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Realfakes - Das Spiel mit den Gefühlen anderer

EUhemaliHger Nurtze.r (#530218x)


@ LichtamHorizont

und auf gewisse Weise auch wieder nichts dafür kann.

Das sehe ich anders. Die wenigsten dürften derart massiv gestört sein psychisch, dass man ihnen wirklich ihre Eigenverantwortung dabei absprechen kann mMn.

Das gilt übrigens auch für die, die sich nicht erst etwas ausdenken bevor sie sich übergriffig gegenüber anderen verhalten und das aus ihren eigenem Film heraus nicht verstehen können/wollen. Auch die bleiben verantwortlich für ihr Verhalten.

L`ichtA1mHorixzont


@ Snaiperskaja

Das ist ja wieder ein Grund dafür, keinen Unterschied zu machen zwischen denen, die sich etwas ausdenken und denen, die in ihrem Film gefangen sind. Emotionale Erpressung bleibt emotionale Erpressung.

Deshalb finde ich z.B. Nurarihyons Fake nicht schlimm, denn das hat mit emotionaler Erpressung nichts zu tun.

SChojxo


Macht ja auch Sinn, denn am Ende sind alle Mitmenschen in unserem Hirn ja eine Form von fiktiver Konstruktion

Ja. Alle Menschen, alle Erlebnisse, sogar die ganz konkrete Gegenwart. Alles gefiltert und vom Hirn ständig umfangreich ergänzt. Im Grunde erzählen wir alle uns selbst eine sehr lange Geschichte von der Wiege bis zum Grab.
Ich frage mich manchmal, wie es ist, wenn diese Geschichte nicht stimmig ist und viel Notbehelf und Umdichtung erfordert, damit man so halbwegs okay dasteht. Knirscht das nicht manchmal ganz arg im Hirn? Wie ist es, wenn man an diesen Unstimmigkeiten geschickt vorbeisteuert und sie selbst nicht mehr bemerkt - fühlt man sich dann manchmal ganz unwirklich an?
Ich habe mal eine in meiner Erinnerung großartige Geschichte gelesen, die ich wahnsinnig gern wiederfinden würde, weil sie mich sehr beeindruckt hat. Da hat (frei erinnert, vieles davon kann auch von mir dazugedichtet sein, es ist lange her ;-D ) eine Frau einen Mann getroffen, den sie von früher kannte, und er war verwirrt davon, dass sie vollkommen unverbraucht aussah, fast wie früher, als wäre die Zeit einfach an ihr abgeperlt. Sie unterhalten sich, unter anderem über ihre Familie, er deckt Unstimmigkeiten in ihrem glücklichen Leben auf, und es wird deutlich, dass ihre Familie regelrecht um sie herumschleicht, ihr "erlaubt", ihre Illusion zu leben, dass sie sie aber allesamt gar nicht wirklich kennt. Sie erzählt so stolz und glücklich, und er hört zu und fragt und ist zunehmend irritiert, und am Ende sieht sie in seinen Augen keine Bewunderung, sondern Mitleid. Und da schwankt alles für einen Moment, ihr ganzes Konstrukt bekommt einen heftigen Stoß, und sie sieht für einen Augenblick ganz und gar verloren aus. Und dann rafft sie alles wieder zusammen, sie verabschieden sich, und sie hat es sich wieder zurechtgeschoben, vollkommen zurechtgeschoben, als hätte es diesen Moment, da ein kalter Wind unter das wacklige Gerüst ihrer hohlen Fassade geweht ist, nie gegeben.

Ich frage mich, ob solche beklemmenden Momente den meisten Leuten, bei denen es eine hohe Diskrepanz gibt zwischen Selbstwahrnehmung, auch Selbstdarstellung, und "Wahrheit", soweit sie eben existiert, wohlvertraut sind.

E_hemalige*r NautVzer (7#5x30218)


@ LichtAmHorizont

Die, die sich etwas ausdenken, schaden womöglich aber denen mit, die die ausgedachten Geschehnisse tatsächlich erlebt haben. Sie schaden deren Glaubwürdigkeit.

Und wie du selbst festgestellt hast: Sie handeln vorsätzlich bzgl. der Lüge(ngeschichte).

LAe,molnt^exa


Log Lady

Danke für deinen Zuspruch :-)

quacksalberei

Ich meinte eigentlich, ob es auch Personen wissen, die Du nach der Zeit der Lügerei kennengelernt hast.

Aber echt mutig, dass Du das den anderen gesagt hast. Wie kamen die damit klar von wegen heutiges Vertrauen und so?

Nein, die danach wissen es nicht. Ich habe mit meiner "Beichte" damals das Thema abgeschlossen und gedachte auch nicht, das jemals wieder hervorzuholen. Bis zu dem Faden hier ;-D

Meine damalige beste Freundin ist die Einzige, zu der ich heute noch Kontakt habe und sie hat mir alles verziehen und war auch sehr verständnisvoll.

Slhojo


Die, die sich etwas ausdenken, schaden womöglich aber denen mit, die die ausgedachten Geschehnisse tatsächlich erlebt haben. Sie schaden deren Glaubwürdigkeit.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt und einer, der mich beispielsweise bei so kritischen Dingen wie etwa erlogenen Vergewaltigungsgeschichten dann doch recht ungnädig werden lässt, wenn sie lang und breit hier ausgewalzt werden, zum Teil ja auch durchaus genüsslich. Das ist einer der Gründe, weshalb ich mich bei so etwas zurückziehe, wenn ich es nicht glaubwürdig finde, statt es dem User gegenüber zu äußern - das ist eine sehr sensible Angelegenheit, und wenn jemandem, dem das wirklich zugestoßen ist, dann solcher Zweifel entgegenschlägt, ist das viel schlimmer, als wenn einem Fake geglaubt wird. Trotzdem: Was bei dem Fake auch für eine seelische Notlage dahinterstehen mag, er/sie macht sich doch wirklich übel schuldig an denen, denen das wirklich passiert ist, und da habe ich mich schon bei dem sehr hässlichen Gedanken erwischt, für den ich mich tagelang geschämt habe: Wenn ich richtig liege und du das alles erlogen hast, dann wäre es nicht ganz fernab von gerechtem Karma, wenn es dir echt passieren würde.

dmanane87


Shojo

Ich glaube Menschen die sich wirklich darin eingerichtet haben können das nur in dem sie jede dieser Anfechtungen sofort dem Gegenüber anlasten und entsprechend abwehrend reagieren. Ob man dann flieht oder aggressiv um sich beißt ist vermutlich eine Frage des Typs, aber bei allen Menschen die ich kennengelernt habe führte die langfristige Stabilisierung solcher Verhältnisse dazu das immer die Anderen für schuldig befunden wurden. "Der kennt mich gar nicht und geht mich so komisch an." "Die hat das alles immer falsch verstanden und mich dann angemacht." Gerne wird auch dem Gegenüber ein Defizit unterstellt "Die lügt doch um sich besser zu fühlen.".

Ich persönlich hab vor der Therapie Alkohol und Drogen den Vorzug gegeben um mir das nicht genau anzusehen wenn ich gerade mal nicht in irgendeinem gestörten Film hing. (Selbst)Betrug ist nicht so meine Stärke, ich lüge einfach zu durchschaubar.

LHomgW Ladxy


Das ist einer der Gründe, weshalb ich mich bei so etwas zurückziehe, wenn ich es nicht glaubwürdig finde, statt es dem User gegenüber zu äußern - das ist eine sehr sensible Angelegenheit, und wenn jemandem, dem das wirklich zugestoßen ist, dann solcher Zweifel entgegenschlägt, ist das viel schlimmer, als wenn einem Fake geglaubt wird.

Ich glaube, das ist mein großes Problem mit solchen Fäden - dass ich immer das Gefühl habe, die Leute "versündigen" sich an denen, die die schlimmen Dinge wirklich erlebt haben.

Wäre ich von irgendeiner schlimmen Erkrankung oder Vergewaltigung (oder was auch immer Inhalt der Fäden ist) selbst betroffen, ich wäre so unfassbar wütend, wenn ich wüsste, da kommt jemand an und erschleicht sich mit einer erlogenen Geschichte das Mitleid des Forums. Nicht, weil mir persönlich das Mitleid dann abgeht, sondern weil es einfach eine perfide Täuschung ist. Als wahrhaft Betroffene würde ich das wie einen Schlag ins Gesicht empfinden.

q>ua/cksXaWlberexi


Sie erzählt so stolz und glücklich, und er hört zu und fragt und ist zunehmend irritiert, und am Ende sieht sie in seinen Augen keine Bewunderung, sondern Mitleid. Und da schwankt alles für einen Moment, ihr ganzes Konstrukt bekommt einen heftigen Stoß, und sie sieht für einen Augenblick ganz und gar verloren aus.

Puh, das erinnert mich gerade in Teilen an meine Mutter. Sie hat auch immer nur ein Stück weit gesehen, wie sie und die Familie um sie herum - auch unter ihrem Verhalten - sehr, sehr leidet und immer mehr wegbricht. Sie hat (und tut es immer noch) meistens vieles schöngeredet, obwohl da eigentlich nur noch ein riesiger Scherbenhaufen lag. Und vor allem konnte und wollte sie nie sehen, welch großen Anteil sie selbst daran hat. Wenn man versuchte, sie darauf hinzuweisen, war manchmal für einen kurzen Moment genau diese Verlorenheit zu sehen, die aber sehr schnell durch Herunterspielen und Schönreden verscheucht wurde. Irgendwann brach alles so komplett und irreparabel zusammen, dass sie nicht mehr schönreden konnte; aushalten konnte sie es aber auch nicht, und dann "knirschte" es so richtig in ihrem Hirn - sie war dann zwei Tage lang komplett wegdissoziiert und landete nicht viel später "zwangsweise" in der Psychiatrie.

dqana_e8x7


Ich denk auch das bei solchen Lebenslügen eine riesige fette Lüge sich selbst gegenüber den Ursprung bildet. Egal ob man so ein Leben vorspielt oder im Internet eines erfindet.

s/weeyny4x3


nachdem sie es dann irgendwann übertrieben hat und einer sehr jungen Userin (war so ca. 13) mit ihrem (angeblichen) Suizid gedroht hat als diese sich nicht mit ihr unterhalten wollte.

Wie kann man sowas (generell ) nur tun und dann auch noch bei einer 13 jährigen. Ist wirklich erschreckend .

Wäre ich von irgendeiner schlimmen Erkrankung oder Vergewaltigung (oder was auch immer Inhalt der Fäden ist) selbst betroffen, ich wäre so unfassbar wütend, wenn ich wüsste, da kommt jemand an und erschleicht sich mit einer erlogenen Geschichte das Mitleid des Forums. Nicht, weil mir persönlich das Mitleid dann abgeht, sondern weil es einfach eine perfide Täuschung ist. Als wahrhaft Betroffene würde ich das wie einen Schlag ins Gesicht empfinden.

Ich empfinde es auch als Schlag ins Gesicht, da ich von Missbrauch selber betroffen bin. Auch gibt es User die sich lustig machen oder sagen - ihr seid selber Schuld, ihr Frauen /Mädchen seit ja zu sexy angezogen ,das habt ihr provoziert usw. Da kommt mir die Galle hoch.

E.hemalRiger4 Nu[tzer (z#5730:12x)


Nurarihyon

deine "Bananengeschichte" finde ich nicht schlimm, ich sehe da einen großen Unterschied zu Menschen, die mit Gefühlen spielen und manipulieren.


Zu diesem Faden möchte ich sagen, dass er sehr interessant und hilfreich ist , für mich wertvoll - sollte eigentlich nicht verlorengehen !!

Sihoj+o


Puh, Quacks, das ist echt heftig. Ich hoffe, sie hat Hilfe bekommen und sich wenigstens einigermaßen sortieren können.

S,hojxo


deine "Bananengeschichte" finde ich nicht schlimm, ich sehe da einen großen Unterschied zu Menschen, die mit Gefühlen spielen und manipulieren.

Ich auch.

LvichtvAUmHorxizont


@ Snaiperskaja

Die, die sich etwas ausdenken, schaden womöglich aber denen mit, die die ausgedachten Geschehnisse tatsächlich erlebt haben.

Den Aspekt hatte ich außer Acht gelassen. Ich war nur von "Geschichten-Empfängern" ausgegangen, die so etwas nicht selbst erlebt haben. Das macht natürlich wirklich einen entscheidenden Unterschied.

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