» »

Realfakes - Das Spiel mit den Gefühlen anderer

dPanVaex87


Mh stimmt.

Tkhal-i/na


@ danae87

Genau das ist nämlich mein Verdacht. Ich glaube das es einfach oft auch drum geht in seinen Empfindungen endlich ernstgenommen zu werden. Oder endlich wahrgenommen zu werden. Da ist wahrscheinlich eine Menge Druck und auch Wut da wenn man sich Studienjahr ernstgenommen fühlt... So nach dem Motto,"Wenn ich nicht übertreibe nehmt Ihr mich erst recht nicht nicht ernst"

SHhojo


So erinnere ich mich beispielsweise an einen Faden hier im Forum, in dem eine Frau ihre Beziehung zu einer anderen Frau fast ihrem gesamten Umfeld - in diesem Fall im "realen Leben" - verschwiegen und einen Freund erfunden hat und sogar Fotos des "Freundes" gezeigt hat. Die Lügen bezogen sich bei ihr allerdings nur auf diesen Aspekt ihres Lebens und ich konnte es im Hinblick auf ihre Vergangenheit gut nachvollziehen, wie sie in die Situation "gerutscht" ist.

Ja. Und dann wird es echt traurig - wenn Leute sich eigentlich sehr gut verstehen, aber dann die Angst vor der Offenbarung zwischen ihnen steht (auf der einen Seite), auf der anderen das Nichtwissen. Dann gibt es da Leute, die eigentlich Freunde sein könnten, es aber wegen dieser Entwicklung nicht wirklich werden könnten. Das finde ich richtig schade.

LQo|vH$us


danae

Ich finde an dem Interview auch interessant das es durchaus eine große Anzahl an ganz stabilen Leuten trifft die dann in der Verarbeitung ganz gut damit klar kommen, aber dennoch vorher offensichtlich angreifbar waren. Hier gab es ja die Diskussion ob man selbst ein Defizit haben muss um so eine Beziehung zu führen, aber in ihren Fällen scheint sich ja zu spiegeln das dem nicht so ist.

Wir hatten auch die Diskussion, ob man mit einem hängenbleibenden Defizit aus so einer Erfahrung rauskommt, nur noch mit heruntergelassenem Visier lebt, was wir schrecklich finden würden. Da finde ich tröstlich, bestätigt zu sehen, dass es offenbar möglich ist, in der Verarbeitung dann doch ganz gut klarkommen zu können.

E3hemalniger Nuvtzer b(#5730x12)


Meiner Meinung nach sind Krankheiten /Übertreibungen eher selten bei den "richtigen"Realfakers. Da würden die Betroffenen auch schneller hellhörig werden.

Das sind ganz normale Begegnungen ohne Drama , es wird Vertrauen aufgebaut , tiefe Gespräche geführt, selbst Menschen- die eben nicht so vertrauenselig sind, fangen an sich zu öffnen, erzählen vielleicht Dinge, die sie vorher nur mit sich selber ausgemacht haben.

Das ist ja das Bittere an der ganzen Sache , gerade diese Menschen erschüttert es dann ganz besonders, wenn sie merken ,dass es nur ein "Spiel" war. Vielleicht ist ja gerade das der Reiz mancher Faker ?

Die erfundene Krankheit , der Unfall oder sogar Tod ist eher ein Mittel, das ganze zu beenden.

Mzuf&fP Pottxer


Du hast weiter oben an ein zeckenartiges Verhalten gedacht. Ich denke immer mal wieder an ein vampirartiges Vorgehen bei Realfakern. Ich vermute irgendwie schon eine Störung bei manchen dieser Menschen. Wie diese Störung aussieht ist aber vielleicht vielfältig. Bei einigen erzeugt es vielleicht eine Lust an der Kontrolle, bei anderen ist es vielleicht eine schwache Form von Sadismus. Oder eben eine Art Sucht nach einem anderen Leben.

Aber wer so tief in das Leben einer anderen Person einsteigt, um zu Spielen, scheint mir jedenfalls ein möglicherweise pathologisch unterdrücktes Verantwortungsgefühl zu gaben.

T halixna


@ Porzellanseele

Vielleicht hast Du Recht. Ich glaube der Mensch hat eine Tendenz gerade extrem verletzendes und sadistischen Verhalten so erklären zu wollen, indem eben nicht Bosheit als Begründung da steht sondern eine wie auch immer geartete Krankheit.

Als mein Achtjähriger in den Kindernachrichten sah, dass es Menschen gibt die andere nur wegen der Hautfarbe ablehnen war seine erste Reaktion "Aber die, die so was sagen, sind doch krank im Kopf". Ich glaube es ist einfach zutiefst menschlich erstmal nicht Bosheit zu vermuten sondern Krankheit, weil das irgendwie erträglicher ist als die Vorstellung das jemand einfach nur sadistisch und machtgeil ist.

E<heRmaliger} Nut"zer (b#573G012x)


Thalina

ja - "krank" ist leichter anzunehmen /zu begreifen als Bosheit, für sich selber und für andere. :-)

Muff Potter

. Bei einigen erzeugt es vielleicht eine Lust an der Kontrolle, bei anderen ist es vielleicht eine schwache Form von Sadismus. Oder eben eine Art Sucht nach einem anderen Leben.

Die Suche/Sucht an einem anderen Leben kann ich mir auch gut vorstellen , denke auch, dass es vielschichtige Gründe dafür gibt.


So erinnere ich mich beispielsweise an einen Faden hier im Forum, in dem eine Frau ihre Beziehung zu einer anderen Frau fast ihrem gesamten Umfeld - in diesem Fall im "realen Leben" - verschwiegen und einen Freund erfunden hat und sogar Fotos des "Freundes" gezeigt hat. Die Lügen bezogen sich bei ihr allerdings nur auf diesen Aspekt ihres Lebens und ich konnte es im Hinblick auf ihre Vergangenheit gut nachvollziehen, wie sie in die Situation "gerutscht" ist.

quacksalberei

das hat mir zu Denken gegeben .

Könnte auch ein Grund für manchen Faker sein.

Ein Mensch, der etwas nicht leben darf/ kann und einen Menschen findet bei dem es möglich ist , anonym . Das Außengebäude ist gefälscht aber das Innere nicht.

Irgendwann wird es eng , der andere möchte das ganze Haus kennenlernen, nicht nur diesen einen Raum und es stürzt alles ein. Da passt auch die Bezeichnung von Shojo "der Illusionist" ganz gut. :-)

Eigentlich für beide Seiten ein Verlust, nur auf eine andere schmerzliche Art.

d#anaex87


Das ist ja auch was die Psychiaterin angegeben hat. Sie sagte sie sei lesbisch, das sei aber in ihrem Umfeld in den USA nicht lebbar und so sei sie auf dieses Fakelebena usgewichen, die Gefühöe aber seien durchaus echt gewesen. In dem Interview stand dann das dies Motiv gehäuft auftritt. Ich verstehe allerdings nicht so ganz weshalb ein Umzug nicht erwogen wird, das stelle ich mir am Ende sehr viel leichter und angenehmer vor. Und so bin ich mir nicht ganz sicher ob das nicht auch vorgeschoben ist.

EnhemaliZger NutTze{r B(#5686T97x)


Sie sagte sie sei lesbisch, das sei aber in ihrem Umfeld in den USA nicht lebbar und so sei sie auf dieses Fakelebena usgewichen, die Gefühöe aber seien durchaus echt gewesen. In dem Interview stand dann das dies Motiv gehäuft auftritt.

Ich glaube gerade in dem Bereich gibt es viel grenzwertiges. Ich hatte hier schon mal über eine Italienerin geschrieben, die eben im tatsächlichen Leben ein transsexueller Mann war. Teilweise konnte ich schon nachvollziehen warum sie sich online als Frau ausgab - aber es ändert nichts daran, dass es nichts weiter als Betrug an anderen und an sich selbst ist. Das Paradoxon mit dem so jemand fertig werden muss ist allerdings immens. Die gefakte Identität kann sich in so einem Fall ja richtiger anfühlen als die tatsächliche körperliche. Das stell ich mir schon extrem übel vor.

Die Motivation kann also unter Umständen ein sehr verzweifelter Hilferuf sein. Ich denke auch, dass diese Form realtiv häufig vorkommt, gerade bei Menschen, die sich seeehr viel Mühe geben alles zu faken.

Es ändert nichts daran, dass es auf Dauer immer für alle Beteilligten schief gehen muss und es für die vorher Unbeteilligten schlimme Folgen haben kann. Entweder muss der so agierende seinen "Tod" inszinieren oder irgendwann mit den Konsequenzen des Outings leben. Damit muss das Gegenüber auch umgehen und das kämpft im Zweifelsfall mit immensem Selbstvertrauensverlust und VErtrauensverlust. Das ist keine Kleinigkeit.

L;ovHxus


Das ist keine Kleinigkeit.

Die Suche nach irgendwas im Leben, das keine Kleinigkeit ist, treibt schon seltsame Blüten.

aS.tfixsh


Hä? Du meinst also, es ist eine Kleinigkeit?

Und so bin ich mir nicht ganz sicher ob das nicht auch vorgeschoben ist.

Das kann man wohl letztschließlich nicht ergründen, vielleicht nicht einmal der/die Faker*in selber. Realitätsflucht aus welchen Gründen auch immer halte ich jedenfalls für ein starkes und häufiges Motiv. Eine tatsächliche Veränderung des Lebensumfelds ist mit größeren Konsequenzen und vielen Schwierigkeiten verbunden und wenn so eine Flcuthmöglichkeit besteht, wird es ja vielleicht auch wieder erträglich..

L|oLvHu!s


Hä? Du meinst also, es ist eine Kleinigkeit?

Hä? Wie kommst du zu dem Schluss? ":/

MJuff P&ottexr


Hä? Wie kommst du zu dem Schluss? ":/

Dein Satz vom 03.06.16 18:32 ist insgesamt, sowohl im Kontext zum Beitrag davor, also auch alleinstehend, nicht eindeutig.

Ich glaube du wolltest sagen:

Die Suche nach Dingen denen eine Wichtigkeit, eine Wesentlichkeit, eine Relevanz innewohnt, die also "keine Kleinigkeit" sind, diese Suche treibt "schon seltsame Blüten".

...was immer das bedeutet. Alles eher schwammig, gell.

L'o|vH<uxs


Ich glaube du wolltest sagen:

Die Suche nach Dingen denen eine Wichtigkeit, eine Wesentlichkeit, eine Relevanz innewohnt, die also "keine Kleinigkeit" sind, diese Suche treibt "schon seltsame Blüten".

Das ist auf jeden Fall im Rahmen meiner Schwammigkeit so lesbar. Im Kontext diese Fadens entsprechen Realfake-Konstruktionen den seltsamen Blüten.

Präziser wäre meine Aussage also: Mancher Realfake lässt sich möglicherweise als Versuch verstehen, der eigenen gefühlten Bedeutungslosigkeit einen Anstrich von Bedeutung zu verleihen, die es verdient, ernst genommen zu werden. Und wenn der Ernst schon nicht ernst bleiben kann, da auf Lügen aufbauend, so doch zumindest wahrgenommen zu werden.

Oder auch denkbar (andere Blüte): Mancher Realfake lässt sich mögicherweise als Versuch verstehen, nicht mehr der einzige auf der Welt zu sein, der sich ernst nimmt.

Und viele weitere Blüten. Diesen Blüten ist der Wunsch gemeinsam, das eigene Leben möge keine Kleinigkeit sein.

Dies beschreibt eine vielleicht nicht leere Menge an Realfakes. Und sicher gibt es viele Realfakes die nicht in diese Kategorie passen, z.B. jene aus Spaß oder Bosheit. Ebenso gibt es viele Möglichkeiten, dem eben genannten Wunsch Taten folgen zu lassen, die ehrenhaft sind und nichts mit Realfakes zu tun haben. Doch auch diese haben das Potenzial in meiner Botanik seltsamer Blüten für Aufmerksamkeit zu sorgen und können, ohne mich misszuverstehen, mitgedacht werden. Allerdings wären diese in diesem Faden OT.

Leider gibt all das keinen Hinweis darauf, wie a.fish mich missverstanden haben könnte.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH