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Mit mir will niemand etwas zu tun haben

W,alkin6gGhosxt


@ NotMichaelCaine

Was ist der Unterschied zwischen Ignoranz und individueller Interessenvertretung?

Ich sagte ja, dass es jedem bzw. jeder selbst überlassen ist, ob und wie konsequent er bzw. sie Partnersuche betreibt. Mit Ignoranz (oder einfach Nichtkenntnisnahme, klingt vielleicht weniger negativ) meinte ich die, die eigentlich nur physisch angemeldet sind. Ist zwar deren gutes Recht, aber solche Accounts lassen einen Haufen Bemühungen von einem Haufen Leuten ins Leere laufen. Wäre der prozentuale Anteil an aktiven Marktteilnehmern größer, dann würde auch ein größerer Umsatz stattfinden, weil sich die Personen mit ernsthaftem Beziehungsinteresse viel häufiger zufällig finden (Markttransparenz gibt es ja keine). Da Frauen in 90 bis 95 % der Fälle aber angeschrieben werden, haben sie dieses Problem nicht oder kaum, weil sich die anschreibenden Männer ja selbst als aktiv kennzeichnen. Deswegen ist das Beispiel aus dem Youtube-Video auch nur bedingt auf die Männer-Perspektive übertragbar.

Ich kann ja verstehen, dass ein "Mittel" besser sein kann als kein "Mittel" aber ist es wirklich die Zeit und das Geld wert wenn Du es so siehst wie Du es siehst? Überwiegt das positive Gefühl des "Ich tu etwas" tatsächlich den Frust, der durch die wahllose Suche ohne Rückmeldung entsteht? Wieviel Zeit steckst Du da rein und wie könntest Du die auf andere Weise Ziel führend verbringen? Zielführend zugeschnitten auf Deine Anforderungen?

Den Gedanke, dass so ein System nicht funktionieren kann, hatte ich schon früher und es hat mich zu dem Zeitpunkt bei einer anderen Partnerbörse von einer Anmeldung abgehalten. Irgendwie habe ich geglaubt, dass es bei der hier anders wäre - kostet ja auch entsprechend. Erst, nachdem ich die Premium-Mitgliedschaft hatte, habe ich mir das System noch mal im Detail angesehen und dann anhand des Jahresumsatzes des Unternehmens ausgerechnet, wie wenig Premium-Mitglieder es tatsächlich im Verhältnis zur (angeblichen) Gesamtmitgliederzahl gibt. Allerdings gibt es offenbar einige Erfolgsberichte (auch von Unabhängigen), sodass das System zumindest zum Teil irgendwie funktionieren muss.

Ein anderes Problem ist dann noch das Klientel, das von dieser Partnerbörse angezogen wird: Ich kann ja durchaus verstehen, wenn erfolgreiche Frauen nicht nach unten daten, aber dann gibt es dort auch welche, die im Leben wirklich gar nichts zustande gebracht haben, und bei denen sind die Ansprüche noch höher. Irgendwo müsste da eigentlich noch ein Funken Realitätssinn sein, dass jemand, der diese Ansprüche erfüllt, dann umgekehrt auch gewisse Ansprüche haben könnte, oder nicht?

Alles in allem wäre diese Seite als alleiniges Standbein schon arg dünn. Am besten wäre also noch ein Standbein im realen Leben, aber dafür kann/will ich nicht weitere Jahre investieren und sinnlose Vereinsarbeit leisten, bei der man wieder nur zusammen mit anderen ausgenutzt wird. Am Ende heißt es dann: "Du bist schon (über) 30 und hast zu wenig Beziehungserfahrung."

Wieder fehlt mir hier die Zielorientierung: Wo würdest Du herumlungern wenn Du nicht auf Datingseiten herumlungern müsstest? Und gibt es dort Frauen? Was zu Dir eventuell auch gut passen könnte wäre eine Partnerin mit autistischen Zügen. Sie hätte möglicherweise eben auch die nötige Intellektualität für die geistige Verbindung und würde sich ebensowenig an fehlender Emotionalität stören wie Du.

Ich schätze zu mir passende Frauen so ein, dass sie gar nicht aktiv suchen und sich auch nicht auf Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerk präsent halten. Häufig legen sie weder sonderlich viel Wert auf Sexualität noch haben sie einen Kinderwunsch. Sie sind auch mit dem Single-Dasein relativ zufrieden und haben keinen Zeitdruck, etwas daran zu ändern. Ohne gesellschaftlichen Druck und das gesellschaftliche Bild vom männlichen (Dauer-)Single wäre ich dem wohl nicht ganz unähnlich. Aber das ist wie gesagt nur eine Beschreibung und ich habe nicht etwa so enge Auswahlkriterien. Und ja, mit Frauen mit schizoiden oder autistischen Zügen komme ich besten zurecht.

Wenn Du das drauf hast sparst Du Dir genauso viele für Dich unnütze Kontaktaufnahmen wie die Profilschreiberin und das ist auch gut so. Das Problem an der übergroßen Auswahl ist doch, dass jeder der die nutzen will einen eigenen Weg finden muss, die Beliebigkeit für sich selbst einzuschränken um in so einer Umgebung nicht völlig sinnlos zu agieren. Wenn bei einem Mittel der Frust über die Anwendung die Möglichkeiten der Anwendung längere Zeit überwiegt würde ich mir überlegen wie ich da Mittel für mich nutzbringender einsetzen kann oder welche anderen Mittel es gibt.

Wenns jemandem Spass macht durch Profilbilder zu scrollen bleib er natürlich bei der Onlinebörse ;-).

Ja, natürlich reagiere ich nicht auf solche Profile. Angesichts der oben beschriebenen systematischen Widrigkeiten, wegen denen es bereits im Ansatz scheitert, kommt man aber leider gar nicht bis zu dem Punkt, an dem man einen passenden Charakter auswählen kann. Klar gibt es noch solche Nischen-Seiten, die aber nicht in erster Linie auf Dating ausgelegt sind. Wenn man da jemanden anschreibt, kommt aus einem anderen Grund keine Rückantwort - so nach dem Motto: "Häh, was will der denn jetzt von mir?" Reine Partnerbörsen haben halt den Vorteil, dass Partnersuche dort auch eine Selbstverständlichkeit ist.

rrandxom_xdawg


Ich kann dir raten einen Gruppensport anzufangen. In Sportarten wie etwa Rugby, Basketball oder Fußball gibt es ein sehr starkes Gemeinschaftsgefühl unabhängig vom Aussehen, Alter, Größe usw. Das klingt jetzt dumm, aber es ist echt so. Erstens wirst du wieder Spaß in deinem Leben haben und zweitens fühlst du dich dann nicht mehr allein. Daraus müssen ja keine Freundschaften werden, aber man kann dadurch eben mit anderen Leuten was unternehmen. Guck mal im Internet nach irgend Vereinen bei dir in der Gegend. Wenn dir was gefällt ruf an und frag ob du mal irgendwo ein Probetraining machen darfst. Bleib einfach locker und unternehme ab und zu mal solche Dinge. Den größten Fehler den man in der Gesellschaft machen kann ist dass man etwas zu sehr versucht, dann macht man einen verzweifelten Eindruck und das führt zum Teufelskreis. Ablehnung -> weniger Selbstbewusstsein -> noch mehr Ablehnung usw (nicht dass das bei dir der Fall sein sollte aber das kann so enden). Also seh es eher als ein "Freunde machen" und nicht als ein "Freunde suchen", hab Spaß daran und lern daraus. Hoffe ich konnte dir ein paar Ratschläge geben :-). Ansonsten kann ich nur sagen dass die deutschen auf den Ersten Blick eine sehr verschlossene Gesellschaft ist, wenn man jemanden aber erstmal besser kennenlernt öffnet er sich für einen.. also lass dich von dieser Verschlossenheit nicht irritieren.

WFaklkiwng%Ghoxst


@ random_dawg

Ich mache momentan Krafttraining und brauche das auch, weil ich lange Zeit ziemliche Untergewichtsprobleme hatte. Meine übrige Freizeit investiere ich in die Feuerwehr und, ganz wichtig, in Essen, Essen und nochmals Essen. Ballsportarten sind eines der Dinge, in denen ich richtig schlecht bin. Weder habe ich die Zeit noch die Energie, mich in irgendwas zu verlieren und dort auf einen Zufall zu warten, der noch nie eingetreten ist. Die Gruppendynamik arbeitet immer gegen mich und meine Stärke liegt im Umgang mit Einzelindividuen. Entweder ich finde also, wie hier bereits mehrfach angedeutet, einen direkten Weg oder es wird nix. Und ich suche auch nicht verzweifelt nach einer Partnerin, sondern nach einer Methode, mit der man überhaupt erst mal auf direktem Wege jemanden kennenlernen kann. Dass Verzweiflung bei der Partnersuche selbst nichts bringt, weiß ich - dafür hatte ich wohl lange genug Zeit zum Nachdenken. Danke für deine gut gemeinten Ratschläge, aber sie gehen leider an allen Eingrenzungen, die ich vorgenommen hatte, vorbei.

rNando2m_daxwg


Hmm. Wenn das so ist dann ist der direkteste Weg eben sich eine Freundin zu suchen. Durch eine Freundin lernt man noch tausend andere Freundeskreise kennen und macht dadurch neue Freundschaften. Lovoo usw. sind meistens nur Schrott aber vielleicht findest du damit ja trotzdem ein nettes Mädchen nachdem ihr euch besser kennengelernt habt. Falls es dich interessiert, Elliott Hulse auf Youtube hat immer sehr gute Ratschläge in vielen Aspekten. Vielleicht hast du einfach keinen Spaß mehr an den Dingen und machst dadurch einen zu ernsten Eindruck. Vielleicht ist es ja gar nicht dein "junges" Aussehen sondern es ist deine Einstellung (Ich kenne dich ja nicht, nur eine Idee)? Geb jedenfalls nicht auf und versuch solche Dinge nicht zu ernst zu sehen.

W)a!lkingGhhosxt


Ist wirklich nicht böse gemeint und ich will auch möchte auch nicht als unbelehrbar gelten, aber bei jemandem, der bereits ein Gemeinschaftshobby mit gewissen Verpflichtungen hat, und merkt, dass irgendwie kaum Zeit für irgendein persönliches Kennenlernen mehr vom Tag übrig bleibt, ist "Such dir ein Gemeinschaftshobby" vielleicht nicht ganz so zielführend.

r)andoXm_Sdawxg


Okay, tut mir leid. Wünsche dir aber trotzdem das beste @:) (nohomo)

WUalkingGxhost


@ random_dawg

Hmm. Wenn das so ist dann ist der direkteste Weg eben sich eine Freundin zu suchen. Durch eine Freundin lernt man noch tausend andere Freundeskreise kennen und macht dadurch neue Freundschaften. Lovoo usw. sind meistens nur Schrott aber vielleicht findest du damit ja trotzdem ein nettes Mädchen nachdem ihr euch besser kennengelernt habt. Falls es dich interessiert, Elliott Hulse auf Youtube hat immer sehr gute Ratschläge in vielen Aspekten. Vielleicht hast du einfach keinen Spaß mehr an den Dingen und machst dadurch einen zu ernsten Eindruck. Vielleicht ist es ja gar nicht dein "junges" Aussehen sondern es ist deine Einstellung (Ich kenne dich ja nicht, nur eine Idee)? Geb jedenfalls nicht auf und versuch solche Dinge nicht zu ernst zu sehen.

Genau an diesem Unterfangen beiße ich mir zurzeit die Zähne, weil man mich offenbar für ein Fake oder was weiß ich hält oder höhere Ansprüche hat (obwohl ich locker im Durchschnitt liegen müsste). Und ja, das macht irgendwann keinen Spaß mehr, wenn man merkt, dass man nur Sachbezogenes gut erreichen kann, aber zwischenmenschlich voll ins Leere tritt.

Danke für den Tipp, ich schau's mir heute Abend an, auch wenn mein Problem schon eher speziellerer Sorte ist.

rqandodm_dsawg


Und das mit nohomo ist ein Spaß.. ;-D

WjalkTing|GhoDsxt


Danke, ich dir auch!

W0alkkin[gGhost


Update:

Kurz vor Jahresende hatte ich eine relativ spontane Verabredung. Sehr unterschiedliches Milieu. Irgendwann hat sie das Gesprächsthema entschieden in Richtung Sexualität gelenkt. Ich hab ihr dann relativ unverblümt gesagt, dass ich asexuell bin und zwischenmenschlich bisher andere Prioritäten gesetzt habe. Deswegen habe ich auch nie einen Vorstoß in diese Richtung unternommen und kann logischerweise keine praktischen Erfahrungen vorweisen, womit ich aber keinerlei Problem habe. Das ist nun mal meine Auffassung von Transparenz und Ehrlichkeit und ich werde mir (trotz einer gewissen Grundneugier) definitiv nichts durch Unwahrheiten "erschleichen". Jedenfalls war das, was andere wohl als "gefundenes Fressen" bezeichnen würden, dann auch relativ schnell vom Tisch. Damit kann ich durchaus leben. Wobei ich dann doch etwas kompromissfähiger und flexibler bin, als man mir es noch zugesteht, nachdem ich die Karten auf den Tisch gelegt habe.

Dann hat mich zu meiner Verwunderung Anfang oder Mitte Dezember eine Dame von sich aus angeschrieben. Ist zwar nicht direkt mein Typ, aber optisch eine ganz andere Liga als ich. Keine Ahnung, weshalb sie ausgerechnet auf mich kommt, wobei es sich definitiv nicht um ein Fake handelt. Arbeitet sogar in derselben "Branche" wie ich. Wir wollten uns vor Weihnachten treffen. Ihr kam allerdings was dazwischen und danach brach der Kontakt ab.

Ich hab ihr dann kurz vor Jahresende geschrieben, ihr mitgeteilt, dass ich ihre Entscheidung respektiere und ihr noch ihr Weihnachtsgeschenk per Post senden würde, wenn sie möchte (normalerweise schenke ich nichts zu Verabredungen, aber hier hat es sich zeitlich angeboten). Daraufhin hat sie wieder geantwortet und mir mitgeteilt, dass sie den Kontakt nur deswegen abgebrochen hat, weil sie dachte, ich würde zeitgleich mit unzähligen anderen Frauen schreiben (LOL!), und dass sie wegen meiner Rückmeldung davon ausgeht, dass das wohl ein Missverständnis war. Missverständnis geklärt und neues Treffen Anfang dieses Monats anberaumt. Dieses fiel dann wegen Krankheit ihrerseits aus, was ich für glaubwürdig halte. Selbstredend habe ich für so was volles Verständnis. Die Woche darauf dann wieder kaum Kommunikation. Angeblich treffen wir uns diese Woche "auf jeden Fall". Ich hab ihr angeboten, dass es reicht, wenn sie einen Tag vorher Bescheid gibt, aber es ist bereits Mittwoch. Ende der Woche weiß ich dann, was Phase ist. Ich hab wirklich 80 % meiner beziehungsfähigen Zeit nur mit Warten vergeudet, ohne dass am Ende des Wartens irgendein Ereignis war. Das ist einfach nur noch schräg ":/

WfalSking#Ghost


@ NotMichaelCaine

Also, ich gehe nicht davon aus, dass hier noch jemand mitliest, aber ich sehe meine Haltung zum Thema "einseitig offene Beziehung" mittlerweile klarer: So was käme für mich auf gar keinen Fall in Frage. Ich ordne mich niemanden unter, sondern meine Vorstellungen fließen gleichrangig mit denen meines Gegenübers ein. Entweder es ergibt sich daraus eine gemeinsame Basis oder man lässt es gleich ganz.

Zu oft habe ich mittlerweile erlebt, dass Frau (konkrete Einzelpersonen, nicht die Frauen in ihrer Gesamtheit) nur ihre eigenen Bedürfnisse sieht und dann wie aus allen Wolken fällt, wenn man auch mal berechtigte Interessen anmeldet. Aber der Umstand, von Natur aus weitgehend bedürfnislos zu sein, ist für mich kein Grund mehr, über Gebühr Zugeständnisse zu machen. Noch nie wurden Zugeständnisse im Beziehungskontext auch als Zugeständnisse wahrgenommen. Man macht sich damit allenfalls schwächer, profilloser und letztendlich unattraktiver, als man eigentlich nicht.

WEalkinngGhoxst


*ist statt nicht

E9hemaRliger NuBt1zer (#x568697)


aber ich sehe meine Haltung zum Thema "einseitig offene Beziehung" mittlerweile klarer: So was käme für mich auf gar keinen Fall in Frage.

Dann gehört das zu Deinem "Anforderungsprofil". Ist ja nichts ungewöhnliches. Würde ich - wenn das in einem Profil bei einer Onlinebörse möglich wäre, ganz klar so angeben, wenn ich Du wäre.

Zu oft habe ich mittlerweile erlebt, dass Frau (konkrete Einzelpersonen, nicht die Frauen in ihrer Gesamtheit) nur ihre eigenen Bedürfnisse sieht und dann wie aus allen Wolken fällt, wenn man auch mal berechtigte Interessen anmeldet.

Darunter kann ich mir jetzt nichts vorstellen. Wenn man sich kennenlernt versuchen doch beide auszuloten ob die gegenseitigen Bedürfnisse passen?! Wenn das völlig auseinanderfällt wirds ja schwierig überhaupt eine Beziehung zu führen? Dazu ist es wichtig, dass beide ihre eigenen Bedürfnisse kennen und kommunizieren (verbal oder non verbal) und wenn es nicht passt, passt es eben nicht. Dabei haben es bedürfnislosere Menschen sicher leichter, als solche, die ganz genaue Vorstellungen haben wie das auszusehen hat?

Wenn also jemand "aus den Wolken fällt" ist das vermutlich ein Ausdruck dafür, dass jemand Dein Bedürnfisset nicht zum eigenen als kompatibel empfindet. Das ist wenn man sich kennenlernt also ein normaler Vorgang. Was berechtigte Interessen sind ist ja eine individuelle Beurteilung?

Aber der Umstand, von Natur aus weitgehend bedürfnislos zu sein, ist für mich kein Grund mehr, über Gebühr Zugeständnisse zu machen. Noch nie wurden Zugeständnisse im Beziehungskontext auch als Zugeständnisse wahrgenommen. Man macht sich damit allenfalls schwächer, profilloser und letztendlich unattraktiver, als man eigentlich nicht.

Das klingt für mich jetzt etwas widersprüchlich.

Beispiel: Wenn jemand tatsächlich asexuell ist - also wirklich auf nichts verzichten muss, wenn er oder sie keinen Sex hat wäre das ja ein "natürlicher" Zustand dieser Person. Ein Asexueller hat ja kein Bedürfnis nach Sex. In folge dessen hätte so jemand ja auch kein Bedürfnis außerhalb der Beziehung Sex zu suchen?! Seine Abstinenz ist ja "natürlich" und deshalb kein Zugeständnis an die andere Person?

Naheliegend ist für Asexuelle natürlich jemanden zu suchen, der auch asexuell ist, weil damit das Thema Sex überhaupt nicht vorkommt und überhaupt keinen Platz in der Beziehung einnimmt. Diese Haltung fände ich naheliegend. Wäre ich an Sex uninteressiert würde ich eine Beziehung vorziehen in der mich dieses Thema überhaupt nicht mehr tangiert. Ich könnte mir vorstellen, dass unter Asexuellen enge Freundschaften häufig eine große Rolle spielen. Kommt vermutlich auf die "Ausprägung" an.

Wenn sich Asexueller und Sexueller verlieben muss eben mit dem Thema irgendwie umgegangen werden. Wenn der Asexuelle dann seine "Veranlagung" als Verhandlungsmasse nutzt kann das mittelfristig nicht funktionieren. Das geht dann so: "Du darfst von meiner Gnaden Sex bei anderen holen." Und nicht: "Ich akzeptiere, dass Du sexuelle Bedürfnisse hast und die auslebst." Umgekehrt funktioniert es ja auch nicht wenn der Sexuelle einen auf Verhandlungsmasse macht und sagt: "Du darfst von meiner Gnaden froh sein,dass ich überhaupt bei Dir bleibe obwohl etwas für mich zentrales in der Beziehung fehlt" sondern auch nur dann wenn er sagt: Ich akzeptiere, dass Du keinen Sex möchtest und liebe Dich so wie Du bist.

Du versuchst aus meiner Sicht um etwas zu feilschen

Noch nie wurden Zugeständnisse im Beziehungskontext auch als Zugeständnisse wahrgenommen.

was aus der Sicht Deines Gegenübers gar kein Zugeständnis ist, sondern eine Folge daraus wer Du bist und wovon das Gegenüber gerade am Anfang erst mal rausfinden muss ob das zu ihr passt oder nicht. Gerade wenn Du am Anfang einer Beziehung stehst ist feilschen (auch Stummes indem Du unkommunizierte Zugeständnisse machst, die möglicherweise nur aus Deiner Sicht Zugeständnisse sind und dann erwartest dafür etwas zu bekommen) einfach tödlich und überdeckt maximal wie schlecht beide tatsächlich zusammenpassen.

Fazit: Je klarer Du Dir über Deine eigenen Bedürfnisse bist und die eben auch kommunizieren kannst desto höher ist die Wahrscheinlichkiet jemanden zu finden der dazu passt. Wenn Du selbst wirklich extrem bedürfnislos bist (also tatsächlich bedürfnislos und nicht nur Deine Bedürfnisse verdrängst und so tust als wärst du bedürfnislos) macht es Dir ja nicht aus auf die Bedürfnisse des anderen einzugehen. Wenn mir etwas nicht wichtig ist, mein Partner aber bestimmte Anforderung an eine bestimmte Situation hat kann ich doch problemlos seinen Anforderungen folgen - das tut mir doch nicht weh. Ich mach da dann auch keine Zugeständnisse. Die mache ich doch nur wenn ich gegen meine Bedürfnisse handle? Wenn ich in einer bestimmten Situation keine habe kann ich in der Situation auch gegen keine handeln. Wenn ich dagegegen welche habe (z.b. wenn ich asexuell wäre und mir sexuelle Treue trotzdem wichtig wäre) ist es auch mein Job die zu vertreten. Ich muss mich nicht hinstellen und ein Zugeständnis machen.

WUalkinqgGhost


Hallo NotMichaelCaine,

danke für deine Antwort *:)

Dann gehört das zu Deinem "Anforderungsprofil". Ist ja nichts ungewöhnliches. Würde ich - wenn das in einem Profil bei einer Onlinebörse möglich wäre, ganz klar so angeben, wenn ich Du wäre.

Ernsthaft? Nicht, dass ich aktuell noch sonderlich aktiv suche (es gibt auch keinen konkreten Anlass für meine Feststellung), aber der Standard ist doch eigentlich eine nicht-offene Beziehung. Ich hab noch nie im Profil von jemandem gelesen, dass das extra ausgeschlossen wurde. Oder ist das nur deswegen erforderlich, weil ich etwas aus dem Rahmen falle?

Darunter kann ich mir jetzt nichts vorstellen. Wenn man sich kennenlernt versuchen doch beide auszuloten ob die gegenseitigen Bedürfnisse passen?! Wenn das völlig auseinanderfällt wirds ja schwierig überhaupt eine Beziehung zu führen? Dazu ist es wichtig, dass beide ihre eigenen Bedürfnisse kennen und kommunizieren (verbal oder non verbal) und wenn es nicht passt, passt es eben nicht. Dabei haben es bedürfnislosere Menschen sicher leichter, als solche, die ganz genaue Vorstellungen haben wie das auszusehen hat?

Wenn also jemand "aus den Wolken fällt" ist das vermutlich ein Ausdruck dafür, dass jemand Dein Bedürnfisset nicht zum eigenen als kompatibel empfindet. Das ist wenn man sich kennenlernt also ein normaler Vorgang. Was berechtigte Interessen sind ist ja eine individuelle Beurteilung?

Ich rede gar nicht von inkompatiblen Bedürfnissen/Vorstellungen, sondern einfach nur von Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen/Vorstellungen des anderen. Wenn man einen Mittelweg anstrebt, müsste man ja zunächst mal wahrnehmen, wo beide Seiten ursprünglich stehen. Aber was ist, wenn das Bewusstsein dafür gar nicht da ist bzw. wenn jemand immer nur den eigenen Weg als den gemeinsamen wahrnimmt? Dann verkommt die andere Seite ja mehr oder minder zu einem bloßen Dienstleister. Mein Fazit in solchen Fällen ist dann immer, dass es am geistigen Horizont des anderen scheitert, um überhaupt erst mal eine gemeinsame Basis zu schaffen. Ist ja nun nicht so, dass die Ausschussquote auf dem Partnermarkt ab einem gewissen Alter rapide zunimmt, genauso wie sehr seltsam einseitige Erwartungshaltungen.

Das klingt für mich jetzt etwas widersprüchlich.

Beispiel: Wenn jemand tatsächlich asexuell ist - also wirklich auf nichts verzichten muss, wenn er oder sie keinen Sex hat wäre das ja ein "natürlicher" Zustand dieser Person. Ein Asexueller hat ja kein Bedürfnis nach Sex. In folge dessen hätte so jemand ja auch kein Bedürfnis außerhalb der Beziehung Sex zu suchen?! Seine Abstinenz ist ja "natürlich" und deshalb kein Zugeständnis an die andere Person?

Naheliegend ist für Asexuelle natürlich jemanden zu suchen, der auch asexuell ist, weil damit das Thema Sex überhaupt nicht vorkommt und überhaupt keinen Platz in der Beziehung einnimmt. Diese Haltung fände ich naheliegend. Wäre ich an Sex uninteressiert würde ich eine Beziehung vorziehen in der mich dieses Thema überhaupt nicht mehr tangiert. Ich könnte mir vorstellen, dass unter Asexuellen enge Freundschaften häufig eine große Rolle spielen. Kommt vermutlich auf die "Ausprägung" an.

Wenn sich Asexueller und Sexueller verlieben muss eben mit dem Thema irgendwie umgegangen werden. Wenn der Asexuelle dann seine "Veranlagung" als Verhandlungsmasse nutzt kann das mittelfristig nicht funktionieren. Das geht dann so: "Du darfst von meiner Gnaden Sex bei anderen holen." Und nicht: "Ich akzeptiere, dass Du sexuelle Bedürfnisse hast und die auslebst." Umgekehrt funktioniert es ja auch nicht wenn der Sexuelle einen auf Verhandlungsmasse macht und sagt: "Du darfst von meiner Gnaden froh sein,dass ich überhaupt bei Dir bleibe obwohl etwas für mich zentrales in der Beziehung fehlt" sondern auch nur dann wenn er sagt: Ich akzeptiere, dass Du keinen Sex möchtest und liebe Dich so wie Du bist.

Du versuchst aus meiner Sicht um etwas zu feilschen

In einer perfekten Welt hätte ich damit überhaupt kein Problem - vorausgesetzt, das Ganze wird als beidseitig offene Beziehung deklariert. In der Realität wäre das aber ein Etikettenschwindel, weil die eine Seite überhaupt nicht am Partnerwechsel interessiert ist. Und das hinzunehmen, wirkt devot bzw. wie irgendein abartiger Fetisch (weißt, was ich meine). Damit schießt man sich letztendlich selbst ins Knie, wenn beide Seiten doch eigentlich eine "kodominante" Beziehung anstreben, bei der keine Seite den Duckmäuser spielt. Was meinst du, wie lange das gut geht, bevor man gänzlich abserviert wird? Was hält einen noch bei so jemandem? Der Charakter? - Ich bitte dich. Und ich bin weder devot noch ein Kumpeltyp, der nicht merkt, was sich um ihn herum abspielt. Somit würde ich mir selbst einen falschen Stempel aufdrücken. Davon abgesehen gibt es wirklich genug Frauen, die mit offenen Beziehungen nix angefangen können. Was das Thema Asexualität angeht - ich nehme durchaus wahr, wenn ich den Beziehungsvorstellungen einer Frau nicht gerecht werden kann, und ziehe dann von vornherein meine Konsequenzen. Aber wie ich dir schon mal sagte, Asexualität bedeutet hauptsächlich Autarkie von Sex (und man empfindet auch viel schneller Ekel), aber allein deswegen ist man noch nicht auf ein rein platonisches Beziehungsmodell festgenagelt. Das entspricht nämlich auch nicht der Realität.

Und feilschen will ich um gar nichts, was den Inhalt einer Beziehung betrifft. Ich will mich lediglich davor schützen, in den Augen des anderen zu einem bedürfnislosen Dienstleister zu verkommen, der die Pflichtinhalte der Beziehung maschinell abarbeitet, während sich der andere mit Spaß-Bekanntschaften vergnügt. Gänzlich bedürfnislos (und ich meine das nicht in sexueller Hinsicht) bin ich nun mal nicht und würde das auch nie von mir behaupten.

was aus der Sicht Deines Gegenübers gar kein Zugeständnis ist, sondern eine Folge daraus wer Du bist und wovon das Gegenüber gerade am Anfang erst mal rausfinden muss ob das zu ihr passt oder nicht. Gerade wenn Du am Anfang einer Beziehung stehst ist feilschen (auch Stummes indem Du unkommunizierte Zugeständnisse machst, die möglicherweise nur aus Deiner Sicht Zugeständnisse sind und dann erwartest dafür etwas zu bekommen) einfach tödlich und überdeckt maximal wie schlecht beide tatsächlich zusammenpassen.

Fazit: Je klarer Du Dir über Deine eigenen Bedürfnisse bist und die eben auch kommunizieren kannst desto höher ist die Wahrscheinlichkiet jemanden zu finden der dazu passt. Wenn Du selbst wirklich extrem bedürfnislos bist (also tatsächlich bedürfnislos und nicht nur Deine Bedürfnisse verdrängst und so tust als wärst du bedürfnislos) macht es Dir ja nicht aus auf die Bedürfnisse des anderen einzugehen. Wenn mir etwas nicht wichtig ist, mein Partner aber bestimmte Anforderung an eine bestimmte Situation hat kann ich doch problemlos seinen Anforderungen folgen - das tut mir doch nicht weh. Ich mach da dann auch keine Zugeständnisse. Die mache ich doch nur wenn ich gegen meine Bedürfnisse handle? Wenn ich in einer bestimmten Situation keine habe kann ich in der Situation auch gegen keine handeln. Wenn ich dagegegen welche habe (z.b. wenn ich asexuell wäre und mir sexuelle Treue trotzdem wichtig wäre) ist es auch mein Job die zu vertreten. Ich muss mich nicht hinstellen und ein Zugeständnis machen.

Denkst du, ich nehme die anderen Facetten einer Beziehung nicht genauso wahr wie jeder andere? Oder dass ich keine Eifersucht usw. empfinden kann? Ich bin lediglich (wie viele andere) clever genug, um zu wissen, dass man mit nach außen getragener Eifersucht bzw. dem Einengen des anderen nie was erreichen wird. Das bedeutet allerdings nichts, dass man nicht trotzdem einer ordentlichen Ladung Stress ausgesetzt ist. Und wie gesagt - Feilschen ist so ziemlich das Letzte, was mir einfallen würde. Genauso kommuniziere ich meine Vorstellungen klar und deutlich (sind im Übrigen Selbstverständlichkeiten - zumindest für eine nicht-offene Beziehung), aber wenn auf der anderen Seite das Abstraktions- und Empathievermögen fehlt, um davon auch was umzusetzen, kann man's natürlich auch lassen. Durch Kommunikation allein wird man letztendlich nie Beziehungsinteresse generieren. Umgekehrt sagen viele A und machen B, ohne das das der anderen Seite irgendwie negativ auffällt, wenn sie denn Beziehungsinteresse hat. Das Ganze ist ein Thema, bei dem bei vielen das Gehirn ausschaltet.

W4a>lkinXgGhosxt


Noch mal in Kurzform:

Da Menschen nicht gänzlich rational denken, kann man nicht überall dort Zugeständnisse machen, wo man es problemlos könnte, weil sowieso kein eigenes Bedürfnis dahinter steht. Andere werten sich künstlich auf, indem sie etwas einfordern, also wertet man sich im Umkehrschluss ab, wenn man nirgendwo Grenzen zieht. Und aus dieser geschwächten Position heraus kann man seine sehr wohl noch vorhandenen Bedürfnisse und Interessen gleich mit in die Tonne treten. Die Beschränkung auf einen Partner ist in einer Beziehung denke ich keine unangemessene Auffassung von Treue - wobei es natürlich auch andere Vorstellungen gibt. Man muss halt jemanden finden, der das genauso sieht.

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