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Realfakes - Das Spiel mit den Gefühlen anderer

d%anmaex87


Ich finde an dem Interview auch interessant das es durchaus eine große Anzahl an ganz stabilen Leuten trifft die dann in der Verarbeitung ganz gut damit klar kommen, aber dennoch vorher offensichtlich angreifbar waren. Hier gab es ja die Diskussion ob man selbst ein Defizit haben muss um so eine Beziehung zu führen, aber in ihren Fällen scheint sich ja zu spiegeln das dem nicht so ist.

a!.fiasNh


Ich glaube, so Manche so genannte Fakes sind Hypochonder die sich teilweise in die Überzeugung reinsteigern tatsächlich diese Erkrankungen zu haben.

Nein, das würde ich unterscheiden. Ein Fake weiß, was er tut - obwohl sicherlich viel Talent vorhanden ist, sich überzeugend in eine Rolle hineinzudenken, ist es am Ende des Tages eine, die ganz bewusst ge- und bespielt wird, um eine geplante Wirkung zu erzielen. Die Menschen mit Angsterkrankungen legen es eher selten darauf an, ihr Publikum bei Laune zu halten, die kreisen doch oft spürbar verzweifelt um sich selber.

S@hojxo


Hier gab es ja die Diskussion ob man selbst ein Defizit haben muss um so eine Beziehung zu führen, aber in ihren Fällen scheint sich ja zu spiegeln das dem nicht so ist.

Ich denke auch, dass sich ganz ohne "Defizite" so etwas durchaus so weit entwickeln kann, dass es wehtut, zu begreifen, dass der andere ein Fake ist. Die Freude daran, mit jemandem zu kommunizieren, mit dem man auf einer Wellenlänge liegt, auch, jemanden liebzugewinnen aufgrund eines bis dahin nur schriftlichen und zum Teil auch telefonischen Kontakts, das halte ich nicht für defizitär, im Gegenteil.

TEhValinxa


@ a.fish

Ja, natürlich gibt es Beides. Es kann nur Beides dieselben Auswirkungen haben auf die Mitmenschen.

Ein Hypochonder ist nicht hinterlistig-manipulativ, er meint was er sagt. Selbst wenn er jetzt in den letzten Jahren an den vielen tödlichen Krankheiten die er hatte selbst gestorben sein müsste glaubt er immer dass er das alles wirklich hatte.

Es kreist sich alles nur darum, und wenn ein Arzt es wagt von Psychosomatik zu sprechen,ist der gleich völlig untendurch... Das wird nicht mal in Betracht gezogen. Man ist doch todkrank!

Klar, etwas Anderes als gezieltes Lügen ist das. Es kommt mir sogar eher wie eine Steigerungsform vor, bei der nicht anderen sondern sich selbst etwas eingeredet wird... Nicht Böse, aber unähnlich kommt es mir nicht vor. Und auch auf die Außenwelt wirkt derjenige eher wie ein Energievampir, weil er auch absolut übel nimmt wenn nicht alles sich ständig und völlig um ihn dreht.

Es sind Beides psychische Auffälligkeiten die sich um das Thema "Ich bin todkrank" drehen und Bei denen maximale Aufmerksamkeit eingefordert wird. Nicht dasselbe aber ich glaube schon dass sich unter den sogenanntem Realfakern auch der ein oder andere HPochonder befindet der vielleicht sogar teilweise selbst überzeugt ist krank zu sein, dass dann aber zur Geschichte ausbaut weil er sich dann "endlich ernstgenommen" fühlt.

Ich glaube den Realfaker an sich gibt es nicht und gerade dieses Aufmerksamkeitsbedürfnis kenne ich so eben auch von Hypochondern.

T+haLlina


Ergänzung: Ganz ausdrücklich möchte ich noch mal feststellen, dass ich natürlich weiß, das Hypochonder wie alle anderen Menschen auch nicht mehr lügen als Andere. Ich kenne eben einen Fall in dem ich mir dieses Übergang von Hypochondrie zum Geschichte überdramatisieren/ausweiten/ergänzen'gut vorstellen kann.Aus purer Verzweiflung damit endlich geglaubt wird das er schwer körperlich krank ist.

Also keine Beleidigung an all diejenige. die hypochondrische Züge habe. Dass das keine "Lügen" sind weiß ich.

dqanaqe87


Aber es erfindet ja bei weitem nicht jeder Realfaker eine tödliche Krankheit, dass war ja nur in dem einen Beispiel der Fall.

Ich denke auch, dass sich ganz ohne "Defizite" so etwas durchaus so weit entwickeln kann, dass es wehtut, zu begreifen, dass der andere ein Fake ist. Die Freude daran, mit jemandem zu kommunizieren, mit dem man auf einer Wellenlänge liegt, auch, jemanden liebzugewinnen aufgrund eines bis dahin nur schriftlichen und zum Teil auch telefonischen Kontakts, das halte ich nicht für defizitär, im Gegenteil.

Ich denke auch das es einfach eine normale menschliche Verhaltensweise nutzt und an ganz normalen menschlichen Bedürfnissen andockt.

S3hoXjo


Aber es erfindet ja bei weitem nicht jeder Realfaker eine tödliche Krankheit, dass war ja nur in dem einen Beispiel der Fall.

Und sehr oft sind die Geschichten über schlimme Erkrankungen Ausweichmanöver, die erst stattfinden, wenn der andere hartnäckig auf ein persönliches Treffen besteht. Oder wenn er "kleingemacht" werden soll - sich schämen soll, statt weiter nachzudenken.

aH.[f8isxh


Nicht dasselbe aber ich glaube schon dass sich unter den sogenanntem Realfakern auch der ein oder andere HPochonder befindet der vielleicht sogar teilweise selbst überzeugt ist krank zu sein, dass dann aber zur Geschichte ausbaut weil er sich dann "endlich ernstgenommen" fühlt.

Das kann ich mir auch vorstellen. Ich würde das dann eben dennoch von den Realfakern, um die es hier und auch in dem Interview geht, unterscheiden, weil die Motivation eine andere ist. Dem Hypochonder geht es vorrangig darum, in seinen Ängsten bestätigt und ernst genommen zu werden (dass Aufmerksamkeit auch angenehm ist und sicher zum Teil motiviert, weiterzumachen, halte ich auch für möglich, aber nicht für den entscheidenden Grund, damit anzufangen). Der Realfaker möchte Menschen (oder einen bestimmten Menschen) an sich binden und einfach nur Aufmerksamkeit, emotionale Macht etc. und plant seine Geschichte ausgerichtet daran, diese Ziele zu erreichen. Dass Teile davon stimmen mögen, übertrieben werden oder Wunschvorstellungen reflektieren, also nicht alles gänzlich ausgedacht ist, das mag auch bei beiden ähnlich sein, aber wie gesagt, ich sehe den Unterschied da in der Motivation.

dLanaxe87


Die Frage ist halt ob man für das endgültige Erscheinungsbild dann die Bezeichnung "realfaker" verwenden will oder nur für ein spezifisches Motivations- und Handlungsbild wobei andere Probleme das selbe Ergebnis produzieren können. ":/

ap.fiVsh


Gute Frage.

qiuacKksalbserei


Zum Thema: Was zählt alles zu Realfakes? Mich würde ja auch interessieren, wie viele Faker es gibt, die zunächst ganz ohne Fakegedanken einen Kontakt beginnen, an irgendeiner "empfindlichen" Stelle das erste Mal lügen, danach ein ganzes Lügenkonstrukt drumherum bauen und dann - zumindest aus ihrer Sicht - nicht mehr damit aufhören können, aber durchaus auch ein schlechtes Gewissen haben. So erinnere ich mich beispielsweise an einen Faden hier im Forum, in dem eine Frau ihre Beziehung zu einer anderen Frau fast ihrem gesamten Umfeld - in diesem Fall im "realen Leben" - verschwiegen und einen Freund erfunden hat und sogar Fotos des "Freundes" gezeigt hat. Die Lügen bezogen sich bei ihr allerdings nur auf diesen Aspekt ihres Lebens und ich konnte es im Hinblick auf ihre Vergangenheit gut nachvollziehen, wie sie in die Situation "gerutscht" ist.

Tsha?linxa


@ a.fish

Ja, die Motivation ist natürlich eine andere.

Ich denke, sobald man weiß, dass jemand Hypochondern ist kann man dann. damit auch anders umgehen. Ich kenne denjenigen wirklich sehr gut und weiß wie ich seine Äußerungen ei schätzen muss. Ich nehme seine Angst und ein Leiden ernst. Er ist schwer psychisch krank, und das kann Ich ernst nehmen und unterschätze ich auch nicht.

Nur: Wer ihn jetzt kennen lernt, fühlt sich leicht verkohlt und belogen. Weil eben die Kenntnis über die Vorgeschichte fehlt. Denn da wird eben auch ausgeschmückt damit er ernstgenommen wird. Für ihn nur ein "verdeutlichen", für Dritte ein totales Verkohlen.

@ danae87

Ja, wenn man denn weiß ob jemand ein Hypochondern ist der nur "ausschmückt" ist die Sache klar. Nur wer kann das im Internet oder bei wenigen realen Treffen erkennen?

Ich denke, da werden sich so manche von Realfakern betrogen fühlen,hatten es aber in Wirklichkeit einfach mit einem verzweifelten Hypochondern zu tun der möchte das ihn endlich einer ernst nimmt und deshalb selbst für seine Verhältnisse noch übertreibt und ausschmückt. Da wird aus einer Panikattacke dann ein knapp überlebten Herzinfarkt und ein ungeschickter Arzt der sagt "Sie haben eine schwere Zeit" wird mit "Sie haben nur knapp überlebt" übersetzt".

Wie will man das ohne sehr engen Kontakt auseinanderhalten?

d'anae8x7


Das war ja auch in diesem letzten Interview geschrieben worden, also das Faker da einfach reingerutscht sind und nicht wieder rausgefunden haben.

d+aFnae87


Wie will man das ohne sehr engen Kontakt auseinanderhalten?

Vielleicht sind die Übergänge auch fließend, so hier und da?

qxua@cksZalberxei


Das war ja auch in diesem letzten Interview geschrieben worden, also das Faker da einfach reingerutscht sind und nicht wieder rausgefunden haben.

Ja, aber in dem Interview war ein bisschen was anderes gemeint, nämlich Leute, die von Anfang an und "zum Spaß" faken:

Manche rutschen auch einfach so rein: Sie erstellen einen falschen Spaß-Account, kommunizieren mit jemandem und verlieben sich dann im Laufe der Zeit.

Ich meinte Leute, die am Anfang des Kontaktes ehrlich sind und eigentlich keinen Fake vorhaben.

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