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gehen oder bleiben

czorQne8liucsdenxt hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Leute,

ich bin neu hier und auf der Suche nach einem Platz zum Reden auf dieses Forum gestoßen.

Mich plagt folgender Umstand und ich wäre froh, eure Gedanken dazu zu hören. Danke im Voraus.

Ich bin seit dreieinhalb Jahren mit meiner Freundin zusammen. Sie war gerade dabei, sich von ihrem ersten Mann zu trennen, sie hatten nach einigen Jahren den Draht zueinander verloren.

Wir hatten von Anfang an sehr viele Streitpunkte, da unsere Vorstellungen über viele Dinge weit auseinandergehen. Zum einen was Hochzeit und Kinder angeht (sie will, ich nicht), zum anderen ist sie sehr eifersüchtig und Freundlichkeit gegenüber Frauen ist damit tabu (kulturell geprägt, sie ist Muslim), leider ein absolutes Dauerthema.

Durch viele nicht aufgearbeitete Themen aus ihrer Vergangenheit und sicherlich auch wegen unserer Beziehung (ich habe mehrmals versucht mich zu trennen aufgrund der Differenzen) ist sie an einer Depression erkrankt, in deren Folge sie sich umbringen wollte (vor ca 1,5 Jahren) . Ich hatte mich gerade getrennt, bin dann erst als Tröster bei ihr geblieben, bis wir dadurch wieder zusammengekommen sind, ich hatte so unendlich viel Mitleid. Es kam eine Zeit, in der sie schlimme Wahn-Vorstellungen hatte, die zum Glück durch Medikamente abklangen, dazu immer noch Gedanken an Selbstmord. Das alles wurde mit der Zeit wieder besser.

Ich versuchte ein weiteres Mal, mich zu trennen, hatte meine Sachen fast schon gepackt. Sie war völlig aufgelöst, wollte es nochmal probieren, ich meinte erst Nein und bin dann doch wieder eingeknickt, zurück ins alte Beziehungsmuster, auf den leichten Weg des Moments. Das war vor einem Jahr.

Mittlerweile wohne ich fest bei ihr, sie erwartet, dass wir uns in den kommenden Wochen verloben (ich habe in meiner Lethargie bejaht) , will Klarheit, was ich nach all den Trennungen verstehen kann. Wir sind Anfang dreißig.

Die Zeit mit ihr ist nicht schlecht, wir haben deutlich weniger Streit, können zusammen lachen, ich habe auch Gefühle der Liebe für sie.

Ich träume im Geheimen jedoch von einem Singleleben, in dem ich mich ganz meiner Kunst und Spiritualität widmen kann, ich genieße die Einsamkeit.

Es kommt mir vor, als rase ich auf eine Mauer zu, unaufhaltsam, bin gelähmt. Habe Angst, dass sie innerlich bricht, wenn ich gehe, dass das dieses Quäntchen zu viel ist für ihre bereits arg verwundete Seele.

Auf der anderen Seite möchte ich nach meiner Vorstellung leben, nicht aufgrund dieser riesigen Angst einen Weg einschlagen hinter dem ich nicht stehe. Vielleicht bricht es dann irgendwann später aus und es wird noch schmerzhafter (sie möchte wegen mir auf Kinder verzichten).

Was kann man tun, wenn man bereits viele Chancen verpasst hat und einen die Angst im Würgegriff hat?

Danke für eure Zeit.

Cornelius

Antworten
G.o/ldmKariee86


Oh man, das klingt nach einer wirklich nicht einfachen Situation.

Aber du hast diesen Schritt ja schon öfter getan und es klingt ein bisschen so, als wärst du immer nur zurück gegangen, weil sie dich überredet hat und/ oder du Angst hattest, dass es ihr wieder schlechter gehen könnte.

So hart sich das anhört, du bist nicht für sie verantwortlich. Und du selbst hast nur dieses eine Leben. Unter anderem Umständen würde ich dir raten mit ihr offen über deine Sehnsüchte zu reden, aber das ist in diesem Fall wohl nicht sehr hilfreich.

Wenn du dir sicher bist, dass es für dich gerade nicht nur eine Phase ist, vll ausgelöst durch ihren Erwartungsdruck, dann solltest du diese Beziehung beenden. Nicht nur für dich, auch für sie. Mir ist bewusst dass man immer Kompromisse eingehen muss. Aber als Frau die sich Kinder wünscht für einen Mann darauf zu verzichten? Das kann doch nur nach hinten los gehen. Irgendwann würde sie das bestimmt bereuen und dir Vorwürfe machen...

Wenn du den Schritt tatsächlich gehst solltest du ihr allerdings nicht als Tröster fungieren, informiere ihre Schwester, eine enge Freundin etc.. und sage ihnen sie sollen für sie da sein und sich um sie kümmern.

Alles Gute @:)

A3nni0*685


Lieber Cornelius,

als ich mir das alles so durchgelesen habe da habe ich mich schon mindestens 3 mal gefragt, warum du wieder zu ihr zurück bist und dann laß ich das mit der Verlobung, da war dann das Kopfschütteln.

Erstens ist es schon mal nicht sehr positiv für eine Beziehung, wenn es ständig nur um den anderen geht. Einen bestimmten Zeitraum z. B. eine Krise wie sie sie hat ist das ok. Schließlich liebt man sich und geht dadurch Kompromisse ein. Aber sie hat die Krise nicht überwunden und sucht ständig Hilfe bei dir obwohl du nicht der richtige Retter bist. Sie sollte dringend in Behandlung!

Was du machst ist für euch beide nicht gut! Wie nennt man das? Ko-Abhangigkeit? Kein Plan, bin kein Psychologe.

Du hattest bestimmt auch mal die Vorstellung aus Liebe zu heiraten und nicht aus Mitleid!?

Wenn du so weiter machst, dann bist du irgendwann ein Zombie, der nur von den par schönen Momenten mit ihr zehrt.

Besinne dich auf dich und deine Vorstellung von leben und glücklich sein!

Klingt zwar egoistisch aber sie macht das auch nicht anders mit dir!

PplKüscchbiexst


Nimmt deine Liebste Medikamente wegen ihrer Depressionen und Psychosen?

TaheBlarcWkWixdow


Diese Beziehung macht dich doch nicht glücklich. Werd wach und spiele nicht mehr den Tröster. Sie braucht Hilfe, welche du ihr nicht geben kannst.

EdmotiQonalje


Ich träume im Geheimen jedoch von einem Singleleben, in dem ich mich ganz meiner Kunst und Spiritualität widmen kann, ich genieße die Einsamkeit.

Hallo Cornelius,

in Deiner jetzigen Situation ist sicher auch eine spirituelle Lektion für Dich drin, eine, die mit Deiner und ihrer Persönlichkeit zu tun hat.

Vielleicht musst Du dazu einen Schritt von Dir zurücktreten, um herauszufinden, was Du anders machen musst.

LG & viel Erfolg,

cEorne'li'usdebnxt


Danke für eure Gedanken.

@ Plüschbiest:

nein, sie hatte nur Medikamente gegen die Wahnvorstellungen genommen, die sind zum Glück Geschichte. Wegen der Depression war sie bei einem Psychotherapeuten, mit dem sie sich allerdings nicht so vertrauensvoll und tief austauschen konnte, da ist sie irgendwann nicht mehr hin. Neulich sprach sie davon, dass sie nochmal zu jmd. gehen sollte.

Zombie, dieser Begriff kam mir auch schon in den Sinn, so habe ich mich bereits manches Mal gefühlt. Das Leben in Unaufrichtigkeit ist unheimlich anstrengend, die Scham darüber zehrt.

@ Emotionale:

wie meinst Du das genau? Trotz mancher "heller Momente" der Klarheit, dass diese Beziehung für mich nicht passt, dass wohl auch schädliche Abhängigkeiten bestehen - es hilft nicht, bin ich doch emotional auf einer Ebene verfangen, der Schritt hinaus wollte mir noch nicht in letzter Konsequenz gelingen [[]]

cZorneli5usdexnt


"Besinne dich auf dich und deine Vorstellung von leben und glücklich sein!

Klingt zwar egoistisch aber sie macht das auch nicht anders mit dir!"

Ein sehr guter Gedanke, den ich so noch nicht hatte, danke!

D6ie Soeherxin


ich finde die anregung auch sehr gut! bei mir kam nämlich nicht ganz klar raus, ob du dich nicht trennst, weil du um sie angst hast, oder weil du selber ängste für dich hast?

TIhis Twil]ig(hEt Gaxrden


Guckmal im Netz nach eine SHG zum Thema Co Abhängigkeit. Meist wird der Begriff verwendet für Angehörige von Alkoholkranken, aber es gibt ja auch die emotionale Abhängigkeit. [[http://www.selbsthilfe-wegweiser.de/selbsthilfegruppe/124.html Beispiel]]

Auch Manipulation genannt... auch wenn deine Freundin das nicht bewußt macht um dich in die Enge zu treiben, sie setzt es als Druckmittel/Machtmittel ein um dich zu halten... sie hält dich gefangen weil sie dich braucht. Das ist Egoismus...keine Liebe.

EIhemal%iger NuMtzer, (#5659x74)


Trenn dich endgültig von ihr. Sie würde jederzeit professionelle Hilfe bekommen, es ist nicht deine Aufgabe, dich um sie zu kümmern.

Du bist nicht für sie verantwortlich. Bleibst du weiter mit ihr zusammen wirst du selbst unglücklich und nimmst ihr die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Letztlich würde auch sie nicht dauerhaft mit der Beziehung glücklich werden. Langfristig gesehen ist eine Trennung also die einzig richtige Entscheidung.

F'ekenz|aube?r12x3


Hallo cornelius,

Was genau ist Dein Motiv bei ihr zu bleiben?

Du schreibst von Mitleid und Mitgefühl.Andererseits schreibst du ebenso ,daß du auch liebe für sie empfindest.

SIE ERWARTET das ihr euch in den kommenden Wochen verlobt.

Du bejahst obwohl Du nicht wirklich dahinter stehst.

Das alles ist natürlich ein Riesen Druck den du Dir selbst auferlegst. Wieso bejahst Du?

Wieso bestimmst Du nicht das Tempo mit?

An Deiner Stelle würde ich mich auch wie gelähmt fühlen.

Wenn so Beziehung funktioniert würden sich viele danach sehnen single zu sein.

Werd dir darüber im klaren ,was du fühlst,was du willst .

Und man kann auch in einer Beziehung eine eigene Persönlichkeit haben und auch mal Zeit für sich selbst beanspruchen.

Ich nehme fast an ,du schaffst es nicht wirklich ,Grenzen zu setzen. Manchmal verletzt man Menschen,wenn man Grenzen setzt.

Ich weiß natürlich nicht wie du dich anderen Menschen gegenüber verhälst und ob es ein generelles Problem ist oder ob es nur bei ihr besteht ,wegen der wirklich krassen Vorgeschiche.

LASS DICH NICHT UNTER DRUCK SETZEN !

Denke nach was Du wirklich willst in Deinem Leben und handle danach.

cnornneliHu4sd<enxt


Ja, liebe Feenzauber, Grenzen setzen ist definitiv ein Thema bei mir. Ich denke es fällt mir schwer in einer Beziehung ich selbst zu bleiben, auf meine Wünsche und Ziele zu achten. Vielleicht zieht mich deshalb der Gedanke an einsiedlerisch zu leben, es zumindest für eine Weile zu testen, man muss sich ja nicht endgültig in der Form festlegen.

Ich spüre einen unheimlichen Druck bei dem Gedanken, der Hauptgrund für sie zu sein, weiterzuleben. Alleine das lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Jede Talsohle ihrer Gemütslage verzögert es, mich innerlich auf eine Trennung vorzubereiten. Das Mantra, nicht für sie verantwortlich zu sein, bleibt für mich ein Satz, aus Buchstaben gebildet.

d;anae$8x7


Schwierig. Mein erster Gedanke war:"Geh, sie allein ist für sich verantwortlich." doch dann dachte ich mir: Du sagst das du Gefühle der Liebe für sie hast und dann schriebst du das du Probleme mit dem Ziehen von grenzen hast. Wenn du jetzt gehst, sehe ich die Gefahr das du Probleme bekommen könntest dich nochmal auf jemanden einzulassen weil du dich als jemand in einer Beziehung sehr ausgelieferten erlebt hast. In dieser Mischung würde ich dir anraten es als Lektion zu akzeptieren und Grenzen setzen üben. Vielleicht zerbricht eure Beziehung daran, vielleicht wächst auch etwas schönes aus dem Trümmerhaufen, wer weiß. Als erstes einmal wird es Zeit ihr zu sagen wie es dir wirklich geht, dass du nicht gedenkst sie in diesem zustand zu heiraten, schon weil ihre beide besseres verdient habt als eine Hochzeit aus dem Gefühl heraus gefangen zu sein.

Du sitzt am Steuer deines Wagens, sie greift von der Seite vielleicht rein, aber Gas und Bremse hast alleine du unter Kontrolle, nutze sie und tritt mal fest auf die Bremse.

Fse?enz1aubeZr1n23


Hallo cornelius,

Mh als Einsiedler muß man ja auch keine Grenzen setzen ;-) ,ist ein wenig einfach diesen Weg zu wählen.

Ich fragte dich ja nach dem Motiv mit ihr zusammenzubleiben,worauf ich leider keine Antwort von dir bekam. Liebe wäre ein denkbar schönes Motiv.

Hinterfrag dich mal selbst. Ich kenne niemanden der aus bloßem Mitgefühl Jahre lang bei seinem partner bleibt. Wenn es bei dir so wäre, hättest du ja deine Eigenverantwortung abgegeben und der Sinn deines Lebens besteht darin, auf sie zu achten ,daß sich sich nicht erneut versucht das Leben zu nehmen. Wir Menschen sind aber nicht so selbstlos, gott sei dank. Das würde ja pure Selbstaufgabe bedeuten.

Denk mal in eine andere Richtung, vielleicht ist dieser Weg ,den du gerade gehst für dich sogar bequem, du kennst ihn. Du bist ihr Held und opferst dich auf.

Der andere Weg würde bedeutet, du triffst deine Entscheidungen selbst, übernimmst verantwortung für dein Leben . UND DU SETZT AUCH GRENZEN. Vielleicht hast du Angst einfach loszulaufen und deinen weg zu finden.

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