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Wie soll ich jetzt meinem Freund vertrauen?

d`anYae8x7


Im Grunde geommen reicht das alleinige Unglücklichsein, um sich zu trennen. Das willst Du mir sagen, oder?

Von Trennung hab ich nichts geschrieben. Du hast geschrieben, dass du nicht mehr weißt was wahr und was nicht ist, und meintest damit sicherlich das was er tut oder nicht tut. Ich sage dir nur: du weißt ganz genau was wahr und was nicht wahr ist, wenn du mal weg davon gehst um ihn zu kreisen wie der Mond um die Erde und ein wenig in deine Mitte zurückkehrst und mal bei dem bleibst was da ist.

Alles womit du dich beschäftigst, und das seit Jahren, ist die Frage was er tut oder nicht tut. Alles steht und fällt mit ihm und dein ganzes Handeln richtet sich danach aus herauszufinden was er tut oder auch nicht. Du bleibst bei deinen eigenen Betrachtungen quasi unsichtbar, komplett passiv und fremdbestimmt. Weder spielt deine Gefühlswelt eine Rolle, noch die Person die du sein willst, noch Verhaltensweisen die du gut findest oder auch nicht. Wer bist du? Wer willst du sein? Welches Leben willst du leben? All diese Fragen finde ich nicht beantwortet und das über Jahre nicht. Dabei sollten die Antworten auf diese Fragen doch Basis deiner Entscheidungen und Handlungsweisen sein oder?

Dabei öffnet sich ein viel größerer Raum an Möglichkeiten für dich, wenn du mal ein wenig zurücktrittst und aufhörst ihn wie mit der Lupe zu beäugen sondern bei deinen Gefühlen bleibst, bei dir. Denn es gibt zwischen Trennung und weiterleiden ja noch ein paar Alternativen.

Du könntest beispielsweise beschließen, keine schnüffelnde Person sein zu wollen und deinem Gefühl trauen zu wollen, dass er dich liebt. Du schreibst du spürst seine Liebe jeden Tag, aber dennoch entschließt du dich die Angst vor dem Betrug höher zu gewichten. Das ist eine Entscheidung die auch zu deinem Leid und dem was du wirst beiträgt.

Versteh mich nicht falsch, ich habe keine Ahnung ob er fremdgeht oder nicht, auf jedenfall spielt er damit und es scheint ihr sehr zu beschäftigen, es ist also wohl wahrscheinlich. Allerdings denke ich, kann man, durchaus glücklich leben wenn man bei bestimmten Themen einfach zur Seite guckt. Das tun viele viele Menschen jeden Tag. Wenn Trennung keine Alternative ist, dann könnte dies immerhin eine sein um das eigene Leid zu mindern.

Du könntest aber auch zu dem Schluß kommen, dass eure Beziehung, unabhängig davon ob er auf so einer Party war oder nicht, einen schweren Knacks hat. Und das du diesen Mann trotzdem liebst und seine Liebe spürst, aber so unsicher bist, dass man darauf keine (glückliche) Zukunft aufbauen kann. Und das du weder zur Seite blicken kannst, noch gehen willst. Und dann könntest du daraus schließen, dass du ihm deine Ängste offenbarst und das ihr eine Paartherapie braucht, wenn es die wohl auch von ihm gewünschte Zukunft geben soll.

Du könntest auch beschließen endlich Klarheit zu wollen und einen Privatdetektiv anheuern, der dir diese Klarheit verschafft.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten um deinerseits aktiv zu werden, aber dafür musst du aus deiner passiven Rolle schlüpfen und aufhören alles von ihm abhängig zu machen, ganz besonders dein Verhalten. Frag dich was du willst und wer du sein willst und dann geh die nötigen Schritte um die Person zu sein, aber hör auf sein Trabant zu sein, denn das hast du nun lange genug durch umzuwissen: es macht mich nicht glücklich.

Rlalphx_HH


@ Danae:

:)^ :)=

Ich denke auch, Du solltest Dir klarmachen, was Du eigentlich willst. Beschränke Dich dabei auf das, was Du bist, was Du tust, was Du sein willst. Lass Deinen Partner mal außen vor, den wirst Du nicht ändern können. Du kannst aber Dich ändern, Dein Verhalten - wenn Du das willst. Zur Zeit versuchst Du verzweifelt, beinahe zwanghaft, Deinen Partner in ein Schema zu pressen, in das er nicht hineinpasst. Wenn Du nach diesem Schema leben willst, dann braucht das einen anderen Partner. Oder aber du änderst Dein Schema, Deine Ansprüche.

Das liest sich bei Dir etwa so, als hättest Du gerne eine Katze, hast aber leider einen Hund und würdest nun verzweifelt versuchen, den Hund zu überreden, eine Katze zu sein. Das schlimme ist, Du glaubst daran, dass das möglich ist.

Du kannst Detektiv spielen. Du kannst die unbekannte Handynummer anrufen, Du kannst Deinen Freund anrufen, wenn er auf dem Portal online ist und ihn damit konfrontieren, Du kannst einen Fake Account anlegen, mit ihm texten und ihn dann mal Daten. Aber nie wirst Du damit Gewissheit erlangen, wie weit er tatsächlich gehen würde, aber ich versichere Dir, er würde den Sex mitnehmen, wenn er die Gelegenheit hätte... Aber wozu dieses Detektiv spielen? Vertrauen lässt sich nicht durch Kontrolle ersetzen. Wenn Dir Vertrauen etwas wichtiges ist, dann hör mit der Kontrolle auf. Entweder er gibt Dir Anlass, ihm zu vertrauen, oder nicht.

Zu Deinem Satz, dass Du nicht mehr daran glaubst, dass es treue Männer gibt... Mag sein, ich habe auch so meine Zweifel. Sowohl Männer als auch Frauen gehen fremd, nicht alle, aber doch soviele, dass man den treuen Menschen unter Umständen vergeblich sucht. Aber ist es nicht den Versuch wert? Wenn Du einen Menschen gefunden hast, der 100% zu Dir steht, Dich liebt, Dich auf Händen trägt... Da würde ich vermuten, dass sich beide dann doch eine ganze Weile treu sind. Und nach 20 Jahren Ehe kann man dann auch mal einen Seitensprung verzeihen, als Anlass nehmen, neues zu probieren. Niemand ist perfekt, es gilt, den passenden Weg gemeinsam zu finden.

Aber mit Verlaub, niemand ist perfekt rechtfertigt es nicht, seine Freundin schon in jungen Jahren nach allen Regeln der Kunst permanent zu veraschen. Es sind nicht Deine Ansprüche, die zu hoch sind, Dein Freund legt ein Verhalten an den Tag, das schlicht nicht beziehungstauglich ist.

Dtie BSehyerixn


wow danae - dem ist nichts hinzuzufügen @:)

MKrsHiUde


Aber wozu dieses Detektiv spielen? Vertrauen lässt sich nicht durch Kontrolle ersetzen.

Das glaube ich übrigens auch nicht und das wäre für mich persönlich auch nicht Sinn und Zweck der Sache - irgendeine Form von Gewissheit zu haben, führt aber vielleicht dazu, dass einem die Trennung leichter fällt und man sich nicht immer fragen muss "war es denn überhaupt so?".

Die TE sagt selbst, sie weiß nicht mehr was wahr ist und was nicht, und das verstehe ich gut - denn der Freund streitet alles ab und wird selbst bei der Konfrontation alles abstreiten. Und dann ist es für Knuffl selbst sicher gut, so viel wie möglich "in der Hand zu haben" - nicht um ihm etwas zu beweisen, sondern um für sich selbst zu sehen, ob er etwas zugesteht oder sich doch nur wieder in Lügen flüchtet.

Mir würde es bei dieser "Detektiv-Sache" darum gehen, mir mehr Distanz zu ermöglichen und mich lösen zu können.

D ieDosHismachtVdasGxift


[[https://www.geo.de/magazine/geo-wissen/15136-rtkl-partnerwahl-darum-verlieben-wir-uns-so-oft-den-falschen]]

Du wirst hier sicherlich nicht die Lösung für euer/Dein Problem finden, aber vielleicht eine Anregung dazu, wie Du AKTIV entscheiden und Verantwortung übernehmen aus eurem Alltag ableiten kannst.

Die Userin danae87, hat es in ihrem Beitrag sehr gut auf den Punkt gebracht, was zumindest einen Teil eurer Paar-dynamik- ausmacht. Aber ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen wollen.

Du hast Dir mit der Weile über Vorbeziehungen über die Jahre des Misstrauens und der Kontrolle, so viel Seelenballast angehäuft, dass Du Deinen eigenen Wünschen, Wahrnehmungen und Vorstellungen für DEIN Leben nicht mehr vertraust.

Du hast in so vielen Situationen Deine Bedürfnisse unterdrückt, zu seinen Gunsten bei Entscheidungen eingelenkt und sein Handeln versucht ausgeblendet, dass selbst, wenn Du es wolltest keine klaren Bilder in Deinem Kopf entstehen können.

Was genau willst DU von DEINEM Leben? Welche Ziele und Vorstellungen leben in Dir? Mein Empfinden ist, dass Du viel zu sehr bei den Bedürfnissen Deines Partners bist und ihn in die Verantwortung nimmst dafür, dass es Dir so schlecht und mies geht. Er wie ein Schatten über Deinem Dasein kreist, weil Du Angst hast klare Ziele und Vorstellungen für DICH zu entwickeln.

Du definierst Dich zu sehr darüber, was er will und in seinem Leben für sich umsetzt. Im Guten wie im Schlechten. Wo bleibt Dein eigenes Profil? Dein ICH, dass Zufriedenheit entwickelt und aus sich selbst lebt?

Wie entstehen solche verzerrten Wahrnehmungen?

Sie folgen Mustern, die sich schon in der frühen Kindheit ausprägen. Was wir von einer Beziehung erwarten, wie selbstbewusst wir sind, wie wir unser Gegenüber wahrnehmen: All das lernen wir in den ersten Lebensjahren aus der Bindung an enge Bezugspersonen, zumeist also von den Eltern. Von ihnen erhofft das Kind Zuwendung und Sicherheit. Und die Reaktionen der Erwachsenen bestimmen mit, auf welche Weise der Heranwachsende mit Bedürfnissen und Beziehungen umgeht. Psychologen unterscheiden dabei vier typische Muster.

Geh das mal in einer ruhigen Minute für Dich durch. Wie waren frühere Beziehungen, wie hast Du Dich dort positioniert? Was haben Deine Eltern Dir vorgelebt, in Bezug auf Paar- und Eigenverantwortung?

Du bist bisher so viele zum Teil einseitige Kompromisse eingegangen, damit diese eure Beziehung Bestand behalten kann. Deine eigene Unsicherheit, Zweifel und die fehlende Zufriedenheit in Dir selbst, hat all das nicht beseitigen können.

Und glaub mir, egal wie oft Du mit Tränen in Dir nach außen hin lächelst, um als "Clown" eine Scheinzufriedenheit für Deinen Partner zu spiegeln, er spürt das, auch wenn er es ignoriert.

Es gibt viele unterschwellige Signale und nach einigen Jahren kennt man seine "Pappenheimer", oder besser gesagt, sein "Schwein" am Gang. Das innere und äußere "Erscheinungsbild" am anderen. Das ist auf fast allen Ebenen so.

Du liebst noch genug, um verleugnen zu können und blendest aus, um Deinen Traum leben zu können, den einer tollen und glücklichen Beziehung.

Aber ehrlich, wie soll das funktionieren, wenn Du es selbst für Dich nicht bist? Dich nur mit Vorgaben arrangierst und Dinge lebst, von denen Du selbst nicht innerlich überzeugt bist. ???

Knuffl, Liebe ist nicht Selbstaufgabe und das einseitige Glück ist kein gemeinsames. Denke darüber mal selbstkritisch nach. Viel Einsicht und Motivation dazu. :)_ :)*

Krnuffxl


Ich antworte Euch noch, meine Lieben. Hatte bisher keine Zeit.

Wollte nur zwischenmelden, dass er sich heute für die nächste Party angemeldet hat. Eine Pärchenparty die ausnahmsweise als Herrenübschuss-Party freigegeben ist.. so alle 4 Wochen. Natürlich nach 2 Tage nach meinem Abflug.

Heute habe ich ihn halb erwischt, als ich aus der Arbeit gekommen bin... da war Action in der Bude und zack, war er im Bad verschwunden. Danach war er kuschlig und wollte mich dauernd umarmen. Auch schon ein Zug, den ich kenne.. immer wenn er sowas macht oder sich im Bad eingeschlossen und SB gemacht hat, kommt er danach an, wird ganz touchy und säuselt mir Liebesschwüre ins Ohr. Bah!

Zum Glück sind wir am WE gut verplant, ich habe echt keine Lust auf Zweisamkeit.

Mehr dann am MOntag, da habe ich ein paar Stunden Ruhe. Auch über die letzten Beiträge, vor Allem von Danae.. da ist viel Wahres dran und irgendwie habe ich gerade das Gefühl, dass mein Leben wie ein Scherbenhaufen zusammenbricht :°(

Schönes Wochenende..

V_erhueCtexr


irgendwie habe ich gerade das Gefühl, dass mein Leben wie ein Scherbenhaufen zusammenbricht

Ist es das nicht längst? Nur hast du die ganze Zeit nach oben geschaut.

KEn7uffxl


Ich überlege gerade, ob ich ihn kommende Woche mit dem Thema konfrontieren soll und wir beide die Zeit, in der ich dann weg bin, nutzen, um uns zu überlegen, ob das mit uns überhaupt noch Sinn macht. Ich bin momentan soooo unglücklich und alles ist nur noch Schall und Rauch. Er ist fast daueronline auf der Seite, während ich hier unten im Wohnzimmer sitze und fast eingehe. Das geht so nicht. Einerseits bin ich wahnsinnig froh, bald rauszukommen, andererseits ist es schrecklich, nicht zu wissen, was er dann hier treibt :°(

Leider komme ich hier nicht zum nachdenken, bin unstrukturiert und drehe mich im Kreis. Macht vielleicht Sinn, direkt im Anschluss an den Urlaub für ein, zwei Wochen in ein Appartement zu ziehen um räumlichen Abstand zu bekommen, denn ich weiß wirklich gar nicht mehr, was ich eigentlich will im Leben, vom Leben. Ich bräuchte einen "Sparringpartner" oder Coach, der das mal mit mir angeht. Finde alleine keinen Anfang. Gibts da Stellen, an die man sich wenden kann?

V@erhuGetexr


Wovor genau hast du eigentlich Angst?

dcanqae8x7


Natürlich. Ich finde den Gedanken auszuziehen also erstmal, sehr gut.

R=alpmh_>HxH


Ich überlege gerade, ob ich ihn kommende Woche mit dem Thema konfrontieren soll und wir beide die Zeit, in der ich dann weg bin, nutzen, um uns zu überlegen

Weisst Du Mädel... Irgendwann musst Du mal anfangen, Deine eigenen Entscheidungen für Dich zu treffen!

KinQuffxl


Ralph, hast Du an sich recht.

Aber: dass ich mich jetzt überhaupt mal mit einer Trennung auseinandersetze ist FÜR MICH ein riesengroßer Schritt und alleine das tut echt weh. Ich wache doch nicht eines Morgens auf und bin plötzlich die unabhängige, selbstbewusste Frau, die ihren vermeintlich untreuen, zumindest aber notorisch lügenden Kerl vor die Türe setzt, sich den Staub von der Schulter klopft und sagt "pfff... hab ich doch gar nicht nötig, sowas.. Waschlappen" :|N

Das ist unrealistisch, was mich angeht. Das braucht Zeit..

R[alpxh_HH


Ich glaube, niemand wischt sich achselzuckend den Staub von der Schulter nach einer Trennung. Da fließen Tränen und das ist gut so, das gehört dazu.

Aber wichtig ist, dass Du die Entscheidung dafür mit Dir selber ausmachst und nicht daran knüpfst, was er sagt. Wenn Du darauf wartest, dass er das genau so sieht und sich trennen will, dann bist Du in 10 Jahren noch keinen Schritt weiter.

DsieDosBismaKchtdaCsGifxt


zwei Wochen in ein Appartement zu ziehen um räumlichen Abstand zu bekommen, denn ich weiß wirklich gar nicht mehr, was ich eigentlich will im Leben, vom Leben. Ich bräuchte einen "Sparringpartner" oder Coach, der das mal mit mir angeht. Finde alleine keinen Anfang. Gibts da Stellen, an die man sich wenden kann?

Knuffl, ich kann mich rein versetzen ein Stück weit, dass Du gerade völlig leer gebrannt und innerlich am Nullpunkt angekommen bist.

Wenn man eine geglaubte Liebe vor sich in die "Entzauberung" gehen sieht, die Sinnhaftigkeit mehr und mehr hinterfragt, ist das ein schmerzlicher Prozess. Eigentlich immer dann, wenn man sich selbst, sein eigenes Leben, den Partner als Schutzfunktion vor der Eigenverantwortung verklärt hat.

Du hast lange Zeit in einem Kokon gelebt. Früher von Freunden, Familie und in der gewohnten Heimat lebend. Du musstest Dich von nichts/niemandem richtig abnabeln. Es gab für Dich überschaubare Abläufe im Alltag, Menschen, die Dir zugewandt waren, abrufbar in der Nähe, wenn Du das Bedürfnis danach hattest usw.

Du hast Dich mit sehr mulmigen Gefühl in einen Umzug rein gestürzt, einen Partner, der schon immer etwas "windig und unzuverlässig" war tief in Dein Leben rein gelassen. Die Kenntnis, dass er ein jugendlicher Hallodri ist, war Dir bekannt. Aber Du wolltest seinen Worten glauben, unbedingt. Das war und ist Deine innere Sicherheit, damit Du Dich nicht eigenständig dem Leben stellen musstest.

In meinem Freundeskreis habe ich eine Freundin mit ähnlichen Wesensstrukturen. Sie ist glücklich an der Seite des potentiellen Partners, der klare Entscheidungen trifft, selbst wenn diese ihr Leben negativ einschränken. Ihr Wunsch ist, den Mann an ihrer Seite glücklich zu machen, zu welchem Preis auch immer. Er soll führen, entscheiden und sie macht dann so mit. Woher das kommt, weiß ich heute, gehört hier aber nicht hin.

Dein Knackpunkt ist, dass Du Dir lange Zeit vorgemacht hast, dass Dein Freund sich anpassen und verändern wird. Vielleicht auch gehofft, wenn er beruflich genug gefordert und ausgepowert wird, dass sich seine erotischen Eskapaden in Luft auflösen werden.

Was ich bei Dir vermisse, sind eigene Vorstellungen für Dein Leben, ganz unabhängig von Deiner Partnerschaft. Du wankst hin und her, hoffst, dass Dein Freund für Dich die Erfüllung bringen wird, in dem er mehr und mehr Deine Vorstellungen vom Leben teilt. Du traust Dich allerdings kaum objektiv Tacheles zu reden, weil Du tief in Dir weißt, dass wenn Du es tätest, eure Beziehung offenlegt, wie weit ihr in Teilbereichen in euren Vorstellungen auseinander liegt.

Dir ist bis heute nicht schlüssig klar, ob Du Kinder willst. Für mich klingt es irgendwie nach einem Deal, Du wirst geheiratet, bekommst die von ihm gewünschten Kinder und dafür soll er eine monogame und verbindliche Beziehung mit Dir eingehen. So funktioniert das allerdings nicht und tief in Dir ahnst Du das vermutlich auch schon lange. Das macht Dir Angst, Du scheust davor diese Erkenntnis an Dich heranzulassen.

Je weniger, Du für Dich das Eigenprofil neben Deinem Freund und Partner entwickelst, desto weniger entschlussfreudig ist Dein Handeln. Du gehst ungesunde Kompromisse ein, um diese Beziehung weiterleben zu können.

Ich kann es aus der Ferne nicht einschätzen, ob das eine Art von Beziehungsflucht oder Beziehungssucht ist. Beides liegt eng beieinander, hat allerdings unterschiedliche Wurzeln in der Konditionierung.

Dich aus dem gemeinsamen Alltag zurückziehen, Abstand haben und Gedanken sortieren ist eine gute Entscheidung, reicht aber nicht aus, wenn das Konzept für Dein Leben weiter kein Fundament bekommt.

Bitte verlagere das Thema nicht ausschließlich nach außen, sondern gehe tief in Dich, befrage Deine Bedürfnisse und dann stell Dir die Frage, wer bin ich und was will ich für mich leben, auch unabhängig vom Partner.

Mir scheint, Du hast Dich noch nie richtig von Bezugspersonen abnabeln können, ihr Rat, ihre Sichtweisen, ihr Handeln waren für Dich entscheidend, vielleicht auch aus Angst Eigenverantwortung übernehmen zu müssen.

Aber das kannst Du für Dich am besten einschätzen. Ich kann nur das mit einbeziehen, was Du hier über Dich selbst schreibst. Das sind sicher zum Teil nur Tageseinflüsse, zum anderen Teil, Momentaufnahmen und das macht es schwer Dir schlüssig Hilfe an die Hand zu geben.

Allerdings spüre ich eine tiefe allgemeine Verunsicherung in Dir, die es auch unabhängig von der Paarproblematik gibt. Es fällt Dir schwer klare und bodenständige Entscheidungen für Dich zu treffen.

Was genau macht Dir so viel Angst Knuffl? Die falschen Entscheidungen für Dein Leben zu treffen? Deiner Eigenverantwortung mehr Bedeutung geben zu müssen?

Du wirkst so verloren und tief traurig, irgendwie in einer fremden Welt lebend, die Dir keinen Halt zu geben vermag. Nichts Verlässliches für Dich bereithält. Hab ich das in etwa richtig erfasst?

JAuli2!00x6


Liebe Knuffl, ich verfolge deinen Weg schon lange und leide echt mit dir! Genau deshalb habe ich bisher nie etwas geschrieben, denn ich habe diese ganze Geschichte fast eins zu eins vor vielen Jahren selbst mitgemacht, so ähnlich, dass ich manchmal beim Lesen deiner Schilderungen und deiner Gefühle erschrecke... Ich erkenne darin so vieles von mir und meinem damaligen Leidensweg wieder, dass ich kaum unbefangene und sinnvolle Ratschläge geben kann - aber genau die brauchst du jetzt, kein immer wieder ausgesprochenens Mitgefühl. Das hast du sowieso :°_ Andere geben sich hier allerdings richtig viel Mühe, dir ein paar kleine, sehr liebevolle virtuelle Kopfnüsse zu geben, und das finde ich absolut bemerkenswert, wollte ich immer schonmal gesagt haben :)^

Mich hat vor allem das hier

(...) wichtig ist, dass Du die Entscheidung dafür mit Dir selber ausmachst und nicht daran knüpfst, was er sagt. Wenn Du darauf wartest, dass er das genau so sieht und sich trennen will, dann bist Du in 10 Jahren noch keinen Schritt weiter.

Ralph_HH

gerade so sehr getriggert, dass ich mich nun doch zu einem Beitrag entschlossen habe:

Exakt das war damals auch eines meiner größten Probleme: ich wollte sogar in der Trennung irgendeinen Konsens erzwingen, ich brauchte das einfach, weiß der Teufel, warum, und habe mich unglaublich schwer damit getan, etwas nach meinem Gefühl und meiner Sichtweise zu entscheiden, weil die Konsequenz des Ganzen ja uns beide beträfe - dein Bild mit dem "Trennung nachher von der Schulter klopfen" fand ich da auch sehr treffend! Erkannt habe ich diese "Schwäche", meinetwegen auch diesen Charakterzug aber erst im Nachhinein. Er war für mich in der Vor-Trennungssituation nicht zu benennen, weil ich so verletzt war, langzeitverletzt sogar, da war kaum noch Platz für Reflektionen, nur noch für Traurigkeit, Hilflosigkeit und diese ewige, geduckte Schutzhaltung vor dem nächsten, sich schon abzeichnenden Rückschlag.

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