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Realfakes - Das Spiel mit den Gefühlen anderer

Euhemali)ger 1Nut}zer (`#15)


Nochmal Shojo:

Aber im Grunde kann man doch sagen: Bei einem Faker wird vor allem erst einmal ein Bedürfnis vorliegen, das er durch diese Fakes zu stillen sucht. Aufmerksamkeit, der Entwurf anderer Persönlichkeiten (aus Ekel vor sich selbst, aus Langeweile, vielleicht aber auch aus Neugier, in manchen Fällen womöglich aus einem Erzähldrang und einem Fabuliertalent heraus, das konstruktiv genutzt durchaus Bewunderung erregen würde), Kontrolle beziehungsweise Macht, überhaupt Einflussnahme auf die Welt. Die Erschaffung paralleler Wirklichkeiten, in denen Raum für etwas ist, das der Faker oder die Fakerin im normalen Leben nicht unterbekommt oder für das Raum vorhanden, aber viel zu klein ist.

:)z

Das meine ich. "Nur" Tagträumen reicht ihm nicht. Er braucht die Verschmelzung von Beidem: Traum und Realität.

L uois08


In dem Fall war das hinterher für mich abgehakt als hübsche Geschichte, die mich unterhalten hat, ich war aber auch nicht aktiv dabei. Oder trügt mich die Erinnerung und einige hier waren echt betroffen?

Doch, da gab es Einige.

Hm, ok, ich würde das für mich nämlich ähnlich einordnen wie avanti, also dass so eine allgemein erzählte Geschichte in einem Forum (sofern man nicht per PN sehr viel Hilfe angeboten hat) einen nicht so sehr tangiert wie wenn man ganz persönlich individuell so sehr beschissen wird...

Übrigens würde ich da nicht so sehr zwischen Internet und Real Life unterscheiden, was die Mechanismen bzw. die zwischenmenschliche Dynamik angeht. Selbst wenn man im Internet die Identität noch mehr verschleiern kann, so gibt es doch auch hier draußen Leute, die sehr lange auf Heiratsshwindler hereinfliegen trotz persönlichen Kennens...

E/hemaFliger NNutzUer (#:15)


Luis08

Naja, es war ja nicht nur eine erzählte Geschichte, es gab viel Drama, eine oftmals verzweifelte TE, weit weg von zu Hause....und soweit ich weiß, standen da schon Einige mit ihr in PN (Mail? Telefon?) -Kontakt. Die ganze Story lief ja -ich glaube- ca. 1,5 Jahre.

Und die TE war ja auf der sicheren Seite, da sie sich in den USA befand.

L ui s08


Naja, es war ja nicht nur eine erzählte Geschichte, es gab viel Drama, eine oftmals verzweifelte TE, weit weg von zu Hause....und soweit ich weiß, standen da schon Einige mit ihr in PN (Mail? Telefon?) -Kontakt. Die ganze Story lief ja -ich glaube- ca. 1,5 Jahre.

Und die TE war ja auf der sicheren Seite, da sie sich in den USA befand.

Ja klar. Natürlich nimmer es einen umso mehr mit, je mehr man involviert ist oder mit der TE mitfühlt. Aber wirklich krass, mehrere Leute so nach seine Pfeiffe tanzen zu lassen und zu verarschen :-X

C'hancex007


Hm, ok, ich würde das für mich nämlich ähnlich einordnen wie avanti, also dass so eine allgemein erzählte Geschichte in einem Forum (sofern man nicht per PN sehr viel Hilfe angeboten hat) einen nicht so sehr tangiert wie wenn man ganz persönlich individuell so sehr beschissen wird...

Ich denke auch nicht, dass die allgemeinen Fake-Fäden das Problem sind. Manche ärgern sich vielleicht, dass sie Zeit und Gedanken investiert haben, um auf ein ausgedachtes Problem zu reagieren. Aber im Normalfall hat man zwar seine Meinung zu diesem Problem geschrieben, jedoch nichts von seinem Privatleben "dazugetan" bzw. nur unverfängliche Dinge, die man eben öffentlich auch Unbekannten preisgeben möchte.

Solche Fäden sind hier ziemlich häufig vertreten. Aber ich denke, das bringt allein die Tatsache mit sich, dass hier medizinische Themen inkl. Psychologie etc. diskutiert werden. So ein Forum bietet sich förmlich dafür an.

Leider eben auch für Leute, die das Ganze über so einen Faden hinaus weiter führen und hier auf andere treffen, die vielleicht momentan seelisch nicht ganz so gut aufgestellt sind und anfällig(er) dafür.

Soweit ich das beurteilen kann - also mal nur auf die Fäden bezogen, bei denen man sicher sein konnte, da es auch kommuniziert wurde - fliegen vorwiegend plumpe und übertriebene Fäden auf. Oder der/die TE macht eben einen Fehler (mit Zweitaccount sich selbst bestätigen etc.). Da sehe ich tatsächlich keinen großen Schaden für irgendwen.

Problematisch wird es aus meiner Sicht in dem Moment, wenn sich (erst über PN, später über Mails, ev. Telefon, Briefe usw.) ein direkter Austausch ergibt. Man beginnt, das Gegenüber zu mögen. Das kann man ja auch, wenn man sich noch nicht live getroffen hat - jemanden mögen. Man erzählt immer mal ein wenig mehr von sich. Da man ja auch das Gefühl hat, das Gegenüber tut dies ebenso. So beginnen nun mal heute auch Kontakte. Und daran ist grundsätzlich nichts Schlechtes.

Erst aus dem näheren Austausch entsteht dann irgendwann der Wunsch, den anderen real kennenzulernen (bei mir ist das so, vielleicht nicht bei jedem). Wenn das eben möglich ist. Manchmal ist es das aus den verschiedensten Gründen nicht.

Ich muss sagen, in der überwiegenden Mehrheit habe ich damit postive Erfahrungen gemacht und nach einer Zeit des Austausches ganz tolle Menschen auch im RL kennengelernt. Ich bin sehr froh, diese zu kennen. Einige davon sind inzwischen gute Freunde seit Jahren.

Daher würde ich diese Form der Kontaktanbahnung ungern missen wollen.

Aber dann gibt es da eben noch die anderen. :-|

LquiZs08


Ja, das meinte ich damit, dass es auch damit zu tun hat, inwieweit man persönlich involviert ist. Nicht nur zeitmäßig sondern dass man sich einfach so schrecklich verarscht fühlt, wenn man so belogen wird, sich geöffnet hat, sich Gedanken gemacht hat usw.

d]anaxe87


gauloise

Ich glaube für einen realfake mit nahmen Kontakt braucht man wirklich Zeit die da investiert wird. Weil man ja nicht nur das eigene falsche FB-Profil/Twitter/Instagram füttert sondern auch noch die der anderen zu der einen Figur erdachten Personen. Familie, engere Freunde und soweiter. Für all die muss man sich ja ausenken wo sie sind, was sie so machen und soweiter.

Vielleicht erkennt man das Bedürfnis das ein Faker stillen will am ehesten an dem was diese ganze GRuppe ausgedachter Charaktäre vereint. Denn wenn das so dringend ist das es sich in diesem Formen Luft macht und so unbewusst das man es nicht anders lösen kann, dann kann man es vermutlich auch nicht bewussst verstecken. Im Falle der Psychologin war das ja dies Element der keuschen Frau die keinerlei Bikiibilder oder so postet. Da waren sich der Hautfake-Charakter und der Fake-Kumpel-Charakter und auch die Fake-Freundin-Charakter total einig.

C=hanceX0c0x7


Es ist nicht nur das verarscht fühlen. Dann wäre da nur blanke Wut. Die wäre sogar gut für die Verarbeitung.

Da kommt noch einiges mehr dazu. Allein die Zeit der Ungewissheit, wenn sich die ersten Zweifel leise einschleichen, ist fürchterlich. Immerhin ist da ein Mensch, den man glaubt zu kennen, mit dem man sich länger intensiv ausgetauscht hat und den man wirklich inzwischen sehr gerne hat (und vermissen würde, wäre er plötzlich weg - das schrieben ja auch schon einige). Man fühlt sich ganz und gar nicht gut dabei, diese Zweifel überhaupt zuzulassen. Hat ein schlechtes Gewissen deshalb. Immerhin besteht ja bis zur letzten Gewissheit (die einige nie haben werden, was ich noch viel hässlicher finde) auch immer die Hoffnung parallel, man möge sich irren.

Wenn das eigene Bauchgefühl bis zu dem Moment jeweils gut funktioniert hat und man diesem vertraut, verunsichert es weiterhin extrem, wenn es in dem Fall daneben lag. Auch das kann einen ganz schön umhauen.

Wenn man direkt durch einen Zufall sofort Gewissheit hat, mag das anders aussehen.

Aber auch dann ist da das Gefühl, Du hast einem Einbrecher freiwillig die Tür geöffnet und ihm noch dabei geholfen, die wertvollsten und behütetsten Dinge raus zu tragen und zu verladen.

Ich meine damit auch nicht, dass man sich dumm fühlt. Es ist eher das blanke Entsetzen darüber, wie ein Mensch, von dem man bisher dachte, er ist ehrlich und vertrauenswürdig, so etwas überhaupt tun kann. Wenn man selbst nicht so ist, will einem das einfach nicht in den Kopf.

EDhemalpiger N/utz{er (#15x)


Chance

Problematisch wird es aus meiner Sicht in dem Moment, wenn sich (erst über PN, später über Mails, ev. Telefon, Briefe usw.) ein direkter Austausch ergibt.

:)z

Ich ärgere mich auch nicht wenn ich meine Meinung in einem Faden schreibe der sich letztendlich als Fake rausstellt. Die Situation die da beschrieben wird könnte es ja real auch geben. Wir hatten schon so einige Fäden die trotzdem sich das Ganze als Fake rausstellte weiterliefen, weil die Diskussion um das Thema an sich gut lief.

Geht es in einen persönlichen Kontakt zum TE/Faker ist es allerdings was ganz Anderes.

Ich muss sagen, in der überwiegenden Mehrheit habe ich damit postive Erfahrungen gemacht und nach einer Zeit des Austausches ganz tolle Menschen auch im RL kennengelernt. Ich bin sehr froh, diese zu kennen. Einige davon sind inzwischen gute Freunde seit Jahren.

Dito.

LAuZisx08


Es ist nicht nur das verarscht fühlen. Dann wäre da nur blanke Wut. Die wäre sogar gut für die Verarbeitung.

Ich kann mir vorstellen, dass man sich auch irgendwie zertreten oder beschämt oder gedemütigt oder so was fühlt. Also total am Boden.

Da kommt noch einiges mehr dazu. Allein die Zeit der Ungewissheit, wenn sich die ersten Zweifel leise einschleichen, ist fürchterlich.

Genau DEN Punkt finde ich total interessant. So gut wie jeder hier hat geshrieben, dass es da eben DOCH diese Zweifel gab. Und ich glaube auch, dass Vitoria Schwarz das erwähnt hat. Nur sie wurden eben übergangen.

Immerhin ist da ein Mensch, den man glaubt zu kennen, mit dem man sich länger intensiv ausgetauscht hat und den man wirklich inzwischen sehr gerne hat (und vermissen würde, wäre er plötzlich weg - das schrieben ja auch schon einige). Man fühlt sich ganz und gar nicht gut dabei, diese Zweifel überhaupt zuzulassen. Hat ein schlechtes Gewissen deshalb. Immerhin besteht ja bis zur letzten Gewissheit (die einige nie haben werden, was ich noch viel hässlicher finde) auch immer die Hoffnung parallel, man möge sich irren.

Aber ist das niht bis zu einem gewissen Punkt normal, dass man Menschen, die man sehr nach an sich heranlassen möchte, "abcheckt", also gute und weniger gute Eigenschaften wahrnimmt. Warum fühlt man sich denn nicht gut dabei, diese Zweifel zuzulassen...vielleicht, weil man sich so sehr wünscht, dass man eine tolle Person getroffen hat...Victoria Schwarz schreibt ja auch, dass man unbedingt eher auf seine Intuition und nicht sein Herz hören sollte.

Wenn das eigene Bauchgefühl bis zu dem Moment jeweils gut funktioniert hat und man diesem vertraut, verunsichert es weiterhin extrem, wenn es in dem Fall daneben lag. Auch das kann einen ganz schön umhauen.

Aber wie oben schoon geschrieben, total auffällig ist, dass viele es eben DOCH gemerkt haben, es nur übergingen.

Ich meine damit auch nicht, dass man sich dumm fühlt. Es ist eher das blanke Entsetzen darüber, wie ein Mensch, von dem man bisher dachte, er ist ehrlich und vertrauenswürdig, so etwas überhaupt tun kann. Wenn man selbst nicht so ist, will einem das einfach nicht in den Kopf.

Ja, vielleiht sollte man sich die Menschen ganz genau anguken, Ich finde, das hat auch nichts mit übertrieben negatibem Misstrauen zu tun.

dxan%ace87


Ich glaube das ist mehr als nur eine schlechte EIgenschaft sehen. Die sieht man an einer gut konstruierten Persönlichkeit ja eh. Es ist das in Frage stellen der ganzen Person, ihrer guten und schlechten Eigenschaften. Zu Unterstellen das jemand in jedem Atemzug des Kontaktes gelogen hat ist halt was anderes als festzustellen das jemand irgendwie mal zu laut ist oder jähzornig oder so.

S*hojxo


Und wie oft verhalten sich Leute mal unstimmig, ohne dass etwas Schwerwiegenderes dahintersteckt?
Im Nachhinein haben ja eh immer alle alles gewusst, ich weiß nicht, wie viel Verlass auf solche Aussagen ist.

dOesapOaryecidxa


Ich hab jetzt hier nicht alles gelesen, aber die Geschichte von dieser Viktoria, und ich finde das einfach unglaublich! Wer macht sowas? Und wieso? Und haben solche Faker gar keine Angst davor, dass sie auffliegen?

LUuis0x8


Ja klar, und man mag ja auch Leute, an denen man nicht alle Eigenschaften mag. Deswegen finde ich, dass Intuition hier passt oder gesunder Menschenverstand, das ist eben halt nichts, was man bis zum letzten logisch aufschlüsseln kann und muss.

Oder eben sich jemanden genau angucken, mit dem man sih wirklich eng einlassen will. Keine Ahnung, ich finde, an jemandem gute und schlechte Eigenschaften feststellen und ihn trotzdem mögen ist was anderes als sich unwohl fühlen, ernste Zweifel bemerken...ich kann das grad nicht besser erklären aber das ist für mich ein Unterschied.

C2hancBe00x7


Warum fühlt man sich denn nicht gut dabei, diese Zweifel zuzulassen..

Weil es in der logischen Konsequenz bedeutet, dass man aktiv etwas dafür tun muss, um diese Zweifel auszuräumen. Etwas, das man bei einem (bisher) vertrauten Menschen nicht tut.

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