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Unterschiedliche Vorstellung von Sex in langjähriger Ehe

GYaraj%onay


Ok, ich schreibe mal mit. Helfen kann ich nicht, auch wenn ich das Problem kenne. Bei uns ist es andersrum: er will nicht so oft wie ich. Es kommt dann immer: zu müde, die Kinder könnten aufwachen, keine Zeit usw. Vor den Kindern war es anders. Hat mit mangelnder Attraktivität auch nichts zu tun, mein Körper ist wieder wie vor den Kindern, ich seh nicht großartig anders aus als vorher. Ich glaube eher, dass mit Job/Kinder/Dauermüdigkeit/grade keine Zeit sich so eine Routine einschleicht, man wird "Sexfaul" und bequem. Diese Routine müsste man durchbrechen, damit sich was ändert. Aber frag mich nicht wie, ich hab's ja auch nicht hingekriegt...

Onluf


Es stehen, hier noch einige Fragen im Raum, die ich bisher nicht beantwortet habe. Ich wusste keine Antwort:

Dann hält sie dich für einen Schlaffi? Für was hältst du dich denn selbst?

und

hmmm... würdest du es [Fremdgehen - Oluf] dir denn zutrauen?

Ich weiß es immer noch nicht. Die allererste Frage, die ich schon nicht beantworten kann ist die, ob ich es denn überhaupt will. Die zweite, wäre, ob ich eine passende Partnerin für eine Affäre finden würde. Letzteres wird schon schwierig, da ich mir auch gar nicht vorstellen kann mit eine Frau, die wesentlich unattraktiver als meine eigene ins Bett zu gehen. Es sind aber fast alle Frauen wesentlich unattraktiver als meine. Dazu kommt, dass (fast) alle Frauen mich sehr sympathisch und nett finden. Wenn ich abends mal mit einer fremden Frau ins Theater oder in eine Bar gehen möchte, ist das kein Problem. Mehr möchte dann aber keine Frau von mir.

Ein andere Punkt ist, dass hier und woanders immer wieder gesagt wird, man sollte sich an dem Anfang der Beziehung erinnern. Das habe ich mal versucht. Es war vom Anfang nicht anders, aber vielleicht ist unsere Studentenzeit doch ganz aufschlussreich.

Wir studierten in unterschiedlichen Städten und sahen uns nur am Wochenende. Ich hatte auch null Erfahrung, war jung und sehr unsicher, und erzogen mit der Vorstellung, dass Sex vor der Ehe ein große Sünde ist.

Nun im nachhinein, denke ich, dass meine Frau mich damals schon nicht besonders attraktiv oder begehrenswert fand. Männer, von denen sie sagt, dass sie toll aussehen, sehen mir eigentlich überhaupt nicht ähnlich. Vor kurzem sagte mir eine Frau (um die vorherige Aussage nebenbei wieder zu relativieren), dass ich ein attraktiver Mann sei. Da wurde mir auf einmal bewusst, dass mir das noch nie jemand gesagt hat. Nicht mal meine Frau. Das hat mich, fällt mir jetzt auf immer schon mal wieder ziemlich geärgert.

Meine Frau war in den ersten Jahren unserer Beziehung in einer schwierigen Situation, mit Todesfällen in der Familie und weiteren großen Unsicherheiten, die wir hier nicht vertiefen müssen. Da hat Sie wahrscheinlich weniger den super coolen Hengst gesucht, als lieber jemand, der Sicherheit und Geborgenheit gibt. Ja, und da schließt sich der Kreis: mich finden ja alle so sympathisch, nett und vertrauenswürdig (egal in welchem Verein ich Mitglied werde, nach 3 Monate, werde ich als Kassenwart gefragt).

Ich vermute, sie hat das Thema Männer und Sex mehr oder weniger abgeschlossen und sich damit abgefunden, dass sie keinen Mann hat, der Ihre Wunschvorstellung entspricht, aber einen mit dem man immerhin vieles machen kann.

SbnakeKbuvnny$007


Wird das allgemein nicht weniger ?

O3luxf


@ Garajonay

Es kommt dann immer: zu müde, die Kinder könnten aufwachen, keine Zeit usw.

Ich habe einen Beruf, in dem man es nie schafft alle Aufgaben zu erledigen. Es bleibt immer etwas liegen. Im Haushalt ist das auch so. Es geht darum, dass man die Prioritäten richtig setzt. Sex hat bei unseren Partnern offenbar eine sehr niedrige Priorität.

Aber es ist nicht nur die Priorität. Vor kurzem, wollte ich mal früh ins Bett weil ich am nächsten Tag sehr früh aufstehen musste. Da viel mir auf, dass ich dann die Arbeit, Kinder, Haushalt usw. vergesse und liegen lasse und mich entspanne. Meine Frau redet dann im Bett noch weiter über alle Probleme. Vielleicht hat es auch mit "nicht abschalten können" zu tun.

Skt*uhllbein


Für alle, die erst hier einsteigen:

Ja, ich.

Ich finde es schon problematisch, wenn man auf einmal Dinge ändern will, die "immer schon" so gewesen sind. D.h., deine Frau verhält sich so wie immer und bisher war das für dich in Ordnung. Und jetzt bist du der, der Änderungen fordert.

Jetzt ist ihr schon klar, dass es durchaus ihr Problem werden kann.

Du hast ihr das gesagt? Wie hat sie darauf reagiert? Außer dass sie meint, du wärst gestört?

OGluf


In diesem Forum habe ich einige uralte Faden heraus gegraben von Männern mit Frauen, die schon seit Jahren kein Sex mehr wollten (die Männer wollten aber). Der extrem Fall war, 23 Jahre ohne Sex (und ohne Fremdgehen).

So schlimm ist es bei uns bei weitem nicht

Ich habe im Schrank eine Flasche Cognac. Ich glaube, diese Flasche ist für mich so ähnlich, wie Sex für meine Frau. Ein Glas Cognac schmeckt mir ganz gut, aber ich muss wirklich nicht jede Woche etwas hochprozentiges trinken. Ein Glas im Monat ist völlig ok. Und wenn es mal zwei oder drei Monate keinen Anlass gab, die Flasche aus dem Schrank zu holen, vermisse ich auch nichts. Trotzdem, der Cognac schmeckt gut, und es ist gut das eine Flasche da ist.

GDara\jo%nay


Ja, da sind die Menschen eben unterschiedlich. Für mich ist Sex jetzt nicht nur ein "Genussmittel" sondern irgendwo ein Grundbedürfnis.

Mein Wunsch wäre 1x pro Woche. Mein aktueller Ist-Zustand ist bei alle 4 Monate.

Überlegung wäre: langsame Steigerung auf alle 3 Monate, alle 2 Monate, 1x im Monat bis man da hinkommt, wo es für beide ok ist.

O~luxf


@ stuhlbein

Ich finde es schon problematisch, wenn man auf einmal Dinge ändern will

Ja. Das sehe ich auch durchaus so. Sie hat nicht wirklich unrecht, wenn sie sagt, dass ich ein Problem habe.

Du hast ihr das gesagt? Wie hat sie darauf reagiert? Außer dass sie meint, du wärst gestört?

Hatte ich das noch nicht geschrieben? Egal. Ich habe ihr irgendwann erzählt, dass ich der Gedanke, Sex mit eine fremden Frau zu haben total aufregend finde. Sie war dann aus allen Wolken gefallen und meinte zunächst ich möchte einen Seitensprung beichten oder hätte mich in jemanden verliebt. Weder das eine, noch das andere ist der Fall. Sie hat dann überlegt, welche Frauen ich kenne (sie liest auch meine Mail, hat meinen Facebook account, usw. aber nicht meinen Med1-Account ;-)) und festgestellt, dass keine dieser Frauen eine Gefahr sein könnte. Dann war sie wieder beruhigt.

Gdarajjonay


Ich habe ihr irgendwann erzählt, dass ich der Gedanke, Sex mit eine fremden Frau zu haben total aufregend finde. Sie war dann aus allen Wolken gefallen und meinte zunächst ich möchte einen Seitensprung beichten oder hätte mich in jemanden verliebt. Weder das eine, noch das andere ist der Fall.

Hast Du ihr das erzählt, damit sich dadurch etwas ändert? Wenn sie Sex mit Dir hat nur aus Angst, dass Du nicht fremdgehst, ist das doch auch nicht befriedigend...

Nur ein paar Gedanken:

Vielleicht wäre es besser, über ihre geheimen Phantasien zu reden, ob es etwas gibt, das sie gerne austesten würde aber sich noch nie getraut hat oder ähnliches und damit ihre Lust zu wecken. Ich kenne z.B. Leute, die mit Mitte 50 plötzlich in Swingerclubs gehen, aber nicht um Sex mit anderen dort zu haben, sondern nur um ein erotisches Geheimnis miteinander zu teilen, etwas "Verbotenes/Anrüchiges" zu tun und damit wieder die verloren gegangene Lust wieder hervorzuholen.

O~luxf


Hast Du ihr das erzählt, damit sich dadurch etwas ändert?

Ich dachte, vielleicht will sie schon Sex, aber nicht mit mir. Ich wollte also eigentlich wissen, ob sie von Sex mit anderen Männern träumt.

Wenn sie Sex mit Dir hat nur aus Angst, dass Du nicht fremdgehst, ist das doch auch nicht befriedigend...

Nein, das ist es nicht. Sie kennt mich aber ziemlich gut, und weiß auch ziemlich genau, wie lang die Intervalle sein können, bevor die Gefahr reell wir. Ich denke, sie hatte dieses Jahr zwei mal wirklich richtig Lust gehabt. Zum Glück hatten wir aber schon etwas öfter Sex.

Ein weiterer Punkt ist, dass sie sich beim Sex eigentlich nicht für mich interessiert. Am besten Licht aus, Augen zu. Mein Penis möchte sie eigentlich weder sehen noch anfassen (geschweige dann im Mund nehmen). Für sie ist das Ziel nur, dass beide möglichst schnell zum Orgasmus kommen (was übrigens nie ein Problem ist).

über ihre geheimen Phantasien zu reden, ob es etwas gibt, das sie gerne austesten würde aber sich noch nie getraut

Das habe ich schon so oft versucht. Da kommt nichts. Überhaupt nichts. Beim Sex ist die Phantasielosigkeit auch kaum zu überbieten, außer Penetration in Missionarstellung hat sie keine Wünsche.

O6lruf


Überlegung wäre: langsame Steigerung auf alle 3 Monate, alle 2 Monate, 1x im Monat bis man da hinkommt, wo es für beide ok ist.

Das liest sich genau so wie ein Laufschema. Man sollte auch noch ein Intervalltraining einbauen ;-) Ich befürchte, so funktioniert es nicht. Es ist doch nicht so, dass Dein Mann nicht kann, sondern dass er nicht will. Beim Lauftraining will man vielleicht 21 km in 2 Stunden schaffen, man kann es aber nicht.

Mjilchma:nn7x6


Ich sehe für dich keine Lösung innerhalb der Komfortzone. Die Komfortzone ist der WG-Teil der Beziehung - das freundliche gemeinsame kochen, putzen, Winterreifen montieren, all das. Die Komfortzone können viele Paare über Jahre und auch Jahrzehnte (mit kleineren Stressphasen dazwischen) aufrecht erhalten. Diesen Komfort erkauft man sich jedoch womöglich mit Nachteilen. Dem immer wieder nachgeben um des Friedens willen, oder dem Verzicht auf Dinge die Einem wichtig sind, oder dem nicht so sein können wie man eigentlich sein möchte. In dieser Komfortzone herrscht im Idealfall die freundschaftliche warme Liebe.

Aber die Komfortzone ist nicht zwangsläufig leidenschaftlich, der alltägliche Komfort und Konsens kann sogar leicht der Leidenschaft entgegenwirken. Ein Beispiel für euren Komfort ist: So lange deine Frau die Sicherheit fühlt dass keine andere Frau konkret (sexuell oder amourös) Interesse an dir hat und es keine reale Konkurrenz gibt, fühlt sie sich komfortabel. Sie hat dich sicher. Und da sie dich absolut sicher hat muss sie sich nicht anstrengen. Sie bekommt dich ja auch ohne Anstrengung. Anstrengungen welcher Art auch immer, Veränderungen, Zugeständnisse - wozu? Muss nicht, denn auch innerhalb der bisherigen Gewohnheit hat sie dich bombensicher und unangefochten als Gatten. Das ist komfortabel für sie, und diesen unanstrengenden Komfort wird sie womöglich auch verteidigen wollen wenn er in Gefahr gerät. Es ist geradezu naheligend wenn sie gegen Veränderungen mauern würde, so kann sie all das behalten was gut läuft und sie schon kennt, was sicher und komfortabel ist.

Auch für dich ist das komfortabel, denn so lange du dich innerhalb der implizit seit Jahrzehnten abgesteckten Grenzen bewegst hast du von ihrer Seite keinen Stress zu befürchten. So lange du nicht aufbegehrst, keine neuen Wünsche äußerst, ist es für euch beide komfortabel.

Allerdings hast du dich verändert. Und dafür musst du dich nicht schämen oder rechtfertigen. Veränderung ist normal, menschlich. Und wäre deine Frau diejenige die sich veränert hätte würde sie wohl kaum ihre eigenen Veränderungen lächerlich machen. Dann wären Veränderungen plötzlich absolut normal und sie würde wohl von dir einfordern gefälligst etwas flexibler, beweglicher, anpassungsfähiger zu sein. Veränderung steht euch beiden zu, aber sie bringt die Komfortzone in Gefahr. Das herunterspielen, ignorieren oder lächerlich machen deiner sexuellen Wünsche ist meiner Meinung nach Ausdruck ihrer Verunsicherung, die Dinge könnten sich ändern. Und das dann auf eine Weise die nicht vorhersehbar ist. Das macht Sorge, Angst. Die Zukunft ist plötzlich nicht mehr vorgezeichnet. Jahrzehntealte Grundfeste kommen in Gefahr. Ich würde sogar verstehen wenn sie massiven vielschichtigen Widerstand gegen deine Veränderungswünsche leisten würde. Deine Lust bedroht ihr Lebensmodell um es krass auszudrücken, und dann steht ihr Selbstschutz an erster Stelle noch vor dem Wunsch dass du glücklich bist.

Dass weitere Gespräche etwas bringen halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Jedenfalls Gespräche der Art die ihr geführt habt. Hat man es ein paarmal probiert dann wird sich auf gleiche Weise auch künftig kaum was bewegen. Und wie gesagt, warum sollte sie Zugeständnisse machen? Sie kann blockieren und bekommt weiterhin all das was sie schon immer hatte und mag. Ihr Komfort bleibt erhalten wenn sie dich abblockt. Das klingt fieser als es ist. Sie will nur weiterhin das Leben das sie schon hat und es sich nicht wegnehmen lassen. Das ist nicht gegen dich gerichtet sondern für sie selbst (und damit in diesem Fall eben implizit gegen dich).

Vermutlich könnt ihr noch Jahrzehnte so weitermachen, und beide habt ihr es komfortabel. Du musst nur auf besseren und häufigeren Sex verzichten. Das Einzige was dann euer komfortables Glück bis zum Tod bedroht ist dass sie sich verändert und mehr Mumm hat als du diese Veränderungen auch zu leben. Dann treibt sie plötzlich dich vor sich her mit neuen Wünschen, neuen Verehrern usw. Nein, ich will diesen Teufel nicht an die Wand malen. Ich sag nur wenn du Veränderungen nicht erzwingen willst könnte höchstens sie noch euren lebenslangen Komfort stören. Mal abwarten wie ihre Menopause auf euch als Paar wirkt.

Willst du besseren oder mehr Sex für dich musst du wohl auf die eine oder andere Art auf Komfort verzichten. Es wird weniger gemütlich zu Hause zugehen. Es wird vielleicht mehr Streits geben, mehr Egoismus, mehr plötzliche unerwartete Veränderungen. Das wird euch beide stressen. Was meinst du, auf wie viel ehelichen Komfort würdest du verzichten für die Aussicht auf mehr oder besseren Sex? Jetzt mal noch ohne darauf einzugehen wie du diesen erreichen könntest.

CToQmraxn


Aus Sicht meiner Frau leide ich an einer Störung. Die Störung, dass ich immer an Sex denke und immer Sex möchte und auch noch darüber reden will.

Natürlich denkt sie das. Wer in der Wüste Durst hat und dann feststellt, dass die Oase mit einem Zaun abgesperrt ist, der wird sich auch nicht mehr "normal" aufführen.

Ihr pflegt vermutlich eine kommunikative Inzucht bei Gesprächen über sexuelle Themen. Ihr habt euch recht früh zusammengefunden und mir ist nicht klar, inwieweit ihr sexuelle Vielfalt in euer Leben gelassen habt (nicht praktisch, sondern "akademisch"). Wenn deine Frau nur ihre eigene Lust und deine Lust kennt und diesen Unterschied sieht, fällt es ihr leicht, auf dich zu zeigen und zu sagen, du seist nicht normal.

Wieviel sonstige Auseinandersetzung mit dem vielfältigen Sexualleben hat sie, welches eben nicht aus ihrer oder deiner Sichtweise stammt? Ich vermute mal, recht wenig, da schon die Gespräche mit dir schwierig sind. Oder könnte sie sich auf seriöse und unaufgeregte Gespräche über das Thema einlassen wie z.B. die schon zitierten Links von Ann-Marlene Henning? Könnt ihr euch einfach entspannt Sendungen wie Make Love oder ehrlich-freizügigen Talk wie Paula Kommt (Sixx) ansehen, oder findet sie so etwas auch furchtbar?

Ich muss sagen, gerade in langfristigen abgeschotteten Beziehungen (ich war auch 19 und habe seitdem keine andere Frau) ist es hochinteressant, offenen Gesprächen anderer Paare zuzuhören. Man reflektiert das eigene Paar-Leben, man bekommt ein Gespür, wo man sich "einsortiert", erlernt einen Blick auf Probleme anderer (auch meine Motivation, mich auf med1 zu engagieren) und sieht auch Vorzüge des eigenen Lebens. Kurz gesagt: man bekommt mehr Gefühl für die Bandbreite. Und das würde vielleicht deiner Frau helfen, etwas mehr Normalität zu akzeptieren. Du weißt schließlich nicht, wieviel Prozent ihres Verhaltens gesellschaftlich anerzogen sind (das ist halt so im mittleren Alter) und wieviel Prozent wirklich hormonell/biologisch. Zumindest die anerzogene Rolle könnte sie bei informeller Vielfalt überdenken.

Für sie ist das Ziel nur, dass beide möglichst schnell zum Orgasmus kommen (was übrigens nie ein Problem ist).

Ist ihr Höhepunkt den echt? :=o

Cpomrxan


denn

Anstatt, dass ich meine Beiträge korrigieren kann, muss ich jetzt auch noch 15 Sekunden warten...

Kgond?imonsOtexr


Lieber TE,

ich hab mir das alles hier mal durchgelesen und wollte mich auch einmal "einmischen".

Ich und mein Freund sind beide Mitte 20 und seid fast 10 Jahren zusammen. Er ist der einzige Mann, mit dem ich jemals geschlafen habe. Und soweit ich das weiß, bin ich für ihn auch die einzige.

In meiner Beziehung kam vor 6 Jahren der Punkt, an dem meine bessere Hälfte mir mitteilte, er hätte sich neu verliebt. Als Grund gab er an, dass wir zu wenig Sex gehabt hätten usw. Zu der damaligen Zeit war es echt heavy bei mir. Neben 34 Std Schule musste (ja, ü18 war Ende mit Taschengeld) ich noch 15h die Woche jobben. Abivorbereitung, Hausaufgaben usw taten ihr übriges. Freitags um 22 Uhr vom Arbeiten heim gekommen. Samstags um 4 Uhr raus aus dem Bett und wieder ran. Hat absolut keinen Spaß gemacht ind zugegeben: die Beziehung blieb etwas auf der Strecke.

Wir sahen uns einen Abend die Woche und ehrlich gesagt hatte ich nicht viel für Sex übrig. Vor lauter Stress hab ich jede Annäherung seinerseits irgendwie als störend empfunden.

Wir haben uns damals getrennt, kamen nach zwei Monaten auf seine ausdrückliche Bitte wieder zusammen.

Und auch, wenn das damals alles furchtbar grausam war und vieles zwischen uns verändert hat: Es war vielleicht zwingend notwendig.

Wir haben -ähnlich wie der TE- unterschiedliche Sexfrequenzen.

Meist ist es 3-4 mal im Monat. Im Urlaub auch mal mehr.

Zugegeben: oft gehts halt von ihm aus. Aber es gibt durchaus Tage, an denen ich einfach möchte. Oder zumindest in dem Bewusstsein, ihm etwas gutes tun zu wollen, entsprechend handel.

Und auch, wenn wir jetzt nicht täglich wie frischverliebte im Bett landen, vergeht kein Tag, an dem wir uns nicht liebevoll berühren. Küssen, kuscheln, umarmen.

Wie sieht es da bei euch aus, lieber TE?

Es hat lange gedauert bis ich folgendes erkannt habe:

Mein Freund braucht Sex. Und es gibt zwei Optionen: Ich geb ihm das, was er braucht oder eben nicht. Wobei letztere Option früher oder später zur Trennung führen wird. Man kann sich niemals sicher sein, ob das, was man mit dem anderen hat, fürs Leben reicht. Aber man kann es zumindest so gut es geht beeinflussen.

Die Erkenntnis tat weh. Sie war völlig unromantisch. Aber sie war wichtig.

Ich habe mir also "angewöhnt", die Abstände nicht zu groß werden zu lassen. Regelmäßig nachzufragen, ob er zufrieden ist. Offen für neues zu sein. Ihm zu zeigen, was ich an ihm mag und attraktiv finde. Ihm zu geben, was er braucht und gleichzeitig sich selbst treu zu bleiben, auch wenn das oft schwierig ist.

Ich bin -auch nach 10 Jahren- oft sehr unsicher. Was mich und meinen Körper angeht, was seine Gefühle angeht. Was meine sexuelle Anziehungskraft auf ihn betrifft. Die Sache von damals und die Tatsache, dass ich im Kinder und Jugendalter teilweise echt mies geärgert und ausgenutzt wurde, hängt mir ärgerlicher Weise noch immer stark nach. Es fällt mir absolut schwer, Dinge, die er sagt und tut als gegeben anzunehmen. Ihm zu glauben, wenn er sagt, er findet mich schön. Zu verstehen, dass er nicht nur aus Mangel an besseren Optionen mit mir schläft, sondern vorrangig halt aus Liebe. Daasn muss ich wohl noch arbeiten.

Deswegen meine Frage an den TE: Weiss deine Frau, warum du mit ihr schlafen willst? Also hat sie das nicht nur zwischendrin mal gesagt bekommen, sondern weiß es tief in ihrem Herzen? Dass du nicht nur Sex willst. Sondern mit ihr. Weil du sie noch liebst. Weil sie, wie du sagst, die attraktivste Frau ist, die du kennst. Oder gehst du nur davon aus? Manchmal glaubt man, der andere müsse ja wissen, warum man gewisse Dinge tut. Der andere müsse ja wissen, dass man ihn liebt. Aber der TE hat ja selbst gemerkt, dass es nicht so ist. So hat es ihn geärgert, dass seine Frau nie ausdrücklich gesagt hat, dass sie ihn anttraktiv findet. Vielleicht war ihr das nie bewusst. Vielleicht war das einfach so klar für sie, dass es nie der Rede Wert war?

Ich glaube, das ist mit einer der fatalsten Fehler, den man machen kann: anzunehmen, der andere wisse nach all der Zeit ja, wie man für ihn empfindet.

Bis zu einem gewissen Punkt kann man das auch voraussetzen. Aber man kann dem anderen nicht oft genug sagen und zeigen, was er einem Wert ist. Wie toll man ihn/sie noch immer findet.

Sag ihr, dass dich die Situation traurig macht und zu Gedanken zwingt, die du nicht haben magst. Dass du nicht nur mehr Sex willst, sondern dass es dir dabei auch um sie als Person geht. Darum, dass ihr euch doch eigentlich liebt. Frag sie, ob ihr das so bewusst ist.

Ich habe ihr irgendwann erzählt, dass ich der Gedanke, Sex mit eine fremden Frau zu haben total aufregend finde. Sie war dann aus allen Wolken gefallen und meinte zunächst ich möchte einen Seitensprung beichten oder hätte mich in jemanden verliebt. Weder das eine, noch das andere ist der Fall. Sie hat dann überlegt, welche Frauen ich kenne (sie liest auch meine Mail, hat meinen Facebook account, usw. aber nicht meinen Med1-Account ) und festgestellt, dass keine dieser Frauen eine Gefahr sein könnte. Dann war sie wieder beruhigt.

Nunja, sie hatte im ersten Moment Angst, dich zu verlieren. Angst, dir nicht zu reichen. Und das verübel ich ihr auch nicht. Es ist sehr schwierig für sie. Du hast mehr als 20 Jahre lang damit gelebt, wie es eben war. Sie damit vielleicht im Glauben gelassen, es wäre okay so, wie es ist. Und jetzt offenbarst du ihr nicht nur, dass du mehr Sex willst, sondern auch, dass du nie wirklich mit eurem Sexleben zufrieden warst.

Wie würdest du dich fühlen, hätte sie dir gesagt, sie wäre eigentlich nie so ganz zufrieden gewesen? Und drei Tage später kommt: Sex mit anderen Kerlen wäre schon sehr interessant.

Vielleicht ist das auch einfach zu viel für sie. Ich kenn sie nicht, aber mich würde das überfordern (Und ja, mein Freund und ich haben auch schon über Sex mit anderen geredet).

Sie kennt mich aber ziemlich gut, und weiß auch ziemlich genau, wie lang die Intervalle sein können, bevor die Gefahr reell wir. Ich denke, sie hatte dieses Jahr zwei mal wirklich richtig Lust gehabt. Zum Glück hatten wir aber schon etwas öfter Sex.Ein weiterer Punkt ist, dass sie sich beim Sex eigentlich nicht für mich interessiert. Am besten Licht aus, Augen zu. Mein Penis möchte sie eigentlich weder sehen noch anfassen (geschweige dann im Mund nehmen). Für sie ist das Ziel nur, dass beide möglichst schnell zum Orgasmus kommen (was übrigens nie ein Problem ist).

über ihre geheimen Phantasien zu reden, ob es etwas gibt, das sie gerne austesten würde aber sich noch nie getraut

Das habe ich schon so oft versucht. Da kommt nichts. Überhaupt nichts. Beim Sex ist die Phantasielosigkeit auch kaum zu überbieten, außer Penetration in Missionarstellung hat sie keine Wünsche.

Wie gesagt: ihr seid Jahrelang die selbe Schiene gefahren. Da wird es schwierig, neue Wege einzuschlagen. Wieder aus sich raus zu kommen. Sie kennt es doch nicht anders. Woher auch? Mit dem, was du ihr gesagt hast, hast du ihr vermittelt, schlecht im Bett zu sein. Und das siehst du ja tatsächlich so. Das ist verdammt hart für sie.

Übernimmst du denn da manchmal nicht einfach die Führung?

Also anstatt es im Gespräch zu versuchen, sie einfach an die Hand nehmen und mal aktiv probieren?

Wenn ihr im Bett seid, dann frag sir, ob sie dir vertraut und du was ausprobierrn darfst. Und dann mach halt was anderes mit ihr. Dreh sie um, wenn dus von hinten willst. Setz sie auf dich drauf, wenn du willst, dass sie oben ist. Sei lieb und zärtlich und erkläre ihr (!) was du willst und warum. Hauch ihr ins Ohr, dass du sie und euren Sex liebst, aber es dir gefällt, sie mehr dabei sehen zu können. Sie mehr anfassen zu können.

Vielleicht brauch sie nur jemanden, der sie mehr aus sich raus holt.

Zeig ihr, dass dir was an ihr liegt. Dass du wieder möchtest, dass euer Sex besser wird. Dass du sie toll findest, wie sie ist. Aber wenn du sie erst einmal richtig spüren lässt, dass du es mit ihr furchtbar und öde findest, dann ist der Ofen irgendwann ganz aus.

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