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Realfakes - Das Spiel mit den Gefühlen anderer

J.uliB-S(onne_


Ich wäre vorsichtig, mit diesen Realfakes. Alleine die Aufzählung am Anfang hat mich verwirrt. Mir wurde auch schon vorgehalten, ein Fake zu sein, weil ich einfach zu viel durchgemacht habe. (Sternenkinder, Tod von bestem Freund und Bruder, Vergewaltigungen). Diesem Jemand hätte ich am liebsten schreiend genau das an den Hals gewünscht. Ich bin eigentlich kein Mensch, der anderen böses möchte, aber bei diesem Jemand, wenn ich den schon lese, bekomme ich eine Wut, dass glauben nur die, die auch schon unschuldig als Fake beschimpft wurden.

Aber ich bin durch die ganzen Erlebnisse am Ende meiner Kräfte und kämpfe Tag für Tag dafür, weiterzumachen. Schreibe hier im Forum, was mich belastet in der Hoffnung, Hilfe oder Ideen zu finden. Oder einfach, um mich mit anderen Betroffenen austauschen zu können. Ich weine seit Jahren jeden Tag (OK, jede Nacht) und muss Medikamenten einnehmen, damit ich nicht endgültig an allem zerbreche. Und dann kommt jemand daher, der mich als Fake betitelt. Könnt ihr euch vorstellen, wie verletzend das ist? Wie es einem endgültig den Boden unter den Füssen wegzieht, weil man sich nicht mehr zu schreiben traut, was man loswerden möchte? Den ganzen Ballast, der einem auf dem Herzen liegt?

Nur weil man viel erlebt hat, ist derjenige noch lange kein Fake!

Meine allerbeste Freundin hatte mir mal gestanden, dass ihr ganzes Leben, was sie mir erzählt hat, erfunden war. DAS hat mich umgehauen. Meine allerbeste Freundin, mit der ich mitgelitten, mit der ich geweint habe um ihre Schicksale. Alles erfunden. Sie bat um Verzeihung. Aber nach so vielen Jahren der Lügen hätte ich ihr nie wieder Vertrauen können. Durch sie (und anderen Erfahrungen) lebe ich nun ziemlich einsam, weil ich auch meinen anderen Freundinnen erst wieder Vertrauen muss. Ich vertraue momentan niemandem mehr.

Ja, ich habe viel durchgemacht und es ist immer etwas negatives bei uns. Es hört nicht auf. Aber ich habe es nicht nötig, meine Zeit mit Märchen hier niederzuschreiben. Ich dachte, es würde mir helfen, aber ich habe keine Lust, wieder angegriffen zu werden. Dazu fehlt mir die Kraft. Psychisch und physisch.

Mkuff 4Pottexr


Es ist meines Erachtens irrig anzunehmen, dass nur irgendwie besonders anfällige Menschen auf die Lügenmärchen reinfallen könnten. Genau deshalb habe diesen Faden eröffnet um darauf hinzuweisen, dass es nicht nur eine besondere Klasse von irgendwie naiven Menschen treffen kann.

d.anae<87


Ja gut aber trifft da nicht das zu, was quacksalberei von ihrer Mutter schreibt oder auch du, was dieses Familienmitglied betrifft: Da weiss man dann GRUNDSÄTZLICH, dass diese Person sich gerne mal was zusammenphantasiert?

Das hat mit Phantasie in dem Fall nichts zu tun. Ich weiß das die Person gerne mal lügt wenn das für sie bequemer ist. Manchmal geht sie aber auch den unbequemen Weg, kann man nie genau wissen. Und die lügt ohne einen Gedanken daran zu verschwenden. Wenn du sie hinterher, auch direkt hinterher drauf ansprichst weil du vorher kontrolliert und dann gefragt hast ist es als ob sie aus einem Automatismus aufwacht, nachdenkt und dann sagt:"Stimmt, das war gelogen." Die lügt so routiniert und beiläufig das es ihr nicht auffällt und daher auch alles was sonst normalerweise warnend wirkt wegfällt.

Quacksalbereis Mutter ist ein ganz anderes Kaliber, wenn ich das richtig verstanden habe. Die hat eher so konsequent auf ihrer Version der Realität bestanden das man entweder im Dauersturm gelebt oder sich angepasst und diese Realität gespielt hat. Sie hat nicht im eigentlichen Sinne gelogen, sie hat in einer paralellen Realität ein zu Hause gefunden, das zu Hause in dem sie leben wollte und sich geweigert diese Realität wieder zu verlassen. Als sie dazu gezwungen war verabschiedete sich ihr Bewusstsein in die Dissoziation in der sie sicher war.

Irgendwann fliegen so lange Konstruke sicher meistens auf, wenn ich auch nicht immer sagen würde, weil ich denke das es schon möglich ist das jemand zwei Familien hat und das gut genug und strikt genug trennt. Würde ich halt nicht ausschließen weil sowas eben nicht zwangsläufig echtes Lügen braucht, da reicht verschweigen und das verrät sich viel seltener wenn man sich damit wohlfühlt.

Ich finde Isabells Beispiel zeigt deutlich auch die Unterschiede. Der Psychologin aus dem Blog wäre so ein Fehler niemals passiert, die war geübt, die war Profi und hat das ständig gemacht. Erst unter Zeitdruck passierten ihr Fehler. Vorher waren x Personen erfunden, zu verschiedenen Zeiten Profile erstellt und Lebensleisten gestaltet worden. Da steckt eine unfassbare Arbeit dahinter und die Distanz der Opfer wurde garantiert mit Bedacht gewählt. Isabells Hansel war dagegen blutiger Anfänger, vermutlich eher so aus der Not raus, wie sie selbst vermutet.

Das sind zwei verschiedene Kategorien und ich denke das es auch die Form übers Internet nochmal schwerer macht wenn sie da jemand wirklich reinkniet.

Und ich finde tatsächlich dies dauernde Zeigen darauf das man ja quasi ein Defizit hat und nur deshalb konnte man Opfer werden hat was von:"Selber Schuld." Ich denke aber das jeder Mensch irgendwo ein Defizit hat. Jeder wünscht sich irgendwo einen bestimmten Menschen und wenn den jemand darstellt freut man sich sehr den oder die gefunden zu haben und forscht nicht nach. Ein Mensch der nichts vermisst, den gibt es meiner Erfahrung nach nicht.

M6uff8 Pottxer


Juli-Sonne es wurde schon betont, dass es insbesondere auch darum geht diejenigen zu schützen, die ebenen gerade schlimmme Schicksalsschläge erlebt haben.

CwhanceF0x07


Es ist meines Erachtens irrig anzunehmen, dass nur irgendwie besonders anfällige Menschen auf die Lügenmärchen reinfallen könnten. Genau deshalb habe diesen Faden eröffnet um darauf hinzuweisen, dass es nicht nur eine besondere Klasse von irgendwie naiven Menschen treffen kann.

Das möchte ich mal fett unterstreichen!!!

Denn genau weil sich diese Annahme so hartnäckig hält, öffnen sich nachträglich so wenige, denen so etwas passiert ist und die ganz und gar nicht dumm und/oder naiv waren/sind. Das wiederum erweckt den Anschein, es wären Ausnahmen.

Und diejenigen, denen es nicht passiert ist (oder die es noch gar nicht wissen, dass sie sich seit Ewigkeiten mit einem Fake austauschen), wiegen sich in falscher Sicherheit und können sich einreden, dass ihnen dies nie geschehen könnte.

Ekhemali1ger Nut+zer (x#15)


Juli-Sonne_

Mir wurde auch schon vorgehalten, ein Fake zu sein, weil ich einfach zu viel durchgemacht habe.

Hier in diesem Faden geht es nicht darum potentiell Jemanden als Fake zu bezeichnen/verdächtigen, ausschließlich deswegen, weil er viel durchgemacht hat. Das hat hier (in diesem Faden) auch noch Keiner so gesagt.

Und um es mal vorsichtig zu kommentieren (ohne es zum Thema machen zu wollen! Was mir wahrscheinlich nicht gelingt ;-)) - was bei Dir teilweise das Problem ist, weshalb Du kritisiert wirst ist nicht wirklich das was Du erlebt hast, sondern Dein Umgang damit und Dein Umgang mit den Usern die Dir hier mal (auch oft sehr einfühlsam) etwas Gegenwind bringen. Gegenwind in dem Sinne, dass Du -von Außen betrachtet- das Gefühl vermittelst Dich unverhältnismäßig stark hineinzusteigern in die jeweiligen Situationen.

Niemand hier meint das böse und Du hast wirklich viele Menschen die da bei Dir sind, mit Dir schreiben etc.. Nur sind da eben auch die Menschen, die (irgendwann) nicht mehr auf Tätschelkurs sind, sondern auch mal sinngemäß sagen "Jetzt bekomme Deinen Hintern mal wieder hoch"...

Und alleine das hier jetzt, dass Du das hiesige Thema auf Deine Situation überträgst ist (schon wieder) sehr schwer zu händeln. Du bringst keine Distanz hinein - es geht nur um Dich.

Das ist einfach schwer für Andere damit konstruktiv umzugehen.

Auch ich meine meine Worte nicht gegen Dich gerichtet. Ich hoffe, dass Du das verstehen kannst.

d>afnaer8x7


Ich sehe das genau wie Chance und Muff. Das kann jedem passieren und zu sagen das es ein wenig gewollt haben muss damit es klappen konnte hat etwas von victim blaming.

EMh9emal3iger =Nutzesr (#15x)


Chance

Denn genau weil sich diese Annahme so hartnäckig hält, öffnen sich nachträglich so wenige, denen so etwas passiert ist und die ganz und gar nicht dumm und/oder naiv waren/sind. Das wiederum erweckt den Anschein, es wären Ausnahmen.

Ich will es mal so ausdrücken:

Mein Verhalten war teilweise dumm und/oder naiv.

Ich selbst, in meiner ganzen Person, bin aber nicht dumm und/oder naiv.

Und das sollte man für sich selber, wenn man auf "sowas" (was auch immer ;-)) hereinfällt, anschauen und dann beurteilen.

Letztendlich, abschließend stell(t)e ich mir die Frage:

"Habe ich durch die ganze Aktion etwas verloren?"

Und ich kann das für mich ganz klar beantworten: Nein.

Ich habe daraus gelernt und zwar für mich gelernt. Ich habe erkannt, bestimmten Bedürfnissen meinerseits mehr Beachtung zu schenken, ja, ich habe sogar erst dadurch erkannt, dass ich sie überhaupt habe ;-D. Dass ich zwar jahrelang wirklich diese Bedürfnisse nicht hatte, aber irgendwie den Übertritt dahingehend sie doch (wieder) zu haben gar nicht erkannt habe.

Ich weiß, ich bin letztendlich ein unglaublich schrecklich positiv denkender Mensch *grins* - ich ziehe aus fast wirklichem Allem was mir widerfährt nur das Positive raus....klingt zwar gut, manchmal verliert man dann aber auch aus den Augen das Negative (ergo, das, was einem angetan wurde) zu sehr zu schmälern.

E~heomaligeNr Nut8zer (#B15)


Äh..blöde ausgedrückt:

Da fehlt ein "nicht":

"...nicht zu sehr zu schmälern."

JfuliT-Son&nxe_


Isabell, du hast es falsch verstanden. Ich meinte, man solle vorsichtig sein, schnell jemand als Realfake zu betrachten, nur weil derjenige viel durchmachen musste (bei mir war es ein Beispiel, weil ich definitiv als Fake betrachtet wurde). Es geht mir definitiv darum, die Sache vorsichtig zu betrachten und nicht, zu schnell Vorzuverurteilen. Das war alles.

MYuff Psottxer


Ich selbst, in meiner ganzen Person, bin aber nicht dumm und/oder naiv.

Isabell, ich kann mich nur über solche Einschätzungen nur wundern. Da fällt man aufs Maul und bescheinigt sich aber selbst, besonders geschickt zu sein? Wie geht das?

Ezhem~aliger Nu'tzer h(#x15)


Juli-Sonne_

Ich meinte, man solle vorsichtig sein, schnell jemand als Realfake zu betrachten, nur weil derjenige viel durchmachen musste (bei mir war es ein Beispiel, weil ich definitiv als Fake betrachtet wurde). Es geht mir definitiv darum, die Sache vorsichtig zu betrachten und nicht, zu schnell Vorzuverurteilen. Das war alles.

Hier sagst Du es doch auch nochmal:

nur weil derjenige viel durchmachen musste.

Niemand hier in diesem Faden hat das gesagt. Nicht mal ansatzweise.

Dass er Jemanden als Realfake sieht oder gesehen hat, "nur weil derjenige viel durchmachen musste".

Es geht hier in dem Faden, der Diskussion, um Unstimmigkeiten die irgendwann in diversen Erzählungen oder Verhaltensweisen auftauchen.

Von einer Bewertung bezüglich der Quantität von Schicksalsschlägen ist doch gar nicht die Rede.

E;hemalIiger pNButz1er (p#15)


Muff

Isabell, ich kann mich nur über solche Einschätzungen nur wundern. Da fällt man aufs Maul und bescheinigt sich aber selbst, besonders geschickt zu sein? Wie geht das?

Mir ist nicht klar, wie Du "nicht naiv/dumm sein" mit "geschickt sein" in Zusammenhang bringst? Inwiefern steht das überhaupt in einem Zusammenhang?

JJuli-3Sonnxe_


Realfakes tauchen häufig mit ganz erstaunlichen und emotional geladenenen Geschichten auf.

Typische Merkmale sind schwere Schicksalsschläge, wie z.B.:

- Tod eines nahen Angehörigen oder einer Bezugsperson. Verlust des eigenen Kindes.

- Opfer einer Vergewaltigung oder des sexuellen Mißbrauchs in der Kindheit.

- Krebserkrankung oder andere schlimme Erkrankungen oder Drogenmißbrauch.

- Starke psychische Probleme in Verbindung mit Lebensveränderungen (z. B. Schwangerschaft).

- usw.

CShanKce00x7


@ Isabell

Ich glaube, dass wir (also nicht nur Du, ich meine auch andere ähnliche Posts) größtenteils aneinander vorbei schreiben. Daher habe ich versucht, das noch mal in einem der letzten Beiträge deutlich zu machen, dass es für mich da große Unterschiede in der Bewertung gibt.

Ich denke, ich habe eindeutig andere Szenarien bzw. Abläufe vor Augen als die, auf die Du Dich beziehst bzw. welche Du erlebt hast. Daher ist das einfach für mich nicht vergleichbar.

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