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In Beziehung zu Sex "gezwungen"

Alias 711589


Er hat sich mit einem Trick Zutritt zu meiner Wohnung verschafft. Gestern Morgen nahm mich die Freundin, bei der ich das Wochenende über übernachtet habe, auf ihrem Weg zur Arbeit mit. Mein Auto ließ ich bei ihr stehen, wir fanden das sicherer. Meine Freundin brachte mich sogar bis zu meiner Wohnung, nur musste sie dann gleich los. Da war er bereits drin.

Ich strhe, glaube ich, noch immer unter Schock und will keine Einzelheiten erzählen. Er war wütend und gewalttätig und zugleich bettelte und flehte er mich an, ihm noch eine Chance zu geben.

Es zieht mir den Boden weg. Ich habe immer geglaubt, dass er ganz tief in akuter Verzweiflung steckt. Das ist auch keine Entschuldigung, aber ich habe daran geglaubt, dass er zur Besinnung kommt. Mein Vertrauen in ihn war bevor das alles angefangen hat so groß. Jetzt empfinde ich nur noch Angst und auch Abscheu (?). Ich will ihn njcht wieder sehen. Er ist vollkommen blind für alles, was um ihn herum geschieht und hat die Kontrolle über alles verloren. Wie konnte es nur soweit kommrn, es ist mir ein Rätsel. Ich will einfach zur Ruhe kommen, aber es ist sehr schwer. Man kann ja nie wissen was passiert, aber ich habe mich immer sicher gefühlt in meinen Beziehungen, in meiner Familie,bei meinen Freunden, zu Hause. In meiner Wohnung will ich nicht mehr bleibrn. Es ist nicht nur, dass er unsere Beziehung endgültig zerstört hat und mir Gewalt angetsn hat, er hat mir auch mein Zuhause kaputtgemacht ubd mein Sicherheitsgefühl genommen, egal wo ich hingehe. Sicher fühlen kann ich mich nicht mehr. Ich hätte nie gedacht dass ich in so eine Situation komme und es sich so entwickelt. Dass er einfach nicht aufwacht und sieht was er angerichtet hat. Bis jetzt nicht. Alle, die davon hören, sind einfach nur schockiert, weil ihm das niemand auch nur annähernd zutraut. Für meine Mutter war er immer ein "Traumschwiegersohn". Ich wünschte ich hätte mich von Anfang an anders verhalten. Einige hier haben es prophezeit und hatten recht damit, dokumentieren, das Umfeld einweihen. Aber ich wollte es nicht wahrhaben, nicht ganz und auch nicht nur in schwarz oder weiß denken. Jetzt mache ich mir bittere Vorwürfe und denke mir, dass eine Teilschuld auch an mir hängt. Ich kann nur hoffen, dass die Anzeige, die Anordnung vom Gericht etc. ihn wachrütteln.

KWeytxi


Liebe Alias,

ich verfolge deine Geschichte von Anfang an und bin gerade sehr betroffen darüber, wie es sich entwickelt hat.

Es werden sich sicherlich noch einige Nutzer melden, die gute Tipps für dich haben.

Ich möchte dir einfach nur sagen: Dich trifft keine Schuld!

Ich wünsche dir alles Gute.

s!ch@ilchxer


Liebe Alias,

es tut mir so leid, daß der "Worst Case" eingetroffen ist :°_

Dich trifft keine Schuld!! Du bist das Opfer, Du hast gehofft, daß noch ein Funken Verstand und Empathie in ihm ist, weil Du ihn kennst und ganz andere Zeiten mit ihm erlebt hast. Ich kann das schon verstehen. Man hat in so einer Situation völlig widersprüchliche Gedanken und Gefühle. (Als mir ein Ex-Freund etwas schlimmes zugefügt hat und es mir sehr schlecht ging, hat ein Teil von mir sich gewünscht, er (der Ex-Freund) könne mich in den Arm nehmen und über diesen Schmerz trösten, obwohl er den ja verursacht hatte. Rational nicht erklärbar, war aber so)

Daß Du Dich jetzt zu Hause nicht mehr sicher fühlst kann ich auch gut nachvollziehen. Dein Ur-Vertrauen ist schwer erschüttert.

Gut, daß Du die Polizei eingeschaltet hast. Du hast zwar die Verletzungen und den sexuellen Übergriff nicht beim Arzt oder der Polizei dokumentiert, aber kannst Du nicht auch diesen Faden hier irgendwie als Beweis/Beleg verwenden? - Oder ist das jetzt naiv von mir, dann bitte Entschuldigung!! Und auch die Freundin, die Kollegen, evtl. die Nachbarin, die Euren Streit mitbekommen hat, könnten vielleicht als Zeugen dienen?

Ich hab's schon mehrmals geschrieben und will Dich sicher nicht damit nerven: Frauenberatungsstelle

Erfahrung hab ich selbst damit nicht, aber ich denke, daß dort Leute arbeiten, die täglich mit Gewalt/Übergriffen im häuslichen Umfeld gegen Frauen zu tun haben. Im schlimmsten Fall können sie Dir nicht helfen, aber vilelleicht haben sie Strategien für Dich, was zu tun ist, auch im Hinblick auf die Anzeige. Und ich denke, es könnte entlastend sein, mit Aussenstehenden zu sprechen, die das evtl. selbst erlebt haben. Du könntest dort anrufen, und dann überlegen, ob Du einen Termin vereinbaren willst. Aber nicht falsch verstehen, wenn Du es nicht möchtest, ist das auch ok.

Nimm so viel Hilfe, wie Du nur bekommen kannst von Deiner Familie und Deinen Freunden, Du bist jetzt das Wichtigste. :)*

sbchi2lchexr


[[https://www.frauen-gegen-gewalt.de/organisationen.html]]

[[http://www.hilfetelefon.de/aktuelles.html]]

Wie gesagt, es ist nicht um Dich zu nerven oder unter Druck zu setzen, aber dann brauchst Du nicht selbst herumsuchen, falls Du Dich jetzt oder später dafür entscheidest.

N%oJrdi8x4


Jetzt mache ich mir bittere Vorwürfe und denke mir, dass eine Teilschuld auch an mir hängt.

Nein, an dir hängt überhaupt keine Schuld. Du hast nichts gemacht was so ein Verhalten rechtfertigt oder auch nur provoziert. Mach dir deswegen wirklich keine Vorwürfe.

Ich kann nur hoffen, dass die Anzeige, die Anordnung vom Gericht etc. ihn wachrütteln.

Gut das du diesen Weg jetzt gehst. Sicher ist das nicht einfach, ganz im Gegenteil, aber nur so kann was passieren. Du merkst ja selbst das er das Problem nicht einsieht und du merkst ja selbst am besten wie groß der Schaden ist den dieser Typ anrichtet.

Sicher, du hättest von Anfang an härter auf sein Verhalten reagieren können aber es ist Unsinn sich jetzt deswegen Gedanken oder Vorwürfe zu machen. Gut das du jetzt die Polizei und dein Umfeld einweihst, so können andere Menschen für dich da sein und dir helfen. Mach damit auch ruhig weiter, weih zusätzliche Personen in das Problem ein, wende dich an Beratungsstellen und such dir ggf. auch psychologische Hilfe um diese Situation durchzustehen, das ist keine Schande. Wichtig ist bloß das es dir dadurch besser geht, der Rest ist egal.

Ccomraxn


Er hat ja noch einen Wohnungsschlüssel. Ich gehe davon aus, dass das Sicherheitsschloss nicht verriegelt war, da du außerhalb der Wohnung warst.

Ich glaube, eine bessere Wohnung wirst du kaum finden, auch wenn er dich ausgerechnet in deinem jetztigen Zuhause aufgesucht hat. Aber du hast ein Sicherheitsschloss und du wirst dich in der Wohnung auch sicher fühlen. Nur tausch das Schloss aus. Unbedingt.

Mit der gerichtlichen Verfügung hast du richtig gehandelt.

O<lAdie4x9


Es gibt jetzt Prioritäten. Und die sind eindeutig. In erster Linie geht es um deinen Schutz und um die Klärung dessen, ob das, was er bisher getan hat, strafrechtlich relevant ist. Das mag ohne Dokumentation schwieriger sein, aber tu alles, was möglich ist.

Zu deinem Schutz solltest du wirklich die hier genannten Beratungsstellen und Hilfen endlich annehmen. Es gibt nun mal viel häufiger Gewalt in Beziehungen, als man glaubt. Und es gibt Menschen, die sich schwerpunktmäßig damit befassen, Lösungen und Schutz bieten.

Alles andere hast du bisher sehr gut gemacht und wirst das auch weiter tun. Denn gerade dein Gang zur Polizei wird dir sicher schwer gefallen sein und war doch so wichtig. Du schreibst zwar nicht, wie man dir da begegnet ist – manchmal verhalten sich solche Stellen unerwartet zurückhaltend – aber ich gehe davon aus, dass es zu einer Anordnung kommt, dass er sich dir fernhalten muss.

Weitere rein praktische Prioritäten: Der Wechsel des Wohnungsschlosses und kein einziger Gang mehr dorthin ohne Begleitung, am besten sogar mit zwei Begleitern, denn ein Auflauern auf dem Flur ist ja fast wahrscheinlich.

Dabei ist es nicht wichtig, wie weit dieser Mann tatsächlich gehen würde und ob er dich wirklich ernsthaft verletzen würde. Es ist wichtig, dass du deine Angst ernst nimmst und dein Schutzbedürfnis. Es ist wichtig, dass du ihm nie mehr schutzlos entgegentrittst und dir für den Fall einer von ihm herbei geführten Begegnung ein Notfallszenario zurecht legst. Das kann ein bestimmter Satz sein, der scharf und selbstbewusst ausgesprochen wird, das können aber auch einfach nur Schreie sein, die "Öffentlichkeit herbeiführen". Alles, was bisher in dir versöhnlich gestimmt war, hat in der jetzigen Realität keinen Platz mehr. Es geht jetzt nicht mehr um ihn und darum ihn zu verstehen, sondern es geht um DICH.

Das schließt nicht aus, dass du dich später, wenn du wieder vollkommen sicher bist und die Situation endgültig geklärt ist, auch wieder mit ihm und seinem Verhalten analysierend beschäftigen kannst. Das gehört dann zur Aufarbeitung, die du am besten mit therapeutischer Begleitung vornehmen solltest. Da kann es dann wieder wichtig sein, zu verstehen, warum er dahin gekommen ist, wo er jetzt ist. Das liegt noch weit in der Zukunft, kann aber deine Gefühle beruhigen, die immer noch irgendwo vorhanden sind und die ihn verstehen möchten. Ja, das kann wichtig und heilsam sein, aber NICHT JETZT. Jetzt geht es nicht um ihn, sondern nur um DICH, um deinen Schutz um deine Sicherheit.

Dazu brauchst du ein großes Netzwerk an Verbündeten. Du hast das bisher bewusst kleiner gehalten, weil du nicht alle Welt in diese intimen Dinge einbinden wolltest. Das war verständlich. Aber das sollte sich jetzt ändern. Je größer dieses Netzwerk an Verbündeten, desto eher kann wieder objektive Sicherheit hergestellt werden. Subjektiv fühlst du dich zwar noch unsicher und sehr verletzlich. Aber das wird sich hoffentlich dann ändern, wenn du neben den Freunden auch professionelle Helfer einbindest.

Und die brauchst du jetzt.

LeichtAmHoxrizoxnt


@ TE

Ich habe immer geglaubt, dass er ganz tief in akuter Verzweiflung steckt.

Er steckt auch in akuter Verzweiflung. Aber die hat nichts mit Dir zu tun. Nicht mit Dir als Person. Sondern damit, dass er die Macht über Dich verloren hat. Wenn es ihm auch nur zu 0,00000001 Prozent um Dich und Dein Wohlergehen gehen würde, würde er sich nicht annähernd so verhalten.

Und: Du bist an nichts von dem, was er getan hat, Schuld!

s2tarOryO_n\ighDt


Oh wow, ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll :°( Zwar gehörte ich auch zu denen, die Dich gewarnt haben, dass er wider übergriffig werden könnte, aber gehofft habe ich natürlich, nicht recht zu behalten. Dass das ausgerechnet in Deinen eigenen vier Wänden passiert ist - der Ort, wo man sich am sichersten fühlen sollte -, ist einfach nur schrecklich.

Du hast hier schon sehr gute und ausführliche Antworten bekommen und ich glaube nicht, dass ich inhaltlich noch etwas hinzufügen kann. Aber ich möchte auch nochmal betonen, dass Dich an der ganzen Sache absolut keine Schuld trifft!

:)* :°_ :)*

laosgetUre4texn


liebe alias

ich habe deine ganze geschichte gelesen und all das, was passiert ist, macht mich sehr betroffen. :°_

ich wäre einer derjenigen gewesen, die sowohl den ersten übergriff auf dich als auch das erste zusammentreffen danach in deiner wohnung zwar mit sicherheit nicht verharmlost hätte. aber ich hätte es auch nicht hochdramatisiert und wäre mit begriffen wie "vergewaltigung" und "stalking" sehr vorsichtig umgegangen. nun hat sich sein verhalten allerdings wirklich so ins negative verändert, wie auch ich es nicht für möglich gehalten hätte.

deshalb:

Einige hier haben es prophezeit und hatten recht damit, dokumentieren, das Umfeld einweihen. Aber ich wollte es nicht wahrhaben, nicht ganz und auch nicht nur in schwarz oder weiß denken. Jetzt mache ich mir bittere Vorwürfe und denke mir, dass eine Teilschuld auch an mir hängt.

zieh dir nicht auch noch diesen schuh an, liebe alias!! :)*

es hätte auch anders laufen können, es war nicht absehbar, dass sein verhalten so ausartet! du bist immer sehr ruhig und reflektiert geblieben, auch in deiner ganzen verzweiflung. du hast alles richtig gemacht.

er hatte und hat sich leider nicht mehr unter kontrolle und du musstest nun diesen letzten schritt machen und ihn anzeigen. ich hoffe, dass du das geschehene irgendwann aufarbeiten kannst. @:) @:) @:)

ganz ganz viel kraft und alles liebe!

dpanaue87


Alias

Hack nicht auf dich ein. Nichts hätte jemanden wirklich aufhalten können der komplett ausrastet. Wenn jemand so sehr den Kontakt zur Realität verliert dann erreicht ihn da nichts mehr. Verlass dich da auch nicht auf die Verfügung, ich fürchte das wird ihn kaum beeindrucken.

Und noch was: Du wirst dich wieder sicher fühlen können, bestimmt. Es braucht nur Zeit und liegt in der Zukunft und jetz tist wichtig was Oldie sagte: Erstmal mit der Angst beschäftigen und die ernst nehmen. Alles andere kommt wenn es kommt.

T#ambHoumrixn


Liebe Alias,

es tut mir fürchterlich leid was dir passiert ist. :°_

Ich wünschte ich hätte mich von Anfang an anders verhalten. Einige hier haben es prophezeit und hatten recht damit, dokumentieren, das Umfeld einweihen. Aber ich wollte es nicht wahrhaben, nicht ganz und auch nicht nur in schwarz oder weiß denken. Jetzt mache ich mir bittere Vorwürfe und denke mir, dass eine Teilschuld auch an mir hängt.

An dir hängt kein bisschen Schuld. Du kennst den Mann seit vielen Jahren. Da ist es unvorstellbar, dass solche dunklen Seiten zu ihm gehören.

Das wichtigste ist deine Sicherheit. Kannst du vorübergehend woanders wohnen? Bei deiner Mutter/Freundin? So unangenehm es ist, würde ich so viele Leute wie möglich informieren. So hast du mehr Leute, die auf dich achten können. Auch sein Umfeld. Die können ruhig wissen, was er ist. Umso mehr Leute davon wissen, umso sicherer bist du.

Hol dir so viel Hilfe wie möglich.

TQamBboufrixn


Verlass dich da auch nicht auf die Verfügung, ich fürchte das wird ihn kaum beeindrucken.

Das ist ein sehr guter Gedanke. Ihm ist mittlerweile wahrscheinlich alles egal.

CiomrJan


Ihm ist mittlerweile wahrscheinlich alles egal.

Man darf den Teufel auch nicht an die Wand malen. Bei allem, was gerade akut passiert sollte man nicht vergessen: egal, wie schlimm diese Zeit jetzt ist - sie geht vorbei.

Er wird sich irgendwann gefangen haben und auch aufgeben. Das geht nicht ewig so weiter. Dazu ist alles einfach noch zu frisch.

mts92


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