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Liebe ist nicht genug - Leben mit Krankheit und Sterbewunsch

s2opShicxa


Hallo Himmelgrün,

viel weiß ich heute nicht zu deinen Empfindungen zu sagen, da in mir selbst zurzeit eine große Leere ist.

Ich möchte dir aber mein aufrichtiges Mitgefühl in deiner jetzigen Situation ausdrücken; es ist schwierig, das zu ertragen und doch hilft letztlich nur:

Annahme, Annahme, Annahme. :°_

Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft und vor allem die Fähigkeit, mit dir selbst in jeder Hinsicht liebevoll und achtsam umzugehen und deinen eigenen Weg wertzuschätzen, auch wenn es dabei (zeitweise) ein "Hin und Her" gibt.

Liebe Grüße :)*

CXoteSaIuvage


Danke dass du dich gemeldet hast!

Die Freude über letzten Blutwerte hielt nicht lange an. Sehr bald empfand ich es als Last, dass ich nun noch eine längere Zeitdauer vor mir habe.

Das klingt ehrlich gesagt furchtbar ... Ich glaube, Katja hätte ein paar Gespräche mit einer Psychotherapeutin mindestens genauso nötig wie du. Ihre Aufgabe - sie sieht das sicher vernunftgemäß genauso - ist es doch, dich "positiv" zu begleiten, auch: loszulassen, und nicht dir (unabsichtlich natürlich) ein schlechtes Gewissen zu machen.

Cfomrxan


Sehr bald empfand ich es als Last, dass ich nun noch eine längere Zeitdauer vor mir habe.

Mehr Zeit ist auch immer mehr Zeit, nachzudenken. Das Leben dreht sich weiter, als Mensch dreht man sich weiter. Du hättest gerne Gewissheit gehabt und auf diesen Punkt hingearbeitet. Dein unberechenbarer Krankheitsverlauf zeigt dir, dass es keine wirkliche Gewissheit gibt. Nicht einmal darin, welche Entscheidung die richtige ist. Das kann ich alles nachvollziehen.

Wenn ein Selbstmörder kurz vor seinem entschlossenen Handeln davon abgebracht wird, wird er nicht am nächsten Tag genauso entschlossen wieder an den gleichen Punkt kommen. Er beginnt diesen Prozess wieder von viel weiter vorne und ebenfalls mit offenem Ausgang. So ähnlich wird es in deiner Situation auch sein - der Schwung, den man nutzte, auf ein festgesetztes Ziel zu kommen, ist genommen.

In dieser Zeit muss nichts Schlechtes stecken, aber du empfindest sie als Last.

H4immelggrxün


In dieser Zeit muss nichts Schlechtes stecken, aber du empfindest sie als Last.

Die Zeit für sich ist nicht schlecht, das stimmt. Die Last - oder das Lästige? - ist das Dilemma, das ich nicht lösen konnte, vielleicht nicht lösen kann.

Für eine wie mich (sehr lösungsorientiert, sehr gut im Strategien entwickeln und umsetzen), ist die jetzige Situation, wo es wie sophica so treffend sagt, ums ANNEHMEN geht, schon sehr aufreibend.

Es fällt mir schwer, mein Leben mit Krankheit anzunehmen und dabei nicht das Gefühl zu bekommen, ich unterwerfe mich. Aber da irgendwie die Balance zu finden, ist wohl meine gegenwärtige Aufgabe.

C?ote0Sauvaxge


Was unternimmt denn deine Frau, um mit der Situation (besser) klarzukommen?

y6u0kumu


Es fällt mir schwer, mein Leben mit Krankheit anzunehmen und dabei nicht das Gefühl zu bekommen, ich unterwerfe mich. Aber da irgendwie die Balance zu finden, ist wohl meine gegenwärtige Aufgabe.

Es kann wie ein Knoten sein, der "aufplatzt". Plötzlich sich doch mit einem Leben in Abhängigkeit von einer Maschine anzufreunden und sich vielleicht sogar auf das neu gewonnene Leben freuen zu können.

Mir ist nicht möglich, hierüber weiter zu schreiben, ohne dir zu nahe zu treten.

Es werden hier deutliche Grenzen sichtbar, die man respektieren muss.

Auch ich habe meine Grenzen, von denen manche für Andere nicht leicht nachvollziehbar sein müssen und ich spüre, welche Ängste dahinter stecken.

Gerade das Spüren der Ängste zeigt mir die potentiellen Möglichkeiten, die "dahinter" aufwarten, wenn ich nur den Mut fassen würde, trotz der Ängste .....

Man hat als Mensch Freiheiten und Unfreiheiten. Für beide ist man selber verantwortlich, auch wenn das Umfeld/die Gesellschaft da eine große Rolle spielen mögen.

Das Leben ist in gewisser Weise unerbittlich. Salopp gesagt, es ist ihm egal, wie wir uns dazu verhalten. Ein jeder muss sehen, dass er mit seiner individuellen Art und Weise und Möglichkeiten das Beste daraus macht.

Am besten fährt der, der es versteht und vermag, mit dem Leben zu laufen, gemäß den Regeln des Lebens, die nicht verhandelbar sind und eine der Hauptregeln ist, dass Kontrolle über das Leben nicht möglich ist und der Versuch es dennoch zu tun, manchmal unendlich teuer bezahlt werden muss.

Kontrolle hat man keine, allenfalls ein Steuer, das aber nur begrenzte Möglichkeiten hat.

Es ist schwer.

Kann man nur alleine für sich entscheiden, wenn andere unter der Entscheidung leiden werden?

Es ist ein Prozess.

Vielleicht kann man sich das so vorstellen, dass es ein Ideal gibt. Dieses Ideal sähe so aus, dass du und dein nächstes Umfeld mit einer Entscheidung beide fast in gleichem Maß zufrieden sind und es wünschenswert wäre, sich - von allen Beteiligten - diesem Ideal anzunähern.

"Anforderungen", Erwartungen wären nicht nur an dich zu stellen, sondern auch von dir an die anderen Menschen. Ein prozess der Annäherung von Menschen zueinander.

Letztendlich aber, finde ich jedenfalls, ist es die eigene Entscheidung eines jeden Menschen, wie viel er zu ertragen bereit ist.

Aber, auch das muss gesagt werden, niemand steckt wirklich in deiner Haut, deswegen kann auch niemand sagen, was hier "richtig" oder "falsch" sein soll.

Einfach machst du es dir ja wahrlich nicht und das verdient Respekt - und ich kann mir vorstellen, dass gerade der Umstand, dass du es dir nicht leicht machst, solltest du doch bei deiner Entscheidung bleiben, dir auch in der Zeit "danach" dir anerkennend hoch angerechnet wird.

Man muss den Menschen immer als Ganzes betrachten, d.h. inkl. seiner Geheimnisse, weswegen "Urteile" anderer Menschen oft mit dem Makel behaftet sein müssen, in Unkenntnis einer Wirklichkeit gefällt zu werden.

H}immel{grün


@ CoteSauvage

Was unternimmt denn deine Frau, um mit der Situation (besser) klarzukommen?

Ich könnte das eine oder andere zu dieser Frage schreiben, aber ich fühle mich nicht wohl dabei. Was Katja tut oder nicht tut ist ihre Sache – nicht sie hat hier einen Faden gestartet, sondern ich. Sie hat nicht das Bedürfnis, unsere Geschichte in einem Forum darzulegen. Von daher sehe ich auch keinen Anlass, ihre Seite hier besonders zu beleuchten.

Natürlich kommt sie in meinen hier formulierten Gedanken trotzdem vor, aber ich versuche, ihre Privatsphäre zu achten.

H1immelgxrün


@ yukumu

Deine Sätze sind besonders, sie gehen mir nicht aus dem Sinn.

Du willst mir nicht zu nahe treten und kommst mir damit wohl näher als manche Menschen, die mich persönlich kennen. Allein schon deswegen, weil du spürst, dass da diese Schwelle ist. Erstaunlich.

Ich danke dir von Herzen für deine weisen Worte. Ich werde sie noch viele Male nachlesen.

Huim6mexlgrün


Überforderung überall.

Es ist nun 10 Tage her, dass wir uns heftig gestritten haben. Katja sagte, es musste ja so kommen. Ich wollte nicht so sein und ich möchte nicht, dass sie so zu mir ist wie sie war. Trotzdem hat es sich hochgeschaukelt und nun wurde es sogar richtig schlimm. Die Vorsätze haben nicht funktioniert.

Natürlich können wir nichts dafür – wer würde nicht irgendwann unter diesem Druck hinfallen? Wir sind uns nicht böse, dafür verstehen wir zu viel. Der Schock ist auch schon etwas abgeklungen, sie verdrängt (wenn ich sie lasse) und ich bin gelähmt.

Aber ich denke nach. Jeden Tag ein wenig, oder eben auch nachts, wenn ich nicht schlafen kann. So sind wir nun also dort angelangt, wo ich nicht hin wollte. Wir tun uns weh. Wir schaffen es nicht. Ich schaffe es nicht.

Ich weiss jetzt, dass sie sich viel mehr Hoffnungen gemacht hat und macht, als ich gedacht habe. Mein Eindruck war, dass wir uns einig sind. Aber nein, sie hofft, hofft immer weiter. Wie soll ich bloss damit umgehen? Wir vertrauen uns nicht mehr, wie sollen wir auch? Sie weiss, dass ich sie verlassen will, dass ich nicht mehr die sein kann, die ich war. Sie kann sich nicht mehr sicher fühlen. Und ich auch nicht. Ich vertraue ja nicht einmal mehr mir selber, wie soll ich also auf andere bauen?

So viele unserer Ziele sind auf der Strecke geblieben. Was wir noch gemeinsam tun können, ist trauern um all das Verlorene. Zusammen traurig sein darüber, dass wir diesen Streit nicht verhindern konnten. Was bleibt uns noch?

Wenn früher etwas schwierig war, dann kam irgendwann der Punkt, wo es nicht mehr schlimmer kommen konnte. Da war jede Veränderung richtig. Weder sie noch ich sind in unguten Situationen hängen geblieben. Wir sind vorwärts gegangen ins Ungewisse, sind Risiken eingegangen und haben uns gegenseitig gestützt – es konnte ja nur besser werden. Ein Licht war immer sichtbar. Und jetzt? Es wird nur schlimmer werden, unweigerlich. Je länger es dauert, desto übler fühlt es sich an. Alle Alternativen sind scheisse. Sterben ist unzumutbar, Leben auch. Sogar die einzelnen Varianten des Sterbens sind alle zusammen blöd. Mittlerweile frage ich mich schon, ob nicht ein "gewönlicher" Suizid das Beste wäre. Die Gegenwart ist so unendlich schwer auszuhalten. Ich wünschte, ich könnte das alles einfach hinter mir lassen. Ein für alle Mal. Jetzt sofort.

Es gibt zu viele Möglichkeiten. Was eigentlich als Hilfe gedacht ist, stellt sich als Falle heraus. Ich habe es in der Hand, mein Leben mit Exit zu beenden oder es mit Dialyse weiterzuleben. Und ich soll die Entscheidung treffen. Ich kann aber so schwerwiegende Entscheidungen gar nicht treffen. Ich möchte ja gern leben, aber eben nicht so. Und ich möchte gern sterben, aber doch nicht so. Alles unmöglich und viel zu schwer für mich.

Ich weiss, die Lösung wäre loslassen, annehmen, aushalten. Für kurze Momente gelingt das sogar, aber die sind viel zu selten. Dann überrollt mich wieder die Verzweiflung, die Überforderung.

CLomraxn


Das klingt alles sehr traurig und ich glaube, wir Außenstehenden haben nur eine ganz dünne Ahnung, welche Last da auf dir und deiner Partnerin liegt. Ich habe euch immer bewundert, wie ihr damit umgeht, aber die Wende (oder nur Krise?) jetzt finde ich allzu menschlich. Bei vielen anderen wäre dies schon deutlich früher passiert. Was für unglaubliche Kraft auf eurer Seite spricht.

Auf jeden Fall klingt diese Perspektivlosigkeit sehr traurig :°_ .

Mittlerweile frage ich mich schon, ob nicht ein "gewönlicher" Suizid das Beste wäre.

Was wäre der Unterschied zu Exit?

LRicht`AmHoruizon[t


So richtig überraschend finde ich den Streit (ohne genau zu wissen, worum es darin ging) jetzt nicht…

Es ist für jede einzelne von Euch eine wahnsinnig schwierige Lage. Keine Aussicht auf Besserung. Für keine von beiden. Das, was Ihr gern hättet - es geht gesund und munter zusammen weiter - kommt auf keinen Fall. Es ist jetzt ein in unerträgliche Länge gezogenes, aber dennoch in absehbarer Zeit sicheres Ende. Wer soll das aufrecht gehend aushalten? Ich könnte das auch nicht. Weder an Deiner Stelle noch an ihrer.

Was soll man raten? ":/

LWichtAm|Horxizont


Sie weiss, dass ich sie verlassen will

Aus ihrer Sicht muss das so wirken. Deine Entscheidung ist, so verständlich sie auch ist, letztlich eine egoistische Entscheidung. Ist es bei ihr einfach der Schock darüber, dass Du so bist? Kannte sie Dich vorher (vermeintlich) anders? Wollte sie es nicht wahrhaben und dachte "ach, wenn es soweit ist, wird sie schon nicht… / bzw. wird schon (Dialyse etc.)"? Und ist nun erschrocken, dass sie die Hoffnung begraben kann?

Da stehen sich letztlich zwei Bedürfnisse gegenüber. Deins: Das Leben nicht mit Maschinen verlängern. Ihres: Dich so lange wie möglich zu haben - auch wenn Du unter den Maschinen leidest.

Ich glaube, so eine Sache ist einfach ein Punkt im Leben, an dem man "man selbst" wird, zwangsläufig, an dem sich auch enge Verbindungen lösen, einfach, weil einen die Umstände zwingen, an sich zu denken. Kann sein, dass es dann an dem Punkt, an dem man sich am nötigsten bräuchte, plötzlich zu Ende ist. Weil das Band des Ertragens nicht mehr weiter gedehnt werden kann, sondern reißt. Wenn es so kommt, muss man auch das wohl einfach akzeptieren und nicht damit hadern.

y'ukxumu


Wären gemeinsame Gespräche bei einem geschulten Menschen eine Option, um vielleicht aus dieser Situation herauszukommen?

Moderation eines Menschen, der nicht Partei ergreifen muss, bei dem ihr beide einen anderen, neuen Weg der Kommunikation finden könnt?

Solche Konflikte zünden sich oft daran, dass die Kommunikation nicht ideal läuft.

Oft steckt auch Frust, Hilflosigkeit dahinter.

Es kann auch sein, das hinter dem auch noch so manches steckt, was noch nicht ausgesprochen wurde, schlicht weil es den Beteiligten nicht bewusst ist. Auch und insbesondere hierbei kann jemand Drittes helfen (bewusst zu machen, was hinter manchem Verhalten oder Gesagtem stecken kann).

Wenn man bedenkt, dass jeder Mensch eines der komplexesten Lebewesen des Planeten ist, kann man sich mit Leichtigkeit vorstellen, dass sich dann gleich zwei Menschen nicht jede Situation alleine auf Dauer perfekt meistern können . dafür gibt es Hilfe.

In einem "geschützen" Raum kann jede sagen, was sie denkt, was sie ärgert, was sie belastet.

Schuldzuweisungen/Vorwürfe weichen dann einem Verstehen und dann könnte etwas Neues entstehen.

Es gibt nicht für alles eine Lösung, aber für Vieles, was man nicht für möglich hält.

H\iYmmelg*rün


@ Comran

Was wäre der Unterschied zu Exit?

Ohne Exit geht es spontaner und es gäbe keine Zeugen. Ich könnte einen besonders verzweifelten Moment nützen und es wäre schnell vorbei.

Bei Exit muss ich mich nochmal beim Arzt melden, der im Januar das Rezept ausgestellt hat. Die medizinischen Unterlagen müssen auf dem aktuellsten Stand sein, meine Urteilsfähigkeit noch einmal bestätigt werden. Erst dann wird das Rezept eingelöst. Ich muss mich für ein Datum entscheiden, die Sterbebegleiterin "aufbieten" (doof, dieses Wort in dem Zusammenhang). Der Suizid wird zuhause erfolgen, Katja sollte anwesend sein (Exit mag es nicht ohne Angehörige).

Nach meinem Tod dauert es noch Stunden, bis alle behördlichen Massnahmen abgeschlossen sind. Da ist dann also die Polizei vor Ort, ein Notarzt, eine Staatsanwältin usw. Die müssen prüfen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist, d.h. Papiere sichten, Leiche untersuchen und irgendwann dem Bestattungsinstitut freigeben. Abgesehen davon, dass ich mir nicht vorstellen mag, wie es Katja bei diesem Prozedere geht, weiss ich auch nicht, ob ich meinen Anteil davon hinkriege.

Da scheint mir ein Alleingang mit Strick irgendwo draussen leichter. Ich muss keinem in die Augen sehen, keinem sagen, "ja, ich will jetzt sterben" (auch so eine Auflage von Exit, die fragen mich das noch x Mal). Ich müsste schon auch ein wenig planen, aber es wäre weniger aufwändig, kurzfristig möglich und Katja wäre nur noch mit der Todesnachricht konfrontiert, nicht mit dem ganzen Rest.

H=immeQlgrxün


@ LichtAmHorizont

Kannte sie Dich vorher (vermeintlich) anders? Wollte sie es nicht wahrhaben…?

Doch, sie kennt mich schon "richtig". Ihr Hoffen ist aber unerschütterlich, sie hofft sozusagen "wider besseren Wissens". Mir scheint, das muss auch so sein. Ist Hoffnung eben nicht genau das? An etwas glauben oder es ersehnen ohne Sicherheiten, ohne Rationalität? Ich glaube nicht, dass sie ihre Hoffnungen begraben wird, bis zum allerletzten Moment nicht. Und auf eine Weise bin ich froh darum. Es ist zwar schwer für mich, es auszuhalten, dass ich selber keine Hoffnung habe, aber wenn sie auch keine hätte, dann hätte sie auch nicht die Kraft, mich doch immer wieder zu trösten, zu halten. Und was wäre dann?

Ich glaube, so eine Sache ist einfach ein Punkt im Leben, an dem man "man selbst" wird, zwangsläufig, an dem sich auch enge Verbindungen lösen, einfach, weil einen die Umstände zwingen, an sich zu denken. Kann sein, dass es dann an dem Punkt, an dem man sich am nötigsten bräuchte, plötzlich zu Ende ist. Weil das Band des Ertragens nicht mehr weiter gedehnt werden kann, sondern reißt.

So weit sind wir nicht. Wir können uns nicht vorstellen, dass wir unsere Verbindung lösen. Ich habe zwar darüber nachgedacht, ob es helfen würde, wenn wir uns emotional etwas distanzieren. Ich dachte, dass wir so vielleicht die Erwartungen aneinander etwas minimieren könnten, dass es weniger Missverständnisse gäbe. Aber praktisch lässt sich sowas gar nicht verwirklichen. Wir lieben uns, trotz aller Überforderung und aller Schwierigkeiten. Wir sind uns nicht nur Partnerinnen, sondern auch die jeweils beste Freundin und Vertraute. Und wir leben zusammen. Es gibt dieses gemeinsame Heim, das uns beiden so viel bedeutet. Soll eine von uns auf diese Geborgenheit im gewohnten Zuhause verzichten? Das finde ich in unserer Situation, wo wir alles Gute gebrauchen können, unzumutbar.

Ich sehe unseren Streit so wie ein Erdbeben. Das kann passieren, wenn man in einem Erdbebengebiet lebt. Es kann Hunderte von Jahren Ruhe sein, aber es bleibt ein gefährdetes Gebiet. Unsere Situation ist leider ein Erdbebengebiet. Der Streit hat uns gehörig erschüttert, aber unser Haus steht eindeutig noch.

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