair.

- Comran

Also da gibt's ja Zwischentöne.

Wenn das alles schon erfolglos war, dann bleibt eigentlich nur noch die Chance, die Beziehung zu öffnen.

Ich sehe da viel mehr Varianten. Die große Chance sehe ich darin, dass jeder Mensch in seinen Gedanken beliebige Freiheiten hat. Und davon lohnt es sich sicherlich, mal mehr Gebrauch zu machen. Zusammen damit, dass das Gehirn unser größtes Sexualorgan ist, ergeben sich damit aus meiner Sicht enorme Möglichkeiten.

In seinen Gedanken ist auch Oluf frei. Und diese Freiheiten sollte er nutzen. Denn dort kann er es auch keinem anderen anlasten, wenn er sich diese gedanklichen Freiheiten selbst nicht nimmt. Der zweite Schritt wäre dann, ob einem selbst diese gedankliche Freiheit reicht. Oder ob Wünsche, Träume, Fantasien für einen selbst auch immer wieder mit der Realität in Deckung gebracht werden müssen. Mancher kann das trennen (die eher intellektuelle Schiene), mancher braucht da immer wieder den Abgleich mit der Realität.

Auch wenn er immer Sex mit der gleichen Frau und einem bestimmten Verhalten hat, kann er sich ja ganz verschiedene Frauen oder Verhaltensweisen vorstellen. Ich glaube, dass gedankliche Freiheit beider Partner auch den Paarsex sehr beflügeln kann. Wenn die "Plörre von der Tanke plötzlich wie Kaffee auf Hawaii" schmeckt. Mal bildlich gesprochen. ]:D

Von so Swingergeschichten haben mir Fernsehbeiträge gereicht, um da zu sehen, also für mich wäre zumindest das Gezeigte eher nix. Zu viel Realität. ;-D Mir ist ja in einer normalen Sauna manchmal das Kopfkino schon zu viel.

Oder - als Ultima Ratio vor der Trennung - ihr macht euch dadurch glücklich, dass ihr Regeln festlegt, unter denen du mit einer anderen Frau zusammensein kannst, die dir das gibt, was du zuhause nicht bekommst. Das kann beide entlasten, aber nicht jeder kann das (mir würde es auch schwerfallen).

Regeln für alles mögliche finde ich richtig und sinnvoll in einer Beziehung. Aber für diesen Punkt fühlt es sich für mich irgendwie nicht passend an. Wenn ich mit meiner langjährigen Frau verhandle, wie ich real mit anderen Frauen zusammensein "darf". Fehlt nur noch, dass sie das dann auch noch haarklein kontrolliert.

Da finde ich es besser, Freiräume in Form von Zeiten zu regeln: Abende, Tage, Wochenenden, Urlaube allein. Aber in diesen Zeiten auch diese Freiräume als echte Freiräume des anderen zu lassen.

SGorogm-an


Ich finde, sehr viel Reiz liegt darin, durch die gegebenen Freiräume auch mal nicht mehr alles über den anderen zu wissen. Denn dieses Gefühl fehlt, glaube ich, nach 25 Jahren Ehe. Die Unruhe und Unsicherheit, die dieses Nichtwissen erzeugt, ist aus meiner Sicht eine große Chance. Denn es ist auch wieder die Quelle für Antrieb, für Ausprobieren und für Freude, wenn aus gefühlter Unsicherheit ein Stück Sicherheit wird.

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